Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G im Test: Starke Desktop-APUs, aber noch zu teuer [Update]

Vorhang auf für den Phönix, der in den Desktop geflogen kommt: Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G sind da und liefern mit acht Kernen, über 5 GHz und einer RDNA-3-Grafikeinheit endlich neues Futter für alle, die auch ohne dedizierte Grafikkarte glücklich sein können. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem CPU-Teil von Ryzen 8000G.

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Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G im Test: Starke Desktop-APUs, aber noch zu teuer
Quelle: PCGH

Hinweis: Mittlerweile sind die neuen Ryzen-8000G-APUs auch im PCGH-Preisvergleich angekommen. Die drei neuen CPUs sind regulär verfügbar, aber noch mit vergleichsweise wenig Menge. Beim 8700G werden die 329 US-Dollar UVP in 349 Euro umgerechnet. Das aktuell beste Angebot kommt von Caseking mit genau 349 Euro. Beim 8600G bedeuten die 229 US-Dollar UVP einen Europreis von 249 Euro. Auch hier stellt Caseking den Bestpreis. Den bisher nicht getesteten 8500G, der stärkere Einschränkungen hat, gibt es ab 199 Euro (UVP: 179 USD).


Am 08.01.2024 auf der CES hat AMD die neuen Accelerated Processing Units (APU) mit der Bezeichnung Hawk Point für den Desktop vorgestellt. Die Bezeichnung "Ryzen 8000" kann dabei leicht irreführend sein, denn es handelt sich weder um den Nachfolger von Raphael, Zen 4 (Ryzen 7000), noch ist damit der offizielle Nachfolger Eldora, Zen 5 (wahrscheinlich Ryzen 9000) gemeint. Die neuen Ryzen-8000-Prozessoren setzen auf die Zen-4-Architektur, entstammen jedoch dem Mobile-Design Phönix, die als Ryzen-7X40U/HS-Modelle debütierten und anders als die Desktop-Prozessoren der Zen-4-Generation auf eine leistungsfähigere integrierte Grafikeinheit und KI-Beschleunigung zurückgreifen können. Um Platz für die RDNA-3-Grafik zu schaffen, sind Ryzen-8000-APUs hinsichtlich des L3-Caches beschnitten: Statt 32 MiByte setzen Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G nur auf 16 MiByte. Sie gehen damit den gleichen Weg wie ihre Vorgänger, etwa Ryzen 5 2400/3400G (Zen) oder Ryzen 7 5700G (Zen 3), die ihrerseits beim CPU-Teil nur beschnittene Desktop-Prozessoren mit weniger L3-Cache sind.

PCGH hat aufgrund des Aufbaus der Ryzen-8000G-Prozessoren zwei verschiedene Test-Artikel erstellt. Sie lesen jetzt gerade den Teil, der sich ausschließlich mit den Prozessor-Kernen von Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G beschäftigt. Wir haben Leistung in Spielen, Anwendungen und Effizienz der Zen-4-Kerne gemessen und liefern den gewohnten Überblick in Benchmarks und Leistungsindizes. Wenn Sie sich für die Performance der integrierten RDNA-3-Grafikeinheit interessieren, so finden Sie direkt unter diesen Zeilen den Link dazu.

Wir bedanken uns bei AMD Deutschland für die Bereitstellung der Samples des Ryzen 7 8700G, Ryzen 5 8600G, dem Mainboard MSI B650 Gaming Plus und einen passenden Speicher für Tuning- und OC-Vergleiche von G.Skill (32 GiB DDR5-6400). Zum Zwecke des regulären Vergleichs zwischen den einzelnen Prozessoren, insbesondere bezogen auf die Effizienz, haben wir im Test auf das Referenz-Mainboard MSI X670E Ace zurückgegriffen. Die Performance der integrierten Grafikeinheit wurde dagegen auf dem von AMD beigelegten Mainboard ermittelt. Als Bonus liefern wir im RDNA-3-Grafik-Artikel noch OC-Benchmarks.

AMD Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G: Technische Daten

Ryzen 7 8700G kommt mit acht Zen-4-Kernen, die per SMT bis zu 16 Threads bereitstellen. Der Boost-Takt beträgt bis zu 5,1 GHz, während der Basistakt immer noch recht hohe 4,2 GHz verspricht. Speicherseitig werden DDR5-5200 bei bis zu zwei DIMMs und DDR5-3600 bei Vollbestückung unterstützt. Anders als Zen 4 in Form von Ryzen 7000 soll Ryzen 8000G bis zu 256 GiB Arbeitsspeicher unterstützen. Ryzen 7000 wurde mittlerweile auf 192 GiB erweitert, während die AMD-Homepage von maximal 128 GiB spricht. Was nun der Wahrheit entspricht, muss erst eine Rückfrage bei AMD klären, wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden.

CPU Prozessorkerne Boosttakt (bis zu) Cache (Gesamt) Grafikeinheit NPU TDP MSRP
Ryzen 7 8700G 8 × Zen 4 5,1 GHz 24 MiByte Radeon 780M (12 CU, 768 SP) 65 Watt 329 US-D
Ryzen 5 8600G 6 × Zen 4 5,0 GHz 22 MiByte Radeon 760M (8 CU, 512 SP) 65 Watt 229 US-D
Ryzen 5 8500G 2 × Zen 4
4 × Zen 4c
5,0 GHz 22 MiByte Radeon 740M (4 CU, 256 SP) 65 Watt 179 US-D
Ryzen 3 8300G 1 × Zen 4
3 × Zen 4c
4,9 GHz 12 MiByte Radeon 740M (4 CU, 256 SP) 65 Watt OEM-only

Ryzen 7 8700G liefert den Vollausbau der RDNA-3-Grafikeinheit (780M), mit 12 Graphics Core Counts (CUs) und einem Takt von 2,9 GHz. Zum Vergleich: Die RDNA-2-IGP von Zen 4, Ryzen 7000, setzt auf zwei CUs mit 2,2 GHz Takt. Ryzen 5 8600G setzt auf sechs Kerne und zwölf Threads, taktet mit bis zu 5,0 GHz und unterscheidet sich zum 8700G sonst nur noch beim Grafikteil: Die 760M getaufte IGP bietet "nur" acht CUs und damit rund 33 Prozent weniger Rohleistung. Des Weiteren fällt der Takt der GPU mit 2,8 GHz um 100 MHz niedriger aus.

Nur 8700G und 8600G verfügen über die schnellen CPU-Kerne sowie dem 'guten' Teil der RDNA-3-Grafikeinheit. Ein 8500G ist bereits ziemlich beschnitten, ein 8300G nur noch für Büro-Rechner interessant. Quelle: AMD Nur 8700G und 8600G verfügen über die schnellen CPU-Kerne sowie dem "guten" Teil der RDNA-3-Grafikeinheit. Ein 8500G ist bereits ziemlich beschnitten, ein 8300G nur noch für Büro-Rechner interessant.

Beide Accelerated Processing Units sind mit einer NPU zur KI-Beschleunigung ausgestattet. Sie bieten damit bei AMD im Desktop erstmals die Möglichkeit dazu. Des Weiteren gibt AMD zwar an, dass Phönix 16× PCI-Express 4.0 Lanes unterstützt, tatsächlich sind es jedoch nur acht Lanes. Effektiv bedeutet das, dass Sie mit acht PCI-E-4.0-Lanes auskommen müssen, was insbesondere bei Grafikkarten, die ihrerseits hinsichtlich der Lane-Anbindung beschnitten sind, zu großen Performance-Problemen führen kann. Die TDP beider Prozessoren beträgt 65 Watt, was die Grafikeinheit einschließt. Ebenso können beide auf einen offenen Multiplikator zurückgreifen und unterstützen PBO - Tuning-Ambitionen sind somit keine Grenzen gesetzt. Im Gegenteil: Durch den monolithischen Aufbau verspricht AMD sogar bessere OC-Eigenschaften beim Speichercontroller. Doch das wird ein Tuning-Artikel klären müssen.

AMD spart nicht nur am L3-Cache: Unter dem HS bemerkten wir eine Substanz, die sich in einer Nahaufnahme als simple Wärmeleitpaste entpuppt. Ryzen 7000 dagegen ist verlötet und bietet so einen besseren Wärmeübergang von CPU-Kernen zum Heatspreader.

Leider liegt uns noch kein Sample des Ryzen 5 8500G vor, sodass wir dessen Eigenschaften nicht überprüfen können. Diese APU setzt auf sogenannte Zen-4c-Kerne, die zwar vollwertige Zen-4-Kerne, jedoch stark bei der Taktfrequenz beschnitten sind. Gerne hätten wir einen Vergleich zu den anderen APUs geliefert. Wir bemühen uns bereits um ein Sample. Lassen Sie gerne Feedback dazu da, ob Sie sich einen vollwertigen Test zum Ryzen 5 8500G wünschen.

Auf der kommenden Seite beschäftigen wir uns aber nun endlich mit der Leistung von Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G, rein bezogen auf den Prozessor-Teil in Spielen und Anwendungen inklusive Leistungsindizes. Wir erinnern Sie gerne daran, dass Sie die Performance der RDNA-3-Grafik dem eingangs verlinkten Artikel entnehmen können.

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  1. Seite 1 Übersicht
  2. Seite 2 Benchmarks (Spiele/Anwendungen)
  3. Seite 3 Fps pro Watt, Effizienz
  4. Seite 4 Fazit und Wertung
  5. Seite 5 "Die letzte Seite" - Erweiterte Informationen zu PCGH-CPU-Tests
    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Aufguss versteht man bei AMD auch anders, da dort wie bei den APU's hier das Endprodukt erst beim Kunden reifen muss.
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Aufguss versteht man bei AMD auch anders, da dort wie bei den APU's hier das Endprodukt erst beim Kunden reifen muss.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Dave
        Was das Thema angeht, wäre ein erneuter Test der beiden APUs sicher nicht verkehrt, jetzt, wo offizielle und "fertige" Treiber und UEFI-Versionen da sind. Leider stehen wir schon wieder neuen Arbeitsbergen gegenüber, ich kann daher leider bislang nicht abschätzen, wann ich dazu komme. Aber ihr bekommt es dann auf jeden Fall mit
        Das mit dem Nachtest ist doch kein Problem....
        Einfach beim nächstbesten, langweiligen CPU-Aufguss irgendeinen Herstellers spontan als "Ersatz" machen und die anderen Werte einfach mit einem W6 auswürfeln und mit einem Windoof "Copilot" den Testbericht schreiben lassen, fertig. Win win. Doppelwumms! ^^

        Ja, ne, mal im Ernst:
        Ein News-Update mit Hinweis reicht sicher auch erst einmal, dass man da in ein Problem laufen könnte, und wieviel Leistung da grob als Unterschied zu erwarten ist.
        Ein kompletter Neutest ist meiner Meinung nach nicht nötig.
        Es sei denn, euch geht es euch um den Leistungsindex und die Einordnung im Nachkommabereich.
        Ich selbst bin mit einer groben Einschätzung auch vollkommen zufrieden.
        Für mich sind 4080 und 4080 Super auch absolut das gleiche Produkt.
        1-2% sind für mich schon Messtoleranz.
        Da holt ein Bios-Update von MSI ja schon mehr aus der Grütze raus. lol ;-P
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Pokerclock
        STAPM, ein Thema für Dich [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] oder Glück gehabt?
        Was das Thema angeht, wäre ein erneuter Test der beiden APUs sicher nicht verkehrt, jetzt, wo offizielle und "fertige" Treiber und UEFI-Versionen da sind. Leider stehen wir schon wieder neuen Arbeitsbergen gegenüber, ich kann daher leider bislang nicht abschätzen, wann ich dazu komme. Aber ihr bekommt es dann auf jeden Fall mit
      • Von Blue_Laguna PC-Selbstbauer(in)
        Und trotzdem ist eine GTX 1650 4GB die es auf ebay um 30-40€ gibt doppelt so schnell,
        ja ok Hardwarelevel vom en und decode:

        Nur Intel und Nvidia haben Level 0 bei Windows,
        bei Linux nur Intel Level 0.

        Amd kommt da nicht einmal vor.
      • Von Bobhais Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Dave
        Core i9-11900K sagst du, das wäre dann fast drei Jahre her. Völlig egal, was vor drei Jahren einmal getestet oder gewertet wurde, aber es hat mit dem CPU-Index 2024 nichts mehr gemeinsam.
        Ich weiß nicht, wie die einzelnen Gaming Indizes gewertet werden, wann dort Änderungen vorgenommen wurden, ob die Frametimes immer dabei waren, ob die nur aktuell nicht dabei sind, oder wie auch immer, deshalb habe ich ja nachgefragt.
        Zitat von PCGH_Dave
        Der Spiele-Index setzt sich nur aus den Avg. Fps zusammen.
        Das beantwortet dann meine Frage.
        Zitat von PCGH_Dave
        Ich schließe nicht aus, dass die Frametimes in kommenden Updates des CPU-Index noch stärker in den Fokus rücken.
        Das finde ich interessant, danke.
      Direkt zum Diskussionsende
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