Resident Evil 2 Remake: Wie gut ist die Zombiehatz in Raccoon City?
Wiedergesehen, neu gesehen: Resident Evil 2 ist ein Remake des Survival-Horror-Klassikers von 1998 - mit schickerer Optik, dezenten Designverbesserungen und noch immer jeder Menge Zombies. Unsere E3-Vorschau.
Vor 20 Jahren war Resident Evil 2 für die allererste PlayStation eine Sensation: Das Survival-Horror-Spiel verkaufte sich am Startwochenende knapp 400.000 Mal und brach damit die Verkaufsrekorde von Final Fantasy 7 und Super Mario 64. Knapp sechs Millionen sollten es inklusive einer Dual-Shock-Controller-Version am Ende werden, gefolgt von Fassungen für Dreamcast und N64.
2002 erschien eine GameCube-Version, die die Grundlage für eine 2015 veröffentlichte HD-Ausgabe für PlayStation 3/4, Xbox 360/One und PC darstellte. 2015 kündigte Capcom auch das erste Mal an, an einem echten Resident-Evil-2-Remake zu arbeiten. Drei Jahre später präsentierte der japanische Entwickler das schlicht Resident Evil 2 Remake genannte Spiel auf der E3 2018 in Los Angeles.
Neuer Blick aufs Geschehen
Für das Resi-Remake kommt die Grafik-Engine des aktuellsten Teils zum Einsatz - auch, wenn der Überlebenskampf in Resident Evil 7 noch aus der Ego-Perspektive dargestellt wurde. Was manche Puristen ergrimmen mag: Resident Evil 2 setzt nicht mehr auf feste Kameraeinstellungen, zwischen denen je nach Position der Hauptfiguren Claire Redfield und Leon Kennedy umgeschaltet wird.
Stattdessen sehen wir die Action in Raccoon City wie im vierten Teil der Serie aus einer über der Schulter der Helden schwebenden Kameraperspektive. Von einem VR-Modus, der im siebten Teil für Besitzer von Sonys PSVR-Headset für noch mehr Grusel sorgte, ist derzeit nicht mehr die Rede. Immerhin: Das Spiel unterstützt DirectX 12 und Freesync 2, wodurch Radeon-GPUs besonders flüssige Spielerlebnisse bringen sollen.
Zombies außer Rand und Band
Falls Sie noch nie von Resident Evil 2 gehört beziehungsweise es noch nie gespielt haben: Sie steuern darin die Studentin Claire Redfield oder den Nachwuchspolizisten Leon Kennedy. Beide finden sich im Raccoon City Police Department wieder, das von durch einen Virus in Zombies verwandelte Menschen heimgesucht wird - und die sich auch überall sonst in der Stadt herumtreiben. Neben den Reflexen sind in zahlreichen Puzzeln auch die grauen Zellen gefragt.
Das trifft auch alles auf das Remake zu, wobei die Entwickler das Layout mancher Gebäude leicht variiert haben - schließlich erschrecken insbesondere Hardcore-Fans der Serie nicht mehr, wenn zum x-ten Mal ein Zombie aus der gleichen Ecke hervorwankt. Auch können Sie auf Wunsch die zum Speichern benötigten Schreibmaschinenfarbbänder verzichten, was das Spiel etwas unmittelbarer macht: Sie müssen nun nach einem vorzeitigen Ableben nicht ewig an den Todespunkt zurückmarschieren.
Zwei Kampagnen mit Messer und Pistole
Auch die Kampagnen wurden behutsam umgestrickt: 1998 ließ sich das Spiel noch vier Mal durchspielen. Einmal mit Claire, einmal mit Leon und dann erneut mit den beiden, wobei Claires Story eine neue für Leon und Leons eine neue für Claire freischaltete. Heute soll es zwei statt vier Varianten geben, die alle Inhalte behutsam zusammenfassen - das mag Fans erfreuen, für die Claire A/Leon B ohnehin nur die einzig wahre Geschichte ist.
Was aber noch immer gilt: Zombies gehen selten nach dem ersten Treffer zu Boden, beziehungsweise stehen dann immer wieder gerne auf. Deshalb heißt es gut zielen, denn die Munition ist knapp und Nachschub ist dünn gesät. Sollte uns mal ein Zombie zu nah auf die Pelle rücken, spendierten die Entwickler Claire und Leon im Remake jetzt ein Messer, mit dem sie den Plagegeist erledigen können. Doch Vorsicht: Die Messer nutzen sich mit der Zeit ab und sind schließlich unbrauchbar. Gut, dass in Raccoon City ein paar Ersatzklingen versteckt sind.
20 gruselige Minuten
Bei unserem leider arg kurzen Anspieltermin steuerten wir Leon Kennedy, der seine neue Dienststelle aufsucht - und diese auf den ersten Blick verlassen vorfindet. Auf der Suche nach seinen Kollegen finden wir schließlich einen um Hilfe rufenden Polizisten - doch als wir ihn unter einem Rollgitter hervorziehen können, fehlt seine untere Körperhälfte. Immerhin hat er ein Buch bei sich, in dem mögliche Kombinationen für die im Gebäude versteckten Schlösser notiert sind.
Kurz darauf werden wir selbst fast Opfer von Zombies, die uns zu überwältigen suchen. Wir probieren es erst mit ein paar gezielten Schüssen, doch können nicht so schnell schießen, um alle kaltzumachen. Im nächsten Anlauf nehmen wir einfach die Beine in die Hand und werden nun unsererseits von einem Überlebenden der Wache in Sicherheit gebracht. Wir kehren in die Gebäudelobby zurück, um einen der Codes auszuprobieren, doch schon sind unsere 20 Minuten vorbei und das Spielgeschehen blendet unbarmherzig aus, um den Erscheinungstermin 25. Januar 2019 anzuzeigen.
Fazit: Resident Evil 2 Remake
Keine Ladepausen, standardmäßiges Speichern ohne Farbbänder und neu arrangierte Gebäudegrundrisse: Resident Evil 2 spricht gleichermaßen alte Survival-Horror-Hasen wie neugierige Einsteiger an, die die erste PlayStation nur vom Hörensagen kennen. Deutlich ekliger als damals ist die Optik - Blut und Elend werden dank der Grafik-Engine von Resident Evil 7 extrem realistisch und kein bisschen pixelig dargestellt.
Über den veränderten Blickwinkel mag man streiten - wir hätten uns eine Wahl zwischen den klassischen, fest positionierten Kameras und der neuen Über-die-Schulter-Perspektive gewünscht. Dafür gibt es neue Elemente wie das Messer oder gar Bretter, mit denen man Durchgänge vernageln und so Zombies fernhalten kann. Alles in allem scheint sich hier eine gelungene Neuinterpretation eines echten Klassikers anzubahnen - möge er nach vierjähriger Entwicklungszeit auch wirklich im kommenden Januar erscheinen.

.
Gerade die Terrorjagt durch Raccoon City fand ich daran spaßig, auch wenn es dadurch viel schneller und actionlastiger als der alte zweite Teil wurde.
Einn brandneuen Nemesis in der Resi 7 Engine würde ich zu gerne sehen.
Die Grafi Engine schaut super aus im Remake und hoffentlich bleiben einige klassiche dinge wie Waffen,Schlüssel,Notizen ect. oder sonstige dinge finden im Spiel.
Das sollten beibehalten werden finde ich.Die Kameraperspektive über Schulterblick ist auch gut solange man auch wirklich in jede Richtung schauen kann im Raum.
Wenn das Endprodukt überzeugen sollte,könnte ich nach so langer Zeit wieder auf Zombie jagt gehen oder die jagen mich?