AMD: Verwirrung um neue Prozessoren

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Große Erwartungen setzen AMD-Fans in das jährliche Aktionärstreffen, das gestern Abend deutscher Zeit per Webcast übertragen wurde. Firmenchef Hector Ruiz konnte die offenen Fragen jedoch kaum beantworten.

Nicht nur Finanzbeobachter und Analysten nutzen die regelmäßigen Aktionärs- und Analystentreffen als wichtige Informationsquelle für ihre Arbeit. Auch Fans und Journalisten klinken sich gerne in die Live-Übertragung ein, denn dort muss sich die Führungsriege, allen voran Hector Ruiz, üblicherweise den kritischen Fragen der Marktteilnehmer stellen. Geschickte wie unglückliche Aussagen können sich binnen Sekunden dramatisch auf den Aktienkurs auswirken und zuletzt ließen die AMD-Oberen immer wieder Katzen aus dem Sack:

• Enthüllt: AMDs Pläne für 2008 und 2009
• AMD Technology Analyst Day: Die AMD-Zukunft - Bulldozer & Sandtiger
• AMD Technology Analyst Day: Auf Barcelona folgt Shanghai
• Update: Desktop-Mainboard mit 2 CPU-Sockel?.

Profitabel bleiben
Ruiz gab sich gestern jedoch schmallippig und wiederholte einige bereits bekannte Positionen. Die Quartalszahlen seien "enttäuschend", doch habe AMD die Probleme mit dem Barcelona hinter sich gelassen und befinde sich auf dem Weg in eine rosige Zukunft. Ziel sei es, in "guten wie schlechten Zeiten profitabel" zu bleiben. Wann und wie genau die Wende geschafft werden soll, blieb allerdings offen. Auch Informationen zur "Asset smart"-Strategie, von der keiner weiß, welche Kosten damit genau verringert werden sollen, blieben Mangelware - Ruiz verwies lediglich auf eine Ankündigung in näherer Zukunft. Spekulationen, nach denen AMD den Verkauf der Dresdener Fabriken in Erwägung zieht, werden damit jedenfalls nicht ausgeräumt.

Ungewöhnlich kurz
Die Telefonkonferenz war nach einer knappen halben Stunde bereits beendet, von Analystenseite wurde nur eine einzige Frage beantwortet - und die drehte sich kurioserweise um AMDs Engagement beim Golf-Sponsoring. Danach war Schluss.

Raum für Spekulationen
Sandtiger in einer älteren Roadmap Quelle: Bild: AMD Sandtiger in einer älteren Roadmap Offen bleibt damit auch, warum in der gestern präsentierten Server-Roadmap die Codenamen Bulldozer und Sandtiger fehlen. Bulldozer bezeichnet die erste komplett neue Kern-Architektur seit dem K8, Sandtiger steht für einen Chip, der aus acht Bulldozer-Kernen besteht. Beide Namen tauchten beim jährlichen Analystentag 2007 sogar in einer offiziellen Roadmap auf, verschwanden aber schon im Dezember bei einem ähnlichen Treffen wieder von den Präsentationsfolien. Es erscheint damit wenig wahrscheinlich, dass AMDs Chef-Architekt Phil Hester, der erst im April die Firma verlassen hatte, für den Wegfall bezeiehungsweise die Verschiebung verantwortlich ist. Sandtiger-Design Quelle: Bild: AMD Sandtiger-Design

Montreal und Swift
Ebenfalls weggefallen ist "Montreal", ein Vier- bis Achtkern-Design, das 2009 für den neuen Sockel G3 hätte erscheinen sollen. Als Ersatz und Shanghai-Nachfolger hat AMD offenbar den Istanbul-Chip vorgesehen, während der neue Sockel wohl erst mit Sao Paulo und Magny-Cours kommt.

Dass die ersten Architekturen mit integriertem Grafikkern (Swift, vormals Fusion) nicht in der Roadmap zu finden sind, ist dagegen schnell erklärt: Swift, das auf Kerne der Stars-Serie zurückgreift, soll zunächst für Notebooks erscheinen, die gestrige Roadmap enthüllte aber lediglich die Serverpläne des Chipkonzerns.

Aktuelle Server-Roadmap Quelle: Bild: AMD Aktuelle Server-Roadmap Aktuelle Server-Roadmap Quelle: Bild: AMD Aktuelle Server-Roadmap Ältere Server-Roadmap Quelle: Bild: AMD Ältere Server-Roadmap

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