Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X mit 105 Watt TDP im Test: Was bringt der Watt-Boost?
Mit AGESA ComboAM5Pi v1.2.0.2 liefert AMD die Option auf eine höhere TDP bei Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X und verspricht bis zu 15 Prozent mehr Leistung. Wir haben uns mit einer BETA-Version Zugang zum "TDP-Boost" verschafft und halten die Auswirkungen in Spielen und Anwendungen fest.
Inhaltsverzeichnis
Erst jüngst haben es die Spatzen von den Dächern gepfiffen: AMD wird im Zuge des kommenden AGESA ComboAM5Pi v1.2.0.2 eine Funktion bereitstellen, welche die TDP-Klasse von Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X von 65 auf 105 Watt erhöht. Es sind bereits Beta-Versionen jener UEFIs erschienen, doch diese sind explizit auf eigene Gefahr zu betreiben. Wir haben uns Version 7D69v1J2 mit AGESAPi v1.2.0.1 für unser AM5-Referenz-Mainboard MSI X670E ACE geschnappt und Vergleichsmessungen durchgeführt. Interessant dabei ist, dass die Downloadgröße der UEFI-Datei 13,37 MiByte beträgt. Wir sind daher sehr gespannt an das Thema herangegangen. Hinweis: Es laufen nach wie vor Nachtests zu vielen Ryzen-Prozessoren, die durch das Update KB5041587 an Leistung hinzugewonnen haben. Solange diese nicht abgeschlossen sind, arbeiten wir mit den "alten" Daten weiter. Bald folgt dazu ein Update und in der kommenden PCGH-Print wird es einen großen Zen-5-Nachtest geben, Sie dürfen gespannt sein.
Quelle: PCGH
Mithilfe dieser Option können Sie die TDP mit einem Klick von 65 auf 105 Watt erhöhen. Sie erreichen den gleichen Effekt mit Precision Boost Overdrive, was sich unter den erweiterten CPU-Optionen verbirgt. Es handelt sich somit nur um eine Vereinfachung davon.
| CPU | TDP | PPT (Maximales Power-Limit) | EDC (Maximale Stromstärke, kurzfristig) | TDC (Maximale Stromstärke, dauerhaft) |
|---|---|---|---|---|
| AMD Ryzen 7 9700X | 105 Watt | 142 Watt | 170 Ampere | 110 Ampere |
| AMD Ryzen 7 9700X | 65 Watt | 88 Watt | 150 Ampere | 75 Ampere |
| AMD Ryzen 5 9600X | 105 Watt | 142 Watt | 170 Ampere | 110 Ampere |
| AMD Ryzen 5 9600X | 65 Watt | 88 Watt | 150 Ampere | 75 Ampere |
Die TDP-Klasse definiert bei Ryzen gleich drei Parameter: PPT, EDC und TDC. All diese Werte werden durch die Anpassung der TDP verändert und erhöht, sodass die CPU in der Lage ist, die höheren Limits auszuschöpfen. Eine Mehrleistung dadurch stellt sich jedoch nur ein, wenn zuvor eines der Limits erreicht wird. Das ist gerade bei Spielen (Teillast) nicht immer der Fall und eher etwas für parallelisierte Anwendungen. Wir haben beides getestet und die Ergebnisse weiter unten im Spezial-CPU-Index zusammengefasst.
Bevor wir zu den Ergebnissen kommen, schauen wir uns noch einmal an, was AMD im Vorfeld beim Erhöhen der Limits versprochen hat:
Quelle: AMD
Nicht weniger als bis zu 15 Prozent mehr Leistung verspricht AMD mit dem "One-Click Overclocking". Hierbei wird zwar von PBO gesprochen, doch technisch ist das das gleiche wie der "TDP-Boost": das Erhöhen der Limits.
AMD Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X mit 105 Watt TDP: Benchmarks (Spiele)
Grundsätzlich lässt sich schon einmal eines festhalten: Mit einer TDP von 105 statt 65 Watt sind Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X immer schneller in Spielen unterwegs - die Unterschiede sind allerdings so marginal, dass uns die Ungenauigkeit beim Messen oft mehr Leistung gekostet hat, als der TDP-Boost an Mehrleistung bringt. Für Spiele ist diese Funktion praktisch nichts wert, es bringt nicht einmal drei Prozent mehr Leistung.
AMD Ryzen 7 9700X und Ryzen 5 9600X mit 105 Watt TDP: Benchmarks (Anwendungen)
Bei den Anwendungstests sind die Unterschiedene beim Achtkerner Ryzen 7 9700X zumindest messbar. Wir wissen jetzt jedenfalls, woher AMD die 15 Prozent Mehrleistung in der Folie weiter oben aus dem Hut zaubert: Bei Cinebench R23 haben wir einen Unterschied von 13 Prozent gemessen. Die Auswirkungen bleiben jedoch gering und gerade beim Sechskerner Ryzen 5 9600X muss man sie mit der Lupe suchen.
Spezial-Index
Im CPU-Index halten wir die Entwicklungen fest. Generell lässt sich die Leistung mit 105 Watt TDP etwas steigern. Die ermittelten Zahlen liefern eine Antwort darauf, warum AMD die Limits zum Vorgänger so stark senken konnte: Höhere Werte liefern kaum Mehrleistung. Der Sechskerner Ryzen 5 9600X legt mit PBO im Schnitt zwei, der Achtkerner Ryzen 7 9700X mit PBO drei Prozent an Leistung zu, während sich die Fps pro Watt im gleichen Maße verringern. Da muss man diese Funktion schon infrage stellen, zumal es vorher bereits jederzeit durch PBO möglich war, die Limits an seine Wünsche anzupassen.
Ihre Meinung ist gefragt!
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klingt nach dem letzten Versuch uns "Scheiße als Blumen" zu verkaufen.
na 'mal sehen ob die 9000er X3D das besser machen, wenn sie auf den Markt kommen.
Ansonsten natürlich ein guter Test, nur leider ist sowohl das Produkt als auch das Ergebnis maximal langweilig
Gut, und das passt auch. Die Mehrleistung in SPielen war vielleicht enttäuschend, die in Anwendungen bei teils gleichzeitig gesteigerter Effizienz ist es nicht und zeigt, dass da eigentlich noch Performance drinsteckt in der Architektur.
Mir ist der Weg zu mehr Effizienz eh lieber, drum hoffe ich, das macht man auch mit dem 9800X3D.
Wobei wenn ich mir das so ansehe, bleibt AMD eh kaum was anderes über. Ich glaub' fast gar nicht mehr dran, dass AMD den 9800X3D hoch taktet, auch wenn sie könnten. Damit wird die komplette Nachfolgegeneration für eine nicht kleine Zielgruppe unspannend. Wären die 7xxx X3D nicht erschienen, wären die 9xxx ja ein interessanteres Produkt.
Das ist wohl auch der Grund warum Intel lieber mit der Brechstange dagegen hielt, als mit 3D Cache.
Wie [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] ja kürzlich gezheigt hat, wo der Broadwell-C in einem CPU Test seinen Haswell-Bruder verprügelt hat (Iim Direktvergleich). Interessant war aber für mich dann doch: ich dachte damals, als Skylake rauskam, war der Abstand zu Broadwell kleiner, da scheint also nach und nach mehr Optimierungsarbeit passiert zu sein, das kann für Zen 5 Käufer ja noch eine Hoffnung sein.