Ryzen 8700G und 8600G: Benchmarks RDNA 3 + Fazit
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Mit Ryzen 8000G halten wir die bisher leistungsfähigsten integrierten Grafikeinheiten in der Hand, die es je im Desktop gab. Doch wie schnell sind die Radeon 7X0M wirklich und reicht es tatsächlich für flüssiges Spielen in Full HD aus? Das haben wir im Vergleich mit acht anderen Grafikkarten für Sie ermittelt. Eingeladen haben wir nicht nur den Vorgänger Vega alias GCN 5.1, sondern auch Low-End-Grafikkarten und sogar eine Intel UHD 770. Am Ende gilt es die Frage zu klären, ob sich der Griff zur Radeon 780M lohnt, oder ob es insgesamt besser wäre, sich eine günstige CPU+GPU-Kombination anzuschaffen. Wir erwähnen an dieser Stelle noch einmal, dass Benchmarks mit Frame Generation erst später erscheinen werden, weil der beigelegte Treiber von AMD dies während der Tests nicht unterstützt hat und der Beta-Treiber mit dieser Funktion zu spät kam. Zum Release soll natürlich alles korrekt funktionieren, doch dazu bedarf es natürlich einem Grafiktreiber-Update.
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Radeon 780M und 760M Benchmarks: Reicht es für 60 Fps?
Benchmarks mit "NA" (Not Available) waren auf der jeweiligen Grafikeinheit nicht möglich. Entweder wollte das Spiel gar nicht starten, oder der Treiber hat es nicht unterstützt. Besserung erwarten wir hier nicht und insbesondere bei Vega ist das schnelle "Sterben" ungewöhnlich.
Um den integrierten Grafikkarten möglichst viel Freiraum zu geben, wurde über das UEFI jeweils die maximale Menge Arbeitsspeicher als Videospeicher freigegeben (in der Regel 4 GiB). Wir haben ansonsten auf weitere Anpassungen verzichtet und zeigen somit die Standard-Performance auf, welche Sie jeweils nach dem Einbau erwarten können. Weitere Tests mit Frame Generation und Upscaling sind bereits in Planung. Doch letzteres benötigen Ryzen 7 8700G und Ryzen 5 8600G nicht unbedingt für flüssiges Gameplay. Tatsächlich reicht es in drei von vier getesteten Spielen für ausreichend hohe Bildraten in Full HD. Lediglich Starfield ist dermaßen schlecht optimiert, dass wir auf 900p zurückgreifen mussten. Bei Cyberpunk 2077 fallen vor allem niedrigere Frametimes auf. Das liegt am "Videospeicher", denn die IGPs müssen hier auf den Arbeitsspeicher zurückgreifen, der nicht so schnell ist, wie echter Videospeicher. Gleichwohl ist der Performance-Zuwachs zum Vorgänger Vega und auch zu RDNA 2 gigantisch: Die drei- bis vierfache Fps-Leistung macht Gaming in Full HD tatsächlich erst möglich. Nun gehen wir in die Vollen und übertakten die beiden APUs.
Radeon 780M und 760M: Mit OC im Kampf gegen Riesen
Für die OC-Benchmarks haben wir nicht nur PBO aktiviert, die CPU-Kerne und den Grafikkern um jeweils 200 MHz übertaktet, sondern auch auf wesentlich schnelleren Arbeitsspeicher zurückgegriffen: DDR5-6400, natürlich synchron mit dem Speichercontroller-Takt. Den Arbeitsspeicher haben wir des Weiteren noch hinsichtlich der Timings und Sub-Timings getunt. AMD betont, dass aufgrund des monolithischen Aufbaus von Ryzen 8000G höhere Taktraten beim Speichercontroller zu erwarten sind. Natürlich kann Arbeitsspeicher-OC nicht die vergleichsweise geringe CPU-Leistung gegenüber Ryzen 7000 im Desktop kaschieren, doch für die integrierte Grafikeinheit ist schneller Speicher ein wahrer Segen.
Gerade die wichtigen Frametimes werden durch leistungsfähigeren "Videospeicher" beflügelt. Die Radeon 780M profitiert stärker von der Übertaktung. Gerade Spiele wie Starfield, die nur suboptimal zur Verfügung stehende Hardware effizient auslasten, lassen sich damit besser beschleunigen. Allerdings ist auch hier Cyberpunk 2077 der Endgegner einer jeden IGP: Die Mehrleistung durch die Übertaktung ist zwar über jeden Zweifel erhaben, doch für flüssige 30 P1-Fps reicht es auch mit OC nicht im Ansatz. Gegen eine ausgewachsene Grafikkarte, wie eine AMD Radeon RX 6600, die nicht ganz zufälligerweise im Bereich um 200 Euro zu erwerben ist, hat Phönix in Form von Ryzen 8000G selbst mit OC keine Chance.
Radeon 780M auf Steroiden: OC + Frame Generation
Wir liefern noch die versprochenen Benchmarks mit Frame Generation nach. Wir konnten lediglich in drei der vier Benchmarks testen, da Baldur's Gate 3 unter Vulkan nicht vom Treiber unterstützt wird. Wie zu erwarten, steigt die Framerate massiv in die Höhe, wenn man Fluid Motion Frames dazuschaltet. In Lords of the Fallen und Starfield erreicht die Radeon 780M damit fast die Leistung einer RX 6600, während in Cyberpunk 2077 erst flüssige Bereiche über 30 P1-Fps betreten werden. Sofern vom Treiber unterstützt ist die AMD Frame Generation eine gute Sache, um die Fps zu steigern. Dennoch steigt damit der Input Lag, für schnelle Shooter ist das also nichts. Aber für entschleunigte Spiele wie Anno 1800 gut geeignet.
RDNA 3 im Desktop: Das PCGH-Fazit
Insgesamt waren wir überrascht, wie schnell und gut die Spiele laufen, wenn man auf das Testsystem blickt und keine Grafikkarte arbeiten sieht, insbesondere, wenn noch Frame Generation ins Spiel kommt. Die Mehrleistung gegenüber sowohl dem direkten Vorgänger (Ryzen 5000G) als auch RDNA 2 (Ryzen 7000) ist eindrücklich. Allerdings zeigt der Vergleich mit größeren Grafikkarten auf, dass eine Kombination aus günstiger CPU sowie GPU für den gleichen Anschaffungspreis einer 8700G-APU die bessere Wahl darstellt: etwa ein Ryzen 5 5600 plus eine Asrock Radeon RX 6600. Das restliche System, bestehend aus Mainboard, Arbeitsspeicher und Co. können Sie in beiden Fällen mit gleichem Preisrahmen hernehmen. Insgesamt ist der größte Feind des Ryzen 7 8700G sein eigener Preis. Wenn die APU günstiger wird, ist sie aber definitiv einen Blick wert. Die über 100 US-Dollar günstigere Variante Ryzen 5 8600G hat es dagegen schon leichter, zu überzeugen. Hier stimmt die Leistung zum Preis und mit OC sind gute 20 Prozent Mehrleistung drin. So bald wie möglich testen wir noch einen Ryzen 5 8500G.
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Wer mit so einer APU liebäugelt, wird in erster Linie den Preis im Hinterkopf haben und kaum gewillt sein, derart tief in die Tasche zu greifen. Wahrscheinlich wird er erst dann interessant, wenn der im Abverkauf landet.
mit frdl. Gruß
Aber der Abstand zu selbst älteren Einstiegs-GPUs bleibt seit Generationien in etwa gleich. Zofft sich etwa der 8700G im Best Case mit einer vier Jahre alten GTX 1650 (die ihrerseits ein gemäßigtes Upgrade zur acht Jahre alten 1050ti war) -- war das vor einem halben Jahrzehnt beim 2400G die damals vier Jahre alte R7 265.
Anders als damals würden APUs allerdings in eine Marktlücke stoßen. Denn genau an diesen Einstiegs-GPUs haben Hersteller mangels Marge wohl nur noch eingeschränktes Interesse. Keine RTX 4050 mehr, keine 5050 gelistet, RX 7500 XT gestrichen, die 6500XT bereits eine Notlösung und ein Downgrade zur 5500XT... Die RX 6600 kann man aktuell eigentlich nur dazuzählen, weil sie ein Auslaufmodell ist. Und seit Release am Markt bereits ein Drittel+ ihrer UVP von fast 350 Euro eingebüßt hat -- einen Preisverfall, den es etwa bei Nvidia generell nirgends mehr gibt.
Wer mit so einer APU liebäugelt, wird in erster Linie den Preis im Hinterkopf haben und kaum gewillt sein, derart tief in die Tasche zu greifen. Wahrscheinlich wird er erst dann interessant, wenn der im Abverkauf landet.
mit frdl. Gruß
Mit Frame Generation laufen die APUs richtig gut!
Ein großer Vorteil gegenüber den alten Vega APUs.
Ich könnt's auch anders formulieren. Würde ich meiner Tochter erneut eine APU kaufen? Ja. Würde ich ihr zum Preis von 349,- respektive 249,- Euro solch eine APU kaufen. Mitnichten, schlug doch die vorherige Kiste im Ganzen mit 369,- Euro zu Buche.
Für Sprösslinge, ältere Herrschaften oder jene Klientel deren Ansprüche sich in Grenzen halten sicher ein feines Stück Technik, der einzig die Preisgestaltung im Wege steht.
mit frdl. Gruß