Ryzen 7 9850X3D: Thermal Grizzly verkauft geköpfte CPU für 749 Euro

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Ryzen 7 9850X3D: Thermal Grizzly verkauft geköpfte CPU für 749 Euro
Quelle: Thermal Grizzly

Thermal Grizzly bringt auch den Ryzen 7 9850X3D in einer geköpften Variante. Für die Delidded-Version wird ein Aufpreis von rund 270 Euro fällig, Temperaturgewinne zwischen 13 und 15 Grad Celsius und eine Zweijahresgarantie inklusive.

Der Ryzen 7 9850X3D ist seit wenigen Wochen auf dem Markt und hat sich direkt die Krone als beste Gaming-CPU gesichert. Diesen Status erkaufte sich AMD aber auch mit einer suboptimalen Energieeffizienz, wie wir in unserem PCGH-Test zum Ryzen 7 9850X3D feststellen mussten.

Diese CPU ist jetzt auch als geköpfte Version zu haben: Wie schon zum Rest der aktuellen X3D-Generation bietet das deutsche Unternehmen Thermal Grizzly den Ryzen 7 9850X3D in einer "TG Delidded"-Version an.

13 bis 15 Grad Celsius weniger

Gemeint ist eine Variante, bei der der integrierte Wärmeverteiler (IHS) des Prozessors professionell entfernt wird. Das ermöglicht den Einsatz von Direct-Die-Kühlern, die die Wärme direkt vom Chip-Die ableiten und so deutlich niedrigere Temperaturen erzielen sollen.

Laut Thermal-Grizzly-CEO Roman Hartung - auch als der Tech-Youtuber "der8auer" bekannt - lässt sich somit eine Temperaturreduzierung von 13 bis 15 Grad Celsius erreichen.

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270 Euro Aufpreis - Garantie wird übernommen

Der Preis für den geköpften Ryzen 7 9850X3D liegt bei 749 Euro - im PCGH-Preisvergleich bedeutet das zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung einen Aufpreis von 270 Euro gegenüber der regulären Retail-Version, die ab etwa 479 Euro erhältlich ist.

Für diesen Aufpreis erhalten Kunden neben der CPU mitsamt abgenommenem Heatspreader einen USB-Stick mit Fotos und Screenshots des Delidding-Prozesses sowie einem schriftlichen Prüfprotokoll. Hierdurch lässt sich der Zustand des Prozessors besser nachvollziehen.

Die zweijährige Garantie stellt Thermal Grizzly selbst aus und übernimmt damit Teile der ursprünglichen Herstellergarantie, wie das Unternehmen auf der offiziellen Produktwebseite ausführt - normalerweise erlischt diese durch den Köpfvorgang bei AMD automatisch.

"Wird eine neue CPU durch Thermal Grizzly geköpft und somit verändert, gilt sie dennoch als verkauftes Produkt, für das Thermal Grizzly als Händler einstehen muss. Tritt also ein Defekt auf, der bereits bei Übergabe vorhanden war oder dessen Ursache bereits zu diesem Zeitpunkt bestand, kann der Käufer Gewährleistungsrechte geltend machen.

Über die Gewährleistung bei modifizierten Produkten hinaus bietet Thermal Grizzly für die TG Delidded CPU eine freiwillige Garantie an, bei der Thermal Grizzly Teile aus der Herstellergarantie übernimmt. Diese Garantie wird für einen Zeitraum von 24 Monaten ab Kaufdatum (laut Rechnung) gewährt."

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Andreas1975
        Auch mit Garantie?

        Wenn Dir der Preis nicht angemessen erscheint wirst Du nicht kaufen. So funktioniert der Markt. Andere sagen der Preis ist angemessen ander es ist ein Schnäppchen.

        Es wird sich zeigen ob der Aufschlag von 270€ beibehalten werden kann. Ich kenne den Aufwand und die Erfolgsquote beim Köpfen nicht. Denke allerdings, dass da schon eine entsprechende Kalkulation zu Grunde liegt.
        Erfolgsquote: Zu Intels "Zahnpasta"-Zeiten haben Profis Ausfallraten von deutlich unter einem Prozent berichtet. Verlötete CPUs zu köpfen ist etwas anspruchsvoller, aber wenn man einmal ein grundsätzlich geeignetes Verfahren hat (und wer wenn nicht Roman sollte eins finden?), dann würde ich eine ähnliche Quote erwarten.

        Aufwand: Für das eigentliche Köpfen eine Sache von wenigen Minuten; wenn jemand ein Gefühl für die Grenzen entwickelt hat und sich nicht mehr im noch komplett sicheren Bereich vorsichtigst rantastet eher von Sekunden. Die Lötreste so sauber zu entfernen, wie hier gezeigt, dürfte den größten Teil des Aufwandes ausmachen, gefolgt vom Testeinbau. Je nachdem, wie stark man den Ablauf optimiert hat*, würde ich mindestens 10 bis maximal 60 Minuten je CPU als Extremwerte ansetzen und 30-45 Minuten für wahrscheinlich halten. Wenn man die Arbeitskosten auf Arbeitgeberseite betrachtet und ein Fachkraftlohn gezahlt wird, ist da also schon ein erheblicher Teil des Preisaufschlages weg.

        Der wichtigste Faktor, sowohl auf Kunden- wie auch auf Anbieterseite, dürfte aber die Garantie sein. Roman ist nicht AMD; dass er bei typischen Übertaktungsschäden auch nur die Chance auf eine Beweisführung hat, würde ich bezweifeln. Die modifizierten CPUs über RMA beim Hersteller checken zu lassen wird auch unmöglich sein. Betriebswirtschaftlich muss er also einpreisen, das jede vom Anwender im ersten Jahr zerstörte CPU auf eigene Kosten ersetzt wird und wer bei der8auer einen extra für niedrigere Temperaturen gemodeten Prozessor kauft, der will damit vermutlich nicht Solitär @Ecomode spielen.

        Gesteigertes Ausfallrisiko + keine Möglichkeit, Garantieforderungen zurückzuweisen = satter Preisaufschlag.
        Thermal Grizzly hat sicherlich belastbare Zahlen. Aber ich würde aus dem Bauch heraus 5-10 Prozent Mehrkosten allein deswegen annehmen; also dass auf 20 Verkaufserlöse mindestens 21, eher 22 eingekaufte Prozessoren kommen. Von denen aber 1-2 mittelfristig im Müll landen. Gut möglich also, dass an diesem Angebot selbst fast gar nichts verdient wird und es sich eher um die Grundlage für andere Geschäftsbereiche handelt. Die Direkt-Wasserkühler für delidded-CPUs sind zum Beispiel deutlich teurer als die reinen Stück- und Bearbeitungskosten erwarten lassen. Damit könnte man mehr als nur die Entwicklung refinanzieren – wenn man genug verkauft. Und das kann man nicht, wenn man nur an Selber-Köpfer verkauft; dafür braucht es kommerzielle Delid-Angebote.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Andreas1975
        Auch mit Garantie?

        Wenn Dir der Preis nicht angemessen erscheint wirst Du nicht kaufen. So funktioniert der Markt. Andere sagen der Preis ist angemessen ander es ist ein Schnäppchen.

        Es wird sich zeigen ob der Aufschlag von 270€ beibehalten werden kann. Ich kenne den Aufwand und die Erfolgsquote beim Köpfen nicht. Denke allerdings, dass da schon eine entsprechende Kalkulation zu Grunde liegt.
        Erfolgsquote: Zu Intels "Zahnpasta"-Zeiten haben Profis Ausfallraten von deutlich unter einem Prozent berichtet. Verlötete CPUs zu köpfen ist etwas anspruchsvoller, aber wenn man einmal ein grundsätzlich geeignetes Verfahren hat (und wer wenn nicht Roman sollte eins finden?), dann würde ich eine ähnliche Quote erwarten.

        Aufwand: Für das eigentliche Köpfen eine Sache von wenigen Minuten; wenn jemand ein Gefühl für die Grenzen entwickelt hat und sich nicht mehr im noch komplett sicheren Bereich vorsichtigst rantastet eher von Sekunden. Die Lötreste so sauber zu entfernen, wie hier gezeigt, dürfte den größten Teil des Aufwandes ausmachen, gefolgt vom Testeinbau. Je nachdem, wie stark man den Ablauf optimiert hat*, würde ich mindestens 10 bis maximal 60 Minuten je CPU als Extremwerte ansetzen und 30-45 Minuten für wahrscheinlich halten. Wenn man die Arbeitskosten auf Arbeitgeberseite betrachtet und ein Fachkraftlohn gezahlt wird, ist da also schon ein erheblicher Teil des Preisaufschlages weg.

        Der wichtigste Faktor, sowohl auf Kunden- wie auch auf Anbieterseite, dürfte aber die Garantie sein. Roman ist nicht AMD; dass er bei typischen Übertaktungsschäden auch nur die Chance auf eine Beweisführung hat, würde ich bezweifeln. Die modifizierten CPUs über RMA beim Hersteller checken zu lassen wird auch unmöglich sein. Betriebswirtschaftlich muss er also einpreisen, das jede vom Anwender im ersten Jahr zerstörte CPU auf eigene Kosten ersetzt wird und wer bei der8auer einen extra für niedrigere Temperaturen gemodeten Prozessor kauft, der will damit vermutlich nicht Solitär @Ecomode spielen.

        Gesteigertes Ausfallrisiko + keine Möglichkeit, Garantieforderungen zurückzuweisen = satter Preisaufschlag.
        Thermal Grizzly hat sicherlich belastbare Zahlen. Aber ich würde aus dem Bauch heraus 5-10 Prozent Mehrkosten allein deswegen annehmen; also dass auf 20 Verkaufserlöse mindestens 21, eher 22 eingekaufte Prozessoren kommen. Von denen aber 1-2 mittelfristig im Müll landen. Gut möglich also, dass an diesem Angebot selbst fast gar nichts verdient wird und es sich eher um die Grundlage für andere Geschäftsbereiche handelt. Die Direkt-Wasserkühler für delidded-CPUs sind zum Beispiel deutlich teurer als die reinen Stück- und Bearbeitungskosten erwarten lassen. Damit könnte man mehr als nur die Entwicklung refinanzieren – wenn man genug verkauft. Und das kann man nicht, wenn man nur an Selber-Köpfer verkauft; dafür braucht es kommerzielle Delid-Angebote.
      • Von Thomas5010
        Ein auf dem ersten Blick stolzer Aufpreis, ausgehend von der OVP. Ich kann den Aufpreis aber verstehen. Arbeitszeit, Dokumentation, Arbeitsgerät, Risiko etc.

        Die geköpfte CPU geht auch an den ein oder anderen Hobby Bastler. Die bauen viel Mist und reklamieren dann später.

        Aber "der Bauer" hat sich verständlicherweise abgesichert mit Dokumentationen und diversen Nachweisen, dass die CPU in Ordnung ist. Viel zu reklamieren ist hier für Pfuscher nicht.

        Natürlich kalkuliert er noch mit ein, dass bei ihm nicht jede geköpfte CPU danach noch funktioniert. Sowie, dass ein 9850X3D auch während der Garantie defekt gehen kann. Und die Zielgruppe experimentiert gerne mit OC.

        Dafür ist der Preisaufschlag noch human. Ob sich das lohnt?
      • Von Andreas1975 Volt-Modder(in)
        Zitat von ApolloX30
        Sowas macht man nur unbezahlt als Hobby, denn monetär abbilden kannst das fast nicht.
        Wenn das nur jemand als Hobby macht muss ich ja Glück haben das ich so jemanden kenne der das qusi für lau macht. Natürlich läßt sich das auch kaufmännisch abbilden. Bleibt immer die Frage ob es auch Kunden gibt die das auch zu zahlen bereit sind.
      • Von ApolloX30 Software-Overclocker(in)
        Mal ganz unabhängig vom Preis. Wenn die Chips einfach nur delidded sind, aber nicht selektiert, dann wär für mich das Ganze uninteressant. Die bräuchten nen großen Partner, wo sie vorher selektieren können, so wie einer bei Igor das mit Mifcom schon gemacht hat. Aber das ist halt nochmal deutlich mehr Arbeit. Sowas macht man nur unbezahlt als Hobby, denn monetär abbilden kannst das fast nicht.
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Snowhack
        Sorry das Insolvenzverfahren wurde nicht abgewendet, aber erfolgreich zur Sanierung genutzt.
        Das ist nur die halbe Wahrheit. Die Firma existiert nicht mehr. Heise hat, was es gebrauchen konnte, in eine eigene Firma transferiert. Der Rest inkl. aller Altlasten und Verbindlichkeiten aka Gewährleistungsansprüche wurde entsorgt. Neues Insolvenzrecht macht es möglich. Ich gebe aber zu, Gutes wurde beibehalten (Versandverpackungen), aber schlechtes (Umgang mit Reklamationen) ebenso.

        EDIT

        BTW: TG war so mit einer der ersten, der das alte MF hat fallenlassen. Das war damals umso kurioser. Erst dick die Partnerschaft ankündigen und dann nur wenige Tage nach Erscheinen des Videos war Insolvenz angesagt. Ob sie mittlerweile ihre CPUs dort wieder beziehen, weiß ich nicht. Ich denke aber, dass es jetzt Alternate/Wave sein sollte.

        Das ist hartes Business hinter der Influencer-Firmen-Fassade.
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