Ballistix Elite im Test (16 GiByte DDR4-4000): Starkes High-End-Comeback

Ballistix stößt erstmals in den Taktbereich ab DDR4-4000 vor und geht dabei neue Wege: Anstatt der üblicherweise verwendeten Samsung-Chips (B-Dies) kommen Bausteine von Micron (E-Dies) zum Einsatz. Wir sehen uns an, ob sich dieser Schritt auszahlt und das Kit zurecht den Namen Elite trägt.

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Ballistix Elite im Test (16 GiByte DDR4-4000): Starkes High-End-Comeback
Quelle: PC Games Hardware

Dank der massiven Preisrückgänge seit Anfang 2018 ist aktuell ein recht guter Zeitpunkt, um auf DDR4-RAM umzusteigen oder die Speichermenge zu erhöhen. Falls Sie sich für Kits ab 32 GiByte interessieren, legen wir Ihnen den Vergleichstest von 13 Kits in der PCGH-Ausgabe 08/2019 ans Herz (zur PCGH-Plus-Version). An dieser Stelle widmen wir uns hingegen einem 16-GiByte-Kit mit dem Potenzial, den High-End-Bereich aufzumischen.

Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK: High-End-Vorstoß von Crucial

Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK Quelle: PC Games Hardware Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK Innerhalb des Ballistix-Universums ist die Elite-Produktserie am oberen Ende angesiedelt. Im Vergleich zur Konkurrenz gab man sich bisher aber relativ zahm: Während sich z. B. Corsair, G.Skill und Teamgroup bereits im vergangenen Jahr im Bereich DDR4-4500 bewegten, war bei Ballistix bei DDR4-3466 Schluss. In diesem Jahr erhielten wir mit dem DDR4-3600-Kit Ballistix Elite BLE4K8G4D36BEEAK (zum Test) bereits einen Vorgeschmack darauf, was mit den vergleichsweise jungen, als E-Dies bekannten Micron-Chips möglich ist. Mit der Taktstufe DDR4-4000, für die unser Testmuster BLE2K8G4D40BEEAK freigegeben ist, mischt Crucial bzw. Ballistix nun endgültig wieder im High-End-Segment mit. Äußerlich weist darauf, abgesehen von den Eckdaten auf dem Aufkleber, noch nichts hin. Hier kommt der bewährte Elite-Kühlkörper zum Einsatz, der leicht geriffelte Seitenteile und einen abschraubbaren Aufsatz mit groben Kühlrippen bietet. Mit einem geeigneten Schraubendreher zur Hand lässt sich die Höhe von 4,1 auf 3,6 cm reduzieren. Während uns die massive Konstruktion und gute Verarbeitungsqualität gefällt, müssen wir doch ein Detail kritisieren: Die Kühlleistung könnte sicherlich noch besser ausfallen, wenn mehr als nur etwa die halbe Chipoberfläche Kontakt zum Kühler hätte.

Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK: So testen wir

Die vier Sticks betreiben wir mit einem Core i7-8700K auf einem Asus Maximus X Apex mit der aktuellen UEFI-Version 2102. Das Setup ist für einen stabilen Betrieb bis mindestens DDR4-4500 geeignet und damit bisher kein Flaschenhals für unsere RAM-Tests. Die Ballistix-Riegel müssen sich in einer Mischung aus theoretischen und praxisnahen Benchmarks mit den vom Hersteller festgelegten Eckdaten beweisen. Darüber hinaus loten wir den Undervolting-Spielraum aus und testen die Tuning-Reserven bei 1,20 und 1,35 Volt im Taktbereich zwischen DDR4-2666 und DDR4-3866. Nach jeder Justierung der Timings CAS, RCD und RP testen wir die Stabilität mit HCI Memtest Pro aus. Die RAS-Latenz loten wir (aus Zeitgründen) nicht einzeln aus, sie belassen wir standardmäßig auf dem 1,5-fachen Wert der Summe aus RCD- bzw. RP-Latenz, sodass hier noch Tuning-Reserven zu erwarten sind.

Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK: Eigenschaften und Testergebnisse

Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK (Verpackung) Quelle: PC Games Hardware Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK (Verpackung) Das Kit bietet eine Kapazität von 2× 8 GiByte und ist für DDR4-4000 (18-19-19-39) bei 1,35 Volt freigegeben. Wie bei dieser Speichermenge pro Modul üblich, handelt es sich um einseitig bestückte Riegel mit Single-Rank-Organisation. Das SPD-EEPROM beinhaltet zehn Standardeinträge für einen stabilen PC-Start, im Idealfall fährt das System (bei entsprechender Plattform-Unterstützung) mit DDR4-2666 (19-19-19-43) hoch. Das Extreme Memory Profile ist gemäß der Herstellerfreigabe korrekt mit DDR4-4000 (18-19-19-39) bei 1,35 Volt programmiert. Die Module verfügen über einen integrierten Temperatursensor (Giantec GT34TS04), der sich z. B. mittels Ballistix-M.O.D.-Utility oder Thaiphoon Burner auslesen lässt, für unsere Messung setzen wir aber wie üblich möglichst nah an den Chips platzierte Foliensensoren unterhalb des Heatspreaders sein. Wir messen 40,0 °C, womit die Module zu den kühleren gehören.

Dank des hohen Standardtakts und der guten Timings überzeugt das Kit in den Benchmarks mit einer hohen bis sehr hohen Leistung. In Kingdom Come: Deliverance sortieren sich die beiden Module beispielsweise mit 47,3/36 (Avg./Min.) direkt hinter dem schnellsten bisher von uns getesteten Kit ein, dem nicht mehr lieferbaren DDR4-4500-Kit Corsair Vengeance LPX CMK16GX4M2F4500C19, das 48,4/36 Fps (Avg./Min.) erzielte. Allerdings: In 7-Zip bieten Kits mit vier Modulen oder Dual-Rank-Aufbau bereits im Taktbereich DDR4-3000/3200 eine vergleichbare Leistung. Das ist aber ein Extremfall und auch keine spezifische Schwäche des Ballistix-Kits, sondern liegt am Single-Rank-Aufbau (Stichwort: Rank Interleaving). Im Direktvergleich mit anderen Kits gleicher Kapazität und mit Single-Rank-Organisation leisten die Elite-Riegel genau das, was dank der guten garantierten Eckdaten zu erwarten ist.

Unter der Haube stecken die offiziell für DDR4-2666 freigegebenen Micron-Chips D9VPP (MT40A1G8SA-075:E), der einzigen Variante der E-Dies, die wir bisher auf Testmustern gesehen haben. Dabei handelt es sich relativ neue Chips, die deutlich bessere Tuning-Eigenschaften als ältere Micron-Bausteine aufweisen. Eine Eigenart dieses Chiptyps ist, dass die RCD-Latenz nicht mit Spannung skaliert. Das "Nachhelfen" in Form von Overvolting wirkt aber bei der CAS-Latenz (und auch der RP-Latenz - diese lässt sich mit einem Z370-Setup aber nicht unabhängig von der RCD-Latenz justieren.) Die Undervolting-Reserven betragen 8 Prozent, erst unterhalb von 1,240 Volt gibt HCI Memtest vereinzelt Fehler im DDR4-4000-Betrieb aus.

Im niedrigen Taktbereich bei 1,20 Volt zeigen sich die beiden 8-GiByte-Riegel bärenstark: Von DDR4-2666 über DDR4-3000 bis DDR4-3333 toppen die Riegel mit den HCI-Memtest-stabilen Werten 13-12-12-36, 14-14-14-42 und 16-15-15-45 sämtliche, immerhin 45 mit dem Z370-Setup getesteten RAM-Kits. Selbst sehr gute auf Samsungs B-Dies basierende Kits wie die vorhin erwähnte DDR4-4500-Referenz von Corsair müssen sich geschlagen geben (zum Vergleich: 13-13-13-39/15-15-15-45/17-16-16-48). Ein wenig anders sieht es hingegen mit einer auf 1,35 Volt angehobenen Spannung im höheren Frequenzbereich aus: Mit 14-15-15-45/15-17-17-51/16-18-18-54 bei DDR4-3333/3600/3866 erreichen wir zwar erneut richtig gute, überzeugende Werte, die nicht mit Spannung skalierende RCD-Latenz ist im Vergleich mit Top-Kits auf Samsung-B-Die-Basis aber ein Nachteil (Vergleichswerte der DDR4-4500-Referenz: 14-14-14-42/15-15-15-45/16-16-16-48).

Im Vergleich mit anderen von uns getesteten Kits auf Micron-E-Die-Basis bietet die beiden DDR4-4000-Riegel mit klarem Abstand die besten Tuning-Eigenschaften. Ein bißchen helfen hier zwar die Kombination aus 2-DIMM-Layout des Maximus X Apex und geringer Modulanzahl/Kapazität, beim testweisen Einsatz auf dem 4-DIMM-Board Maximus X Hero zeigte sich die Überlegenheit allerdings trotzdem. Das spricht für eine sinnvolle, strengere Selektion durch Crucial als etwa bei den Serien Sport AT und Sport LT. Auf einem Ryzen-System haben wir das Kit zeitlich bedingt zwar noch nicht ausprobiert, üblicherweise sind Micron-E-Die-bestückte Riegel aber taktfreudig und eher unproblematisch.
Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK Quelle: PC Games Hardware Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK

Produkt Elite
Hersteller (Website) Ballistix (https://www.ballistixgaming.de)
Produktnummer BLE2K8G4D40BEEAK
PCGH-Preisvergleich https://www.pcgh.de/preis/2106865
Preis/Preis-Leistungsverhältnis Ca. € 220,- (€ 13,75 pro GiByte)/Note 4+
Ausstattung (20 %) 2,26
Kühlkörper Grobe Kühlrippen, Aufsatz abschraubbar
Besondere Ausstattung Nicht vorhanden
Infos auf Aufkleber Takt, Latenzen (CAS, RCD, RP, RAS), Spannung, in Produktnummer: Kapazität
Eigenschaften (20 %) 2,14
Kapazität 2× 8 GiByte
Herstellervorgabe DDR4-4000, 18-19-19-39, 1,35 Volt
SPD-EEPROM (Einträge/max. Takt) 10/DDR4-2666, 19-19-19-43 (SPD 1.1)
XMP-Werte (in UEFI auswählbar) DDR4-4000, 18-19-19-39, 1,35 Volt (XMP 2.0)
Höhe/Breite mit Kühler 4,1/0,8 cm (ohne Aufsatz: 3,6 cm)
Temperatur (Last, 1,35 Volt), Sensor 40,0 °C, Giantec GT34TS04
Chips pro Modul (nicht garantiert!) 8× Micron D9VPP (MT40A1G8SA-075:E), 19 nm
Organisation (physisch/logisch) Single-sided/single-ranked
Leistung (60 %) 2,00
Herstellervorgabe: Kopierrate, Latenz 49.169 MB/s, 42,5 Nanosek.
Herstellervorgabe: 3 GB komprimieren/verschlüsseln 131 Sekunden
Herstellervorgabe: Kingdom Come Deliverance 47,3/36 Fps (Avg./Min.)
Undervolting bei Std.-Takt/-Latenzen -8 % (1,240 Volt)
1,20 V: Stabile Latenzen (DDR4-2666/3000/3333) 13-12-12-36/14-14-14-42/16-15-15-45
1,35 V: Stabile Latenzen (DDR4-3333/3600/3866) 14-15-15-45/15-17-17-51/16-18-18-54
Endnote 2,08

Ballistix Elite BLE2K8G4D40BEEAK: Fazit

Durch die Preis-Leistungs-Brille betrachtet müssen wir von den Ballistix-Elite-Riegeln - wie immer bei High-End-RAM - abraten. Das durch DDR4-4000-Freigabe und die zweifelsfrei gut selektieren Chips erzielbare Leistungsplus rechtfertigt den Preis von 13,75 Euro pro GiByte für Otto Normalspieler einfach nicht. In der Mittelklasse (typ. DDR4-3200/16-18-18-36/38) gibt es bereits zum halben Preis eine große Auswahl. Direkter Gegenspieler sind daher auch in preislicher Hinsicht auf Samsungs B-Dies basierende Kits. Hier gibt es zwar einzelne Kits ab rund 150 Euro, sollen es aber mindestens die garantierten Eckdaten (DDR4-4000, 18-19-19-39, 1,35 Volt) sein, dann sind die momentan aufgerufenen 220 Euro durchaus konkurrenzfähig, zumal das frisch vorgestellte Kit bisher nur bei einigen Händlern auf Lager ist und der Preis daher noch etwas sinken könnte. Eine Alternative zu den Angeboten im Preisvergleich ist der Crucial-Webshop mit kostenlosem Versand.

Mit den DDR4-4000-Riegeln mischt Crucial wieder im High-End-Segment mit. Geboten werden eine hohe Grundleistung und überzeugende Tuning-Eigenschaften. Während wir bei den Low-Voltage-Tests neue Bestwerte erzielen, ist das Tuning-Verhalten bei 1,35 Volt (und darüber hinaus) aufgrund der fehleden RCD-Skalierung lediglich gut. In der Summe reicht es trotz klar überdurchschnittlicher Tuning- und Leistungswerte nicht ganz für einen Top-Produkt-Award: 2× 8 GiByte stellen heute die Untergrenze beim Neukauf für einen Spiele-PC dar, zudem hängt das Kit die versammelte Konkurrenz nur im niedrigen Takt- und Spannungsbereich ab, der für die Mehrheit der Leser nicht ganz so relevant sein dürfte. Für Tuner, die auf eine RGB-LED-Beleuchtung verzichten können und eine Alternative zu Samsung-bestückten Modulen suchen, ist das Ballistix-Elite-Kit BLE2K8G4D40BEEAK aber eine hervorragende Wahl. Falls Ihnen die Module grundsätzlich gefallen, Sie aber die Kapazität von "nur" 16 GiByte abhält, dann ist womöglich die 32-GiByte-Variante BLE4K8G4D40BEEAK einen Blick wert. Mit vier Modulen wird zudem der nicht vermeidbare, je nach Anwendung unterschiedlich stark ausgeprägte Leistungsnachteil des Single-Rank-Aufbaus ausgeglichen - und das wäre bei vergleichbaren Tuning-Eigenschaften definitiv Top-Produkt-würdig!

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von BiJay
        Wieviel der Browser an RAM nimmt, ist eigentlich total egal. Der nimmt halt so viel, wie er kann, aber hat kaum Einbußen, wenn nur weniger da ist. Das ist sicherlich keine Messlatte.
        Du hast noch nie auf solch einem System versucht zu arbeiten, du merkst das wenn dein System anfängt zu stottern.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Und der wollte mehr.

        Gleiches wenn Veeam Backup macht.
        Nur mit der CPU. Die SSD interessiert das nicht.
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von BiJay
        Wieviel der Browser an RAM nimmt, ist eigentlich total egal. Der nimmt halt so viel, wie er kann, aber hat kaum Einbußen, wenn nur weniger da ist. Das ist sicherlich keine Messlatte.
        Du hast noch nie auf solch einem System versucht zu arbeiten, du merkst das wenn dein System anfängt zu stottern.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Und der wollte mehr.

        Gleiches wenn Veeam Backup macht.
        Nur mit der CPU. Die SSD interessiert das nicht.
      • Von Nosferatu
        I nem gut programmiertem Spiel langen 16gb 2mal locker. EACcess trash frisst gerne mal bis zu 15gb weg. Hatte nicht mal mit 8gb Probleme(Laptop). Wie beim vram wird Maßlos übertrieben.
      • Von BiJay Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Research
        Hmm, bei meinem Notebook sind 32 GByte schon mal gerne aufgebraucht.
        Nutze aber auch VMs und ******** mit FF, hatte kürzlich nach nem Neustart der FF Sitzung Überlauf, 29GByte FF und steigend.
        Wieviel der Browser an RAM nimmt, ist eigentlich total egal. Der nimmt halt so viel, wie er kann, aber hat kaum Einbußen, wenn nur weniger da ist. Das ist sicherlich keine Messlatte.
      • Von Makozer Schraubenverwechsler(in)
        Oder man kauft sich für 160 Euro die Patriot Steel Viper 4400 CL19 mit Samsung B-Dies ... laufen bei mir mit R7 3700X bei 3733 MHz CL14
      • Von PCGH_Stephan Volt-Modder(in)
        Zitat von kadney
        Was für Frequenzen wären das jeweils?
        DDR4-3333/3600/3866
        Das habe ich in dem Satz jetzt noch ergänzt.
      Direkt zum Diskussionsende
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