RDR2: Einmalige Einblicke in die Entwicklung durch Dan Houser - "Wir lagen massiv über dem Budget"
In einem neuen Interview mit Lex Fridman spricht Ex-Rockstar-Chefautor Dan Houser offen über die schwierige Entwicklung von Red Dead Redemption 2 - und warum das Spiel trotz Chaos sein Meisterwerk blieb.
Der ehemalige Creative Lead von Rockstar Games, Dan Houser, gewährt in einem jüngst veröffentlichten Gespräch mit Lex Fridman überraschende Einblicke in die turbulente Entstehung des Open-World-Meisterwerks Red Dead Redemption 2 (RDR2). Houser räumt offen ein: "Wir waren hinter dem Zeitplan, wir lagen massiv über dem Budget."
Das Western-Epos gilt als Meilenstein der Spielgeschichte, ist aber auch ein Synonym für eine schwierige Entwicklungsphase. Das merkt man unterschwellig im Spiel - etwa an gestrichenen Inhalten, auf die Spieler immer wieder stoßen. Fans fragen sich, was hätte gewesen sein können ... Houser gab einen seltenen und ehrlichen Einblick in die Entwicklung.
"Ein Haufen Zweifel" - Der Druck hinter den Wildwest-Kulissen
Houser schildert eindrücklich, wie das Team unter enormem Druck stand: "Wenn man ein Spiel über einen Cowboy macht, der an Tuberkulose stirbt, und das Ganze fügt sich nicht zusammen, dann zweifeln plötzlich viele Menschen an einem. Das ist nicht lustig. Ich denke, das war eine Menge Druck." Die Ambition war hoch: Mit einer offenen Spielwelt, ausgefeilter Erzählung und technischen Innovationen wollte Rockstar das Western-Genre neu definieren. Doch ambitionierte Technik, komplexe Erzählstrukturen und ein riesiges Team führten laut Houser zu größeren Schwierigkeiten als erwartet.
Ausmaß der Produktion
Schon aus früheren Berichten war bekannt, dass RDR2 zu den gewaltigsten Produktionen der Branche zählt: Laut Wikipedia arbeiteten bis zu 2.000 Personen am Projekt; die Kosten für Entwicklung und Marketing waren entsprechend hoch. Houser kommentiert nun, dass diese Größenordnung zugleich eine enorme Herausforderung war - nicht nur bezüglich Budget und Zeit, sondern auch im Hinblick auf Teamdruck und Erwartungen.
Dan Houser über Red Dead Redemption 2:
Trotz dieser Widrigkeiten bezeichnet Houser RDR2 im weiteren Verlauf des Interviews als sein bestes Werk: "Ich denke, Western und all die Themen drumherum eignen sich hervorragend dafür ... dann war das Gunplay fantastisch, die Pferde unglaublich. Man hatte diese Kombination aus technischem Know-how, einem sehr starken Team und wirklich starkem Material."Wir lagen massiv über dem Budget
Bedeutung für die Branche
Die Aussagen von Houser fallen in eine Zeit, in der die Debatte um Arbeitsbedingungen in der Spielebranche wieder Fahrt aufnimmt. Bereits früher war von intensiven Phasen (dem sogenannten "Crunch") während der RDR2-Entwicklung berichtet worden - jetzt bestätigt Houser zumindest den immensen Druck und die Herausforderungen trotz Erfolg. Rockstar Games hatte es zuvor schon mit Berichten über massiven Crunch bei der Entwicklung von L. A. Noire unter der Führung von Team Bondi zu tun.
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Quelle: Lex Friedman (Youtube)
