US-Senator schlägt Videospiel-Steuer vor
Wenn es um die Erschließung neuer Einnahmequellen zur Finanzierung des Staatshaushaltes geht, sind Politiker ja zumeist sehr kreativ. Den neusten Beitrag hat nun der, im US-Bundesstaat Wisconsin tätige, Senator Jon Erpenbach mit seinem Vorschlag einer Extrasteuer auf Videospiele und zugehörige Hardware geleistet.
Diese soll einen Anteil von einem Prozent des Verkaufpreises ausmachen und dazu genutzt werden die Kosten zu decken, die bei der Realisierung eines geplanten Programms zur Überführung Jugendlicher Straftäter in separate Jugendstrafanstalten entstehen. Jährlich werden in Wisconsin etwa 30.000 minderjährige Straftäter mit geringen Vergehen verurteilt und inhaftiert, wobei diese momentan genauso behandelt werden wie erwachsene Verbrecher.
Auch wenn die Steuer das Rechtssystem in Wisconsin für harmlose, jugendliche Straftätern verbessern soll, empfinden einige Spieler dies dennoch als unfairen Angriff auf ihr Hobby, welcher dieses in einem schlechten Licht erscheinen lassen könnte. So äußerte der 37-jährige Spieler Justin Sallows in einem Interview mit WISC-TV, dass die Steuer "den Eindruck entstehen ließe, dass mit Videospielen irgendetwas nicht stimmen würde und man daher eine Extrasteuer darauf erhebt, um die Leute vom Spielen abzuhalten."
Senator Erpenbach verteidigt seinen Vorschlag mit der Aussage, er glaube nicht, dass jeder minderjährige Straftäter genauso behandelt werden sollte wie volljährige Verbrecher. Weiterhin sei er jedoch auch für alternative Vorschläge offen.