Radeon RX Vega 64: Standalone-Referenzdesigns sind kein großes Gewinngeschäft
Die Standalone-Version der Radeon RX Vega 64 für 499 US-Dollar beziehungsweise 509 Euro soll ein Verlustgeschäft für AMD darstellen. Die Fertigungskosten für die GPU, der HBM2-Speicher und das Packaging seien demnach schlichtweg zu teuer. AMD dementiert das Gerücht indirekt, ein großes Gewinngeschäft dürfte die RX-Vega-Serie aber nicht darstellen.
Es ist kein Geheimnis, dass Vega 10 eine teure GPU in der Produktion ist. Auch wenn die 14-nm-Fertigung bei Globalfoundries inzwischen weitgehend ausgereift sein sollte, ist eine Chipfläche von 486 mm² nicht ohne. Hinzu kommen zwei HBM2-Stacks sowie das aufwändige Packaging mit dem Silizium-Interposer. Von fudzilla.com stammt nun das Gerücht, dass die Kosten so hoch seien, dass AMD im Falle der Standalone-Variante der Radeon RX Vega 64 ohne Radeon Pack einen Verlust von mindestens 100 US-Dollar mache - die RX Vega 56 findet in diesem Zusammenhang keine Erwähnung.
Raja Koduri, Leiter von AMDs Radeon Technologies Group, widerspricht dem indirekt. Es "wäre fair", wenn fudzilla.com als Quelle "ernsthaft über die Materialkosten von GPUs Bescheid wüsste und regelmäßig veröffentlichte", um Vega 10 in Relation setzen zu können. Klar ist in jedem Fall, dass AMD mit der Radeon-RX-Vega-Serie keine allzu hohe Marge einfährt. Generell investieren alle Speicherhersteller zurzeit in DRAM, um unter anderem der Nachfrage im margenträchtigen Smartphone-Markt nachzukommen. Grafikspeicher wird dadurch generell teurer. Beim HBM2 kommt erschwerend hinzu, dass lediglich Samsung eine laufende Massenproduktion hat, also die Preise diktieren kann. Die Kosten sollten zurückgehen, sobald SK Hynix größere Mengen an HBM2 liefern kann. Im Falle der RX Vega 56 dürfte der HBM2 wegen des niedriger spezifizierten Takts immerhin günstiger ausfallen.
Deutlich besser sieht AMDs Situation bei den Radeon Packs aus. Viele Käufer nutzen die Rabatte auf Ryzen-7-Systeme und Freesync-Monitor (nur in den USA) wahrscheinlich gar nicht, was die Margen erhöht. Und selbst wenn, werden die Unkosten auf die CPU-Sparte beziehungsweise den Mainboard- und Monitorherstellern umgelegt. Die Standalone-Grafikkarten verkauft AMD nicht ohne Grund nur mit Rabatten, nicht aber generell an alle Händler. Zusätzliches Budget kommt zuletzt noch von der Profi-Sparte, die die Radeon Instinct MI25 zu deutlich höheren Preisen verkaufen kann.


Stimmt, der wahre Innovationstreiber ist natürlich AMD mit einem Polarischip - der im Grunde nach allen Eckdaten identisch zu einem zwei Jahre zuvor veröffentlichten GM104 war. Oder natürlich ein Vega-Chip, der ebenfalls nur mit dem kleinen Konkurrenzprodukt von einem Jahr zuvor, dem GP104, mithalten kann (und nicht mal das im Grunde).
Wo sind denn die AMD-Konkurrenzprodukte zu GM200, GP102, GP100 und GV100?
Stimmt, der wahre Innovationstreiber ist natürlich AMD mit einem Polarischip - der im Grunde nach allen Eckdaten identisch zu einem zwei Jahre zuvor veröffentlichten GM104 war. Oder natürlich ein Vega-Chip, der ebenfalls nur mit dem kleinen Konkurrenzprodukt von einem Jahr zuvor, dem GP104, mithalten kann (und nicht mal das im Grunde).
Wo sind denn die AMD-Konkurrenzprodukte zu GM200, GP102, GP100 und GV100?
Der Punkt ist: Die Nvidia x04 GPUs sind keine Zwischenlösung. Es sind ursprünglich Midrange Performace Chips. Kleine effiziente GPUs die sich günstig produzieren lassen und die man mit hoher Marge verkaufen kann. Nun ist NV seit Jahren in der glücklichen Situation, dass diese GPUs in schöner Regelmäßigkeit schneller sind, als die größeren und stromhungrigeren GPUs der Konkurrenz. Wirtschaftlich für Nvidia eine hervorragende Ausgangslage, denn man kann diese günstigen GPUs nun für teures Geld als High-End Grafikkarten verkaufen. Bei Fermi war das noch anders.
Was wäre nun also für ein Unternehmen mit finanziellen Problemen eine vernünftige Lösung?
- Den Fokus bei Privatanwendern auf effiziente, günstige Performance Chips zu legen, mit denen man mit den x04 GPUs konkurriert? Dass man mit günstigen Lösungen große Erfolge feiern kann, zeigt Ryzen.
- Oder kostspielige, ineffiziente Experimente wie Vega zu entwickeln, die nicht mal an die schnellste GPU der Konkurrenz heranreicht?
„AMD hat kein Geld“ entschuldigt leider nicht alles. Denn gerade ein Unternehmen mit wenig Geld sollte kostspielige Experimente vermeiden, wenn man sich konsolidieren möchte.
Dieser Post soll übrigens nur als Denkanstoß dienen. Es ist keine „Besserwisser-Aussage“.
Witzig: Alle deine Argumente wurden im Vorfeld von den Realisten hier schon vorgebracht, um den Vega-Hype zu dämpfen. Dafür wurden sie als Vaterlandsverräter gebrandmarkt.
Jetzt bringst du die gleichen Argumente wieder auf den Tisch, diesmal zur Verteidigung ATIs.
Abgesehen davon: All das sind zwar Ursachen, aber entschuldbar wird das Desaster dadurch auch nicht.
Wer ist denn an der finanziell angespannten Situation AMDs schuld? Und kommt mir jetzt nicht mit dem uralten Intel-OEM-Bestechungs-Skandal.
@vinacis: Hattest du früher einen anderen Namen, oder bist du erst seit kurzem so einseitig geworden?
Ich kenne doch meine Pappenheimer, und dein Name stieß mir früher nicht so negativ auf.
Ich wünsche mir Gecan zurück, der hat im Prinzip immer das gleiche gesagt wie du (jedenfalls, so weit man ihn verstanden hat), hat dafür aber weniger Wörter gebraucht und war deutlich unterhaltsamer.
Antwort auf die (eigentlich rhetorische, aber hier weiß man ja nie) Frage weiter oben:
AMD
Was von meinem "Technik Müll" ist fernab jeglicher unternehmerischer Realität und hätte alles gegen die Wand gefahren?
Ich selber sehe meine Aussagen vermutlich anders, aber ich erinnere mich nur an wenige Momente, wo ich behauptet hätte, dass ein IHV den völlig falschen Kurs gefahren ist und lieber XYZ machen hätte sollen.
Dein von Nvidia versprochener DX12 Treiber lässt echt aus sich warten... wahrscheinlich die nächsten 10 Jahre. Die grüne Hardware kann es nicht und ist nicht mal auf dem Level von CGN 1.0, ergo nur noch Leistungsverluste in Zukunft. Besonders die Masse dein kleineren Karten sind im wahrsten Sinne des Wortes am A....
Dann der ganze geschlossene proprietärer Schrott zu Mondpreisen und die Hardware ist allein auf singel-Core getrimmt. DX11 erschien im Jahre 2009. Bin gespannt ob Nvidia den Bogen noch hinkriegt mit ihrer uArch. Mit LL-API müssen die Karten auf den Tisch gelegt werden, und da sträubt sich die Lederjacke endlich den Schritt nach vorne zu machen. Stillstand in Perfektion.