Microsoft BASIC: Retro-Interpreter für MOS 6502 wird Open Source - nach fast 50 Jahren
Microsoft hat den Programmcode für eines der ersten eigenen Produkte veröffentlicht: Der Interpreter "Microsoft BASIC" steht ab sofort unter MIT-Lizenz. Das dürfte vor allem Retro-Fans freuen.
Noch bevor Microsoft eigene Betriebssysteme auf den Markt brachte, bot das Unternehmen einen Interpreter für die Programmiersprache BASIC an. Diese Microsoft BASIC genannte Software wurde nach ihrer Veröffentlichung im Jahr 1976 vom PC-Hersteller Commodore lizenziert und half der Firma, sich auf dem Markt zu etablieren. Für moderne Systeme ist BASIC zwar nicht mehr relevant, in der derzeit florierenden Retro-Szene besteht an der Sprache aber durchaus noch Interesse. Das hat Microsoft sich jetzt zum Anlass genommen, den Programmcode von Microsoft BASIC zu veröffentlichen - fast ein halbes Jahrhundert nach der Erstveröffentlichung.
Endlich Open Source
Konkret hat das Unternehmen den Quellcode von Microsoft BASIC 1.1 für den MOS Technology 6502 über Github veröffentlicht. Dieser Prozessor - und seine Abwandlungen - kam in zahlreichen, auch heute noch bekannten Geräten zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise der Atari 2600, der Apple 1 und 2, Nintendos NES und der Commodore C64. Insbesondere letzterer wird von Microsoft dabei gesondert erwähnt - schließlich erschien hier erst vor Kurzem eine Neuauflage.
In der Retro-Szene kursieren laut Microsoft schon länger Nachbauten und Codefragmente von Microsoft BASIC, sodass der nun offiziell veröffentlichte Quellcode bereits gut ersetzt werden konnte. Trotzdem hat die Veröffentlichung aber einen Vorteil, denn damit ist die Rechtslage jetzt kein Problem mehr: Microsoft BASIC wurde unter die MIT-Lizenz gestellt, sodass Retro-Fans den Programmcode problemfrei weiterverwenden können.
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Inwiefern der ab sofort frei zugängliche BASIC-Interpreter der wachsenden Retro-Szene einen weiteren Schub bringen wird, bleibt abzuwarten. Lobenswert ist der Schritt von Microsoft aber auf jeden Fall. Schließlich erlaubt er Hobbyisten einen genaueren Blick in die 8-Bit-Ära der Computergeschichte, als der Markt noch weit jünger, turbulenter und kurzlebiger war als heute.
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