"Defekte" CPUs auf Asrock-Boards: AMD sieht den 9800X3D nicht "abrauchen"

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"Defekte" CPUs auf Asrock-Boards: AMD sieht den 9800X3D nicht "abrauchen"
Quelle: Mindfactory

AMD hat eine offizielle Stellungnahme zu den jüngsten Problemen eines Ryzen 7 9800X3D in Kombination mit mehrheitlich AM5-Boards von Asrock gegeben. Von "defekten CPUs" möchte AMD nicht zwingend etwas wissen.

Noch immer sorgen funktionsunfähige Prozessoren auf bestimmten AM5-Mainboards für Probleme. Konkret geht es um die beliebteste Gaming-CPU, den Ryzen 7 9800X3D, der Berichten zufolge mehrheitlich nach dem Gebrauch auf AM5-Mainboards beschädigt worden ist. Im Subreddit von Asrock dokumentierten Nutzer bislang über 100 Fälle, nachdem dies mit Nutzung eines Mainboards von Asrock (aber auch anderen Herstellern) der Fall gewesen ist. Im Gegensatz zur CPU soll das Board im Anschluss weiterverwendbar gewesen sein. Bei PC Gamer hat man sich nach diversen Stellungnahmen von Asrock nun an AMD gewandt, um Licht in die Kontroverse zu bringen - und bekam entsprechend eine Antwort.

Liegt die Ursache des Problems wirklich beim 9800X3D?

AMD ist nicht der Meinung, dass das Problem zwingend mit dem Ryzen 7 9800X3D zusammenhängt und vermutet den Fehlerteufel daher weniger bei der CPU. Gegenüber PC Gamer erklärte ein Sprecher des Unternehmens:

"Uns ist eine begrenzte Anzahl von Anwenderberichten bekannt, bei denen Asrock-AM5-Motherboards den POST nicht abschließen konnten. Nach einer gemeinsamen Untersuchung haben AMD und Asrock ein Speicherkompatibilitätsproblem in früheren BIOS-Versionen festgestellt, das im neuesten BIOS behoben wurde. Asrock hat bereits eine Anleitung zu diesem Verhalten herausgegeben und sich mit einem einzelnen Bericht über eine beschädigte CPU befasst."

Weiterhin bekräftigt AMD, dass ein Fehler beim Power-on self-test (POST) nicht unbedingt mit dem Ryzen 7 9800X3D zusammenhängen muss:

"Es ist erwähnenswert, dass ein fehlgeschlagener POST durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden kann und nicht unbedingt auf eine nicht funktionierende CPU hinweist. Wir empfehlen Benutzern, zunächst ihr BIOS auf die neueste Version zu aktualisieren, die für ihr spezifisches Motherboard-Modell verfügbar ist. Wenn das Problem weiterhin besteht, empfehlen wir den Benutzern, sich für weitere Unterstützung und Diagnosen an unser Kundendienstteam zu wenden."

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Die Schlussfolgerungen aus AMDs Stellungnahme decken sich jedoch nicht mit den Erfahrungen aus dem Asrock-Subreddit, wo es heißt: "Bis jetzt gibt es 108 Berichte von Leuten, die von einem 9800X3D berichten, der den POST bestanden hat und für kurze Zeit funktionierte, bevor er plötzlich ohne Anzeichen eines Fehlers starb."

Auch interessant: Ryzen 7 9800X3D mit RAM-Tuning und Boost Override im Test

Es geht in dieser Problematik laut den Nutzerberichten also nicht um einen fehlgeschlagenen POST, sondern um den kurzen Zeitabschnitt danach. Möglicherweise meinen beide Parteien den gleichen Sachverhalt und es handelt sich nur um eine Frage der Formulierung. Ein bestandener POST ließe zumindest nicht auf BIOS- oder Speicherprobleme schließen. PC Gamer hat bei AMD um weitere Klarstellung gebeten.

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Quelle: AMD via PC Gamer

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    • Kommentare (134)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Dave
        AMD empfiehlt EXPO zwar als Lösung für das Übertakten von Speicher, weist auf derselben Seite aber darauf hin, dass die Garantie damit erlischt ^^ Also garantieren tun sie gar nichts, sie schaffen nur eine Marketing-Möglichkeit, denn mehr ist Intels XMP auch nicht. Ferner sagt AMD, ich zitiere: "Benutzer tragen sämtliche Risiken und die vollständige Haftung für die Folgen von Übertaktung und/oder Undervolting von AMD Prozessoren, u. a. und ohne Einschränkung für Defekte oder Schäden an der Hardware, reduzierte Systemleistung und/oder Verlust, Beschädigung oder Sicherheitsrisiken in Bezug auf Daten." – also genau das, was bei RAM-OC passiert, wenn man nicht aufpasst, eine schlechte CPU erwischt oder die Stabilität erst gar nicht testet.
        Das die Garantie erlischt, ist okay. Schließlich beinhaltet die Garantie auch stabilen Betrieb und der kann jenseits der Specs nicht garantiert werden; dafür sind letztere ja da. Dies gilt erst recht für möglicherweise weitere betroffene Hardware, denn EXPO betrifft halt auch RAM und Mainboard. Aber wenn EXPO-Profile grundsätzlich nicht mit Ryzen-CPUs genutzt werden können, dann läuft etwas falsch und man müsste AMD samt Partnern irreführende Werbung (also Betrug) vorwerfen. Wenn ich nur genug Speicherspannung in Controller und Chips jage, kriege ich schließlich jeden halbwegs brauchbaren RAM auf die mit EXPO typischerweise versprochenen Taktraten – auf einer Sockel-1700-Platine, die, wenn ich es weit genug übertreibe, 5 Minuten nach ausgehen das LN2-Vorrats (oder ggf. auch schon deutlich früher) das einzige am System ist, was man noch ein weiteres Mal verwenden kann.

        EXPO suggeriert aber im Kontrast dazu den Anspruch, alltagstauglich auf AM5-Systemen zu sein und wird von AMD auch so bei Ryzen-CPU-Launches beworben. Dafür müssen dann auch alltagstaugliche Spannungen verwendet werden. XMP macht das übrigens meinem Wissen nach (auch wenn es Ausnahmen geben könnte – auf Intel-Plattformen haben halt nicht CPU- und RAM-Hersteller die Kontrolle über Power und Spannungen, sondern Asrock/Asus/Biostar/Gigabyte/MSI) und garantiert zwar ebenfalls nicht, dass alles immer fehlerfrei funktioniert, sehr wohl aber, dass die versprochenen Einstellungen auf mindestens einem Intel-Mainboard erfolgreich getestet wurden.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Dave
        AMD empfiehlt EXPO zwar als Lösung für das Übertakten von Speicher, weist auf derselben Seite aber darauf hin, dass die Garantie damit erlischt ^^ Also garantieren tun sie gar nichts, sie schaffen nur eine Marketing-Möglichkeit, denn mehr ist Intels XMP auch nicht. Ferner sagt AMD, ich zitiere: "Benutzer tragen sämtliche Risiken und die vollständige Haftung für die Folgen von Übertaktung und/oder Undervolting von AMD Prozessoren, u. a. und ohne Einschränkung für Defekte oder Schäden an der Hardware, reduzierte Systemleistung und/oder Verlust, Beschädigung oder Sicherheitsrisiken in Bezug auf Daten." – also genau das, was bei RAM-OC passiert, wenn man nicht aufpasst, eine schlechte CPU erwischt oder die Stabilität erst gar nicht testet.
        Das die Garantie erlischt, ist okay. Schließlich beinhaltet die Garantie auch stabilen Betrieb und der kann jenseits der Specs nicht garantiert werden; dafür sind letztere ja da. Dies gilt erst recht für möglicherweise weitere betroffene Hardware, denn EXPO betrifft halt auch RAM und Mainboard. Aber wenn EXPO-Profile grundsätzlich nicht mit Ryzen-CPUs genutzt werden können, dann läuft etwas falsch und man müsste AMD samt Partnern irreführende Werbung (also Betrug) vorwerfen. Wenn ich nur genug Speicherspannung in Controller und Chips jage, kriege ich schließlich jeden halbwegs brauchbaren RAM auf die mit EXPO typischerweise versprochenen Taktraten – auf einer Sockel-1700-Platine, die, wenn ich es weit genug übertreibe, 5 Minuten nach ausgehen das LN2-Vorrats (oder ggf. auch schon deutlich früher) das einzige am System ist, was man noch ein weiteres Mal verwenden kann.

        EXPO suggeriert aber im Kontrast dazu den Anspruch, alltagstauglich auf AM5-Systemen zu sein und wird von AMD auch so bei Ryzen-CPU-Launches beworben. Dafür müssen dann auch alltagstaugliche Spannungen verwendet werden. XMP macht das übrigens meinem Wissen nach (auch wenn es Ausnahmen geben könnte – auf Intel-Plattformen haben halt nicht CPU- und RAM-Hersteller die Kontrolle über Power und Spannungen, sondern Asrock/Asus/Biostar/Gigabyte/MSI) und garantiert zwar ebenfalls nicht, dass alles immer fehlerfrei funktioniert, sehr wohl aber, dass die versprochenen Einstellungen auf mindestens einem Intel-Mainboard erfolgreich getestet wurden.
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
        Ich habe von den EXPO-Geschichten mittlerweile komplett Abstand genommen. DDR5-5600 ist das, was AMD mehr oder weniger garantiert. Alles darüber ist es nicht und macht vor allem im Betrieb mit vier Modulen (DDR5-3600 sind garantiert, mehr nicht) auf AM5 massiven Ärger. Schaut man sich auch mal die RAM-Temperaturen genauer an bei echter Belastung (zum Beispiel mit dem Karhu-RAM-Test) und kombiniert das mit Gehäusen mit sehr wenig bis keinem Airflow (zum Beispiel das Fractal Design Terra), wird man ganz schnell feststellen, dass 1,25v den RAM wegglühen lassen. Selbst bei 1,1v und JEDEC wird es eng. Man kann förmlich sehen, wie ab ca. 65 Grad die ersten Rechenfehler im Karhu auftauchen.

        Leider macht AMD massivst Marketing damit und jeder noch so dolle Influencer-Geschädigte bekommt es hin das zu aktivieren. Ja, erwartet förmlich, dass dies der Standard sei und laufen muss!!!111elf.
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Aber EXPO wurde von AMD explizit als 1-Click-Lösung für AMD-Plattformen geschaffen. Also sollte kein EXPO-Profil Taktraten anstreben, die für AMD-CPUs unverträgliche Spannungen anfordern, geschweige denn diese einstellen.
        AMD empfiehlt EXPO zwar als Lösung für das Übertakten von Speicher, weist auf derselben Seite aber darauf hin, dass die Garantie damit erlischt ^^ Also garantieren tun sie gar nichts, sie schaffen nur eine Marketing-Möglichkeit, denn mehr ist Intels XMP auch nicht. Ferner sagt AMD, ich zitiere: "Benutzer tragen sämtliche Risiken und die vollständige Haftung für die Folgen von Übertaktung und/oder Undervolting von AMD Prozessoren, u. a. und ohne Einschränkung für Defekte oder Schäden an der Hardware, reduzierte Systemleistung und/oder Verlust, Beschädigung oder Sicherheitsrisiken in Bezug auf Daten." – also genau das, was bei RAM-OC passiert, wenn man nicht aufpasst, eine schlechte CPU erwischt oder die Stabilität erst gar nicht testet.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Ginge es um Intels XMP, wäre diese Entschuldigung eingeschränkt nachvollziehbar. Aber EXPO wurde von AMD explizit als 1-Click-Lösung für AMD-Plattformen geschaffen. Also sollte kein EXPO-Profil Taktraten anstreben, die für AMD-CPUs unverträgliche Spannungen anfordern, geschweige denn diese einstellen.
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Zitat von Exraptor84
        Mal abgesehen davon, dass EXPO für den RAM ist und mir nicht schlüssig ist, warum dadurch eine CPU abrauchen sollte.
        Weil hohe RAM-Taktraten und EXPO-Einstellungen eine höhere SoC-Spannung der CPU (teils auch weitere wie VDD I/O, VDDP) erfordern um stabil zu laufen oder als indirekte Folge der hohen Taktraten durch das BIOS automatisch zu hoch eingestellt wurden und damit einige Nutzer ihren 7800X3D grillten. Nun kann man mit aktuelleren BIOS-Versionen 1,3 Volt nicht mehr überschreiten.
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