Der große PCGH-Effizienz-Vergleich mit 30 Prozessoren: Welche CPU liefert die meisten Fps pro Watt?

Welcher Prozessor liefert die höchste Effizienz und hat AMD oder Intel die Nase vorn? Wir haben insgesamt elf Spiele mit 30 verschiedenen CPUs getestet und liefern Ihnen jetzt den größten Effizienz-Vergleich, den es jemals bei PC Games Hardware gab.

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Der große PCGH-Effizienz-Vergleich mit 30 Prozessoren: Welche CPU liefert die meisten Fps pro Watt?
Quelle: PCGH

Durch gestiegene Kosten bei der Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken, Produktionsrückgängen bei erneuerbaren Energien und gleichzeitig großer Nachfrage aus der Wirtschaft befinden sich die Strompreise auf einem sehr hohen Niveau. Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland könnten die Strompreise für Endkunden noch weiter steigen lassen. Die Strompreise sind in den letzten zwei Jahren so stark gestiegen wie nie zuvor. Im Juli 2022 kostete eine Megawattstunde Strom 270 Euro (Stand: 15. Juli). Im Vorjahreszeitraum kostete die gleiche Menge lediglich 80 Euro - das entspricht einem Plus von 238 Prozent! Zumindest ist der Strompreis im März 2023 auf 150 Euro/Megawattstunde gefallen, das ist jedoch immer noch weit über dem Niveau von vor zwei Jahren.

Hinzu kommen erhöhte CO₂-Abgaben, welche auf diese Energieträger fällig werden. In der Folge bewegt sich der Börsenstrompreis auf einem Rekordniveau und viele Stromanbieter geben die Steigerungen an die Verbraucher weiter. Die Anbieter kalkulieren aufgrund der dynamischen Situation am Strommarkt die Preise ständig neu. Was kostet aktuell überhaupt eine Kilowattstunde Strom? Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland betrug 2021 32,16 Cent, im Juni 2022 kostete die Kilowattstunde 40,5 Cent, Stand März 2023 sogar 48,12 Cent. Der Strompreis setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: staatliche Abgaben, Steuern, Netzentgelte sowie Energiebeschaffung/Vertrieb. Auf die drei erstgenannten Punkte hat der Versorger keinerlei Einfluss. Die Steuern sowie die Abgaben muss der Stromanbieter fix für jede verbrauchte Kilowattstunde abführen. Hierzu zählte bislang auch die EEG-Umlage, welche erhoben wurde, um die umweltschonende Erzeugung von Strom zu fördern. Sie wurde im Juli 2022 abgeschafft.

Alle Prozessoren sind aufsteigend nach der durchschnittlichen Leistungsaufnahme in elf Spielen sortiert. Normalerweise bezahlen die schnellsten Prozessoren ihre hohe Leistung auf Kosten der Effizienz, nicht so AMDs 3D-V-Cache-Modelle. Quelle: PCGH Alle Prozessoren sind aufsteigend nach der durchschnittlichen Leistungsaufnahme in elf Spielen sortiert. Normalerweise bezahlen die schnellsten Prozessoren ihre hohe Leistung auf Kosten der Effizienz, nicht so AMDs 3D-V-Cache-Modelle. Da kann einem die Lust auf das Hobby PC-Gaming schon einmal vergehen, allerdings sind die größten Stromfresser im Haus meist Kühlschrank, Elektroherd und der Wäschetrockner. Dennoch trägt der PC seinen Teil dazu bei. Heute schauen wir uns an, welche CPU am effizientesten vorgeht. Dazu haben wir 30 Prozessoren in 11 verschiedenen PC-Spielen getestet und die erreichte durchschnittliche Bildrate jeweils durch die Leistungsaufnahme geteilt, die wir während des Benchmarks erfasst haben. Heraus kommen die Fps pro Watt und je höher dieser Wert liegt, desto effizienter arbeitet ein Prozessor. Alle Modelle wurden dabei "ab Werk" getestet, also genau so, wie der Hersteller es vorsieht. Die Werte können von den Ihren natürlich abweichen und beziehen sich bei uns auf ein Szenario, welches ausschließlich dem CPU-Limit unterliegt.

Der Effizienz-Vergleich mit 30 Prozessoren in 11 Spielen

Zur Ermittlung, Auswertung und Überwachung der Daten werden folgende Programme verwendet: CapFrameX, MSI Afterburner, Riva Tuner Statistics Server, Hwinfo x64, Elmorlabs EVC2 und Microsoft Excel 365. Die Effizienz-Angabe wird auf Basis des Elmorlabs Power Measure Device ermittelt, welches pro Test-Durchlauf 150 Datensätze erstellt. Wir geben den Mittelwert dieser 150 Messungen in den Benchmarks an.

Unangefochten an der Spitze sitzt AMDs Ryzen 7 7800X3D, der sich je nach Titel zwischen fünf und 26 Prozent vom Zweitplatzierten absetzen kann. Allerdings kommt das nicht unerwartet, denn alle Prozessoren mit 3D-V-Cache sind sehr effizient in Spielen. Interessanter ist da schon der Blick auf so manch anderes Modell: In Doom Eternal kann sich ein Ryzen 5 5600 auf Platz 2 schummeln. Der Sechskerner mag aus heutiger Sicht nicht mehr der schnellste sein, doch wenn man den Preis und diese hohe Effizienz bedenkt, findet sich hier ein echter Geheimtipp für sparsame und günstige Spiele-Rechner. Intel hat in jedem Fall das Nachsehen, völlig gleich, welchen Benchmark wir näher betrachten. Sogar in Spielen wie Plague Tale: Requiem oder Cyberpunk 2077, wo Intel-Prozessoren besonders gut laufen, liegt AMD weit vorn. Das liegt mitunter daran, dass der Chipriese seit Rocket Lake (Core i-11000) auf besonders hohen Takt Wert legt, ohne Rücksicht auf die Effizienz der Architektur zu nehmen. Intels einziger Lichtblick ist aktuell der Core i5-13400F. Dieser kann im Hinblick auf die Leistung in Spielen jedoch nicht bei den Großen mitreden. Die bislang höchsten Fps pro Watt liefert Intel nach wie vor mit dem Core i5-10400F.

Der Effizienz-Spiele-Index

Wie erwartet liegt AMDs Ryzen 7 7800X3D auf dem Sonnendeck im VIP-Bereich und beobachtet von dort alle anderen Prozessoren im Vergleich. Die größeren X3D-Geschwister aus der Zen-4-Generation hecheln hinterher, während sich der schlanke Sechskerner Ryzen 5 5600 vor den Ryzen 7 5800X3D schummelt. Generell tummeln sich auf den ersten zehn Plätzen ausschließlich AMD-Prozessoren, das ist wirklich beeindruckend. Intel Raptor und Alder Lake befinden sich im Effizienz-Bereich von AMD Zen 3 und 4, was die größeren Modelle mit mehr Kernen angeht. Die Worst 5 belegt Intel mit den Core i7- und i9-Prozessoren, mit dem vermutlich ineffizientesten Prozessor jemals, Core i9-11900K.

Fazit: Wer hat den längsten Balken?

Schon vor Erstellung dieses Artikels war klar, wer das Rennen macht: AMD. Das ist kein Wunder, denn insbesondere die Modelle mit 3D-V-Cache sind eine echte Weiterentwicklung der Desktop-Prozessoren, welche gleichermaßen die Leistung und Effizienz steigert. Keine Frage, jede neue Prozessor-Generation bringt eine erhöhte Effizienz mit sich, Intel hat beim Launch etwa hauseigene Folien aufgezeigt, dass der Nachfolger des Core i9-12900K, Core i9-13900K dieselbe Leistung in ausgewählten Benchmarks liefern kann, obwohl die Maximum Turbo Performance nur 65 statt 241 Watt beträgt. Intel nutzt diesen Performance-pro-Watt-Vorteil allerdings, um alles an Leistung aus der CPU herauszuquetschen, was möglich ist. Deshalb ist ein Core i9-13900K ein extrem schneller Prozessor. Jedoch steigt die Leistungsaufnahme damit in ungeahnte Höhen. AMD geht hingegen einen anderen Weg und erhöht die Leistung durch mehr L3-Cache. Die CPU-Kerne takten niedriger, die Spannung sinkt und das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen.

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    • Kommentare (82)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ΔΣΛ Kokü-Junkie (m/w)
        Schöner Artikel, sehr übersichtlich und informativ

        Die Ergebnisse überraschen mich jetzt nicht wirklich, da dies schon länger in diversen Tests ersichtlich ist.
        Intel macht mir wirklich große sorgen, sie gehen den völlig falschen Weg, Hauptsache sie haben den längsten Leistungs-Balken, auf den Rest wir gepfiffen, für mich ein fahrlässiges denken.
        Untervolten ist das neue übertakten, darum habe ich auch meine CPU untervoltet und sogar mehr Leistung bekommen
        Wenn ich mir die Intels ansehe die schon bei einem Multi-durchlauf bei Cinebench die 100° knacken, wird mir Speiübel.
        Aber gut, Intel konzentriert sich womöglich zu sehr auf die große Mehrheit die wenig Ahnung hat, bei denen mehr Takt und mehr Kerne das beste bedeutet, also für die "Lohnt sich das" Personen
      • Von ΔΣΛ Kokü-Junkie (m/w)
        Schöner Artikel, sehr übersichtlich und informativ

        Die Ergebnisse überraschen mich jetzt nicht wirklich, da dies schon länger in diversen Tests ersichtlich ist.
        Intel macht mir wirklich große sorgen, sie gehen den völlig falschen Weg, Hauptsache sie haben den längsten Leistungs-Balken, auf den Rest wir gepfiffen, für mich ein fahrlässiges denken.
        Untervolten ist das neue übertakten, darum habe ich auch meine CPU untervoltet und sogar mehr Leistung bekommen
        Wenn ich mir die Intels ansehe die schon bei einem Multi-durchlauf bei Cinebench die 100° knacken, wird mir Speiübel.
        Aber gut, Intel konzentriert sich womöglich zu sehr auf die große Mehrheit die wenig Ahnung hat, bei denen mehr Takt und mehr Kerne das beste bedeutet, also für die "Lohnt sich das" Personen
      • Von Neuer_User BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Dave
        Du zockst im Jahr nur 165 Stunden?
        Der Tag hat 24h und dann kommt noch die Nacht.
        Ich denke, 165h ist pro Woche gemeint, oder?

        Entweder spielt man, oder der Rechner faltet oder
        man berechnet Kryptowährungen. Und 3h Wartung
        pro Woche zum Installieren kommt hin.
      • Von theGucky Volt-Modder(in)
        Ich nutze den PC zuhause und denselben PC über Parsec auch auf der Arbeit, weil ich es kann.
        Aber gezockt wird auf der Arbeit natürlich nicht. Somit ist der PC locker 10 Stunden im Betrieb.
        Mit dem Stream (1080p/60FPS) zieht der komplette PC unter 100W im Schnitt. Dabei ist die CPU der größte Verbraucher.

        Die CPU ist ein 5800X3D mit CO-30 und zieht so etwa 35-65W.

        Beim Gaming ist es natürlich die 4090. Da ich ein 120FPS-Limit und UV nutze, ist die aber auch relativ zahm.
        DLSS-FG was ich immer nutze wenn verfügbar, reduziert den Verbrauch der GPU auch nochmal um 15-30%.
        Als Beispiel: Der ganze PC verbraucht bei CP2077 mit Pathtracing in 4k mit DLSSP+FG unter 350W und kommt bei 70-90FPS raus... Als maximum zieht der PC <450W ohne FG.

        Nicht vergessen sollte man auch die Monitore... Ich habe ein 42" OLED und ein 1080p Monitor und beide zusammen ziehen etwa 60-100W zusammen, je nach Helligkeit des Inhalts (gemessen an der Steckdose und mein AMP zählt auch dazu). 600W überschreite nicht für mein ganzes Zimmer, inklusive aller Geräte darinnen. Naja vielleicht wenn mein Handy alle 2-4 Tage eine Stunde lang mit 65W lädt.
      • Von Gemar PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Cleriker
        Ja, das Beispiel der 4070ti ist schon cool. Von 250W auf 155W ist ein sehr großer Unterschied.
        Der Hammer. Finde es da schon fast Beschämend, dass die 4070er so ausgeliefert wird.
        Zitat von Cleriker
        Allerdings verbunden mit 13% Leistungseinbußen. Hier im PCGHX rüsten viele User von Gen zu Gen auf, also für 20-30%. Da dann 13% selbst ab zu schneiden, käme mir persönlich nicht mal im Traum in den Sinn.
        Solange die Spiele oberhalb der 60FPS bleiben ist doch alles ok. Wenn man mehr braucht kann man sich die Leistung ja jederzeit wiederholen. Und wenn man mit einem 60Hz Monitor zockt, wird ja sowieso weniger Lestung benötigt.

        Und da das Undervolting mit der 40er Serie wesentlich bessser geht, bleibt auch das interessant.
        Jeder wie er die Leistung eben braucht. Wer die Leistung braucht, wird natürlich nicht undervolten.
        Ich finde es gut, dass es geht, vor allem bei den Ergebnissen.
        Zitat von Cleriker
        Cool finde ich, dass man das selbst alles so einrichten kann. Schön wäre nur, wenn man keine 3rd Party Tools dafür bräuchte, sondern Nvidia da den AMD weg ginge und alles im Controlpanel möglich machen würde.
        Ja, das sollte alles einfacher gehen und am besten per Drehregler direkt an der Grafikkarte, wie damals die Turbo-Knöpfe an den PCs. xD
        Zitat von OField
        Das habe ich ja gesagt. Aber undervolten an sich hat er erst mal nichts mit Leistung zu tun. Da geht es eher darum, die gleiche Leistung mit weniger spannung zu erreichen (Bzw als nebeneffekt mehr Leistung bei unverändertem powertarget.), was dann gemäß nach watt = volt x ampere, weniger strom frisst, allerdings proportional.
        Ja, das habe ich schon gelesen, aber besonders in die andere Richtung geht es bei dem Beispiel besonders gut.
        Es ist ja von Grafikkarte zu Grafikkarte immer anders. Aber über 30% Energieersparnis bei gerade einmal 5% Leistungsverlust, ist echt eine Hausnummer. Die meisten würden 5-10% Leistungsverlust doch gar nicht bemerken, solange das Bild im flüssigen Bereich bleibt.
        Zitat von DoctorChandra
        Wenigstens geht es bei den CPUs in die richtige Richtung.
        max. 100 Watt finde ich jetzt gerade noch so in Ordnung.
        Bei GPU´s liegt der max. Verbrauch bei mir bei 200 Watt.
        Wichtiger ist sogar noch die Effiziens. Ist die Effiziens einer 150 Watt CPU und eine 300 Watt GPU höher, werden sie weniger bei gleichen Einstellungen verbrauchen.
      • Von OField Software-Overclocker(in)
        Zitat von Gemar
        Naaah! Hitzeentwicklung, Lautstärke und Stromhunger steigen immer überproportional zur Leistung an.
        Das habe ich ja gesagt. Aber undervolten an sich hat er erst mal nichts mit Leistung zu tun. Da geht es eher darum, die gleiche Leistung mit weniger spannung zu erreichen (Bzw als nebeneffekt mehr Leistung bei unverändertem powertarget.), was dann gemäß nach watt = volt x ampere, weniger strom frisst, allerdings proportional.
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