Neuer SSD-Standard: Ein ganzes Petabyte pro Laufwerk - mit QLC-Speicher
Der SSD-Markt ist offenbar um einen neuen Formfaktor reicher: Der neue E2-Standard soll sich ans Datacenter richten und dort hohe Kapazitäten ermöglichen. Mit QLC-Speicher soll ein Petabyte pro Laufwerk möglich sein.
Während moderne PCs fast ausschließlich mit SSDs im M.2-Format ausgeliefert werden, gibt es im Datacenter-Segment eine deutlich größere Anschlussvielfalt. Verbreitet sind dort unter anderem die EDSFF-Formfaktoren E1 und E3, die es jeweils in einer kurzen (S) und einer langen (L) Variante gibt. Bald soll diese Auswahl aber noch weiter anwachsen - denn laut der Website Storage Review arbeiten die Storage Networking Industry Association und das Open Compute Project an einem neuen Standard namens E2.
Ein Petabyte - 40 Mal
Mit Ausnahmen von SK Hynix sind in beiden Vereinigungen alle großen NAND-Speicherhersteller vertreten. Die Chancen für eine Etablierung des neuen Formfaktors stehen dementsprechend gut. E2 soll angeblich vor allem auf eine hohe Kapazität abzielen und damit traditionellen Festplatten das Wasser abgraben. Mit QLC-Speicher soll im Extremfall ein ganzes Petabyte an Kapazität möglich werden - pro SSD. Von diesen SSDs können in einem normalen 2U-Server wiederum 40 Stück Platz finden und damit 40 PB pro Server ermöglichen.
Quelle: Kioxia
Eine Kioxia-SSD im E3.S-Format.
Passende Produkte werden unter anderem bereits von Meta, Microsoft, Micron und Samsung entwickelt. Allzu groß dürften die technischen Herausforderungen dabei wohl nicht sein: Der bestehende Anschluss von E1- und E3-SSDs wird übernommen, die Breite der neuen SSDs entspricht dem E3-Formfaktor und die LED-Platzierung der der E1-SSDs. Unterscheiden werden sich die E2-Modellen vor allem durch ihre Länge von 200 mm.
| Format | Breite | Länge | Dicke |
|---|---|---|---|
| E1.S | 31,5 mm | 111,5 mm | 9,5 mm |
| E1.L | 38,4 mm | 318,8 mm | 18 mm |
| E2 | 76,0 mm | 200 mm | 9,5 mm |
| E3.S | 76,0 mm | 112,8 mm | 7,5 mm |
| E3.L | 76,0 mm | 142,2 mm | 16,8 mm |
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Angebunden werden die neuen SSDs über PCI-E 6 oder höher - und zwar mit vier Lanes. Dabei dürfen sie maximal 80 Watt pro Stück verbrauchen, entsprechende Werte dürften aber kaum erreicht werden. Denn eine hohe Datenrate soll nur zweitrangig sein. Mit angepeilten 8 bis 10 MB/s pro TB Kapazität soll diese zwar über HDDs, aber gleichzeitig weit unter auf Geschwindigkeit getrimmten SSDs liegen. Stattdessen soll der neue E2-Formfaktor möglichst viel Speicherkapazität auf möglichst wenig Raum unterbringen. Und das natürlich nur in Servern - im Endkundenmarkt wird sich der Standard zumindest kurzfristig nicht etablieren. Dort wären entsprechende Speichermengen auch deutlich zu teuer.
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Quelle: Storage Review via Tom's Hardware

Hier bei 1PB (wohl 983TB reale Kapazität) werden die Daten höchstens als "lau-warm" zu bezeichnen, die volle Kapazität wird evtl. 1x im Monat, wenn überhaupt, geschrieben. Daher ist die Ausdauer vom QLC-NAND bei dem anvisiertem Verwendungszweck sogar mehr als ausreichend.