Hat AMD den Launch von Ryzen 9000X vergeigt? Das sagt das PCGH-Team
PCGH kommentiert aktuelle Ereignisse aus der Welt der PC-Hardware, IT-Branche, Spiele und Technik. Lesen Sie die persönlichen Meinungen des PCGH-Teams, heute zum Thema "Hat AMD den Launch von Ryzen 9000X vergeigt?"
Das Format "Redaktion intern" gibt Ihnen Einblicke in die Redaktion fernab einer Webcam, Heft-Kolumne oder Videos. Jeder PCGH-Redakteur gibt hier seinen persönlichen Kommentar zu einem aktuellen Thema ab. Dabei behandeln wir nicht nur die ganze Welt der PC-Hardware, sondern auch Spiele inklusive aktueller Konsolentitel, Filme und ganz allgemein der Technik - welche in mannigfaltiger Art und Weise unser tägliches Leben beeinflusst. Redaktion intern erscheint regelmäßig am Wochenende. Das Thema diesmal:
Hat AMD den Launch von Ryzen 9000 vergeigt?
Hintergrund: Ryzen 9000, Teil 2
Die Kalenderwoche 33 handelte von Ryzen 9000 - schon wieder. Nachdem die "kleinen" Modelle 9700X und 9600X bereits in der Vorwoche das Licht der Händlerregale erblickten, packte AMD nun die schweren Geschütze 9950X und 9900X aus. Wir erinnern uns: Bereits am 3. Juni 2024 hat AMD die Ryzen-9000-Prozessoren vorgestellt. Mit durchschnittlich 16 Prozent höherer Pro-MHz-Leistung im Gepäck sollten Ryzen 9 9950X, 9900X, Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X am 31. Juli in den Handel gehen. Doch es kam alles anders, der Prozessorhersteller hat am 24. Juli erklärt, dass der Launch von Ryzen 9000 verschoben werden muss. Laut AMD entsprach die erste Charge, die auch schon an Großhändler ausgeliefert war, nicht den Qualitätsansprüchen des Unternehmens. AMD gab sich ansonsten selbstbewusst vor dem Launch und hat ganz klar verlauten lassen, dass man mit Zen 5 schneller als die Konkurrenz sein würde. Im großen PCGH-Test des Ryzen 9 9950X und Ryzen 9 9900X scheitern AMDs neue Topmodelle nicht nur an den geschürten Erwartungen, sondern enttäuschen darüber hinaus. Die Scheduling-Software wirkt unfertig und wirft Fragen auf. Wir bitten das PCGH-Team ein weiteres und zunächst letztes Mal um ihre Meinung zum AMD Ryzen 9000. Und was meinen Sie zum Thema, werte Leser?

Warum AMD die Leistungsversprechen allerdings derart stark geschönt hat, ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Übertriebene Ankündigungen fallen eigentlich immer auf den Ankündiger zurück und die Erfahrung hat auch AMD selbst schon gemacht ("poor Volta", "FX", "Quadfather"). Aber das scheint ja nicht der einzige Punkt bei diesem Launch zu sein, bei dem erst gehandelt und dann nachgedacht wurde. Meine Frage lautet ja schon seit Monaten: Was sieht AMD am Horizont, dass zu so einem Handlungsdruck führt?
Weil reine Anwendungsnutzer keine guten und erst recht keine werbewirksamen Kunden sind. Professionelle Software, die wirklich hohe Leistung braucht, wird meist nur in wenigen, kleinen Nischen verwendet und sie macht optisch rein gar nichts her. Wenn man da mit einer Demo auf die große Bühne tritt, winken 99,9 Prozent der Zuschauer ab, weil sie dieses Programm nicht kennen und auch nichts besonderes darin sehen. 100 Anwendungen, die dann zusammen 50 Prozent der Zuschauer abdecken, würden dagegen den Rahmen jeder Produktpräsentation sprengen. Es fällt auf, dass von den Anwendungen, die gezeigt werden, mittlerweile teils über die Hälfte 3D-Renderer sind, obwohl nur sehr wenige Leute tatsächlich 3D-Modellierer sein werden. Spiele dagegen? Da erreicht, nachdem Gaming mittlerweile bis in gehobene Altersschichten ein verbreitetes Hobby ist, schon ein Titel 50 Prozent des Publikums direkt und der Rest sieht wenigstens beeindruckenden, bunten Kram. Und Gamer lassen sich auch leichter zu einem Kauf motivieren, denn "zu langsam" ist in Spielen "zu langsam". Bei Videoschnitt ist es dagegen nur "trink ich halt einen großen statt einen kleinen Kaffee während des Rausrenderns". Gerade hier im Forum ist zu beobachten, dass die wenigen Anwendungsfokussierten User teils sehr lange an ihren Systemen festhalten. Vor allem große 2011-v3-Systeme waren ewig im Einsatz, aber auch die wenigen 2066 wurden scheinbar gekauft, um zu bleiben. 1.000 PC-Gamer, die alle zwei Jahre aufrüsten, sind eine bessere Zielgruppe als 1.500 Video- und Foto-Enthusiasten, die ihre Systeme jeweils sechs Jahre nutzen.
Allerdings hat AMD nun den Salat und selbst AMD freundliche Tester sind abgenervt und bringen das auch einem breiten Publikum rüber.
Ich weiß nicht, was schlimmer ist - langweiliger Anwendungskram oder genervte Tester?!
Dabei hätten sie es echt nicht nötig gehabt, weil Intel im Moment auch nichts reißt.
Diese liegen ja offensichtlich vor.
Warum musste unbedingt die herausragende Gaming Performance in die Werbung rein, die dann bei den Tests nicht eintritt.
Fürs Gaming haben sie doch die X3D Modelle und die sind nunmal im Gaming überragend.
Das hätte, so nehme ich an, die Tester überzeugt.
Weil reine Anwendungsnutzer keine guten und erst recht keine werbewirksamen Kunden sind. Professionelle Software, die wirklich hohe Leistung braucht, wird meist nur in wenigen, kleinen Nischen verwendet und sie macht optisch rein gar nichts her. Wenn man da mit einer Demo auf die große Bühne tritt, winken 99,9 Prozent der Zuschauer ab, weil sie dieses Programm nicht kennen und auch nichts besonderes darin sehen. 100 Anwendungen, die dann zusammen 50 Prozent der Zuschauer abdecken, würden dagegen den Rahmen jeder Produktpräsentation sprengen. Es fällt auf, dass von den Anwendungen, die gezeigt werden, mittlerweile teils über die Hälfte 3D-Renderer sind, obwohl nur sehr wenige Leute tatsächlich 3D-Modellierer sein werden. Spiele dagegen? Da erreicht, nachdem Gaming mittlerweile bis in gehobene Altersschichten ein verbreitetes Hobby ist, schon ein Titel 50 Prozent des Publikums direkt und der Rest sieht wenigstens beeindruckenden, bunten Kram. Und Gamer lassen sich auch leichter zu einem Kauf motivieren, denn "zu langsam" ist in Spielen "zu langsam". Bei Videoschnitt ist es dagegen nur "trink ich halt einen großen statt einen kleinen Kaffee während des Rausrenderns". Gerade hier im Forum ist zu beobachten, dass die wenigen Anwendungsfokussierten User teils sehr lange an ihren Systemen festhalten. Vor allem große 2011-v3-Systeme waren ewig im Einsatz, aber auch die wenigen 2066 wurden scheinbar gekauft, um zu bleiben. 1.000 PC-Gamer, die alle zwei Jahre aufrüsten, sind eine bessere Zielgruppe als 1.500 Video- und Foto-Enthusiasten, die ihre Systeme jeweils sechs Jahre nutzen.