AMD Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition im Test: Effizienz und Fazit
Auf dieser Seite zeigen wir unsere umfangreichen Effizienz-Messungen des AMD Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition. Was bedeutet hier die TDP von 200 Watt?
In diesem Artikel
Vor der Auswertung der Messwerte erfolgt eine Anpassung der Testmethodik bei der CPU-Leistungsaufnahme. Grundlage bleiben weiterhin die vom Benchlab erfassten Rohdaten. In der Interpretation berücksichtigt die Redaktion jedoch stärker plattformspezifische Eigenschaften der jeweiligen Messumgebung. Hintergrund sind Unterschiede bei der Erfassung elektrischer Leistungswerte. Je nach Mainboard, Spannungsversorgung, Sensorpfad, Firmware-Implementierung und Plattformlogik kann sich das Reporting in einzelnen Lastbereichen unterschiedlich verhalten. Diese Abweichungen treten in der Praxis meist nicht als zufällige Schwankungen auf, sondern als systematische Über- oder Untererfassung in bestimmten Lastfenstern. Um solche Effekte konsistenter einzuordnen, werden die Rohwerte über eine plattformspezifisch abgestimmte Auswertungslogik normalisiert.
Quelle: Benchlab
Die Normalisierung ersetzt dabei nicht die Messung selbst, sondern vereinheitlicht die Interpretation dort, wo reproduzierbare Offset- oder Skalierungseffekte auftreten. Ziel ist eine belastbare Vergleichsbasis zwischen unterschiedlichen Plattformen, Mainboards und Lastzuständen. Gerade bei CPU-Tests mit wechselnden Testplattformen verbessert dieser Ansatz die Konsistenz der Ergebnisse und reduziert systembedingte Verzerrungen, ohne den Rohdatencharakter der Messung grundsätzlich zu verändern. Durch die Berücksichtigung plattformspezifischer Offset- und Skalierungseffekte steigt die Genauigkeit der ausgewiesenen Leistungswerte. Regelmäßige Stichproben überprüfen die Werte.
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Leistungsaufnahme
Wer auf eine Effizienz-Offenbarung durch zusätzlichen L3-Cache gehofft hat, geht leider leer aus. Bei Spielen messen wir mit 139 Watt nur einen Watt mehr als beim 9950X3D. Das ist kein Wunder, schließlich ist das erste CCD beim 9950X3D2 praktisch baugleich zum ersten CCD im 9950X3D. Und da das zweite CCD beim Gaming geparkt wird, wie auch bei allen anderen Ryzen-9-Prozessoren, kann es sich logischerweise nicht groß auf die Leistungsaufnahme auswirken. Anders sieht das natürlich in Anwendungen aus: Mit 249 zu 206 Watt zeigt sich der Einfluss der erhöhten TDP, sprich PPT beim 9950X3D2. Die Mehrleistung von rund fünf Prozent bei den Anwendungen erkauft sich AMD mit etwa 20 Prozent höherer Leistungsaufnahme. Ähnliches haben wir zwischen 9850X3D und 9800X3D erlebt.
Fps pro Watt
Die ähnlich hohe Leistungsaufnahme zum 9950X3D weist nun auch vergleichbare Fps pro Watt aus. Mit einem Wert von 0,951 liefert ein 9950X3D2 im Schnitt so viele Fps pro Watt wie ein 5800X3D oder 9950X3D. Das ist inzwischen nur noch unteres Mittelmaß, wie die Single-CCD-Ryzen und Intel Core Ultra zeigen. Bei den P1- und P0.2-Fps macht der Neue noch einen Platz gut, aber es bleibt maximal beim unteren Mittelwert. Offen gesagt hätten uns andere Werte auch überrascht. Technisch ist ein 9950X3D2 ein 9850X3D ×2, und entsprechend fällt somit der Verbrauch aus.
AMD Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition: Fazit und Wertung
All die Jahre, in denen es Ryzen-Prozessoren mit 3D V-Cache gibt, konnte man eine Frage nicht beantworten: Was passiert, wenn beide CCDs auf den begehrten Cache zugreifen können und nicht nur eines? Der 9950X3D2 bietet endlich Antworten darauf. Nach Auswertung aller Zahlen, Details und Werte kommen wir zu dem Schluss, dass es eine Stellschraube bei AMD Ryzen gibt, die alles andere limitiert: die Anzahl der Kerne in einem CCD. Aus Sicht eines Spielers ergibt es wenig Sinn, die Anzahl der CCDs zu erhöhen, was AMD früh erkannt hat. Den L3-Cache pro CCD zu erhöhen, kann die Performance in Spielen dagegen um bis zu 60 Prozent steigern. Dieser Effekt verdoppelt sich jedoch nicht einfach, wenn man ein zweites CCD mit mehr Cache unter den Heatspreader steckt. Denn das große Problem bleibt die Latenz zwischen beiden CCDs. Diese kann auch ein Dual-Cache-Aufbau nicht einfach umgehen, noch nimmt er merklich Einfluss auf die Höhe der Latenzen.
Allerdings bietet ein 9950X3D2, neben der Leistungskrone in jedem Bereich, einen schlagenden Vorteil gegenüber einem 9950X3D: Der Nutzer braucht sich keine Gedanken mehr darum zu machen, auf welchem CCD die Last am Ende landet. Beide sind gleich, beide haben dieselben Eigenschaften und der Boosttakt passt sich immer den Gegebenheiten an. Nicht umsonst hat AMD in die Trickkiste gegriffen und dem "2er" ordentlich Wumms bei den Powerlimits verschafft. Die CPU hätte sich sonst nur schwer vom bereits rasanten 9950X3D absetzen können. Für alle Enthusiasten stellt sich nun die Frage: 9950X3D oder 9950X3D2? Nutzer, welche sich solche CPUs kaufen, wissen in der Regel ganz genau, was sie tun. Sie können ohne Weiteres einen 9950X3D auf das Niveau eines 9950X3D2 bewegen, oder sogar darüber hinaus. Die Dual Edition bietet kein höheres OC-Potenzial, nur ein höheres Powerlimit ab Werk. Möglicherweise zeigen sich zukünftig Spiele, welche den Vorteil aus dem zusätzlichen Cache auf dem zweiten CCD ziehen können. Baldur's Gate 3 und Kingdom Come: Deliverance 2 sind zwei Vorboten darauf. Doch das sind Ausnahmen - noch.
Trotz allem geht mit dem Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition für den einen oder anderen ein Traum in Erfüllung, denn seit es den 5800X3D gibt, werden die Schreie nach einer Dual-Cache-CPU lauter. Wenn Sie zu diesen Leuten gehören, dann können Sie jetzt endlich zugreifen. Der Preis hat es allerdings in sich, High-End verlangt schließlich den High-End-Aufschlag. Die von uns gemessene Mehrleistung zum 9950X3D rechtfertigt den Aufpreis keinesfalls. Den gewonnenen Luxus durch die Bequemlichkeit dieser CPU lässt sich AMD vergolden.
Wenn diese Leistung zur Selbstverständlichkeit wird, definiert der 9950X3D2 den neuen Normalzustand. Was zuvor als Ausnahme galt, wird damit zum Maßstab, an dem sich kommende Generationen messen lassen müssen.
| Prozessor | AMD Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition |
|---|---|
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3771330 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 900,-/mangelhaft |
| Für Mainboards mit … | Sockel AM5 |
| Codename | Granite Ridge-X |
| Anzahl Kerne/Threads | 16c/32t |
| Basistakt (Turbo für alle und einen Kern) | 4,3 GHz, (5,2-5,65 GHz) |
| L1-Cache (Daten/Befehle, je Kern) | 48 KiByte/32 KiByte |
| L2-Cache (je Kern)/LLC (gesamt) | 1.024 KiByte/192 (2× 96) MiByte |
| Heatspreader, Fertigung | Metall (verlötet), TSMC N4X |
| Ausstattung (20 % der Endnote) | 3,00 |
| Integrierte Grafikeinheit (IGP) | RDNA 2 |
| IGP-Funktionen | 4x Display Support, AMD Eyefinity, AMD Freesync 2, AV1 decode, H.265 encode/decode, VP9 encode/decode, DirectX 12.1, OpenGL 4.5, Vulkan 1.0 |
| Befehlssätze und Erweiterungen | AES-NI, AMD-V, AVX, AVX-512, AVX2, FMA3, MMX(+), SHA, SSE, SSE2, SSE3, SSE4.1, SSE4.2, SSE4a, x86-64 |
| KI-Beschleuniger (NPU) | Nicht vorhanden |
| Integrierte PCI-Express-Lanes | 24× PCI Express 5.0 |
| Eigenschaften (20 % der Endnote) | 2,76 |
| Offener Multiplikator | Ja |
| Speicherkanäle/Speicherspezifikation | 2× DDR5-5600 |
| ECC-Support | Unterstützt |
| Thermal Design Power (TDP) | 200 Watt |
| Package Power Tracking (PPT), Maximum Turbo Power (MTP) | 270 Watt |
| Leistungsaufnahme, nur CPU (BG3/KCD2/Starfield) | 165/149/156 Watt |
| Leistungsaufnahme, nur CPU, Spiele (Ø) | 139 Watt |
| Leistungsaufnahme, nur CPU, Anwendungen (Ø) | 249 Watt |
| Effizienz-Index | 88,7 Prozent |
| Leistung (60 % der Endnote) | 1,00 |
| CPU-Gaming-Index | 100 Prozent |
| CPU-Frametime-Index (P1) | 100 Prozent |
| CPU-Frametime-Index (P0.2) | 100 Prozent |
| Anwendungs-Index | 100 Prozent |
| Endnote | 1,75 |
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Edit: wenn ich die Anzahl der Cycles und die dabei übertragenen Bytes betrachte, brauche ich weder Latenz noch Bandbreite, da sich beide aus den Cycles ergeben:
Latenz aus der Anzahl der Cycles je Vorgang
Bandbreite aus der Anzahl der Cycles multipliziert mit der Anzahl der Bytes je Cycle
Die Länge eines Cycles errechnet sich aus 1 geteilt durch die jeweilige Taktfrequenz.
Kann mir nicht vorstellen, dass da permanent 80 ns zusammenkommen, sonst würde die Übertragungsleistung von 80 GB/s schwer zustande kommen.
Ich finde nirgends einen Hinweis, dass Kerne miteinander agieren können, von Interrupts abgesehen.
Jedenfalls können die Kerne nicht gegenseitig in ihre Caches schreiben.
Und der L3 kann nicht explizit durch Instruktionen beschrieben werden, da geht der Overflow vom L2 rein.
Zumindest finde ich nirgends eine andere Darstellung.
Der Punkt ist auch nicht die CMPXCHG Instruktion, sondern dass sie für die atomare Ausführung mit dem LOCK PREFIX versehen wird und dazu finde ich:
In a multiprocessor environment, the LOCK# signal ensures that the processor has exclusive use of any shared memory while the signal is asserted.
Und lt. Intel manual "8.1.4 Effects of a LOCK operation on Internal Processor Caches":
Instead, it will modify the memory location internally and allow it’s cache coherency mechanism to ensure that the operation is carried out atomically. This operation is called “cache locking.” The cache coherency mechanism automatically prevents two or more processors that have cached the same area of memory from simultaneously modifying data in that area.
Dieses Cache-Sperren geht, wenn das zweite CCD diesen RAM-Bereich gar nicht im Cache hat, recht flott, dauert, wie du auch sagst, über IOD mit FCLK gegen das andere CCD aber länger.
Nur findet nach meiner Ansicht eben kein "Datenaustausch" zwischen den CCDs statt, sondern einfach ein Cache-Locking, das gemessen wird.
Mein eigentliches Problem war aber die Aussage im Absatz "Die Sache mit dem Chipsatz-Treiber":
Es geht hier nur um die Tatsache, dass das zweite CCD geparkt wird. Ein 9950X3D2 kann sich somit beim Gaming nicht anders verhalten als ein 9950X3D. Deshalb spricht AMD auch von der durchschnittlich gleichen Gaming-Performance. Man könnte auch sagen: Pfeifen Sie auf den Chipsatztreiber beim Einsatz des 9950X3D2. Es spielt keine Rolle, auf welchem CCD die Last liegt.
Da sehe ich einen Widerspruch, weil das Parken des zweiten CCDs doch grad bei Games die Performance ggü. ungeparkt erhöht. Oder lese ich das falsch? Grad für Games wurde doch das Parken des Chipsatztreibers eingeführt.
Und Windows - abgesehen von Server Editionen - kennt nativ keine CCDs, da würden die Threads doch zufallsmäßig auf die CCDs verteilt.
Ich selbst kann das nicht beurteilen oder messen, da mein Prozi nur ein CCD hat.
Kann mir daher auch wurscht sein, aber interessant wäre das Verhalten bei Games ohne das CCD-Parking trotzdem.
CL: CAS Latency. The number of cycles it takes between the processor asking for data from the memory and returning it.
Und bei MEMCLK=3000 MHz -> 0,333 ns wären CL30 = 30 x 0,333 ns = 10 ns für das Auslesen im RAM.
Die Latency beschreibt das Öffnen einer 1K Page, wenn die offen ist, geht's flotter, weil bereits alles eingelesen ist.
Der Test des 9950X3D2 war mir persönlich wichtig. Ich habe mich wirklich auf diesen Launch gefreut, weil es etwas Besonderes ist. Solche CPU bleiben schließlich über Jahre spannend (man denke nur an den Ryzen 7 5800X3D). Umso frustrierender ist es, dass sich jetzt vieles nur noch um die Sampling-Situation dreht. Zumal das eine Entscheidung ist, die nicht bei uns liegt. Nach sieben Jahren im Amt sollte man meinen, man steckt so etwas einfach weg. Aber diesmal merke ich, dass es etwas mit mir macht. Wenn man viel Zeit, Energie und Herzblut in so einen Test steckt und dann sieht, wie darüber gesprochen wird, hinterlässt das Spuren.
Ja, ich wäre auch frustriert gewesen, wenn wir kein Sample bekommen hätten. Aber mich hätte mein Ehrgeiz dann eher dazu angetrieben, mir auf anderem Weg ein Sample zu organisieren und einen noch größeren Test umzusetzen. In der nächsten Zeit werdet ihr weniger von mir lesen, denn meine Zeit und Energie werde ich vorerst in andere Projekte investieren. Ich komme wieder, sobald ich für mich den richtigen Fokus gefunden habe.
Ich weiß natürlich nicht was du so an post bekommen hast, aber mir schien es im Forum darum ruhig geworden zu sein.