Radeon RX 5600 XT BIOS-Chaos: Firmware-Updates für Custom-Designs in der Übersicht [Update]
Jetzt aktualisiert: Die Radeon RX 5600 XT gestartet. Kurz zuvor hat AMD seinen Boardpartnern (AIBs) einen größeren Übertaktungs-Spielraum eingeräumt als ursprünglich vorgesehen. Die Folge war abzusehen: Chaos, Verwirrung und ein Wettrüsten der Radeon-Boardpartner. PC Games Hardware hat eine aktuelle Übersicht der Firmwares für Sie.
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Update vom 29. Januar: Wir haben diesen Artikel auf den aktuellen Stand der Erkenntnisse gebracht. Eine Woche nach dem Launch der Radeon RX 5600 XT ist unter anderem klar, dass die AMD-Grafikkarte sowohl mit 12 GT/s als auch 14 GT/s Speichergeschwindigkeit erhältlich ist und auch weiter sein wird.
AMD hat eine neue Grafikkarte im Preisbereich um 300 Euro veröffentlicht, die Radeon RX 5600 XT. Wie sich diese als Basisversion ohne werkseitige Übertaktung schlägt, lesen Sie im ausführlichen 5600-XT-Test bei PCGH. An dieser Stelle geht es um die Herstellerdesigns auf Basis der RX 5600 XT. Dort führte eine Last-Minute-Änderung zu Chaos. PC Games Hardware hat eine aktuelle Übersicht für Sie.
RX 5600 XT: BIOS-Updates für höhere Leistung
Die Anfang Januar von AMD herausgegebene Spezifikation für die Radeon RX 5600 XT hat sich nicht geändert. Und das aus gutem Grund; die Boardpartner wären verärgert, weil ihre Designs möglicherweise nicht auf große Last-Minute-Änderungen vorbereitet wären. Es gelten daher nach wie vor die folgenden Werte für Basisvarianten der Radeon RX 5600 XT: 135 Watt TGP (GPU-Powerbudget), 150 Watt TBP (typische Gesamtleistungsaufnahme) sowie 12 GT/s Speichertakt. Daraus ergibt sich eine Game Clock von offiziell 1.375 MHz.
Was sich hingegen geändert hat, ist der Spielraum nach oben. AMD hat die Preisreduktion der Geforce RTX 2060 zum Anlass genommen, die Obergrenze für RX-5600-XT-Herstellerdesigns heraufzusetzen - und zwar nur wenige Tage vor dem Launch. Hersteller, die können, statten ihre Custom-Designs in der Folge mit einem deutlich größeren Energiebudget und somit einer höheren Übertaktung aus. Besonders spannend ist, dass auch der Speichertakt angehoben werden darf - und zwar von den genannten 12 auf 14 Gigatransfers (+16,7 Prozent). Je mehr GT/s (auch bekannt in der Einheit Gigabit pro Sekunde, kurz Gbps), desto schneller kann die Grafikkarte Daten von A nach B schieben - die Bildrate steigt.
Die Auslieferung der Ware hat jedoch schon begonnen - und mit ihr ein temporäres Dilemma: Wer zum Start eine Radeon RX 5600 XT kauft, erhält ein Modell mit veralteter Firmware. Die ausgelieferten Grafikkarten arbeiten mit geringeren Powerbudgets und somit effizient, aber langsamer, als sie nun offiziell dürften.
RX 5600 XT: 12 GT/s oder 14 GT/s Speichergeschwindigkeit?
Die Änderung des Speichertakts bei einer Grafikkarte hat Seltenheitswert. Im Falle der Radeon RX 5600 XT handelt es sich um die wichtigste Stellschraube, um die Leistung zu erhöhen - der GPU-Boost allein schlägt ohne einen erhöhten Speicherdurchsatz nicht deutlich durch. Läuft eine Radeon RX 5600 XT nach einem Firmware-Update mit 14 Gigatransfers pro Sekunde, handelt es sich im Grunde nicht um eine Übertaktung. Laut unserem Kenntnisstand liefert AMD nicht nur die GPUs an seine Boardpartner, sondern außerdem passenden Speicher. Nvidia verfährt genauso. Um vom Mengenrabatt zu profitieren, beinhalten all diese Lieferungen derzeit 14-GT/s-Bausteine (und nicht etwa eine Kleinserie 12-GT/s-Chips), obwohl für die Radeon RX 5600 XT nur 12 GT/s benötigt würden. Die sechs Speicherchips auf einer jeden Karte laufen folglich untertaktet.
Dennoch, und das gibt der BIOS-Update-Orgie einen bitteren Beigeschmack, ist hier und da von Abstürzen nach dem Firmware-Update auf 14 GT/s Speichergeschwindigkeit zu lesen. Auch PC Games Hardware hatte ein paar (wenige) Crashes, die mit anderen Grafikkarten nicht auftraten. Die genaue Ursache ist ungeklärt. Man vermutet Nebenwirkungen des für eine Radeon-Grafikkarte einzigartigen Beschnitts auf 3 × 64 = 192 Bit respektive den dafür eingesetzten GPUs. Dabei handelt es sich um Exemplare, deren Speicher-Interface einen Defekt aufweisen und daher teildeaktiviert werden müssen. Da alle Partner zumindest für ihre höherpeisigen Grafikkarten auf hauseigene RX-5700-Designs zurückgreifen, sind Probleme der Platinen mit dem hohen Speichertakt unwahrscheinlich. Die Konsequenz ist, dass es sowohl RX-5600-XT-Karten mit 12 GT/s als auch mit 14 GT/s gibt und geben wird.
RX 5600 XT: BIOS-/Firmware-Übersicht
Alle Boardpartner, mit denen wir sprachen, stellten Firmware-Updates in Aussicht. Die meisten befanden sich zum Launch-Zeitpunkt der Radeon RX 5600 XT am 21. Januar noch in der Validierungs- und Auslotungsphase. Mittlerweile stellen die Boardpartner Powercolor und Sapphire ihre Updates zum Download bereit, bei MSI werden die Updates über das hauseigene Tool Dragon Center ausgespielt. Jeder Nutzer, der sich ein Firmware-Update zutraut, kann es folglich durchführen und somit von höherer Leistung profitieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass beim Flash-Vorgang etwas schiefgeht, ist heutzutage geringer denn je, allerdings nicht null. Nachfolgende Grafikkarten-Chargen, welche voraussichtlich Mitte Februar den Markt erreichen, sollen dann standardmäßig mit den aktualisierten Firmwares ausgestattet werden.
Fünf verschiedene Custom-Designs auf Basis der Radeon RX 5600 XT haben das PCGH-Testlabor bereits erreicht. Vier davon konnten wir bereits mit beschleunigten Firmwares ausstatten und die Parameter auslesen. Die Informationen entstammen der jeweiligen Firmware, extrahiert mit Hilfe von GPU-Z und dem MorePowerTool (MPT). Die aktuelle Übersicht inklusive Leistungstest:
Quelle: PC Games Hardware
Radeon RX 5600 XT Firmware BIOS Overview Asus Gigabyte MSI Powercolor Sapphire
Taktraten laut GPU-Z/Firmware. *In den herstellereigenen Tools wartet ein Profil mit erhöhtem Speichertakt. **Verfügt außerdem über ein zweites (Silent-)BIOS.
Powercolors Red Devil, Sapphires Pulse und Gigabytes Gaming OC gehören Stand jetzt zu den schnellsten Modellen. Asus und MSI haben derweil klargestellt, dass die derzeitigen Modelle TUF3 Evo, Mech und Gaming X weiterhin mit 12 GT/s arbeiten werden. Hier wird durch ein BIOS-Update lediglich der Kerntakt und das Powerlimit erhöht. Beide Hersteller gehen auf Nummer sicher und haben entsprechend stärkere Modelle mit 14 GT/s angekündigt, die Strix TOP und die Gaming Z. Während Gigabyte, Powercolor und Sapphire zumindest bisher an 14 GT/s festhalten, ist bei Asrock und XFX noch Wildwuchs angesagt: Den Hersteller-Websites ist nicht eindeutig zu entnehmen, welche Speicherleistung nun geboten wird. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald etwas Neues zu vermelden ist.
Nicht verpassen: Radeon RX 5600 XT 8GB im Test: So schnell wäre die Karte mit 8 statt 6 GiByte-Speicher - PCGH-Simulation

edit: War ja längst bekannt. Ups.