Epic-Chef mit "1 GiB RAM im Jahr 1996": Kann das stimmen?

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Epic-Chef mit "1 GiB RAM im Jahr 1996": Kann das stimmen?
Quelle: Lex Fridman Podcast via YouTube

Epic-Chef Tim Sweeney überraschte kürzlich mit der Aussage, schon vor 30 Jahren einen Rechner mit einem GiB Arbeitsspeicher genutzt zu haben. Kann das stimmen?

Vor rund zwei Wochen war Epic Games Chef Tim Sweeney im "Lex Fridman"-Podcast zu Gast. In der rund viereinhalbstündigen Aufnahme hat Sweeney so einige Anekdoten zum Besten gegeben - darunter auch, welche Hardware der Programmierer in seinen Anfangszeiten hatte. Bereits 1996 soll Sweeney eigener Aussage zufolge "einen Gigabyte Arbeitsspeicher" gehabt haben.

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Diese Behauptung hat unter Technikfans auf dem Hardware-Subreddit für Diskussionen gesorgt - denn während heutige Standardrechner routinemäßig mit 8, 16 oder 32 GiB RAM ausgestattet sind, galten in den Neunzigerjahren schon wenige Megabyte als luxuriös. War Sweeneys Aussage eine ungenaue Erinnerung oder technisch tatsächlich möglich?

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Um Sweeneys Behauptung einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die damals üblichen Speicherausstattungen. 1996 waren PCs im Massenmarkt typischerweise mit 8 bis 16 MiB RAM ausgestattet. Ambitioniertere Systeme konnten auf 32 MiB kommen, und nur absolute High-End-Workstations verfügten über 64 MiB (via Tom's Hardware). Ein älterer Erfahrungsbericht eines Reddit-Nutzers, den wir zu diesem Zweck ausgegraben haben, dokumentiert die eigene RAM-Entwicklung: 1996 begann er mit 8 MiB und erreichte erst 2006, also zehn Jahre später, 2 GiB Arbeitsspeicher.

Historische Preislisten zeigen daneben, dass RAM-Module Ende 1996 etwa 5,25 Dollar pro Mebibyte kosteten. Das bedeutet, dass allein der Speicher für ein 1-GiB-System damals theoretisch über 5.000 Dollar gekostet hätte - auch für Sweeney als professioneller Entwickler eine enorme Investition.

Obwohl ungewöhnlich, war ein System mit 1 GB RAM im Jahr 1996 aus technischer Sicht dennoch tatsächlich realisierbar. Der entscheidende Faktor war die Prozessor- und Chipsatzkombination: Der im November 1995 eingeführte Intel Pentium Pro brachte eine (für damalige Verhältnisse) revolutionäre P6-Mikroarchitektur mit sich. Zusammen mit dem Intel 440FX Chipsatz, auch als "Natoma" bekannt, konnte diese Plattform theoretisch bis zu 1 GiB RAM unterstützen. Der Chipsatz ermöglichte die Verwendung von EDO-RAM-Modulen (Extended Data Out) und konnte standardmäßig 8 MiB bis 1 GiB Hauptspeicher adressieren.

Ein typisches Dual Pentium Pro-Motherboard aus den Jahren 1996/1997 verfügte über acht RAM-Slots, die jeweils 128-MiB-Module aufnehmen konnten, was einer Gesamtkapazität von 1 GiB entsprach. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Software-Unterstützung. Das im Juli 1996 veröffentlichte Windows NT 4.0 konnte theoretisch sogar bis zu 4 GiB RAM unterstützen - die maximale Kapazität eines 32-Bit-Betriebssystems -, von Einschränkungen wie der "3-GB-Barriere" einmal abgesehen.

Die verfügbaren Quellen deuten also darauf hin, dass es technisch durchaus möglich war, 1996 ein System mit 1 GiB RAM zu konfigurieren. Allerdings wäre ein solches System selbst für professionelle Anwender und Entwickler außerordentlich selten und kostspielig gewesen. Für einen Entwickler wie Sweeney, der damals an der Unreal Engine arbeitete, hätte ein solches System mit maximaler Speicherausstattung aber tatsächlich erhebliche Vorteile gebracht, insbesondere für komplexe Kompiliervorgänge und Grafikentwicklung.

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Der 90er kam 1994 raus, 1995 waren laut Wiki 133 MHz das höchste der Gefühle. Allgemein war das eine Zeit, wo sich ordentlich was bei CPUs getan hat. 100 MHz 1994, 133 MHz 1995, 200 MHz 1996, 300 MHz 1997 (PII), 450 MHz 1998, 800 MHz 1999 (PIII) und 1.200 MHz 2000 (Athlon). Das sind, jeweils aufs Vorjahr bezogen, +33 Prozent, +50 Prozent, + 50 Prozent* +50 Prozent, +78 Prozent* und +50 Prozent* mehr Takt – und die mit Sternchen markierten Sprünge hatten jeweils noch zusätzliche architektonische Fortschritte im Gepäck. Wer damals ein etwas älteres/günstigeres Modell gekauft hat (Budget-Linien gab es ja erst Ende der 90er) war schnell mit einem deutlich niedrigeren Takt unterwegs.


        Kann mich erinnern das es teilweise echt lustig war zu der Zeit.
        Viele Firmen welche es heute nicht mehr (in der Form) gibt.
        Intel hatte angefangen das Namenschema umzustellen und die Mitbewerben hatten den ~486er weiterentwickelt.
        Ging dann so weit das die deutlich (?) schneller waren als die ersten Pentiums.
        Aber da war auch was mit dem FSB bei Intel. Pentium 75 sollte man nicht kaufen weil der sehr langsamm lief...
        Später dann noch der Pentium Bug....
      • Von Kondar Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Der 90er kam 1994 raus, 1995 waren laut Wiki 133 MHz das höchste der Gefühle. Allgemein war das eine Zeit, wo sich ordentlich was bei CPUs getan hat. 100 MHz 1994, 133 MHz 1995, 200 MHz 1996, 300 MHz 1997 (PII), 450 MHz 1998, 800 MHz 1999 (PIII) und 1.200 MHz 2000 (Athlon). Das sind, jeweils aufs Vorjahr bezogen, +33 Prozent, +50 Prozent, + 50 Prozent* +50 Prozent, +78 Prozent* und +50 Prozent* mehr Takt – und die mit Sternchen markierten Sprünge hatten jeweils noch zusätzliche architektonische Fortschritte im Gepäck. Wer damals ein etwas älteres/günstigeres Modell gekauft hat (Budget-Linien gab es ja erst Ende der 90er) war schnell mit einem deutlich niedrigeren Takt unterwegs.


        Kann mich erinnern das es teilweise echt lustig war zu der Zeit.
        Viele Firmen welche es heute nicht mehr (in der Form) gibt.
        Intel hatte angefangen das Namenschema umzustellen und die Mitbewerben hatten den ~486er weiterentwickelt.
        Ging dann so weit das die deutlich (?) schneller waren als die ersten Pentiums.
        Aber da war auch was mit dem FSB bei Intel. Pentium 75 sollte man nicht kaufen weil der sehr langsamm lief...
        Später dann noch der Pentium Bug....
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Der 90er kam 1994 raus, 1995 waren laut Wiki 133 MHz das höchste der Gefühle. Allgemein war das eine Zeit, wo sich ordentlich was bei CPUs getan hat. 100 MHz 1994, 133 MHz 1995, 200 MHz 1996, 300 MHz 1997 (PII), 450 MHz 1998, 800 MHz 1999 (PIII) und 1.200 MHz 2000 (Athlon). Das sind, jeweils aufs Vorjahr bezogen, +33 Prozent, +50 Prozent, + 50 Prozent* +50 Prozent, +78 Prozent* und +50 Prozent* mehr Takt – und die mit Sternchen markierten Sprünge hatten jeweils noch zusätzliche architektonische Fortschritte im Gepäck. Wer damals ein etwas älteres/günstigeres Modell gekauft hat (Budget-Linien gab es ja erst Ende der 90er) war schnell mit einem deutlich niedrigeren Takt unterwegs.
        1998 hatte ich meinen ersten eigenen PC gekauft. Mit AMD K6-2 350 Mhz.

        Wieviel Ram ich hatte weiß ich gar nicht mehr genau. Aber ich glaube es waren 64MB.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von cultraider
        Der soll lieber das letzte Unreal Tournament re-releasen!!!!!!!!!!!!
        Full Ack! Ein Trauerspiel mit diesem epischen Megagame.

        MfG
        Raff
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Kondar

        Kam mir nur "schnell / viel Mhz" für das Jahr vor.
        Hatten ~ 1995 den Pentium 1 mit 90Mhz; hier gab es zwar schon schnellere aber die waren extrem teuer. Hatten da auch volle 8MB welche auf 4MB ~EMS und 4MB ~XMS aufgteilt wurde hatte schlappe 580DM gekostet (kann aber auch 16MB und dann je 8MB gewesen sein).

        Frage mal nach ob noch die Rechnungen existieren
        Der 90er kam 1994 raus, 1995 waren laut Wiki 133 MHz das höchste der Gefühle. Allgemein war das eine Zeit, wo sich ordentlich was bei CPUs getan hat. 100 MHz 1994, 133 MHz 1995, 200 MHz 1996, 300 MHz 1997 (PII), 450 MHz 1998, 800 MHz 1999 (PIII) und 1.200 MHz 2000 (Athlon). Das sind, jeweils aufs Vorjahr bezogen, +33 Prozent, +50 Prozent, + 50 Prozent* +50 Prozent, +78 Prozent* und +50 Prozent* mehr Takt – und die mit Sternchen markierten Sprünge hatten jeweils noch zusätzliche architektonische Fortschritte im Gepäck. Wer damals ein etwas älteres/günstigeres Modell gekauft hat (Budget-Linien gab es ja erst Ende der 90er) war schnell mit einem deutlich niedrigeren Takt unterwegs.

        Zitat von hotmob77
        Damals gabs ja den unsäglichen Intel TX-Chipsatz mit der Cacheable Area von maximal 16MB, sodass mehr Speicher sich eigentlich nie gelohnt hat damit. Man konnte das umgehen mit dem VIA Apollo VP2-Chipsatz, der konnte von Haus aus 64MB cachen.
        Auch der TX kann 64 MiB cachen. Aber dafür muss der Mainboard-Hersteller natürlich genug Cache verlöten und an dieser Stelle wurden viele Budget-Systemen kaputt gespart. (Teilweise konnte man ihn immerhin aufrüsten.) Beim Pentium Pro (und der nachfolgenden P6-Linie) war das aber Geschichte, da der Cache mit auf dem CPU-Substrat saß. https://www.pcgameshardwa...
      • Von hotmob77 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Damals gabs ja den unsäglichen Intel TX-Chipsatz mit der Cacheable Area von maximal 16MB, sodass mehr Speicher sich eigentlich nie gelohnt hat damit. Man konnte das umgehen mit dem VIA Apollo VP2-Chipsatz, der konnte von Haus aus 64MB cachen.
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