DDR4-RGB-RAM G.Skill Trident Z Royal im Test: Nur grell oder auch schnell?
In den letzten Monaten haben sich vor allem zwei Dinge auf dem DDR4-RAM-Markt verändert: Die Preise sind nach langer Zeit mal wieder spürbar gefallen, außerdem sind mehrere neue Produktlinien erschienen, die überwiegend auf RGB-LEDs setzen. Ganz vorne dabei ist Hersteller G.Skill, der mit der Royal-Serie die Auswahl an RGB-Kits innerhalb der Trident-Z-Welt weiter erhöht. Wir testen, was das Kit F4-3200C14Q-32GTRG in der Praxis leistet.
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Nachdem DDR4-Speicher in den vergangenen Jahren immer teurer wurde, hat sich die Situation seit wenigen Monaten deutlich entspannt. 16-GiByte-Kits der einfachen Art (ohne Heatspreader, DDR4-2133/2400) sind unter die 100-Euro-Marke gerutscht, einige vergleichbare 32-GiByte-Kits sind entsprechend für unter 200 Euro erhältlich. Während derartige Produkte auf Sparfüchse abzielen - für die wir bereits einen Vergleichstest vorbereiten - peilt G.Skill mit der neuen Serie Trident Z Royal zahlungskräftige Fans von RGB-LEDs an.
RGB: Richtig Geld blechen?
Überraschen sollte das niemanden, schließlich sind konfigurierbare Farbenspiele bei anderen PC-Komponenten wie Mainboards und Tastaturen schon seit mehreren Jahren etabliert. Vorreiter wie Corsair und Crucial setzten außerdem schon vor über zehn Jahren auf bunte (nicht konfigurierbare) RAM-Beleuchtung. Übliche RGB-LED-Versionen kosten üblicherweise einen Aufpreis von rund 10 Euro pro RAM-Riegel, bei den Royal-Sticks fällt der Aufpreis allerdings deutlich größer aus und beträgt rund 30 Euro pro Stick gegenüber RGB-freien Trident-Z-DIMMs.
G.Skill hat mit der Trident-Z-RGB-Reihe zwar schon viele Kits mit konfigurierbarer Beleuchtung im Portolio, doch die neuen Royal-Sticks unterscheiden sich in zwei Optik-Aspekten: Der Kühler in gewohnter Trident-Z-Bauform ist in den Farben Gold oder Silber erhältlich und reflektiert wie ein Spiegel. Wer weitere RGB-LED-Komponenten wie z. B. Lüfter nutzt, kann die Leuchtwirkung des PCs somit effektiv steigern. Allerdings ist die Oberfläche auch sehr anfällig für Fingerabdrücke, weshalb G.Skill sinnvollerweise ein Tuch zum Säubern beilegt. Der zweite Unterschied liegt in der Gestaltung des Aufsatzes, durch den die Leuchtdioden schimmern: G.Skill greift auf einen klaren Kunstoff mit kristallähnlicher Oberfläche zurück, was das Licht stärker bricht und einen Funkeleffekt erzeugt. Ob das "royal" wirkt, ist natürlich Ansichtssache, auffällig und ungewöhnlich ist das Design aber allemal.
Quelle: https://www.gskill.com
G.Skill Trident Z Royal
G.Skill Trident Z Royal F4-3200C14Q-32GTRG: So testen wir
Die vier Sticks betreiben wir mit einem Core i7-8700K auf einem Asus Maximus X Hero mit UEFI 1704. Diese Plattform ist für einen stabilen Betrieb über DDR4-4000 hinaus geeignet und damit die deutlich bessere Lösung als Ryzen- oder ältere Intel-Systeme, welches das Taktpotenzial vieler RAM-Sticks nicht ausschöpfen können.
Aus dem gleichen Grund wie wir Prozessoren nicht im GPU-Limit mit Ultra-HD-Auflösung testen, ziehen wir weniger gut für RAM-Tuning geeignete Plattformen nicht für wertungsrelevante Tests heran. Was beim RAM-Übertakten mit Ryzen zu beachten ist, behandeln wir allerdings regelmäßig in separaten Artikeln (z. B. Tuning Ryzen R7 2700(X) und R5 2600(X): Turbo, Overclocking, Spannung, RAM, Sub-Timings und RAM-Skalierung mit Core i9-9900K, Ryzen 7 2700X und Threadripper 2950X) und ausführlicher, als es im Rahmen von Produkttests möglich ist.
Das RGB-Kit muss sich in einer Mischung aus theoretischen und praxisnahen Benchmarks mit den vom Hersteller festgelegten Eckdaten beweisen. Darüber hinaus loten wir den Undervolting-Spielraum aus und testen die Tuning-Reserven bei 1,20 und 1,35 Volt im Taktbereich zwischen DDR4-2666 und DDR4-3866. Die Stabilität testen wir mit HCI Memtest Pro aus.
G.Skill Trident Z Royal F4-3200C14Q-32GTRG Testergebnisse:
Was schön aussieht und was nicht, ist eine Frage des Geschmacks, aber dass wir es beim G.Skill Trident Z Royal F4-3200C14Q-GTRG um eines der besten bisher von uns getesteten Kits mit 32 GiByte zu tun haben, hat schlicht technische Gründe: Die vier DDR4-3200-Sticks sind für die Timings 14-14-14-34 freigegeben und mit den Samsung-Chips K4A8G085WB-BCPB bestückt, die als "Samsung B-Die" für ihre tollen Tuning-Eigenschaften bekannt sind. Die Undervolting-Reserve ist mit 4 Prozent zwar relativ klein, überrascht angesichts der kurzen Latenzen bei Standardtakt aber nicht. Dafür verkraften die Sticks auch deutlich höhere Taktraten, ein stabiler DDR4-3866-Betrieb bei 1,35 Volt und den guten Timings 17-16-16-48 ist beispielsweise gar kein Problem.
Das Kit beinhaltet Module mit einem (heute für 8-GiByte-DIMMs üblichen) Single-Rank-Aufbau, welche bei gleichem Takt in der Praxis zwar etwas weniger Leistung bieten als Dual-Rank-Sticks, allerdings spielt das aufgrund der höheren Modulanzahl keine große Rolle: Ob pro Speicherkanal ein Dual-Rank- oder zwei Single-Rank-Module verbaut sind, macht nur einen geringfügigen Unterschied (der durch höhere Subtimings und Umlaufzeiten bedingt ist.) Je nach Benchmark setzen sich die Riegel dadurch klar gegen 16-GiByte-Kits mit gleichem Takt durch, die nur jeweils zwei Single-Rank-Sticks umfassen. Beispiel: Die Zeitersparnis in 7-Zip gegenüber dem Kit F4-3200C14D-16GTZRX (2 × 8 GiByte DDR4-3200 14-14-14-34, single-ranked) beträgt 11 Prozent (119 statt 133 Sekunden). Wichtig: Quad-Channel-Nutzer benötigen acht statt vier Single-Rank-Sticks für das mit Dual Rank vergleichbare Leistungsplus.
Die Wärmeentwicklung liegt mit von uns gemessenen 41,1 °C im Rahmen des Üblichen, interessierte Anwender können die aktuelle Temperatur dank des Sensors Seiko Instruments S-34T04A mit geeigneter Software wie Thaiphoon Burner auslesen. Mit 4,4 cm sind die Riegel deutlich höher als Standard-DDR4-Module (3,125 cm), was zu Problemen mit überstehenden Lüftern oder Lamellen des Prozessorkühlers führen kann. Allerdings bringen es beinahe alle RGB-Kits auf eine Höhe von mindestens 4 cm, weshalb LED-Fans nur wenige Alternativen haben und Leuchteffekte ohnehin wenig bringen, wenn sie von anderen Komponenten verdeckt werden.
| Produkt | Trident Z Royal |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | G.Skill (gskill.com) |
| Produktnummer | F4-3200C14Q-32GTRG |
| PCGH-Preisvergleich | Noch nicht gelistet |
| Preis/Preis-Leistung | Entfällt |
| Ausstattung (20 %) | 1,90 |
| Kühlkörper | Metallkörper mit Kunststoffeinsatz |
| Besondere Ausstattung | RGB-LED-Beleuchtung (Regelung via Software), Putztuch, Aufkleber (G.Skill-Logo) |
| Infos auf Aufkleber | Kapazität, Takt, Latenzen (CAS, RCD, RP, RAS), Spannung |
| Eigenschaften (20 %) | 2,22 |
| Kapazität | 4 × 8 GiByte |
| Herstellervorgabe | DDR4-3200, 14-14-14-34, 1,35 Volt |
| SPD-EEPROM (Einträge/max. Takt) | 7/DDR4-2133 (15-15-15-36) |
| XMP-Werte (in UEFI auswählbar) | DDR4-3200, 14-14-14-34, 1,35 Volt (XMP 2.0) |
| Höhe/Breite mit Kühler | 4,4/0,9 cm |
| Temperatur (Last, 1,35 Volt)**, Sensor | 41,1 °C, Seiko Instruments S-34T04A |
| Chips (nicht garantiert!) | 8 × Samsung K4A8G085WB-BCPB (20 nm) |
| Organisation (physisch/logisch) | Single-sided/single-ranked |
| Leistung (60 %)* | 2,17 |
| Herstellervorgabe: Kopierrate, Latenz | 46.224 MB/s, 44,9 Nanosekunden |
| Herstellervorgabe: 3 GB kompr./verschlüsseln | 119 Sekunden |
| Herstellervorg.: Kingdom Come Deliverance | 46,9/35 Fps (Avg./Min.) |
| Undervolting bei Standard-Takt/-Latenzen | -4 % (1,295 Volt) |
| 1,20 Volt: Stabile Latenzen (DDR4-2666/3000/3333) | 13-13-13-39/15-15-15-45/17-16-16-48 |
| 1,35 Volt: Stabile Latenzen (DDR4-3333/3600/3866) | 15-14-14-42/15-15-15-45/17-16-16-48 |
| Endnote | 2,13 |
| Fazit | + Grundleistung, Kapazität, Tuning-Reserven, außergewöhnliche Optik |
| - Hoher Preis, hoher Kühler |
G.Skill Trident Z Royal F4-3200C14Q-32GTRG: Fazit
Die RGB-LED-Beleuchtung, der an Kristalle erinnernde Aufsatz und spiegelnde Heatspreader sorgen für eine exklusive Optik, sind aber natürlich Geschmacksache. Die Optik-Spielereien erhöhen den Preis spürbar, sodass Anwender, denen das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig ist, nicht zu den Trident-Z-Royal-Sticks greifen sollten. Das von uns getestete 32-GiByte-Kit ist aktuell noch nicht im PCGH-Preisvergleich gelistet, die goldene Variante mit halber Modulanzahl, also 2 × 8 GiByte ist aber ab 270 Euro erhältlich. Wir erwarten daher einen Preis von über 500 Euro für die 32-GiByte-Variante. Zum Vergleich: Für G.Skill-Riegel ohne Beleuchtung, die für die gleichen Eckdaten freigegeben sind, werden bei 2 × 8 GiByte nur 200 bzw. 210 Euro fällig (Ripjaws V/Trident Z), 4 × 8 GiByte kosten 390 bzw. 400 Euro (Ripjaws V/Trident Z). Die nicht spiegelnden, schwarz-silbernen Trident-Z-RGB-Kits mit identischen Spezifikationen schlagen mit 220 bzw. 420 Euro zu Buche.
Unabhängig von der Optik und dem Preis spricht allerdings nur sehr wenig gegen das 32-GiByte-Kit: Es ist schnell und bietet große Tuning-Reserven. In einem Standard-Mainboard belegen die vier Riegel zwar alle Steckplätze, allerdings reichen 32 GiByte voraussichtlich noch viele Jahre für PC-Spieler aus. Selbst mit der halben Speichermenge sind Spieler momentan schließlich ausreichend ausgestattet. Auch für AMD-Nutzer ist das Kit interessant, da G.Skill-Kits mit diesen Eckdaten und Samsung-B-Die-Chips nach unserer Erfahrung gut mit Ryzen-Systemen harmonieren. Ein stabiler Betrieb sollte bei DDR4-3200 oder nach einer minimalen Taktabsenkung (z. B. DDR4-3133) in den meisten Fällen gelingen.
Eine günstige RGB-Alternative mit 4 × 8 GiByte, aber langsameren Eckdaten und weniger Tuning-Potenzial ist zum Beispiel das Ballistix-Tracer-Kit BLT4C8G4D30BET4K. Soll es exklusiv, aber eher dezent beleuchtet sein, lohnt sich ein Blick auf das nur von Corsair direkt vertriebene Kit Dominator Platinum Special Edition CMD32GX4M4C3466C16W.
Übrigens: Einen Vergleichstest mit vier weiteren RGB-LED-Kits finden Sie in der PCGH-Ausgabe 02/2019.
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