AMD: Bärenstarkes Quartal - nicht nur dank Ryzen und Radeon
AMD hat im Gegensatz zu Intel herausragende Zahlen für das abgelaufene erste Quartal 2022 hingelegt. Ryzen und Radeon liefen dabei aber nicht so gut wie Epyc und Semi-Custom (PS5, Xbox Series S|X).
In der neuen Quartalsergebnisrunde hat AMD nun ebenfalls seine Zahlen vorgelegt. Im Vorfeld wurden die Ergebnisse mit Spannung erwartet, denn Intel zeigte gerade in der Sparte Client Computing Schwächen beim Umsatz und Gewinn. AMD hingegen setzte sein Wachstum fast ungebremst fort, auch wenn andere Produkte als Ryzen und Radeon glänzen.
AMD: Starkes Plus in allen Bereichen
Insgesamt setzte AMD im abgelaufenen ersten Quartal gut 5,9 Mrd. US-Dollar um, das ist ein sattes Plus von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und ein Plus von 22 Prozent zum Vorquartal. Noch nie hatte AMD einen Umsatz von 5 Mrd. in einem Quartal und diese Marke wurde auch gleich deutlich übertroffen. Nicht ganz so brillant lief es beim Gewinn: Mit 786 Mio. US-Dollar liegt man 42 Prozent über dem Vorjahresquartal, aber 19 Prozent unter dem Vorquartal. Trotzdem sorgen die Zahlen insgesamt für Kursphantasien, denn für das Q2 prognostiziert AMD mit einer gewissen Unsicherheit immerhin 6,5 Mrd. US-Dollar, das wäre ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Doch wo kommen die Zuwächse bei AMD eigentlich her? Ein Blick ins finanziell Kleingedruckte hilft wie immer. So schaffte Computing and Graphics mit Ryzen und Radeon zwar rekordverdächtige 2,8 Mrd. US-Dollar, das war aber "nur" ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Vor allem Ryzen-Prozessoren sorgten hier für Steigerungen gegenüber dem Vorquartal, bei Radeons sorgte zumindest die High-End-Versionen für einen höheren GPU-Durchschnittsverkaufspreis. Wichtig: Die neuen Ryzen-CPUs aus dem April sind in den Q1-Zahlen noch nicht berücksichtigt.
Quelle: PC Games Hardware
AMD Q2 (2)
Deutlich stärker als Computing and Graphics stieg aber die Sparte Enterprise, Embedded und Semi-Custom, die für 2,5 Mrd. US-Dollar sorgte und damit fast auf dem Niveau von Ryzen und Radeon liegt. Hier ging es 88 Prozent bzw. 13 Prozent beim Umsatz hoch - hervorgehoben werden die Umsätze mit Epyc-CPUs und auch der Semi-Custom-Bereich mit PS5 und Xbox Series S|X. Der operative Gewinn lag bei 881 Mio. US-Dollar, im Vorjahresquartal waren es nur 277 Mio. Und zuletzt kommt noch der Faktor Xilinx hinzu. Nach der erfolgreichen Übernahme des weltgrößten Entwicklers von FPGAs wurden hier 559 Mio. US-Dollar Umsatz und 233 Mio. USD operativer Gewinn erreicht, und das war noch kein ganzes Quartal. Hochgerechnet steht Xilinx für ca. eine Milliarde Umsatz pro Quartal. Xilinx sorgte aber auch für einmalige Aufwendungen, die den Gewinn deutlich schmälerten. Vermutlich wäre AMD sonst sogar über die Milliarden-Schallmauer gekommen.
AMD: Wie steht es um die Versorgungslage?
Was die Versorgungslage angeht, so zeigt sich AMD CEO Lisa Su bei den Fragen entspannt. Man habe in den letzten 18 Monaten intensiv daran gearbeitet und "sowohl auf der Waferseite als auch bei den Substraten große Fortschritte gemacht und erhebliche Investitionen getätigt". AMD bekommt weiterhin eine sehr gute Unterstützung von den Lieferanten und ist deshalb auch in der Lage, die Prognose anzuheben. Der Corona-Ausbruch in China hatte keine nennenswerten Auswirkungen auf die eigene Lieferkette. Man habe aber mit einigen Kunden zusammengearbeitet, bei denen es zu "Verzögerungen bei der Produktion" gekommen sei, und das sei in der Prognose für das zweite Quartal berücksichtigt.



Aber da wird noch deutlich mehr kommen, AMD ist da super aufgestellt und der Kurs wird Richtung 200€ marschieren. Vor allem die Umsatzsteigerung dieses Jahr ist mal wieder beachtlich, ich gehe mal davon aus, dass AMD selber wieder sehr konservativ mit der Schätzung ist und sie diese wieder leicht übertreffen werden (hat auch etwas System, da dies immer positiv aufgenommen wird) und bei 27-28 Milliarden landen werden. Nächstes Jahr werden sie die 30 Milliarden durchbrechen und sind dann auf dem Weg die Hälfte des intel Umsatzes zu machen, was schon beachtlich ist, wenn man sieht wo sie herkommen.
Was etwas schade ist, dass nicht mal eine aktualisierte Roadmap oder die Xilinx Pläne genauer dargelegt wurden. Zur Computex wird es wohl Infos zu Zen 4 im Desktop geben mit genauen Releasedaten, nur fehlten halt Infos zu:
- der Positionierung von Xilinx innerhalb des Konzerns, vor allem was für gemeinsame Produkte schon in Entwicklung sind?
- Infos zu CDNA 3, CDNA 2 wird ja seit letztem Sommer schon in den Superrechnern in den USA verbaut, sprich die Entwicklung von CDNA 3 muss schon lange in vollem Gange sein und auch im Herbst oder q1 2023 mal erscheinen müssen? Vorraussichtlich auch in 5nm?
- Infos zu Zen5, angeblich soll es da ja Kapazitätsprobleme in 2024 geben, da TSMC zu wenig 3nm Kapa hat? Wäre halt schön, wenn man dies entsprechend Entkräften könnte, weil noch 2023 werden wir nicht mit Zen5 rechnen können, würde ja auch wenig Sinn machen, da erstmal Zen4 und der Ableger in Bergamo 2023 anläuft.
- Mehr Infos zu RDNA 3 wären auch wünschenswert, außer den Gerüchten weiß man ja nicht wirklich viel und so ein paar Kleinigkeiten wie z.B. die RT Performance könnte man ja verraten, weil das ist etwas wo Nvidia schlecht drauf reagieren kann, falls diese sehr hoch ausfallen sollte.
Alles in allem ist viel Potenzial in den ganzen Bereichen vorhanden, nur leider erfährt man konkretes immer sehr spät (macht aus Unternehmenssicht natürlich auch Sinn nicht alles zu verraten). Aber vor allem im HPC Segment sehe ich AMD äußerst gut aufgestellt, da sie den deutlich höheren Corecount bei den Server CPUs bieten, dazu effizienz und leistungsstark sind und nvidia den Fokus zu sehr auf AI legt. Wenn man sich die FP Leistung ihrer neuen Datacenter GPU anschaut, haben sie relativ viel Mühe mit AMD mitzuhalten, vor allem wenn CDNA 3 um die Ecke kommt und das schlimmste, weswegen sie auch aktuell raus sind und alle Aufträge an AMD und intel gehen, sie bieten kein kohoräntes Speichersystem. Und ja sie bieten mit NVlink die Möglichkeit, jedoch wird das Feature weder von AMD, intel noch IBM unterstützt. IBM hat hier auch sein eigenes System, welches nvidia adaptieren müsste, wofür sie sich aber anscheinend zu fein sind... Daher auch der move Richtung eigener ARM CPU, jedoch bezweifle ich sehr, dass sie damit konkurrenzfähig gegenüber AMD und intel sein werden nächstes Jahr. Daher auch der berechtigte Fokus auf AI.
Es bleibt spannend
Gruß