Sega Saturn: Kopierschutz nach über 20 Jahren geknackt
Eine Ära geht zu Ende: Der Kopierschutz des Sega Saturn wurde geknackt - über 20 Jahre nach seinem Erscheinen. Der Bastler spricht von einer zwei Jahre langen Herausforderung. Ziel der Aktion ist es, die nach und nach sterbenden CD-ROM-Laufwerke zu ersetzen, für die es kaum noch Ersatzteile gibt. Aber auch, um den besonderen Sound-DSP zugänglich zu machen.
Es ist das Jahr 1994, als der Sega Saturn auf den Markt kommt. Es ist eine für damalige Zeiten ungewöhnliche Konsole. Zwei Central Processing Units (zwei SH-2 7604 32-Bit-RISC-Prozessoren mit je 28,6 MHz [je 25 MIPS] − mit jeweils 4 kB "on-chip"-Cache, davon 2 kB als direkt adressierbares RAM benutzbar) und sechs weitere Prozessoren (SH1, SCU, MCU, VDP1, VDP2 und FH1) sorgen dafür, dass am Ende ein Bild auf dem Schirm erscheint, etwa von Virtua Fighter 2, dem meistverkauften Spiel auf dem Saturn. Ihrer Zeit waren Sega-Konsolen oft voraus, auch wenn die Japaner das nicht in Erfolg ummünzen konnten.
Der Sega Saturn ist eine der ersten Konsolen mit Parallelisierung. 1994 gab es aber kaum Entwickler, die das richtig zu nutzen wussten. Technisch und optisch war das damals mit Texture Mapping und Gouraud Shading Oberklasse, wenn man es zu nutzen wusste - auch dank der 4-MB-RAM-Erweiterung. Es gab ein 28,8-k-Modem in Zeiten, in denen Internet ein Vermögen kostete. Und es gab einen Kopierschutz, der erst jetzt - nach über 20 Jahren - geknackt wurde.
Bisher gab es keine Spiele für den Saturn, die nicht als Original zum Laufen zu bekommen sind. Die Sega-Entwickler leisteten ganze Arbeit beim Kopierschutz, der auf der CD-ROM als Wellenlinie am äußeren Rand zu sehen ist. Ein ganzer Chip im Inneren kümmert sich darum, dass der Saturn sicher bleibt. Einzige Möglichkeit war bisher, an eine für Entwickler verfügbare Boot-CD-ROM zu kommen, die den Kopierschutz kurzzeitig deaktivierte.
Auch die Swap-Technik ist bekannt, bei der man im laufenden Betrieb die CDs zur richtigen Zeit wechseln muss. Das aber geht auf das Material und hilft nicht beim Erhalt von Konsole und Spielen - es gibt ja schließlich Sammler. James Laird Wah setzt dem nun ein Ende, denn er hat den Kopierschutz zwei Jahre lang untersucht und hat einen Weg gefunden, diesen zu umgehen.
Mittels einem nach eigenen Aussagen extrem langen Reverse-Engineering-Prozess ist ihm das Kunststück gelungen. Dazu mussten aufwändig die ROMs ausgelesen und Blueprints analysiert werden. Über den Video-CD-Port gelang dann der Einbruch ins System durch eine bewusst von Sega offengelassene Lücke im System. Das Beste daran: man muss nicht die halbe Konsole auseinanderreißen und umbauen, sondern kann den Steckplatz mit einer speziellen Karte nutzen.
Die stellt einen USB-Port bereit, über den dann ISO-Images von einem beliebigen Laufwerk geladen werden können. Mehr noch, unterstützt die Karte auch die Wiedergabe der damals üblichen Audiotracks als Hintergrundmusik auf den nun gesicherten Discs. Obendrauf gibt es ein paar Extras wie etwa, dass der Saturn nun Daten auf einen USB-Stick schreiben kann.
Ziel der ganzen Operation ist es nicht, den Markt für illegale Kopien zu öffnen. Kopieren konnte man Saturn-Spiele ohnehin, weil sie nicht geschützt sind. Starten ließen sie sich nur nicht. Ziel ist es vielmehr, den Menschen, die an ihrem Saturn hängen, auch in Zukunft eine lauffähige Konsole zu bieten, denn die Double-Speed-Laufwerke, vor allem die Laser, sterben zusehends und Ersatzteile werden immer rarer. Außerdem ist da natürlich noch die Ursprungsidee, die Soundchips (Yamaha FH1 Digital-Signal-Prozessor (DSP) mit 22,6 MHz und Motorola 68EC000 Sound-Prozessor mit 11,3 MHz (1,5 MIPS) des Saturns für Musiker zugänglich zu machen, damit sie dort MIDI-Musik auf den 32 Kanälen komponieren können.
Der Saturn ist so fortschrittlich, dass man über den Extension-Port eine selbstgebastelte SPDIF-Karte anschließen könnte und so verlustfreien Ton auf sein Musik-Equipment bekommt. Klar ist der Sound eines 1994er Audio-Chips nicht mit heute zu vergleichen, auch schon gar nicht mit professionellem Musiker-Equipment, aber hier ist wie so oft der Weg das Ziel. Für den Saturn könnte nun auch eine interessante Homebrew-Szene entstehen und Sega dürfte nun, Jahre nach dem das Projekt beerdigt hat, wohl auch keinen Aufstand mehr machen. Am Ende läuft es vor allem auf eines hinaus: Die Wahrung des digitalen Erbes.
Zum Schluss gibt es ein sehr sehenswertes Video zu dem Fall mit vielen Detailinformationen auch darüber, wie alte Konsolen, hier speziell der Saturn, funktionieren. Vorab empfiehlt sich zur Vorbereitung der gute englische Wiki-Eintrag.
Grafik ... .
Das 3DO war seiner Zeit weit voraus und in der Erstauflage auch zu teuer.
Aber die
für mich als schüler damals und im gegensatz zur teuren ps 1 echt genial
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Das 3DO war seiner Zeit weit voraus und in der Erstauflage auch zu teuer.
Aber die
Das einzig einprägsame Spiel vom 3DO welches mir einfällt, war "the need for speed".
Das Konzept des 3DO war interessant, der erste Versuch eine Konsole zum Standard zu machen.
ich habe noch ein altes 3DO das ich damals gebraucht für 100 DM gekauft habe da hat die ps1 noch 400 gekostet war toll
mit solch schönen spielen Quarantine Game Sample - 3DO - YouTube
Ich lass es immer mal im Emulator laufen.
Die Grafik ist DER Hammer und das Spiel knackschwer.
Ich bin zwar im letzten Level, aber immer noch nicht durch.