25 Jahre Microsoft Train Simulator: Schon damals "realitäts- und detailgetreu"
Am 18. Juni 2001 ist der Microsoft Train Simulator (MSTS) erschienen, der das Genre der Eisenbahnsimulationsspiele wesentlich mitprägte. PCGH erinnert sich 25 Jahre zurück.
Heute tummeln sich viele Simulationsexperten in der Spieleentwicklungsbranche. Viele von ihnen kommen vermehrt aus dem deutschsprachigen Raum, etwa Astragon Entertainment, Aerosoft oder Giants Software, um nur einige zu nennen. Mit Microsoft gibt es noch einen weiteren Giganten, der schon seit Ewigkeiten bei den Simulatoren mitmischt. Neben dem allseits bekannten Flight Simulator erblickte vor genau 25 Jahren der Microsoft Train Simulator das Licht der Welt, dessen Entwicklung beim britischen Studio Kuju Entertainment lag.
Train Simulator - Vor 25 Jahren ließ Microsoft die Eisenbahnen los
Am 18. Juni 2001 sandte Microsoft eine Mitteilung an die Öffentlichkeit, in der es hieß, dass der Microsoft Train Simulator offiziell erschienen sei. Hierzulande kam die Eisenbahnsimulation mit einem zeitlichen Versatz von etwa einem Monat auf den Markt. Zur Feier des vollendeten Vierteljahrhunderts wagt PCGH einen Blick zurück auf den MSTS und beleuchtet den Werdegang der Marke.
Quelle: Microsoft
Microsoft Train Simulator: Cover
Der MSTS, der damals offiziell für Windows 95, 98, ME und 2000 sowie später auch für Windows XP verfügbar war, bot dreidimensionale Züge und Landschaften. Die Darstellung Letzterer wurde dabei als besser erachtet als bei anderen Eisenbahnsimulationen dieser Zeit. Auf der inhaltlichen Ebene gab der Microsoft Train Simulator dem Spieler die Option, verschiedene Eisenbahnmodelle und -arten zu steuern. Dabei mussten in Einzelspielermissionen entweder Fracht oder Passagiere unter Zeitdruck von A nach B transportiert werden. Zur Auswahl standen sechs aus dem realen Leben übernommene Zugstrecken in den USA, Japan und England:
- Innsbruck nach St. Anton in den 1920er-Jahren, mit dem klassischen Venice-Simplon-Orient-Express und der Dampflokomotive Gölsdorf 380.
- Settle und Carlisle in Nordwest-England um 1930 mit der einst schnellsten Dampflokomotive LNER No. 4472 Flying Scotsman und um 1980 mit der Diesellokomotive Class 50 Vailant.
- Der nordamerikanische Northeast Corridor von Washington D. C. nach Philadelphia, der entweder mit dem Triebzug Acela Express oder Zügen, die mit den Elektrolokomotiven HHP-8 bespannt sind, befahren werden kann.
- Durch den Marias Pass und die Rocky Mountains in Nordwest-Montana; eine Strecke der BNSF-Railway-Bahngesellschaft, auf der Güterzüge mit den dieselelektrischen Lokomotiven Dash9-44CW, GP 38-2 und SD 40-2 gefahren werden können.
- Odakyu Railway Co., eine der verkehrsreichsten Pendlerstrecken ab Tokio. Spieler können alternativ auf dem Weg zu den Hakone-Thermalquellen mit den elektrischen Triebzügen der Serien 2000 und 7000 die Landschaft rund um den Fuji genießen.
- Mit den dieselhydraulischen Triebwagen des Typs KIHA 31 kann die Hisatsu-Linie der japanischen Insel Kyushu befahren werden.
Microsoft Train Simulator - Gameplay-Bilder
Der MSTS ließ den Spieler das Simulationsgeschehen aus mehreren Blickwinkeln betrachten, entweder aus dem Führerstand der Eisenbahn, den Passagier-Waggons, von außen auf den Zug oder von oben auf die vordere und hintere Kupplung, wenn weitere Wagen angekuppelt wurden. Die Simulationsvielfalt, inklusive der Eisenbahnakustik, ließ daneben kaum zu wünschen übrig und bot etliche Stellschrauben, was den hohen Realismus des Spiels unterstrich, wie auch damals die Kollegen der PC Games in ihrem Test festgestellt hatten. Zur Steuerung des MSTS dienten lediglich Maus und Tastatur; zusätzliche Programme ließen die Emulation mittels anderer Eingabegeräte wie Joysticks und Controllern zu.
Was auf den MSTS folgte - Fortsetzungen und Kontroversen
Mit dem Microsoft Train Simulator allein sollte die Reihe noch kein Ende finden und somit 2004 eine Fortsetzung erscheinen, die Microsoft bereits angekündigt hatte - Bild- und Videomaterial soll sich im Internet schon in Umlauf befunden haben. Trotz nahender Fertigstellung wurde die Folgeversion des MSTS allerdings eingestellt, was mit der finanziellen Lage von Kuju Entertainment und der daraus folgenden unzulänglichen Qualität zusammenhing. Microsoft selbst wollte das Projekt nicht weitertragen und überließ die Veröffentlichung Electronic Arts. Das Spiel erschien 2007 dann unter dem Namen Rail Simulator.
Danach gelang der Train Simulator in die Hände von Dovetail Games, die ihn 2009 unter diesem Namen auch neu veröffentlichten (etwa auf Steam erhältlich). Auch Microsoft wollte es zum Weihnachtsgeschäft 2009 noch einmal versuchen und kündigte den MSTS2 im Jahr 2007 an. Finanzielle Einsparungen und die Schließung der Aces Games Studios, des zuständigen Entwicklers, sorgten abermals kurz vor der Fertigstellung für das Aus des MSTS2.
Mit der Zeit wurde der Microsoft Train Simulator darüber hinaus sowohl mit kostenpflichtigen als auch mit Open-Source-Erweiterungen ergänzt, die etwa Bahnstrecken aus Deutschland oder städtische Nahverkehrsstrecken dem Spiel hinzufügten. Letztere mussten aufgrund der begrenzten Engine im originalen Train Simulator von Microsoft außen vor gelassen werden. Zu den Entwicklern solcher Add-ons sind beispielsweise Aerosoft oder German Railroads zu zählen.
Mitmachen und kommentieren
Haben Sie den Train Simulator gespielt? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

Allerdings sollten die Strecken installiert sein, da deren 16bit Installer in 64-Bit Windows nicht mehr funktionieren.
Bereits installierte Strecken sind aber fahrbar.
Kann euch nur zustimmen, Dampfloks sind einfach was besonderes, die Flamencotänzerinnen unter den Lokomotiven.
Sehr viel drama und Ausdruckstärke.
Und gerade in den Advanced Versionen einfach eine herausforderung zu fahren.
Ist wie ein Porsche 911R Entenbürzel gegen einen 911 RSR. Beide sind geil, aber der Entenbürzel verlangt dir viel mehr Fahrkönnen ab.
Ich hätte da noch ein paar mehr, aber ich glaube eins pro Post reicht.
Hier mal ein Bild von der kleinen aber schönen Dampflok, die ich auch als TT Modelbahn (1:120) Lokomotive besitze.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Die Zeiten waren echt so schön, das ich sie sehr vermisse. Nicht diese hektische Zeit von heute, wo die Lokmotiven heute weniger intesressant sind.