Ryzen 8000G: AMD liefert endlich fehlende Daten zu Zen 4c nach

15
News Oliver Jäger Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wie hoch takten die Zen-4c-Kerne bei Ryzen 8000G? AMD hat es jetzt verraten.
Quelle: AMD (Montage: Sven Bauduin)

AMD bringt ab nächster Woche neue Ryzen-8000G-CPUs auf den Markt, von denen einige Modelle sowohl mit Zen-4- als auch Zen-4c-Kernen ausgestattet sind. Mittlerweile hat AMD die fehlenden Taktraten für Zen 4c nachgeliefert.

Das Jahr startete für Technologie- und Hardware-Interessierte mit der CES 2024 in Las Vegas durch, die auch AMD für seine Zwecke zu nutzen wusste. So präsentierte der Chiphersteller neue Prozessoren auf Zen-3-Basis, aber auch neue Zen-4-APUs für den Desktop, die erstmals der Ryzen-8000-Serie angehören. Dabei handelt es sich um vier Ryzen-8000G-Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit, von der sich AMD "1080p-Gaming ohne Grafikkarte" verspricht.

Fehlende Daten zu Zen 4c

Ein interessantes Merkmal dieser Ryzen-8000G-CPUs ist, dass manche Modelle auch mit Zen-4c-Kernen arbeiten, wie man das bereits bei den mobilen Ryzen-7000-Chips beobachten konnte. Über solche Kerne verfügen der Ryzen 5 8500G und Ryzen 3 8300G. Letzte CPU wird nicht am 31. Januar erscheinen, sondern gegen Ende des ersten Quartals 2024 und vorerst Komplettsystemen vorbehalten sein. AMD ergänzte die Produktwebseiten dieser beiden CPUs unlängst mit konkreten Angaben zu den Taktraten der Zen-4c-Kerne.

Die neuen Ryzen-8000G-Desktop-Prozessoren. Quelle: AMD Die neuen Ryzen-8000G-Desktop-Prozessoren. Der Ryzen 5 8500G verfügt über zwei reguläre Zen-4- und vier Zen-4c-Kerne. Letztere takten laut AMD regulär mit 3,2 GHz und erreichen in der Spitze bis zu 3,7 GHz. Der Ryzen 3 8300G nennt insgesamt nur vier Kerne sein Eigen, von denen sich drei als Zen-4c-Kerne entpuppen. Diese weisen wiederum nach Angaben von AMD einen Basistakt von 3,2 GHz und einen Turbotakt von bis zu 3,6 GHz auf. Das wären deutlich geringere Taktraten, zumindest im Boost, als die Zen-4-Kerne zustande bringen.

Passend dazu: AMD Ryzen 8000G ist offiziell: "1080p-Gaming ohne Grafikkarte" ab 179 US-Dollar und mit FMF

Für 179 bis 329 US-Dollar sollen die Ryzen-8000G-CPUs auf den Markt starten, mit Ausnahme des Ryzen 3 8300G. Zu diesen Preisen sollen Anwender eine CPU erhalten, die sowohl in Spielen als auch in Anwendungen den Einsteigerlösungen von Intel und Nvidia deutlich überlegen ist und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten soll. Etwaige Performance-Vergleiche zeigte AMD zur Vorstellung bei der CES 2024.

Quelle: AMD (1), AMD (2)

15
    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Gracemont und Crestmont (die aktuellen E-Core-Architekturen) unterstützen im Gegensatz zu Redwood Cove und Raptor Cove (die aktuellen P-Kerne) maximal AVX2 und kein AVX512.
        Ich hatte das wohl mit dem in Aussicht stehenden AVX10 durcheinandergebracht, wo wieder Parität herrschen soll.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Allerdings ist aus genau diesem Grund AVX512 in den aktuellen Core-Modellen auch deaktiviert. Somit nutzen dort ebenfalls alle Kerne den gleichen, älteren Befehlssatz – auf was anderem würde der Windows-Scheduler auch gar nicht laufen.
        Ich habe zwar irgendwo was davon gelesen, dass ein Scheduler das prinzipiell können könnte, aber ich sehe da auch jede Menge Fallstricke. Dann wohl doch lieber eine Emulation im weitesten Sinne, wie das mit AVX10 wohl auch vorgesehen ist.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Gracemont und Crestmont (die aktuellen E-Core-Architekturen) unterstützen im Gegensatz zu Redwood Cove und Raptor Cove (die aktuellen P-Kerne) maximal AVX2 und kein AVX512.
        Ich hatte das wohl mit dem in Aussicht stehenden AVX10 durcheinandergebracht, wo wieder Parität herrschen soll.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Allerdings ist aus genau diesem Grund AVX512 in den aktuellen Core-Modellen auch deaktiviert. Somit nutzen dort ebenfalls alle Kerne den gleichen, älteren Befehlssatz – auf was anderem würde der Windows-Scheduler auch gar nicht laufen.
        Ich habe zwar irgendwo was davon gelesen, dass ein Scheduler das prinzipiell können könnte, aber ich sehe da auch jede Menge Fallstricke. Dann wohl doch lieber eine Emulation im weitesten Sinne, wie das mit AVX10 wohl auch vorgesehen ist.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von BxBender
        AMDs Ansatz ist quasi weiterhin ein vollwertiger "P"-Core, nur die Anordnung wurde auf Platz anstatt auf Taktrate hin optimiert, zudem wurde meine ich etwas vom Cache weggelassen, die allgemeine Leistungsfähigkeit ist aber dennoch weiterhin gegeben.
        Cache wurde im Vergleich zum Zen-4-Vollausbau weggelassen, den die Epycs und die Ryzen-7000-CPUs verwenden. Aber in den APUs kommt sowieso nur eine Schmalspurausgabe mit halbiertem L3-Cache zum Einsatz. Bei Ryzen 8000 unterscheiden sich Zen 4 und Zen 4c daher nur durch den deutlich niedrigeren Takt letzterer (Zen 4c maximal 3,7 GHz, Zen 4 im gleichen Prozessor 5,0 GHz und bis zu 5,1 GHz in anderen 8000er-Modellen; bis zu 5,7 GHz in Ryzen 7000)

        Zitat von empy
        Hast du eine Quelle dafür, dass die E-Cores ein anderes Featureset haben? Ich habe nur mal was davon gehört, dass die irgendeine AVX-Ausbaustufe nicht in Hardware unterstützen. Das müsste aber "von außen" nicht zwingend einen Unterschied machen, dank Microcode könnte man den Befehl ja trotzdem ausführen können, es dauert dann halt nur länger. Bei dem Thema ist allgemein wichtig, zwischen der Mikro- und Makroarchitektur zu unterscheiden.
        Gracemont und Crestmont (die aktuellen E-Core-Architekturen) unterstützen im Gegensatz zu Redwood Cove und Raptor Cove (die aktuellen P-Kerne) maximal AVX2 und kein AVX512. Allerdings ist aus genau diesem Grund AVX512 in den aktuellen Core-Modellen auch deaktiviert. Somit nutzen dort ebenfalls alle Kerne den gleichen, älteren Befehlssatz – auf was anderem würde der Windows-Scheduler auch gar nicht laufen.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von MyticDragonblast
        Genau um solche Sachen geht es. Man kann das alle natürlich mit nicht geeigneter Hardware brute-forcen, das dauert aber in der Regel wesentlich länger und man bekommt irgendwann auch Probleme mit dem pipelining und der branch prediction.
        Dauert zwar länger, aber es kommt immer drauf an, was man macht, wie viel länger es dauert. Ohne Fließkommaeinheit Fließkommazahlen berechnen ist z.B. ein größeres Problem, als AVX512 mit einer 256- oder 128-Bit-SIMD-Einheit auszuführen. Ich weiß jetzt auch nicht, was das für Auswirkungen auf das Pipelining und die Branch-Prediction haben könnte.
        Zitat von MyticDragonblast
        Intel hat vor ein paar Monaten mal ein Interview gegeben, warum man bestimmte Befehlssätze auch bei den P-Cores nicht aktiviert(insbesondere AVX-512), obwohl vorhanden: Einfach um dem Scheduler nicht noch mehr Probleme zu machen.
        Scheinbar ist das wohl für moderne Scheduler kein großes Problem aber Intel will ja mit AVX10 auch AVX512-Support mit kleineren Registern realisieren, so dass es da keine Diskrepanzen mehr gibt.
      • Von MyticDragonblast Software-Overclocker(in)
        Zitat von empy
        Ich habe nur mal was davon gehört, dass die irgendeine AVX-Ausbaustufe nicht in Hardware unterstützen.
        Genau um solche Sachen geht es. Man kann das alle natürlich mit nicht geeigneter Hardware brute-forcen, das dauert aber in der Regel wesentlich länger und man bekommt irgendwann auch Probleme mit dem pipelining und der branch prediction. Dazu noch der geringere Takt, mit mehr wäre das unter Umständen bei leichteren Berechnungen kompensierbar.
        Wer es selber probieren möchte kann mit dem Intel SDE rumspielen, um Befehlssätze vorzugaukeln. Die Performance ist OK, aber nicht der Brüller.

        Intel hat vor ein paar Monaten mal ein Interview gegeben, warum man bestimmte Befehlssätze auch bei den P-Cores nicht aktiviert(insbesondere AVX-512), obwohl vorhanden: Einfach um dem Scheduler nicht noch mehr Probleme zu machen. Das meinte ich, als ich oben von den Bestrebungen seitens Intel sprach, P und E Cores wieder mehr anzugleichen.
      • Von INU.ID Lötkolbengott/-göttin
        Es ist irgendwie schon komisch, dass die leistungsstärkeren iGPUs (zb. 680M/780M) bisher ausschließlich den verlöteten CPUs von AMD vorenthalten wurden, und es bis zur 8000er Serie gebraucht hat, bis solche iGPUs auch in den gesockelten Desktop kommen.
        Zitat von BxBender
        Mir fehlt ein Gegenprodukt zum N100 mit 6W.
        Die gibts auch von AMD, zumindest "halbwegs", als "Mobile-CPUs". Und soweit ich sehe, bisher überwiegend in "China-Mini-PCs". Der N100 zieht ja eigentlich auch keine 6W, sondern eher 10-12W (und je nach Config ggf. noch mehr).

        Du musst bei solchen "AMD-Minis" halt manuell die TPD begrenzen, damit die CPU nicht mehr als zb. 10W oder 15W verbraucht, dann sollten sie ähnlich sparsam wie N95/N97/N100/N305 sein. Aber du kannst bei AMD halt auch noch aufs Gas drücken, und bei Bedarf mehr Leistung (über mehr Watt) abrufen. Das geht bei den "kleinen Intels" halt nicht wirklich. Und außer dem N305 (8C/8T) haben die anderen Ns ja auch nur 4C/4T, wohingegen die kleinen AMD-APUs auch 6C/12T und 8C/16T bieten. Plus, bei AMD sind es vollwertige Kerne.

        Aber ja, so was "richtig Kleines" gibts bei AMD (noch?) nicht.
        Zitat von BxBender
        Wie wäre es denn z.B. mit einem ganz einfachen 2C-Minichip für ein Appel und ein Ei?
        Dazu ein kostengünstig produziertes (Mini)ITX Board ohne Zusatzchip.
        Damit hätte man auch etwas bezahlbares für arme Länder und Personen.
        Da - muss ich sagen- hat Intel irgendwie etwas mehr mitgedacht.
        Ich stimme dir zu, dass das Angebot von AMD in der Richtung eher als "dünn" zu bewerten ist, aber Schwächen haben dort beide Hersteller.

        Mainboards mit sparsamen CPUs wie der N-Serie von Intel gibts aktuell nur 3 Stück:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Alle mit N100. Warum nicht mit N97, und warum zum Teufel nicht mit N305? Gerade letzterer sollte doch die beste Wahl für extrem sparsame "Allround-Minis" sein, die mit N100 noch ein kleines bisschen schwächeln (gerade bei manchen Webseiten).

        Zumal es solche Lösungen, und in zahlreichen Variationen, ja gibt, aber eben nur in China (zb. Aliexpress).
        Da gibts auch richtig gute NAS-Boards mit N100 oder N305 (oder älter mit J4xxx/N5095/N5105 usw). Und schon bei den Mini-PCs sieht man ja, dass der Bedarf sogar relativ groß ist (siehe Verkaufszahlen einzelner Mini-Systeme auf Ali, die auch mal mit "10.000+" angegeben sind).

        Aber da schwingt halt immer ein wenig der schlechte Geschmack des quasi nicht existenten Supports mit. Wenn man so ein Mainboard/Mini-PC kauft, gibts idR nicht mehr als das Release-BIOS und die Release-Treiber (wobei man Treiber vom China-Hersteller ja eh nur für relativ unkritische Systemkomponenten braucht - die idR auch ziemlich stabil laufen, wenn sie zum Release laufen - und für den Rest nimmt man ja eh Treiber von AMD, Intel oder Realtek).


        Aber vielleicht baut AMD das Angebot mit den neuen "kleinen" Kernen ja noch aus. Selbst ein 1c/2T oder 2c/4T würde ja für sehr viele Einsatzzwecke optimale Leistung bringen. Gerne auch verlötet auf winzigen Boards.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk