Kernskalierung in 10 Spielen getestet: Wann reichen 4 Kerne und bringen 16 Kerne einen Vorteil?

16 Kerne sind nichts Ungewöhnliches mehr, spätestens seit Sommer 2019 und dem AMD Ryzen 9 3950X. Doch wie viele Kerne sind im Alltag sinnvoll und wie viele von ihnen benötigt man zum Spielen? Wir haben den Test gemacht. Zum Einsatz kommt ein Ryzen 9 5950X mit acht verschiedenen Kern-Konfigurationen in zehn verschiedenen Spielen.

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Kernskalierung in 10 Spielen getestet: Wann reichen 4 Kerne und bringen 16 Kerne einen Vorteil?
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Wie viele Kerne braucht ein Prozessor zum Spielen oder Arbeiten? Sind mehr Kerne sinnvoll beim Streamen oder bei erhöhter Hintergrundlast? Seit Sommer 2019 können Spieler, dank der AMD-Ryzen-3000-Prozessoren, relativ günstig die Welt der 16-Kerner upgraden. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir aber, dass 16 Kerne im High-End-Desktop auch schon Jahre zuvor in Form eines Intel Core i7-7960X oder AMD Threadripper 2950W möglich waren, allerdings sehr kostspielig, auch was die Plattform angeht. Gemeinhin gelten sechs bis acht Kerne als ein guter Kompromiss zwischen Preis und Leistung. Doch wie viele Kerne benötigen moderne Spiele wie Doom Eternal, Cyberpunk 2077 oder Hitman 3 wirklich und wo findet sich der Sweet Spot? In einer umfangreichen Testserie sind wir dieser Sache nachgegangen, mit insgesamt zehn Spielen und acht verschiedenen Kern-Konfigurationen. Sie finden diesen Artikel übrigens auch in der kommenden PCGH-Print 06/22, mit erweiterten Benchmarks und einer Frametime-Analyse.

Kernskalierung in 10 Spielen getestet: Der Testaufbau

Als Unterbau dient uns nur eine CPU: AMD Ryzen 9 5950X. Mit bis zu 16 Kernen und 32 Threads (SMT) können wir dank der zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten im UEFI des verwendeten Test-Mainboards, ein Asus X570-Plus TUF Gaming (Wi-Fi), jede andere sinnvolle Kern- und Thread-Anzahl einstellen und übernehmen. Wir verwenden dabei immer beide Core Complex (CCX) der CPU, um den Benchmarks mit weniger Kernen keinen unfairen Vorteil zu verschaffen (nur ein CCX würde dem Prozessor dank niedriger Latenzen etwas mehr Leistung entlocken). Auch die Taktraten sind immer die gleichen: Die CPU boostet mit bis zu 5,05 GHz. Als Arbeitsspeicher kommt ein DDR4-3200-32-GiByte-Dual-Ranked-Kit zum Einsatz. Die Rolle der Grafikkarte übernimmt eine Asus TUF RX 6900 XT mit dem zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber (Adrenalin 22.3.2). Smart Access Memory (SAM) ist zu jeder Zeit aktiviert. Nachfolgend finden Sie jetzt alle 10 getesteten Spiele, die wir einzeln auf ihre Vor- und Nachteile bei verschieden vielen Prozessor-Kernen getestet haben.

Kernskalierung in 10 Spielen getestet: Die Benchmarks

Die Tests offenbaren, dass 16 Kerne mit 32 Threads gar keine so schlechte Entscheidung darstellen, wenn es um PC-Gaming geht. Vor allem der Ausreißer F1 2021 zeigt das sehr deutlich. Dagegen haben es zwei Kerne mit vier Threads richtig schwer. Dennoch ist es sehr interessant zu sehen, wie flüssig sogar heute noch moderne Engines mit nur zwei Kernen beschleunigt werden können. The Riftbreaker oder Watch Dogs: Legion zeigen allerdings, dass die Zeit der Dualcores für Spieler endgültig vorbei ist. Wer immer noch mit vier Kernen und acht Threads unterwegs ist, eine Konfiguration, die beispielsweise auch noch bei mehr aktuellen Prozessoren wie einem Intel Core i3-12100 zum Einsatz kommt, verzichtet gegenüber Prozessoren mit mehr als sechs Kernen zwar auf ein Plus an Leistung, kann sich aber jederzeit über eine anständige Performance freuen. SMT hilft CPUs mit weniger Kernen aus; echte Kerne sind aber viel wertvoller, wie die Sechs-Kern-Konfiguration ohne SMT zeigt. Die besten Zahlen werden bei acht Kernen erzielt, wobei sich viele Spiele nicht einig sind, was sie mit den SMT-Threads anfangen sollen. Manchmal bremst SMT, wie in The Riftbreaker, und manchmal sorgt es für sehr viel mehr Leistung, wie in Total War Troy. Eine Empfehlung lässt sich hier nicht geben.

Die Frametimes - ausgegeben im P1-Perzentil (ms in Fps) - zeigen die Unterschiede zwischen den einzelnen Kern-Konfigurationen noch deutlicher auf. In Hitman 3 beispielsweise bremsen SMT die Frametimes ein, das Bild ist ohne logische Prozessoren runder und flüssiger. Dies wird auch deutlich in The Riftbreaker: Wer hier mit einem Achtkerner unterwegs ist und SMT abschaltet, zaubert rund 20 Prozent bessere Frametimes auf den Bildschirm. Das kann schon fast ein CPU-Upgrade sparen. Spiele wie Watch Dogs: Legion oder Total War Troy hingegen profitieren deutlich von mehr Threads. Hier gibt es keinen klaren Sieger.

Kernskalierung in 10 Spielen getestet: Fazit

Ein Fazit fällt gar nicht so leicht. Generell können wir festhalten, dass mehr als vier Kerne und acht Threads sinnvoll, jedoch nicht unbedingt notwendig sind, wenn die CPU über einen ausreichend hohen Takt sowie Cache verfügt. Im Fall des AMD Ryzen 9 5950X konnten alle Konfigurationen auf 64 MiByte L3-Cache zurückgreifen. Dennoch zeigen sich Schwächen bei den Frametimes. Richtig spannend sind Spiele wie Total War Troy: Hier bringt jeder Kern und jeder Thread Mehrleistung. Es wäre schön, wenn das auch bei anderen Spielen so wäre. Anno 1800 beispielsweise macht sich nichts aus mehr als sechs Kernen. Andere Spiele, wie The Witcher 3 oder Kena: Bridge of Spirits laufen auch auf Prozessoren mit vier Kernen noch sehr gut. Generell entwickelt sich der Trend in Richtung acht Kerne, wohingegen SMT nicht immer sinnvoll ist. Je höher die Hintergrundlast ausfällt, desto sinnvoller können mehr Kerne jedoch sein.

Über welche CPU verfügen Sie und auf wie viele Kerne und Threads setzen Sie im Alltag? Haben Sie schon einmal SMT für ein Spiel Ihrer Wahl abgeschaltet und eine höhere Leistung bemerkt? Nehmen Sie gerne an der Diskussion im Forum teil. Falls Sie noch über keinen Account bei Computec verfügen, denken Sie gerne über eine Registrierung nach, die viele Vorteile mit sich bringt.

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    • Kommentare (184)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von lucky1levin BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von TrueRomance
        Am Besten Du machst mal den Afterburner oder was auch immer aus und zockst einfach nur ?
        Dann kann man aber nicht mehr heulen wenn die Frames absacken ?
      • Von lucky1levin BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von TrueRomance
        Am Besten Du machst mal den Afterburner oder was auch immer aus und zockst einfach nur ?
        Dann kann man aber nicht mehr heulen wenn die Frames absacken ?
      • Von IICARUS
        Zitat von TrueRomance
        Am Besten Du machst mal den Afterburner oder was auch immer aus und zockst einfach nur ?
        Das ist der beste Ratschlag, denn sonst macht man sich unnötig verrückt.
      • Von TrueRomance Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von MajorTom69
        Die CPU soll ja auch nicht auf 100% laufen.
        Warum nicht? Hatte ich in zum Beispiel in Battlefield regelmäßig. Aber andere Games sind sehr CPU lastig.

        Wie gesagt, oft nutze ich sogar ein FPS Limit und gar keine Komponente ist voll ausgelastet. Ist das dann schlimm? Nein. Denn solange es butterweich läuft und der PC dadurch sogar sparsamer ist, habe ich doch meinen Spaß.

        Und wozu muss ich mir die maximal möglichen GPU FPS anzeigen lassen, wenn mir 50 bis 70 FPS ausreichen? Lara Croft muss nicht mit 120FPS+ durch den Dschungel rennen, davon habe ich nicht mehr Spielspaß. Klar, ich könnte auch die Grafiksettings hochdrehen aber wozu, wenn mir das optisch keinen Mehrwert bringt?

        Und wenn Lara zum Beispiel unter vielen Menschen ist, geht's nunmal schnell ins CPU Limit. Daran ist aber nichts schlimm. Das ist dann eben so.

        Am Besten Du machst mal den Afterburner oder was auch immer aus und zockst einfach nur ?
      • Von IICARUS
        Je nach Spiel wird die Grafikkarte nicht immer voll ausgelastet und das muss sich nicht immer auf das Spielvergnügen mit auswirken. Denn solange ein Spiel ruckelfrei und sauber läuft, kommt es nicht so sehr auf die FPS mit an. Natürlich ist man immer bestrebt die max. FPS zu erreichen, aber als ein muss würde ich dieses nicht ansehen.

        Denn es hängt immer ganz davon ab, wie gut und flüssig ein Spiel läuft. Zum Beispiel DBD, was ich gerne spiele, kommt nicht über 60 FPS und daher wird die Grafikkarte auch nicht voll ausgelastet. Mein G-Sync passt dann aber die Hz des Monitors an und so läuft das Spiel dennoch gut. Das Spiel ist auch ein gutes Beispiel, was eine gute Grafik hat und dennoch das System nicht stark belastet.
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        Mit der manuellen Bearbeitung der Settings, bekomme ich dieses Spiel dennoch auf 120 FPS, wie die Hz meines Monitors. Dennoch wird meine Grafikkarte immer noch nicht voll ausgelastet.
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        Das Spiel Cities Skylines lastet auch meine Grafikkarte nicht voll aus, genauso wie manche andere Simulationsspiele.
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        Natürlich habe ich auch Spiele, wo die Grafikkarte voll ausgelastet wird.
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        ETS2 lastet mittlerweile auch meine Grafikkarte voll aus, habe ich aber aus der Vergangenheit anders in Erinnerung.

        Als ich das Spiel BF 2042 kaufte, war es nicht möglich die Grafikkarte über 60 - 70 % Auslastung zu bekommen. Selbst mit meinem damaligen 12900K Prozessor bekam ich die Grafikkarte nur auf 90 %. Mittlerweile läuft aber das Spiel auf 100 %, da schon einiges am Spiel selbst optimiert wurde.
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        Das Spiel ließ sich aber immer gut spielen und ruckelte nicht.
        Hat sich aber je nach System immer unterschieden, da auch Leute hier im Forum darüber geklagt haben.
      • Von MajorTom69 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Die CPU soll ja auch nicht auf 100% laufen. Dann bist du im CPU-Limit und die Grafikkarte wird nicht voll ausgelastet.
        Die Grafikkarte muss auf 100% laufen, für maximale FPS.
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