Ryzen 3000: Boost-Takt in Umfrage ausgewertet - Ergebnisse vernichtend
AMDs Ryzen 3000-Serie stand wegen nicht erreichter Boost-Taktraten zuletzt wiederholt in der Kritik. der8auer hat sich dem Thema nun in einer groß angelegten Umfrage angenommen und belegt, dass es sich keinesfalls um Einzelfälle handelt. Das Problem sei viel größer als gedacht. An seiner Empfehlung ändert das jedoch nichts.
Als der8auer kurz nach dem Release der Ryzen-3000-Serie nicht erreichte Boost-Frequenzen thematisierte, stand er damit allein auf weiter Flur. Viele vermuteten, dass es an seinem Mainboard liegen könnte. Doch das Thema zog schnell größere Kreise. Andere Reviewer testeten die Chips explizit auf ihr Boost-Verhalten, wobei die Ergebnisse denen des Overclockers nicht unähnlich waren. Teils schien es davon abzuhängen, welche BIOS- beziehungsweise AGESA-Version zum Einsatz kam. Mainboards sagte man nach, unterschiedlich mit den neuen Ryzen-Prozessoren zurechtzukommen.
Um auszuloten, wie groß das Problem wirklich ist, hatte der8auer zuletzt eine Umfrage ins Leben gerufen. Die Ergebnisse sind inzwischen ausgewertet - und ganz offensichtlich sind die nicht erreichten Boost-Frequenzen keine Randerscheinung. Immerhin konnte er über 2.700 Nutzer für seine Umfrage gewinnen. Von Einzelfällen kann da keine Rede sein.
Ryzen 3600 als Einäugiger unter Blinden
Am besten schnitt noch der Ryzen 5 3600 ab. Von 542 Teilnehmern erreichten (oder übertrafen) 270 mit ihrer CPU den versprochenen Boost-Takt von 4.200 MHz. Das entspricht immerhin noch knapp der Hälfte der Befragten. Das Ergebnis wird allerdings durch den Umstand relativiert, dass der Takt während des Benchmarks nur ein einziges Mal erreicht werden musste. Theoretisch könnte er also auch nur ganz kurz angelegen haben und nicht dauerhaft oder wenigstens die meiste Zeit über. Getestet wurde die Single-Core Leistung im Cinebench, das entspricht immerhin auch AMDs Empfehlung.
Beim Ryzen 5 3600X meldeten nur 17 von 180 Teilnehmern den versprochenen Boost-Takt. Der Ryzen 7 3700X, den vermutlich die meisten Spieler auf dem Radar haben, erreichte in nur 153 von 1.039 Fällen den proklamierten Boost. Sprich: gerade mal 14,7 Prozent.
Der Ryzen 7 3800X, von dem sich viele eine bessere Güte versprechen dürften, schnitt tatsächlich etwas besser ab. Im Prinzip erwies sich aber auch dessen Boost-Verhalten als zweifelhaft. 39 von 146 Teilnehmer erreichten oder überschritten mit der CPU die offiziellen Boost-Frequenzen. Oder anders gesagt: nur 26,7 Prozent.
Schlechtestes Boost-Verhalten beim Flaggschiff
Weit abgeschlagen landet der Ryzen 9 3900X auf dem letzten Platz. Nur 38 von 674 Teilnehmer übermittelten den erhofften Boost-Takt. Das sind gerade einmal 5,6 Prozent - in fast 95 Prozent der Fälle wurde der korrekte Boost weder erreicht noch überschritten.
In vielen Fällen lag der Takt zwar nur leicht unter den von AMD in Aussicht gestellten Boost-Frequenzen, erreicht wurden sie dennoch nur in einem Bruchteil der Fälle. Auch mit bestimmten Mainboards sind offenbar keine Wunder zu erwarten. Zum Vergleich zog der8auer ein Mainboard heran, mit dem Kollegen besonders häufig den versprochenen Boost-Takt erreicht haben sollen. Umfrageteilnehmer, die es im Einsatz hatten, kamen mit dem Ryzen 9 3900X aber nur in fünf von 27 Fällen auf ausreichend hohe Frequenzen.
Mehr zum Thema: Ryzen 3000: AMD schränkte Boost-Verhalten laut Asus-Mitarbeiter zugunsten der Langlebigkeit bewusst ein
Es bleibt nun gewiss spannend abzuwarten, wie AMD auf die Testergebnisse reagiert. Manch User wird sich gewiss verschaukelt fühlen. Andererseits ist es längst nicht mehr so wie zu Thunderbird-Zeiten, wo Käufer auf die Taktrate geschielt haben und gleich wussten, wo man einen Chip einzuordnen hat. Die Tatsache, dass der8auer schon zum Release derlei Kuriositäten bei den Frequenzen feststellen konnte, legt nahe, dass sich die Chips schon bei den Reviews entsprechend verhalten haben. Testergebnisse sollten also weiterhin ihre Gültigkeit haben - auch wenn dabei unter der Haube möglicherweise andere Boost-Frequenzen anliegen, als AMD sie offiziell ausweist. der8auer jedenfalls empfiehlt Ryzen 3000 nach wie vor. Die viel zu optimistischen Boost-Angaben änderten schließlich nichts an dessen Leistung.
Viele weitere Werte und eine ausführliche Einschätzung der Situation finden Sie im Youtube-Video von der8auer, das wir Ihnen am Ende der Meldung eingebettet haben.
Quelle: der8auer

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@deady: So abwegig ist das aber alles nicht. Das erste Chiplet meines 3900X packt relativ locker die 4.5GHz allcore dauerhaft. Da muss also irgendwas gehen mit nem Update.
Der Wundertreiber wird schon noch kommen...warte noch etwas...
Ja...das war schon blöd " damals"... Wobei die Treiber ja zugegebenermaßen wirklich noch was rausgeholt haben. Aber ein "Wunder" war es am Ende dann eben trotzdem nicht.
Kenne auch wenig Leute die es nicht kritisieren, aber meist etwas diplomatischer.
Und die Reaktion bei Intel fällt auch nicht stärker oder weniger stark aus. Das ist eine rein subjektive Wahrnehmung. Bei Intel-Problemen ist es nur andersrum, aber sehr ähnlich.
Unter ernstzunehmender Last, also nicht im Idle sondern CineBench/Prime, wird das Programm oder sogar der PC binnen Sekunden abstürzen, weil es einfach nicht funktioniert.
Und das ist für mich halt der Beweis, dass 4.6GHz nicht drin sind.
Ist das ein Running Gag der Intel-/NVIDIA-Fans, den ich nicht verstehe?
@deady: So abwegig ist das aber alles nicht. Das erste Chiplet meines 3900X packt relativ locker die 4.5GHz allcore dauerhaft. Da muss also irgendwas gehen mit nem Update.
Ist das ein Running Gag der Intel-/NVIDIA-Fans, den ich nicht verstehe?
Genau dafür hat AMD ein Update für die SMU angekündigt, wart das halt ab!
Wenn sich da dann nicht bessert, kannst du das gerne kritisieren, aber man sollte schon auch wenn es nur um AMD geht so fair sein und dieses Update abwarten!
Oder weist du nicht was die SMU ist?
Bis jetzt gab es immer nur Updates für die AGESA, klar kann der Microcode dieses Taktverhalten nicht ändern, weil das nicht dort geregelt wird
Die SMU ist eine Art Blackbox von AMD, daß wird bei den Mainboards 1:1 ins UEFI kopiert, die Mainboardhersteller können da nichts einsehen, bzw. ändern.
Wenn das nicht funktioniert, kann man die Schuld ganz klar zu AMD schieben, aber wie gesagt, man sollte so fair sein und abwarten, auch wenn es nur um AMD geht
Woher willst du das wissen?
Woher glaubst du das zu wissen?
Hast du schon einem 3950X, inkl. dem Update?
Eine Spekulation von dir ist Fakt?
Wart doch mal das Update für die SMU ab!
Hoffentlich gehen die Idle-Voltages runter und die Boostclocks hoch.
Und zur ersten Frage:
Brauchst nur mal hier im Thread zu lesen oder im Ryzen-Sammelthread gucken.
Eben dort wo sich die Ryzen-Hardliner formieren und jegliche Kritik abschmettern.
Hat schon was religiöses.
Des weiteren wird im Zusammenhang mit dem Boostclock neuerdings deutlich nach oben gerundet, teilweise auch wenn es sich um Peaks im Millisekunden-Bereich handelt und nicht um dauerhafte Boost-Plateaus, außerdem werden absurde Rechnungen aufgestellt, die zeigen sollen, dass die CPUs völlig normal oder sogar höher als angegeben boosten.
Am Ende macht man halt trotzdem ein Spiel oder CineBench-SingleCore an und sieht, dass die CPUs im Schnitt (nicht im Peak) bei 4200-4300Mhz rumeiern, kurze Spitzen auf 4400MHz sind das höchste der Gefühle und in HWinfo werden je nach Szenario auch mal irgendwo 4550MHz geloggt.
Naja, wie gesagt...
Wir hoffen auf Besserung.