SSDs im Langzeittest: Lebensdauer liegt deutlich über den Herstellerangaben
Halten die SSDs was die Hersteller in Sachen Lebensdauer auf den Datenblättern versprechen oder sind die Angaben eher geschönt? Diese Frage stellten sich die Kollegen von c't und machten den Langzeittest, der fast genau ein Jahr später mit dem Ableben der letzten SSD beendet ist.
SSDs schaffen nur eine begrenzte Anzahl von Schreib-Lösch-Zyklen. Wie viele dieser Zyklen mindestens von den Herstellern garantiert werden, lässt sich dem Datenblatt der jeweiligen SSD anhand der TBW (Terabyte Written) entnehmen. Wie genau diese Angaben sind und wie lange SSDs tatsächlich einem ungezügelten Datenstrom überleben, haben die Kollegen von c't getestet und kommen zu dem Ergebnis, dass alle der zwölf malträtierten SSDs wesentlich länger leben als von den Herstellern angegeben. Negativ fiel keines der Exemplare auf und auch einen mehr als positiven Ausreißer gab es, der im von c't großzügig kalkulierten Büroalltag, zumindest in der Theorie, ein treuer Begleiter für weit mehr als ein halbes Jahrtausend sein kann. Genauer: Rund 623 Jahre.
Das ist der Spitzenwert im SSD-Langzeittest, den die Samsung 850 Pro SSD erreicht, insofern man die tägliche Schreiblast mit 40 Gigabyte kalkuliert. Laut c't ist das mehr als großzügig für den Büro-Alltag. Dort beträgt die tägliche Schreiblast im Schnitt zwischen 10 und 35 Gigabyte. Insgesamt schaffte die Samsung-SSD 9,1 Petabyte und damit das 60-fache der von Samsung garantierten Leistung. Dieser Wert ist allerdings weit ab vom Durchschnitt und offensichtlich eher eine Seltenheit, denn die restlichen Pro-Modelle im Testparcours schafften nur etwa ein Viertel der Leistung. Mit nicht weniger als 2,2 Petabyte liegen sie dennoch deutlich über den Herstellerangaben. Auch günstigere SSDs halten mehr als versprochen wird. Immerhin das 2,5-fache der von Crucial angegebenen TBW schaffte das Schlusslicht in Form der Crucial BX 200 mit einmal 187 und 280 TByte. Im niedrigeren Preissegment darf sich jedoch einmal mehr Samsung die Krone aufsetzen. So kam die Samsung 750 Evo auf insgesamt 1,2 Petabyte.
Gestartet hatten die Kollegen von c't den Test bereits vor rund einem Jahr mit jeweils zwei Exemplaren der sechs beliebtesten SSDs. Dazu zählten die bereits erwähnten Modelle Crucial BX 200, Samsung 750 Evo und Samsung 850 Pro sowie die OCZ TR150, SanDisk Extreme Pro und SanDisk Ultra II. Bilanz zog man bereits im Januar dieses Jahres. Zu diesem Zeitpunkt hatten neun SSDs schon das Zeitliche gesegnet.

@topic:
Inzwischen gibt es einige Langzeittests, die alle das Gleiche sagen:
MLC: Kriegst in der Regel unter 1000TB nicht kaputt.
TLC: Kann nach 150TB Schrott sein, kann aber auch mal 600TB halten.
Und das gilt herstellerübergreifend.
Wer Videos bearbeitet, kauft sich eine MLC SSD und lebt sorgenfrei.
Die Nachteile der SSDs sind inzwischen nichtmehr die Haltbarkeit, sondern bauartbedingte Sachen, wie Datenverlust, wenn man sie ohne Stromzufuhr lagert und die Tatsache, dass die Daten - wenn der Totalausfall dann mal da ist, sprich die SSD nicht mehr hochfährt - in der Regel nicht mehr zu retten sind.
Im RAID 0 schreiben die Teile halt nur ~50% der gesamt anfallenden Daten und sind theoetisch bis zu 50% schneller fertig, sind intern eh idR. ein Raidverbund, um den gewünschten Datendurchsatz zu erreichen. Wenn eine ausfällt, fällt halt eine aus, egal ob im oder nicht im RAID 0 (das ist kein Backup!), wobei ich schon mehrere Fälle mit defekten bzw. angeschlagenen HDD-Controllern gesehen habe, die jahrelang unbemerkt im RAID(x) weiterliefen weil der Controller garnicht benutzt wurde. Single wären sie lange auf dem Schrott gelandet. Klingt jetzt unlogisch. Iss aber so. Privat haben bisher alle meine Datenträger im RAID 0 überlebt und ich hatte das früher auch hauptsächlich wegen "riesigen" RAW-Audiodaten und ab und zu Fraps-Videos schnibbeln. (machen jetzt SSD's) Früher kam man fast garnicht drum herum, wenn man als CPU nicht auf die HDD warten wollte. yD Im Fazit auf Heise steht auch klar, dass selbst die billigsten Teile ewig bzw. viel länger laufen als vom Hersteller angegeben, was durch THW oder Luxx, weiß gerade nicht mehr genau von wem, schon vor gefühlten Ewigkeiten bewiesen wurde. SSD's reagieren halt empfindlich auf 5V+-Spitzen oder gleich 12V... falls man die mal mit Absicht schrotten möchte.
Ich schone trotzdem weiter, wo es geht. Sinnloses Datensammeln durch Search-Indexing usw. kann ich nicht gebrauchen. HDD's hat das ausgebremst und SSD's juckt es nicht. Wer weiß, wo man die später einmal gebrauchen kann, weil sie mit neuen Plattformen nicht mehr kompatibel sind. Jeder wie er_sie es möchte.
Meine Kingston HyperX Fury 120GB hat jetzt 9,78TB geschrieben bei 98 Tagen absoluter Einschaltzeit und noch eine Lebensdauer von 99%. Wird wohl noch eine Weile halten das Teil, wahrscheinlich länger als die neue Kingston SSDnow UV400 mit 500GB.
Klar ist das Risiko höher, denn die Daten sind nach einem Ausfall kaum zu retten, aber No Risk no Fun!
Die Hersteller haben sicher einen Grund warum die die TBW so ansetzen. Ich gehe stark davon aus, dass die Anzahl der Löschzyklen die maximal mögliche Speicherdauer nicht positiv beeinflusst. Eine SSD die die Daten grad mal einen Monat behält ist nicht gerade praktisch.