AMD Ryzen 5 5600G im Hands-On-Test: Zen 3 trifft altehrwürdige Vega-Grafikkarte

Die All-in-One-Lösung in Form eines Prozessors mit integrierter Grafikkarte gibt es jetzt auch in verbesserter Version in der Mittelklasse. Wir prüfen AMDs Ryzen 5 5600G auf seine Leistungsfähigkeit in Spielen und schauen, welche Spiele man überhaupt mit der kleinen Vega-IGP flüssig spielen kann.

47
Test David Krausbauer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
AMD Ryzen 5 5600G im Hands-On-Test: Zen 3 trifft altehrwürdige Vega-Grafikkarte
Quelle: PCGH

Ryzen 5000 und Zen 3 - damit assoziieren nicht nur Sie hohe Leistung und Effizienz. Doch die Desktop-Modelle Ryzen 5950X, 5900X, 5800X und 5600X haben eine Schwäche gegenüber vergleichbaren Intel-Prozessoren, sie verfügen nämlich nicht über eine integrierte Grafikeinheit (IGP). Das liegt daran, dass AMD CPUs und APUs schlicht unterteilt. Die Modelle mit IGP erkennen Sie am G(E)-Kürzel. Wir haben uns die Leistung und Eigenschaften der APU Ryzen 5 5600G angesehen und zeigen im Video, wie flüssig Spiele wie Minecraft, League of Legends oder Rocket League laufen. Wir weisen zusätzlich gerne auf den großen Test des Ryzen 7 5700G hin, inklusive Architektur-Überblick.

AMD Ryzen 5 5600G im Hands-On-Test: Übersicht

Mit einem Basistakt von 3,9 GHz und einem Turbotakt von 4,4 GHz bietet die Sechskern-APU gegenüber dem Topmodell nur eine leicht reduzierte Taktfrequenz, ein Ryzen 7 5700G kann auf bis zu 4,6 GHz zurückgreifen. Zu unserer Überraschung boostet unser Sample des 5600G aber auch unter Last dauerhaft mit 4,45 GHz. Als Basis dient der APU die Zen-3-Architektur. Wie beim 5700G wurde auch beim 5600G der L3-Cache um die Hälfte beschnitten, um Platz für die IGP zu machen. Letztere bietet mit sieben Compute Units einen weniger als ein 5700G, die Anzahl der Shader beträgt daher nur 448 und nicht 512. Der IGP-Takt ist ebenfalls um 100 MHz reduziert und rechnet beim 5600G mit 1,9 GHz. Das resultiert in rund zehn Prozent geringerer Grafikleistung, welche in etwa mit der Leistung eines Ryzen 5 3400G vergleichbar ist.

Abgesehen vom L3-Cache ist ein 5600G aber einer Zen-3-CPU würdig, die APU bringt nämlich ebenfalls einen leicht verbesserten Speichercontroller mit, wie das Vorbild 5700G. Standardmäßig wird dieser mit DDR4-3200 betrieben, im Tuning-Special in PCGH-Ausgabe 10/21 zum 5700G hat sich aber bereits gezeigt, dass DDR4-4000 im Bereich des Möglichen sind, bei synchronem IF-Takt wohlgemerkt. Die APU ist aber bereits ohne diesen Eingriff sehr effizient unterwegs, vor allem im Vergleich mit den anderen AMD-APUs mit ähnlicher Leistung, mehr als 100 Watt (Gesamtsystem) haben wir dem Strommessgerät an der Steckdose beim Spielen nicht ablesen können.

Um die generelle CPU-Leistung abzuklopfen, musste auch AMDs Ryzen 5 5600G einen Durchlauf durch den PCGH-CPU-Index absolvieren, der aus 20 fordernden Spielen besteht.. Wie gehabt setzen wir dabei ein TDP-Limit und konfigurieren die CPU auf die Herstellervorgaben.

Die Leistung in Spielen mit dedizierter Grafikkarte ist im guten Mittelfeld und auf Augenhöhe der Prozessoren, welche wir immer wieder für das reine Spielen am PC loben und empfehlen. In Anwendungen kann sich ein 5600G dank seiner sechs Kerne auch blicken lassen, auch wenn das nicht das hauptsächliche Einsatzgebiet der APU ist. Das ist nämlich die All-in-One-Lösung für günstige Multimedia- oder Einsteiger-PCs. Damit ist die reine CPU-Leistung abgehakt und nachweislich über der eines Ryzen 5 3400G einzuordnen.

Offiziell werden die Zen-3-APUs von 400er- und 500er-I/O-Hubs unterstützt. Damit Sie mit einer Ryzen-5000-APU booten können, muss mindestens AGESA-Version 1.1.8.0 installiert sein. Für die beste Performance empfiehlt AMD mindestens AGESA-Version 1.2.0.3 Beta, ein Update soll ab dem 5. August 2021 für viele Mainboards ausgeliefert werden.

AMD Ryzen 5 5600G im Hands-On-Test: Leistung der integrierten Vega-Grafikkarte

Technisch ist auch ein Ryzen 5 5600G (Cezanne) eine Renoir-APU (Ryzen 4000) mit Zen 3 statt 2 als Basis, drumherum gab es nur minimale Anpassungen, beispielsweise beim Speichercontroller. Es gibt daher keine großen Überraschungen bei der Vega-GPU. Statt auf RDNA zu setzen, skaliert AMD Vega weiter nach oben, der Schritt auf 7 nm brachte schon bei den OEM-Modellen der 4000er-APUs einen ordentlichen Grafik-Boost gegenüber dem Vorgänger Zen + mit Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G. Einzig bei der Taktfrequenz gibt es einen kleinen Unterschied: Die Vega-IGP im 5700G taktet mit 2,0 GHz, die im 4700G konnte auf 2,1 GHz zurückgreifen, während die IGP im 5600G nur mit 1,9 GHz rechnet.
GPU-Z 5600G Quelle: PCGH GPU-Z 5600G Die Grafikleistung der verbauten IGP reicht dabei zwar nicht für Grafikkracher à la Cyberpunk 2077 aus, grafisch einfache Spiele wie Minecraft, League of Legends, Rocket League, Dota 2 oder ältere Titel von oder vor 2015 laufen aber flüssig genug, um Spaß am Spiel zu haben. Das soll folgendes Video demonstrieren, die übrige Hardware besteht aus einem passenden Set-up aus 32 GiB DDR-3200 Speicher, welches genau den Empfehlungen von AMD entspricht. Wir haben beispielhaft Doom Eternal und Fortnite angespielt, wie Sie in den unkommentierten Videos sehen können. Hinweis: Schalten Sie besser den Ton der Videos ab, das Rauschen wurde durch die Capture-Hardware erstellt, wir suchen uns derzeit Möglichkeiten für ein neues Gerät.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bei Fortnite haben wir die automatischen Einstellungen vorgenommen und die Auflösung auf Full HD gestellt. So mag das Spiel grafisch keine Bäume ausreißen, läuft aber zu jeder Zeit flüssig auf der Vega-IPG des AMD Ryzen 5 5600G. Im Video oben links ist ein Overlay eingeblendet, welches Ihnen die Fps sowie Frametimes anzeigt.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Doom Eternal fällt schon etwas fordernder aus, wir reduzieren alle Details auf das Minimum und aktivieren das dynamische Upscaling der Auflösung. Wir haben hier ebenfalls Full HD verwendet. Der Shooter ist selbst mit der kleinen Vega-IGP zu spielen. Sicher, die Reaktionszeit ist durch Input Lag der geringen Framerate begrenzt, aber es ist spielbar und darum geht es. Auch hier können Sie oben links am Overlay die Fps sowie Frametimes ablesen.

AMD Ryzen 5 5600G im Hands-On-Test: Fazit

Sicherlich darf man AMD ankreiden, dass sie im Falle einer aktuellen Zen-3-APU noch immer auf die alte Vega-Architektur setzen, immerhin nutzen beispielsweise die Playstation 5 oder das Steam Deck eine RDNA-IGP, die weitaus leistungsfähiger ausfällt als eine Vega. Da AMD aber offenbar nur begrenzte Möglichkeiten hat, ausreichend RDNA-Chips zu produzieren, geht der schwächste Markt eben leer aus, ein logisches Vorgehen eines gewinnorientierten Unternehmens. Nichtsdestotrotz lässt sich auch mit einer Vega-IGP sehr gut spielen, sofern sie mit maximal Full HD und grafisch einfachen Spielen zufrieden sein können.

Prozessor AMD Ryzen 5 5600G
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/2536507
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. 260 €/befriedigend
Für Mainboards mit Sockel AM4
Codename Zen 3 (Cezanne)
Anzahl Kerne/Threads 6c/12t
Basistakt (Turbo für alle und einen Kern) 3,9 GHz (4,45-4,45 GHz)
L1-Cache (Daten/Befehle, je Kern) 32 KiByte / 32 KiByte
L2-Cache (je Kern)/LLC (gesamt) 512 KiByte / 16 MiByte
Heatspreader, Fertigung Metall (verlötet), 7 nm
Ausstattung (20 % der Endnote) 1,55
Grafikeinheit Radeon Graphics 7 CU, 1,9 GHz
Befehlssätze und Erweiterungen (Auswahl) SSE bis 4.2, AVX bis 2, AMD-V, FMA3, AES
Integrierte PCI-Express-Lanes 24× PCI-Express 3.0
Eigenschaften (20 % der Endnote) 1,95
Speicherkanäle (maximale Geschwindigkeit) 2× DDR4-3200
TDP (Herstellerangabe) 65 Watt
TDP (maximaler Boost) 88 Watt
Leistungsaufnahme (Doom/Horizon/BF5) (Gesamtsystem) 340/314/277 Watt
Leistungsaufnahme Spiele (Durchschnitt) (Gesamtsystem) 306 Watt
Leistung (60 % der Endnote) 2,38
Endnote Wertung: 2,13
47
    • Kommentare (47)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gbm31 PC-Selbstbauer(in)
        Also fürs gemütliche Gamen am TV+HTPC via XBox-Controller sind die Dinger top!

        Ich mach gerade wieder einen Durchlauf Elex, nach Greedfall und AC:Origins. 720P und mittlere bis hohe Details, bockt für mich und meine Kids.

        4650G auf einem B450 ITX, mit 16GB 3200er, 2TB SSD und einen flachen Noctua in einem kleinen Intertech A80S
      • Von gbm31 PC-Selbstbauer(in)
        Also fürs gemütliche Gamen am TV+HTPC via XBox-Controller sind die Dinger top!

        Ich mach gerade wieder einen Durchlauf Elex, nach Greedfall und AC:Origins. 720P und mittlere bis hohe Details, bockt für mich und meine Kids.

        4650G auf einem B450 ITX, mit 16GB 3200er, 2TB SSD und einen flachen Noctua in einem kleinen Intertech A80S
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Dave
        Ein Kurztest mit Wertung befindet sich im neuen Heft:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Ansonsten haben oder bekommen alle CPU-Listen ein Update mit der CPU. Darüber hinaus befand sich die APU nur sehr kurze Zeit in der Redaktion, es war schlicht keine Zeit für einen großen Test.
        Oh echt, beim ersten überfliegen hab ich den gar nicht gesehen.
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Gurdi
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Wann kommt denn ein richtiger Test zu der CPU?
        Ein Kurztest mit Wertung befindet sich im neuen Heft:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Ansonsten haben oder bekommen alle CPU-Listen ein Update mit der CPU. Darüber hinaus befand sich die APU nur sehr kurze Zeit in der Redaktion, es war schlicht keine Zeit für einen großen Test.
      • Von Gurdi Kokü-Junkie (m/w)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Wann kommt denn ein richtiger Test zu der CPU?
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von Kondar
        Ich tippe das es aktuell an der Speichergeschwindigkeit liegt das die Grafik nicht soo viel schneller wird.
        Könnte mit DDR5 einen deutlichen Leistungsplus geben.
        Man wird dann vermutlich auch auf RDNA setzen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk