Ryzen 5 7600X: Tuning, Effizienz-Index + Fazit
Auf dieser Seite beschäftigen wir uns mit dem Tuning und der spannenden Effizienz des 7600X und klären im Fazit, ob sich die Wahl für den kleinsten Zen-4-Prozessor als richtig herausstellt oder Sie lieber zu den größeren Varianten greifen sollten.
In diesem Artikel
Prozessoren zu übertakten, war schon immer spannend. Oft lassen sich Leistungsreserven freischalten, die Effizienz verbessern oder einfach Geld sparen, weil durch Tuning-Maßnahmen das günstigere Modell mit der Leistung des Edel-Prozessors arbeitet. Auf Zen bezogen war und ist Tuning allerdings eine komplexe Angelegenheit. Spätestens seit Zen 3 hat AMD die Prozessoren von Haus aus nahezu perfekt optimiert an die Kunden übergeben. Wer dann noch ein halbwegs gescheites X470, B550 oder X570-Board sein Eigen nannte, brauchte im Grunde nichts mehr zu tun. Als Bonus zu diesem Test geben wir zu den Standard-Werten des 7600X jeweils noch einen OC- und Eco-Wert an. Diese setzen sich folgendermaßen zusammen: Die Übertaktung bietet nicht nur ein Curve-Tuning von -5 bis -10 auf allen Kernen und schnellerem Arbeitsspeicher mit DDR5-6000 bei synchronem IF-Takt, wir haben auch die Limits entfernt und den Boost auf die höchste Stufe maximiert. Beim Eco-Mode hingegen setzen wir auf die TDP-Klasse mit 65 Watt, was bei AMD maximal 88 Watt PPT bedeutet.
Auf dieser Seite
- 1 AMD Ryzen 5 7600X im Test: Tuning-Benchmarks UPDATE
- 2 AMD Ryzen 5 7600X im Test: TDP erklärt
- 3 AMD Ryzen 5 7600X im Test: Leistungsaufnahme und Fps pro Watt UPDATE
- 4 AMD Ryzen 5 7600X im Test: Effizienz-Index UPDATE
- 5 AMD Ryzen 5 7600X im Text: Fazit und abschließende Meinung
- 6 AMD Ryzen 5 7600X im Test: Testtabelle mit Wertung
AMD Ryzen 5 7600X im Test: Tuning-Benchmarks UPDATE
Update vom 30.09.2022: Tja, was sagt man dazu. Die Leistung steigt mit anständigem Arbeitsspeicher in den Bereich des Topmodells. Auch den Ryzen 7 5800X3D überflügelt ein 7600X mit DDR5-6000, während man die 3D-Caches mithilfe von schnellerem Arbeitsspeichers kaum noch verbessern kann. Was aber auch auffällt ist, dass der Sechskerner im Eco-Mode kaum bis gar nicht langsamer ausfällt. Das liegt im Verbrauch begründet, der ab Wert das Energiebudget nicht ausreizt. Der Eco-Mode mit 65 Watt macht daher kaum einen Unterschied.
AMD Ryzen 5 7600X im Test: TDP erklärt
Package Power Tracking (PPT), Thermal Design Current (TDC) und Electrical Design Current (EDC) sind der Maßstab bei AMD-Prozessoren, welche die finale Leistungsaufnahme festlegen respektive als Grenzen fungieren. Der PPT-Grenzwert ist die zulässige Leistungsaufnahme des Sockels über die Spannungswandler, die den CPU-Sockel versorgen. TDC ist die maximale Stromstärke in Ampere, die von der Spannungsregler-Konfiguration einer Hauptplatine in thermisch eingeschränkten Szenarien geliefert werden kann. EDC beschreibt die maximale Stromstärke in Ampere, die das Mainboard kurzzeitig anlegen darf. AMD unterteilt ihre CPUs in feste TDP-Klassen und definiert somit Vorgaben für PPT, TDC und EDC. Die Angaben, die Sie in unseren Übersichten und Benchmarks vorfinden, beschäftigen sich dabei vorrangig mit dem PPT-Wert. Wir messen dabei nicht explizit "PPT", gleichwohl aber die Leistungsaufnahme unter Last in Watt, wir kommen daher dem PPT am nächsten. Ein Ryzen 7 7700X als Beispiel eine TDP von 105 Watt, was bei AMD bei Zen 4 eine PPT von 142 Watt bedeutet. Das bedeutet, dass diese CPU ohne Ihr Eingreifen niemals mehr als diese 142 Watt verbrauchen wird. Laut Robert Hallock sind diese Werte "hard coded", Hersteller wie Asus, Gigabyte oder MSI müssen sich also daran halten. Uns hat natürlich beim kleinsten Zen-4-Modell interessiert, wie die Werte gegenüber den hauseigenen und den Modellen der Konkurrenz aussehen.
AMD Ryzen 5 7600X im Test: Leistungsaufnahme und Fps pro Watt UPDATE
AMD Ryzen 5 7600X im Test: Effizienz-Index UPDATE
Huch, was ist denn hier passiert? Hat PCGH den Ryzen 5 7600X etwa zu sparsam getestet? Man liest doch überall vom hohen Stromverbrauch dieser CPU. Nun, die Zahlen, die Sie vor sich sehen, sind echt. Der Sechskerner übertrifft im Hinblick auf die Effizienz in jedem Punkt einen Ryzen 7 5800X3D - und das ist eine Hausnummer, wie treue PCGH-Leser wissen. AMD liefert mit dem 7600X ab Werk sogar mehr Fps pro Watt, als mit dem 7700X im Eco-Mode. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme von 107 Watt mag für einen Sechskerner hoch wirken, vergleicht man dazu aber die Leistung in Anwendungen, die sich über i5-12600K und R7 5800X einordnen, die jeweils mit höherem beziehungsweise gleichwertigen Energiebudget ab Werk antreten, kann man dem 7600X keinen hohen Verbrauch vorwerfen. Die Platzierung im Anwendungs-Effizienz-Index stützt das, den eigenen 5800X schlägt man um zwölf und den i5-12600K gar um 19 Prozent. An die (acht Prozent höheren) Bestwerte des Ryzen 5 5600 kommt man zwar nicht heran, dafür ist Letztere aber auch 23 Prozent langsamer in Anwendungen. Es ist uns daher unverständlich, dass AMD diesem Prozessor eine TDP von 105 Watt mit auf den Weg gegeben hat. Diese werden nicht ausgelastet und ziehen entsprechend die Effizienz-Noten herunter.
Update vom 30.09.2022: Mit den OC- und Eco-Mode-Daten erweitert sich das Bild um den Ryzen 5 7600X. Hätten Sie gedacht, dass die CPU dank OC sogar effizienter wird als im Eco-Mode? Das liegt am schnelleren Arbeitsspeicher in Kombination mit dem Curve Optimizer sowie an den sich offenbar am Sweetspot taktenden Prozessorkernen. Mit OC erleben wir die beste Version des Ryzen 5 7600X.
AMD Ryzen 5 7600X im Text: Fazit und abschließende Meinung
Der kleine Sechskerner trägt ein schweres Los, denn der Preis ist verglichen zum Vorgänger doppelt so hoch, die Mehrleistung von durchschnittlich 25 Prozent im Spiele-Index will nicht dazu passen und eine TDP von 105 Watt steht diesem Prozessor überhaupt nicht zu Gesicht. Was soll man bei so einer Vorstellung in das Fazit schreiben? Eine Klarstellung. Gehen Sie noch einmal in Ruhe alle Zahlen durch, die Index-Werte reichen dafür aus. Im Spiele-Index, ungleich, ob mit einer Geforce- oder Radeon-GPU erstellt, liegt ein Ryzen 5 7600X auf dem Niveau eines Intel Core i9-12900K, sieben Prozent über einem Core i7-12700K und 25 Prozent über dem Vorgänger Ryzen 5 5600. Zu einem Ryzen 7 5800X3D fehlen nur drei Prozent. In Anwendungen bewegt sich ein 7600X über dem Niveau ehemaliger Achtkerner und schlägt sogar knapp den 10-Kerner i5-12600K. Zur durchschnittlichen Anwendungsleistung des Ryzen 9 5900X fehlen dem Sechskerner nur zehn Prozent. Im Effizienz-Index schließlich ist ein 7600X in jeder Kategorie vor einem 7700X, 5800X3D und vor allen Zen-3-Vorgängern - und vor den Intel-Prozessoren ohnehin.
Wenn Sie uns fragen, sehen wir hier die effizienteste Zen-4-CPU vor uns, die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis aufwartet. In Bezug auf die Ausstattung erhält man auch mit dem kleinsten Modell alle Vorteile der Plattform und gerade mit einem B650-Mainboard könnte der Sechskerner zum P/L-Tipp für die nächsten Monate, wenn nicht gar Jahre werden. Das einzige, was wir dem Prozessor vorwerfen ist, wie AMD diesen vermarktet. Es wäre sicher kein Problem gewesen, den Basis- sowie Boost-Takt um weitere 100 bis 200 MHz zu senken, um die 65 Watt TDP-Klasse zu erreichen. Letztlich müssen wir, ob der hohen Preise auch sagen, dass die CPU trotz der adäquaten Leistungen aktuell noch zu teuer ist. Sollte der Bestell-Finger jucken, dann warten Sie zumindest noch den Oktober ab, wenn neue, günstigere Mainboards für Sockel AM5 und auch Raptor Lake erscheinen. All das kann und wird sich auf den Preis auswirken.
Quelle: PCGH
AMD Ryzen 5 7600X im Test: Fragwürdig hohe TDP vereint mit bester Effizienz (3)
AMD Ryzen 5 7600X im Test: Testtabelle mit Wertung
| Prozessor | AMD Ryzen 5 7600X |
|---|---|
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2801237 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 360,-/gut |
| Für Mainboards mit … | Sockel AM5 |
| Codename | Zen 4 Raphael |
| Anzahl Kerne/Threads | 6c/12t |
| Basistakt (Turbo für alle und einen Kern) | 4,7 GHz, (5,35-5,45 GHz) |
| L1-Cache (Daten/Befehle, je Kern) | 32 KiByte/32 KiByte |
| L2-Cache (je Kern)/LLC (gesamt) | 1.024 KiByte/32 MiByte |
| Heatspreader, Fertigung | Metall (verlötet), TSMC N5 |
| Ausstattung (20 % der Endnote) | 1,22 |
| Grafikeinheit | RDNA2 (2 CU) |
| Befehlssätze und Erweiterungen (Auswahl) | AES, AMD-V, AVX, AVX2, AVX512, FMA3, MMX(+), SHA, SSE, SSE2, SSE3, SSE4.1, SSE4.2, SSE4A, SSSE3, x86-64 |
| Integrierte PCI-Express-Lanes | 24× PCI-Express 5.0 |
| Eigenschaften (20 % der Endnote) | 1,79 |
| Offener Multiplikator* | Ja |
| Speicherkanäle (u. max. Geschw.*/**) | 2× DDR5-5200 |
| ECC-Support | Unterstützt |
| TDP laut Hersteller** | 105 Watt |
| TDP (Boost) | 142 Watt |
| Leistungsaufnahme (Doom/Elden/Spider)** | 86,31/64,25/75,97 Watt |
| Leistungsaufnahme Spiele (Durchschnitt)** | 71 Watt |
| Leistungsaufnahme Anwendungen (Durchschnitt)** | 107 Watt |
| Effizienz Gesamt (Normiert) | 89,5% |
| Leistung (60 % der Endnote) | 2,04 |
| Spiele-Index | 95 % |
| Anwendungs-Index | 61,7 % |
| Endnote | Wertung: 1,83 |
* Setzt Unterstützung durch das Mainboard voraus **Angabe dient nur der Information, gewertet wird die Effizienz über alle Spiele und Anwendungen
Welchen Eindruck haben Sie vom Ryzen 5 7600X gewinnen können? Leistungs-Granate, TDP-Wunder oder Effizienz-Gurke? Was halten Sie vom Preis, in Abhängigkeit der erreichten Werte? Wie immer freuen wir uns über Feedback. Hinterlassen Sie doch gerne einen Kommentar im Forum. Falls Sie noch nicht registriert sind, sollten Sie darüber nachdenken, ein Account im Computec-Netzwerk bringt viele Vorteile mit sich.

Außerdem kann AMD das auch
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Ich würde mich gerne von meinem 9600k trennen und in einen 7600x, DDR5 und Board investieren.
Ansprüche ans Mainboard: Keine Limitierung der CPU was PPT, TDC, EDC angeht,
USB, Netztwerk, 1x m.2 Gen4, möglichst günstig. Ich möchte keine Gimmicks bezahlen, die ich nicht brauche, wie RGB usw.
In der Vergangenheit bin ich gut mit den günstigsten Chipsätzen gefahren. Das scheint aber bei AM5 schwieriger zu sein. Bin für Tips dankbar!
Synchron heißt bei Ryzen das MCLK (memory Controll Takt ) synchon mit dem Memory Takt also bei dir 6000 bzw da DDR 3000mhz in Synchron laufen also beide mit 3000mhz.
"Zitat Igor"
Bei RAM Taktraten jenseits der 6000 Mbps geht die UCLK automatisch in den 1/2:1 Modus, besser bekannt als 1:2. Aktiviert man beispielsweise ein EXPO Profil mit DDR4-6400 wird, so sind die entsprechenden Werte 3200 MHz für MCLK und 1600 MHz für UCLK. Die FCLK bleibt dabei weiterhin bei 2000 MHz gedeckelt, zumindest solange man sie nicht manuell ändert. Bei RAM Taktraten unter DDR5-6000 wird für FLCK automatisch ein Mittelwert zwischen den Basistakt von 1800 MHz und dem Maximum von 2000 MHz gesetzt, z.B. 1900 MHz bei DDR5-5600.
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