Metacritic reagiert: Verdacht auf KI-Review zu Resident Evil Requiem
Ein mutmaßlicher KI-Text rund um Resident Evil 9 bringt eine bekannte Review-Plattform und vor allem ein Gaming-Portal aktuell in Erklärungsnot. Was nach Einzelfall aussieht, verweist aber auf eine reale Gefahr in der Branche.
Die Diskussion um den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Spielejournalismus wurde angeheizt, und zwar von einer Rezension zu Resident Evil Requiem, die auf der Website Videogamer erschienen sein soll und kurz darauf wieder verschwunden sein soll. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass der Text nicht von einem menschlichen Autor, sondern von einer KI erstellt worden sein könnte.
Die Debatte begann in sozialen Netzwerken und auf Reddit, nachdem Nutzer auf ungewöhnliche Autorenprofile aufmerksam geworden sein sollen. Einige der neu gelisteten Autoren hätten kaum nachvollziehbare Online-Präsenz, nur wenige Follower in sozialen Netzwerken und Profilbilder, die möglicherweise von Bildgeneratoren stammen könnten.
Befeuert wurde die Debatte durch Umstrukturierungen beim Betreiber mehrerer Gaming-Websites. Branchenberichte legen nahe, dass der Medienverbund ClickOut Media zahlreiche Redakteure entlassen habe. Einige der betroffenen Autoren bestätigten dies auch auf Social Media. Gleichzeitig kamen Gerüchte auf, dass künftig nur noch ein kleines Team sogenannter "AI Editors" verbleiben solle, das automatisiert erstellte Inhalte überprüfe.
In genau diese Phase der Diskussion fiel nun auch die Veröffentlichung einer Rezension zu Resident Evil Requiem auf Videogamer. Beobachter vermuteten schnell, dass der Text von einer KI generiert worden sein könnte. Hinweise seien unter anderem ein generischer Schreibstil, ungewöhnliche Formulierungen sowie Autorenprofile gewesen, deren Bilddatei laut einem Video eines ehemaligen Redakteurs angeblich als "ChatGPT image" gespeichert worden sei.
Bemerkenswert ist dabei auch ein Hinweis, den Videogamer selbst auf der Seite des Reviews veröffentlicht hat. Dort heißt es, dass man Videogamer trauen könne. Das Team bestehe aus Gaming-Experten, die Stunden in das Testen und die Reviews investieren.
KI-Review oder Redaktionstext: Analyse des umstrittenen Artikels
Ob der beanstandete Text tatsächlich von einer KI stammt, lässt sich in der aktuellen Zeit natürlich nicht beweisen. Wenn man die Rezension analysiert, findet man Argumente sowohl für KI als auch für einen menschlichen Redakteur. Auffällig ist zunächst die vergleichsweise hohe Dichte an Metaphern. Formulierungen wie "chainsaw-reviving", "violent ballet" oder "languages of fear" treten in kurzer Folge auf. Solche Cluster bildhafter Sprache gelten in der Regel als typisches Muster in generierten Texten, da Sprachmodelle häufig bekannte Reviewformulierungen miteinander kombinieren.
Hinzu kommt eine Reihe klassischer Review-Phrasen. Sätze wie "Is it perfect? Not entirely" oder "The genius here lies in" entsprechen etablierten rhetorischen Mustern, und gerade solche standardisierten Formeln finden sich häufig in Trainingsdaten von Sprachmodellen. Gleichzeitig bleibt der Text inhaltlich relativ abstrakt. Statt konkreter Gameplaydetails stehen häufig Stimmung, Emotion und dramaturgische Wirkung im Mittelpunkt. Informationen über Leveldesign oder Mechaniken, mit denen man nicht einmal spoilern würde, werden maximal am Rande erwähnt. Darüber hinaus folgt der Aufbau des Reviews einem bestimmten Schema.
Doch auch wenn KI für all das durchaus bekannt ist, sind das auch Phänomene, die sich bei Redakteuren finden lassen, die schon einige Zeit in der Branche unterwegs sind. Ein Schema baut sich zwangsläufig mit der Zeit auf, wenn man Aufgaben immer wieder wiederholt.
Gerade im Spielejournalismus sind Metaphern und zugespitzte Formulierungen zudem wenig ungewöhnlich. Viele Reviews arbeiten bewusst mit bildhafter Beschreibung, um Atmosphäre und Spielgefühl zu transportieren. Dass mehrere Metaphern in kurzer Folge auftreten, muss daher nicht zwingend auf eine automatisierte Erstellung hinweisen.
Auch der Stil des Textes weist einige Merkmale auf, die eher für einen menschlichen Autor sprechen könnten. So bleiben die verwendeten Bildfelder relativ konsistent und bewegen sich thematisch im Bereich von Horror, Gewalt und Inszenierung. Automatisch generierte Texte wechseln solche Bildbereiche oft stärker oder kombinieren widersprüchliche Metaphern.
Hinzu kommt ein ironischer Selbstkommentar innerhalb des Reviews. Der Satz "which is a sentence I never thought I'd write" wirkt wie eine kurze Selbstreflexion des Autors. Solche Einschübe persönlicher Natur lassen sich bei KI eher seltener finden.
Auch die Referenzen innerhalb des Artikels sprechen zumindest teilweise für ein vorhandenes Serienwissen. Der Text greift unter anderem die Tank-Control-Steuerung aus dem Jahr 1996 auf, verweist auf die Neuausrichtung der Reihe mit Resident Evil 7 und stellt Bezüge zu Mechaniken aus dem Resident Evil 4 Remake her. Und auffällig ist auch die stilistische Variation der Satzlängen. Kurze und längere Sätze wechseln sich im Verlauf des Textes ab, wodurch ein rhythmischer Lesefluss entsteht, den viele automatisch generierte Texte nicht haben, weil diese gleichmäßig strukturiert wirken.
Metacritic reagiert: KI-Reviews sollen entfernt werden
Bewertungsplattformen wie Metacritic spielen eine zentrale Rolle für die Wahrnehmung eines Spiels. Wertungen können Marketingkampagnen verstärken und unter Umständen sogar wirtschaftliche Auswirkungen für Entwicklerstudios haben. Aus diesem Grund versuchen Aggregatoren zunehmend, automatisierte Inhalte zu erkennen und aus ihren Datenbanken zu entfernen. Metacritic erklärte in diesem Zusammenhang, dass KI-generierte Kritiken grundsätzlich nicht aufgenommen würden.
Sollten solche Inhalte entdeckt werden, würden sie entfernt und die Zusammenarbeit mit der betreffenden Publikation überprüft. Im konkreten Fall rund um die Rezension zu Resident Evil Requiem bestätigte Metacritic, dass der Beitrag sowie einige weitere verdächtige Kritiken aus der Datenbank entfernt worden seien.
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Quelle: Kotaku, Insider Gaming, Forbes, Videogamer, PC Gamer, Nicholas Diakopoulos, Yifan Qian, Field Garf

Das Beispiel eignet sich denkbar schlecht, KI in irgendeiner Weise positiv darzustellen^^.
Ich drehe mal ein wenig frei: Eigentlich geht das in Richtung Verbrauchertäuschung. Interessiert halt bei Videospiel-Reviews, weil Luxusgut, halt nicht allzu viele Leute...
Aber diese offensichtlichen Fake-Profile mit KI-Fotos sind schon echt dreist