Speicherhersteller "ausverkauft" bei HBM-Speicher: Folgen für die GPU-Produktion?
Microns Fertigungskapazitäten für HBM-Speicher sind schon jetzt für dieses und teils auch kommendes Jahr ausgebucht. Das könnte Auswirkungen auf Nvidias KI-Beschleuniger und möglicherweise sogar den normalen RAM-Markt haben.
Am Mittwochabend hat der US-Speicherhersteller Micron die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2024 veröffentlicht. Darin ist unter anderem auch eine interessante Mitteilung zum hauseigenen HBM-Speicher enthalten, denn angeblich sind die eigenen Fertigungskapazitäten für den schnellen Speicher ausverkauft. Für 2024 soll bereits der gesamte Bestand und für 2025 ein Großteil der verfügbaren Chips gebucht sein.
Auswirkungen auf den Speichermarkt
Teilweise dürfte dafür Nvidia verantwortlich sein, denn wie bereits die H200 setzt auch die frisch vorgestellte B100-GPU HBM3e-Speicher - und dieser wird zurzeit nur von Micron angeboten. Nachdem das Unternehmen nun aber ausgebucht ist, könnte es durchaus sein, dass Nvidias Produktionskapazitäten für GPU-Beschleuniger durch die fehlenden Fertigungskapazitäten des Unternehmens ausgebremst werden.
"Our HBM is sold out for calendar 2024, and the overwhelming majority of our 2025 supply has already been allocated"
"Unser HBM ist für den Kalender 2024 ausverkauft, und der überwiegende Teil unseres Angebots für 2025 ist bereits zugeteilt worden."
Gleichzeit erwartet Micron, dass die große Nachfrage nach HBM-Produkten auch die Produktion von anderen RAM-Chips behindern könnte, denn für HBM3e wird dreimal so viel Chipfläche wie für DDR5 benötigt. Diese soll dann für entsprechende Chips fehlen - und bei HBM4 soll der Unterschied sogar noch drastischer werden. Insgesamt vermutet das Unternehmen deshalb, dass die Verfügbarkeit von normalem Arbeitsspeicher bald in Bedrängnis kommen könnte.
"Der Anstieg der HBM-Produktion wird das Angebotswachstum bei Nicht-HBM-Produkten einschränken. Branchenweit verbraucht HBM3E etwa dreimal so viel Wafer wie D5, um eine bestimmte Anzahl von Bits in demselben Technologieknoten zu produzieren."
Quelle: Google Finanzen
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen machte die Micron-Aktie einen deutlichen Sprung nach oben.
Auch spannend: Neuer Speicheraufbau: GPU-Leistung im Extremfall mehr als verzehnfacht
Ob es tatsächlich zu einer Knappheit kommt, die auch Auswirkungen auf Consumer-Produkte wie Grafikkarten und RAM-Riegel hätte, bleibt abzuwarten. An der Börse kommt die Nachricht über die hohe Nachfrage in jedem Fall gut an: Pünktlich nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen gab es bei Micron einen deutlichen Kurssprung, der auch in den nachfolgenden Tagen gehalten werden konnte. Die Investoren sind mit dem Gesamtbild der Quartalszahlen, das neben den Aussichten natürlich auch die aktuellen Geschäftszahlen beinhaltet, also offenbar zufrieden.
Quelle: Micron (Quartalsbericht) via Tom's Hardware

Sehe schon kommen das Nvidia wieder beim Speicher geizt .
5090 mit nur 24 GB.
Ja klar. Man muss aber die Maschinen dafür umrüsten, da es schon andere Technik ist, dass dauert halt.
Ganz flexibel ist das nicht, sodass man nicht den einen Monat HMB, den anderen GDDR und dann wieder DDR macht das wird zu teuer, vermutlich aber eher wegen der Ausfallzeiten der Maschinen.
ich bin ja immer derjenige der dumm ist, ich weiss aber das wenn die absatzzahlen steigen und die chipfläche steigt das das ergebniss dann dafür sorgt das der rohstoffabsatz steigt. wenn die jetzt nicht die produktionskapazitäten erhöhen würde ich da von absicht ausgehen. es sei den jeder grundschüler ist diesen managern geistig überlegen. da stellt sich mir dann ernsthaft die frage: wofür genau bekommen die jetzt ein millionengehalt?
"Der Anstieg der HBM-Produktion wird das Angebotswachstum bei Nicht-HBM-Produkten einschränken. Branchenweit verbraucht HBM3E etwa dreimal so viel Wafer wie D5, um eine bestimmte Anzahl von Bits in demselben Technologieknoten zu produzieren."