Radeon RX 5500 (OEM) im Benchmark-Test: Die perfekte Grafikkarte für Komplettrechner?

Quizfrage zum Start: Welche AMD-Grafikkarte ist nicht im regulären Handel erhältlich und dennoch angenehm schnell und effizient? Die Radeon RX 5500! Die kleine Schwester der Radeon RX 5500 XT kommt exklusiv in Komplettrechnern zum Einsatz. Handelt es sich womöglich um einen Geheimtipp für genügsame PC-Spieler? Das und mehr erfahren Sie im PCGH-Test der Radeon RX 5500 (OEM).

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Radeon RX 5500 (OEM) im Benchmark-Test: Die perfekte Grafikkarte für Komplettrechner?
Quelle: PC Games Hardware

Die Ära des Polaris-Chips ist zuende. Mehr als drei Jahre bildete er AMDs Radeon-Mittelklasse, besser bekannt als RX 480 bis RX 590, doch damit ist seit Ende 2019 auch im OEM-Segment Schluss. AMD bedient mit der neuen RDNA-Architektur mittlerweile nicht nur die Oberklasse, sondern mit der RX-5500-Serie auch das Mainstream-Segment. Das erklärte Ziel ist flüssiges Full-HD-Gaming, egal ob Casual- oder Triple-A-Titel. Was entsprechende Grafikkarten des 200-Euro-Preissegments leisten, erfahren Sie im Test der Radeon RX 5500 XT bei PCGH.

Bisher nur am Rande erwähnt wurde die Radeon RX 5500 (non-XT). Dabei handelt es sich technisch um eine Radeon RX 5500 XT, welche exklusiv in Komplett-PCs zu finden ist; im Einzelhandel ist die RX 5500 nicht verfügbar. Doch was leistet dieses Produkt jenseits der bunten Retail-Verpackungen? Hat AMD hier womöglich einen Geheimtipp in petto? Wer einen Komplettrechner dem Selbstbau vorzieht, stellt sich zweifellos eine dieser Fragen. Zeit für die Antworten im Test der Radeon RX 5500 (OEM).

Unsere Quelle: Hewlett-Packard

Um der Radeon RX 5500 auf den Zahn zu fühlen, haben wir uns einen preiswerten Komplettrechner von HP mit der genauen Bezeichnung Pavilion Desktop TP01-0004ng organisiert. Dieser beinhaltet nicht nur den interessanten OEM-Ryzen 5 3500, sondern auch besagte Radeon RX 5500. Wenngleich der PC ein interessantes Interieur nebst sparsamer Komponenten und 400-Watt-Platinnetzteil beinhaltet, soll er nicht das Thema dieses Artikels sein. Wir entfernten kurzerhand die Grafikkarte und installierten diese auf dem regulären PCGH-Teststand. Einige Impressionen des vollständig AMD-befeuerten HP Pavilion finden Sie in der Bildergalerie.
Radeon RX 5500 (OEM) im Test: Die perfekte Grafikkarte für Komplettrechner? Quelle: PC Games Hardware Radeon RX 5500 (OEM) im Test: Die perfekte Grafikkarte für Komplettrechner? Sekunden nach dem Ausbau ist klar: Hewlett-Packard fertigt die Grafikkarte nicht selbst, sondern greift auf die Dienste der Branchengröße PC Partner zurück. Diese ist PCGH-Lesern vor allem für seine Tochter-Unternehmen Sapphire und Zotac bekannt, steckt jedoch auch hinter den Marken Inno 3D und Manli. Die Rückseite der "HP" Radeon RX 5500 erinnert somit nicht zufällig einer Sapphire-Grafikkarte - bis auf diesen Markennamen ist das Layout des Aufklebers identisch. Mehr zum Design erfahren Sie im Abschnitt zur Kühlung und Lautheit der RX 5500 OEM.

Radeon RX 5500 (OEM) im Test: Einordnung

Wie bereits angerissen, handelt es sich bei der Radeon RX 5500 (OEM) technisch um eine Radeon RX 5500 XT (Retail). Die Unterschiede betreffen lediglich Details wie das Energiebudget und die maximale Speicherkapazität. Hüben wie drüben kommt der Navi-14-Prozessor zum Einsatz, welcher wie sein großer Bruder Navi 10 bei der taiwanischen Foundry TSMC vom Band läuft. Architektonisch entspricht Navi 14 (RX 5500) Navi 10 (RX 5700). Die Schlagkraft eines Shader-Multiprozessors ist unverändert, lediglich die absolute Anzahl der Einheiten wurde im gleichen Verhältnis reduziert. Physikalisch vorhanden sind 24 Compute Units gemäß RDNA-Aufbau, ergo 12 sogenannte Dual Compute Units. Jede Dual-CU beinhaltet 2× 64 Stream-Prozessoren, was im Vollausbau 1.536 FP32-Rechenwerken entspricht. Einer jeden CU steht wie gehabt eine Quad-TMU zur Verfügung, was in 96 Textureinheiten resultiert. Dazu gibt's 32 Render-Backends alias Raster-Endstufen, welche über vier 32-Bit-Controller, also ein insgesamt 128 Bit breites Interface, mit dem Speicher kommunizieren. Somit entspricht Navi 14 zwei Dritteln von Navi 10 bei halbierter Speicherschnittstelle.

Der Navi-14-Vollausbau ist nach wie vor Apple vorbehalten, welche die Sahneteilchen der Fertigung im neuesten Macbook Pro installieren. Die übrigen Marktsegmente beliefert AMD mit leicht abgespeckten Chips: Egal ob Radeon RX 5500 XT, Radeon RX 5500M(obile) oder Radeon RX 5500, in jedem Fall erhalten Käufer eine GPU mit 1.408 aktiven FP32-ALUs. Das Speicher-Subsystem ist hingegen vollständig intakt, keine einzige RX 5500 wird beschnitten: 128 Datenbahnen mit angeschlossenem GDDR6-Speicher @ 14 GT/s sorgen für eine angemessene Speichertransferrate von 224 GByte/s.

Modell RX 5500 XT RX 5500 (OEM) RX 590 RX 570 GTX 1660 Super GTX 1660 GTX 1060 6GB
Mikroarchitektur RDNA 1.0 RDNA 1.0 GCN 1.3 GCN 1.3 Turing light Turing light Pascal
Fertigungsverfahren 7 nm DUV 7 nm DUV 12 nm LP 14 nm LPP 12 nm FFN 12 nm FFN 16 nm FF+
Chipgröße (reiner Die) 158 mm² 158 mm² 232 mm² 232 mm² 284 mm² 284 mm² 200 mm²
Codename/Konfektion Navi 14 XTX Navi 14 XL Polaris 30 XT Polaris 20 XL TU116-300 TU116-300 GP106-400
Transistoren Grafikchip (Mio.) 6.400 6.400 5.700 5.700 6.600 6.600 4.400
PCI-Express-Standard 4.0 (elektrisch ×8) 4.0 (elektrisch ×8) 3.0 ×16 3.0 ×16 3.0 ×16 3.0 ×16 3.0 ×16
DirectX-12-Feature-Level 12_1 12_1 12_0 12_0 12_1 12_1 12_1
FP32-ALUs/SIMDs/TMUs 1.408/22/88 1.408/22/88 2.304/36/144 2.048/32/128 1.408/22/88 1.408/22/88 1.280/10/80
Raster-Endstufen (ROPs) 32 32 32 32 48 48 48
GPU-Basistakt (MHz) 1.607 1.587 1.469 1.168 1.530 1.530 1.506
GPU-Boost-Takt Spiele (MHz) 1.717 1.670 1.545 1.244 1.785 1.785 1.709
Rechenleistung FP32 (GFLOPS) 4.835 4.703 7.119 5.095 5.027 5.027 4.375
Durchsatz Pixel/Texel (Mrd./s) 54,9/151,1 53,4/147,0 49,4/222,5 39,8/159,2 85,7/157,1 85,7/157,1 54,7/136,6
Speicheranbindung (Bit) 128 128 256 256 192 192 192
Geschwindigkeit RAM (GT/s) 14,0 14,0 8,0 7,0 14,0 8,0 8,0
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR5 GDDR5 GDDR6 GDDR5 GDDR5
Speicherübertragung (GB/s) 224,0 224,0 256,0 224,0 336,0 192,0 192,3
Speicherkapazität (MiB) 8.192 / 4.096 4.096 8.192 8.192 / 4.096 6.144 6.144 6.144
Typische Leistungsaufnahme 130 Watt 150 Watt 225 Watt 150 Watt 125 Watt 120 Watt 120 Watt

Unterschiede RX 5500 und RX 5500 XT

Kommen wir nun zu den Unterschieden zwischen RX 5500 XT und RX 5500: Letztere wird ausschließlich mit 4 GiByte Speicher ausgestattet, während die RX 5500 XT auch mit verdoppelter Kapazität erhältlich ist. Außerdem spezifiziert AMD die OEM-Karte mit einem etwas geringeren Kerntakt - bei gleichzeitig größerem Spielraum bei der Leistungsaufnahme. So darf die RX 5500 offiziell mit bis zu 150 Watt Boardpower (TBP) arbeiten, während nicht übertaktete XT-Karten mit 130 Watt jonglieren. Die Betonung liegt dabei auf dem "bis zu", denn im Falle unserer Stichprobe haben wir es mit einer sparsamen Variante zu tun. Dazu gleich mehr.

Bildergalerie

Maximal PCI-Express 4.0 ×8

Navi 14 ist auf Kompaktheit getrimmt. Dies beinhaltet den Verzicht auf eine volle PCI-Express-Anbindung, welche gemäß modernem PCI-E-Standard 4.0 arbeitet, allerdings nur mit 8 von 16 möglichen Lanes. Dies sei laut AMD für eine GPU dieser Leistungsklasse voll Bis AMD den B550 veröffentlicht, wird wohl kaum ein OEM die RX 5500 auf einem teuren X570-Brett installieren.ausreichend, führt jedoch auf einem verbreiteten Unterbau (ohne X570-Hub) effektiv zu PCI-Express 3.0 ×8 mit einer gemessenen Transferrate von gut 6,5 statt rund 12,5 GByte pro Sekunde.

An dieser Stelle wird es pikant: Technisch wäre es sinnvoll, eine Radeon RX 5500 mit PCI-E-4-fähigen Mainboards zu paaren, derzeit ist das aus Kostengründen jedoch nicht gangbar. Unser Muster von HP verfügt zwar über einen Ryzen-3000-Prozessor, dessen Mainboard verfügt jedoch trotz der Bezeichnung "B550A" über einen Promontory-Kern, welcher mit der aktiven Ausstattung am ehesten mit einem B450/B350 vergleichbar ist. Bis AMD offiziell einen günstigen PCI-E-4.0-Unterbau in Gestalt des B550 veröffentlicht, wird wohl kaum ein OEM die Radeon RX 5500 auf einem teuren X570-Motherboard installieren.

Der General-Purpose-Benchmark des Systeminformations-Tools AIDA64 liefert alle relevanten Leistungsdaten. Die oberen beiden Speichertests, Read & Write, offenbaren den PCI-Express-Durchsatz, während Memory Copy die effektive Transferrate des Grafikspeichers abbildet: Zur besseren Einordnung und als Vorschau auf die Spiele-Benchmarks haben wir einige Vergleichskarten mitabgebildet:

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    • Kommentare (36)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SilentHunter Software-Overclocker(in)
        Zitat von plusminus
        Amd RX 5500 mit 4GB und 150 Watt ist ein schlechter Witz

        Gerade die Amd ler haben immer gross Rausposaunt das auch 6 GB bei Nvidia schon zu wenig ist
        Mir erschliesst sich hier im Kontext der Sinn hinter dieser Aussage mal leider überhaupt nicht. Halt doch da regt sich gerade ein kleines hey keine Angst Leute der trollt nix böses der will nur ein bisschen mit Bashen.

        Aber mal auf deinen Speicherunsinn einsteigend es muss ja bekanntlich Karten für jeden Geldbeutel sowie OEMs geben. Darum werden wir 4 und 6 GB Speicherkrüppel wohl oder übel noch eine ganze Zeitlang zu sehen bekommen.
      • Von SilentHunter Software-Overclocker(in)
        Zitat von plusminus
        Amd RX 5500 mit 4GB und 150 Watt ist ein schlechter Witz

        Gerade die Amd ler haben immer gross Rausposaunt das auch 6 GB bei Nvidia schon zu wenig ist
        Mir erschliesst sich hier im Kontext der Sinn hinter dieser Aussage mal leider überhaupt nicht. Halt doch da regt sich gerade ein kleines hey keine Angst Leute der trollt nix böses der will nur ein bisschen mit Bashen.

        Aber mal auf deinen Speicherunsinn einsteigend es muss ja bekanntlich Karten für jeden Geldbeutel sowie OEMs geben. Darum werden wir 4 und 6 GB Speicherkrüppel wohl oder übel noch eine ganze Zeitlang zu sehen bekommen.
      • Von Rotkaeppchen
        ... gelöscht ...

        Mist, war ja ein aölter Artikel und ich falle drauf rein.

        Leichenschänder
      • Von SilentHunter Software-Overclocker(in)
        Zitat von JaxT
        und die erschien vor jahren. LOL in was 16nm? amd wird der arsch dermassen auf grundeis gehen wenn nv ihre 7nm kärtchen raushaut. tippe auf pascal vega debakel nr2.
        Wenn AMD seine Hausaufgaben annähernd so gut wie mit Ryzen macht wie es vorher auch kaum einer geglaubt hatte wer weiß. Ausserdem ist der minder GrafikInder ja jetzt Intels Problembär.
      • Von Malkav85 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Radeon RX 5500 (OEM) im Benchmark-Test: Die perfekte Grafikkarte für Komplettrechner?

        Bitte beim Thema bleiben. Mutmaßungen gerne per PN.
      • Von Gerry1984 Software-Overclocker(in)
        AW: Radeon RX 5500 (OEM) im Benchmark-Test: Die perfekte Grafikkarte für Komplettrechner?

        Zitat von seahawk
        Es wird Zeit das Intel Testsystem gegen ein Ryzensystem mit PCIe4.0 zu ersetzen. Auf der veralteten Intelplattform sind die GPU-Tests nicht mehr repräsentativ.
        Grundsätzliche Zustimmung. Problem: Ein ordentlich konfiguriertes Intelsystem ohne angezogene TDP Handbremse und schnellem RAM ist halt in der Regel doch noch schneller als ein Zen2 System. Und bei GPU-Tests ist es wichtig die CPU so gut als möglich aus der Gleichung zu nehmen. Und da ist im Moment ehernoch der Flaschenhals zu finden als bei PCIe 3.0. Das ändert sich erst mit Zen3, alles was wir darüber wissen deutet hier nochmal auf eine Steigerung der Spieleleistung hin und damit ein Gleichziehen oder sogar Überholen von Intel. Also ich würde das Intel Testsystem noch bis Ende des Jahres laufen lassen und dann einen fetten 4950X als Basis für das neue Grafikkartentestsystem nehmen

        Ich befürchte nur dass im Sommer erstmal auf den Comet Lake Zehnkerner umgerüstet wird, weil der in der Spieleleistung nochmal ~3% auf den 9900K drauflegt aber immer noch PCIe 3.0 und dann nicht kurze zeit später das Testsystem auf dann in allen Belangen wahrscheinlich schnelleren Zen3 schon wieder gewechselt wird
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