Dan Houser enthüllt: Warum Rockstars geheimer PS3-Titel "Agent" nie das Licht der Welt erblickte

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Dan Houser enthüllt: Warum Rockstars geheimer PS3-Titel "Agent" nie das Licht der Welt erblickte
Quelle: Erzeugt mit ChatGPT

Rockstar-Mitgründer Dan Houser spricht erstmals offen über das Scheitern von "Agent". Das geplante Spionage-Spiel im James-Bond-Stil für die PS3 zerbrach laut Houser am Konflikt zwischen linearer Erzählung und Open-World-Freiheit.

In einem seltenen und ausführlichen Gespräch mit Lex Fridman hat der Mitbegründer von Rockstar Games, Dan Houser, die Gründe für das Scheitern des lange geplanten Titels "Agent" offenbart. Ursprünglich 2009 für die Playstation 3 angekündigt, sollte Agent ein Open-World-Spionagespiel im Stil von "James Bond trifft Sandbox" werden - doch veröffentlicht wurde es nie.

Das Thema ist derzeit besonders spannend, weil sich IO Interactive die Lizenz zur James-Bond-Reihe gesichert hat und nun auf Basis der Glacier-Engine der Hitman-Reihe eine moderne Variante eines solchen Spiels plant. Rockstar Games hatte mit dem Konzept jedoch große Schwierigkeiten.

Houser verriet, dass Agent während der Entwicklung mindestens fünf verschiedene Versionen durchlief - mit wechselnden Ansätzen, Schauplätzen und Teams. "Wir hatten etwa fünf Iterationen eines Open-World-Spionagespiels, aber es hat einfach nie zusammengepasst", so Houser. "Ich glaube nicht, dass es funktioniert ... Ich liege manchmal nachts wach und denke darüber nach."

Wenn Freiheit und Spionage sich widersprechen

Für Houser liegt das Problem im Grundkonflikt zwischen Genre und Spielstruktur. Spionagegeschichten seien meist hochgradig fokussiert und linear erzählt: "In solchen Geschichten gibt es immer ein klares Ziel - der Bösewicht muss gestoppt, die Welt gerettet werden." Das passe schlecht zu einer offenen Spielwelt, in der man sich frei bewegen und das Tempo selbst bestimmen könne.

"Ein Open-World-Spiel hat zwar auch solche intensiven Momente", erklärt Houser, "aber über weite Strecken ist es viel lockerer - man hängt herum, erkundet, probiert Dinge aus." Genau das stehe im Widerspruch zu einem Agenten-Setting, in dem permanente Dringlichkeit herrschen müsse.

Bei anderen Genres, etwa einem Gangster- oder Western-Szenario, funktioniere das Sandbox-Prinzip besser: "Da sagt dir niemand, was du zu tun hast - diese Freiheit gehört zum Wesen solcher Welten." Als Geheimagent dagegen sei man immer zielgerichtet im Auftrag unterwegs - und das kollidiere mit der Offenheit eines solchen Spiels.

Das Spiel, das nie klickte

Ursprünglich sollte Agent im Kalten Krieg der 1970er-Jahre spielen, doch im Laufe der Jahre wurde auch ein moderneres Setting erwogen. 2018 erlosch schließlich der Markenschutz - ein stilles Ende eines Projekts, das einst als großer Exklusivtitel für Sony gedacht war. Houser blickt heute mit gemischten Gefühlen zurück: "Ich bin mir nicht sicher, ob sich das Konzept eines guten Open-World-Spionagespiels überhaupt umsetzen lässt."

Und genau deshalb dürfte auch der Ansatz von IO Interactive bei 007: First Light besser zu einem Agentenspiel passen - ähnlich wie Hitman. Zwar ist bislang wenig über das Gameplay bekannt, doch man kann davon ausgehen, dass man exotische Orte bereist und dort präzise Agentenmissionen erfüllt.

Lektionen aus dem Scheitern

Die ehrlichen Einblicke des sonst medienscheuen Entwicklers zeigen, wie schwierig es sein kann, filmische Konzepte in interaktive Systeme zu übersetzen. Während Rockstar mit Serien wie Grand Theft Auto oder Red Dead Redemption Maßstäbe setzte, blieb Agent ein Mahnmal dafür, dass nicht jede ambitionierte Idee spielmechanisch aufgeht. Heute arbeitet Houser mit seinem neuen Studio Absurd Ventures an frischen Erzählformaten.

Quelle: Lex Friedman (Youtube)

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Olstyle
        Nur warum hat man sich so auf Open World versteift?
        Weil die Open World damals besonders angesagt war. Allerspätestens GTA 4, aber dvor schon GTA3 und seine Ableger, haben gezeigt, was da möglich ist, vorallem finanziell, das wirkt bis heute nach. Also wollten damals fast alle größeren Publisher und Studios den Grundstein für einen neuen Goldesel legen. Mit Assassins Creed, Far Cry 2 und auch Rockstar, mit Red Dead Redemption, ist das ja dann auch geglückt. Im Prinzip so, wie heute jeder große Publisher ein Liveservicespiel haben will, das ihm die Taschen füllt.

        Ich persönlich fand den Openworldboom echt klasse, auch wenn er teils seltsame Blüten getrieben hat
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Olstyle
        Nur warum hat man sich so auf Open World versteift?
        Weil die Open World damals besonders angesagt war. Allerspätestens GTA 4, aber dvor schon GTA3 und seine Ableger, haben gezeigt, was da möglich ist, vorallem finanziell, das wirkt bis heute nach. Also wollten damals fast alle größeren Publisher und Studios den Grundstein für einen neuen Goldesel legen. Mit Assassins Creed, Far Cry 2 und auch Rockstar, mit Red Dead Redemption, ist das ja dann auch geglückt. Im Prinzip so, wie heute jeder große Publisher ein Liveservicespiel haben will, das ihm die Taschen füllt.

        Ich persönlich fand den Openworldboom echt klasse, auch wenn er teils seltsame Blüten getrieben hat
      • Von Sk1dr0ws Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Schade, hätte ich gerne gespielt. Und ich finde es furchtbar dass es anscheinend ein Muss zu sein scheint Open-World zu machen. Ich kann Open-World mittlerweile nicht mehr sehen. Ein Agentenspiel alá Splinter Cell in Schlauchleveln wäre sehr gut gewesen im Open World Sumpf. Aber naja.. alle gehen nach Trends weil der Rubel rollen muss.. ich verstehe das ja. Vor allem in solch verrückten Zeiten.
      • Von Gast1764587403
        Logisch, wenn man das so liest.
        Wie sollte das werden, wenn man in einer Open World als einzelner, immer gleicher Agent, seine Tarnung aufrecht erhalten sollte.
        Spätestens die zweite Mission ist ja hops, wenn du da mit deinem Aston Martin aufkreuzt.
      • Von mirkimirk Komplett-PC-Käufer(in)
        Lol bei dem Newsbild hat sich ChatGPT sehr offensichtlich vom Cover des Brettspiels "Agent Undercover" inspirieren lassen

        Edit: oder zumindest von den Spielkarten wie ich sie in Erinnerung habe
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Nur warum hat man sich so auf Open World versteift?
        So oder so glaube ich, dass das ökonomische Scheitern von
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        auch seinen Teil zu der Entscheidung beigetragen hat.
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