DDR4-RAM als NVMe-SSD: DDRAM Disk stellt Rekorde auf

15
News Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
DDRAMDisk
Quelle: DDRAMDisk

Den DDR4-Speicher als NVMEe-SSD nutzen, so einfach ist das nicht. Doch genau dieses Vorgehen würde insbesondere bei wahlfreien Zugriffen die Leistung besonders stark erhöhen und genau hier kommt die DDRAM Disk ins Spiel. Erstmals ist auch ein Modell für DDR4 erschienen.

Im Mai des vergangenen Jahres stellten die Macher von DDRAM Disk ihre gleichnamige Speicherlösung auf Basis handelsüblicher DDR3-Speicherriegel vor, nachdem eine erste Version noch auf fest verlöteten Speichermodulen basiert hatte. Im gleichen Atemzug wurde eine noch schnellere Version mit DDR4-DIMMs in Aussicht gestellt, welche in der Zwischenzeit ebenfalls erschienen ist und diverse Geschwindigkeitsrekorde aufstellen konnte. Herkömmliche PCIe-SSDs werden deutlich geschlagen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

DDRAMDisk mit DDR4 erreicht bis zu 15 GiByte/s

Die DDRAMDisk v3.0, so der vollständige Name der neuesten Generation, erreicht beim sequenziellen Lesen und Schreiben in Crystalmark rund 15 GiByte pro Sekunde bei einer Queue-Tiefe von 8. Bei wahlfreiem Zugriff mit 4 KiByte großen Blöcken und einer Queue-Tiefe von 32 sind es bis zu 3,8 GiByte/s. Die DDRAMDisk kommuniziert hierzu über dasselbe Interface wie moderne PCIe-SSDs.

DDR4-RAM arbeitet über PCIe 4.0 x8 als NVMe-SSD

Auf einer speziell dafür entwickelten Platine, dem PCB, sitzen zwei Speichercontroller von Silicon Motion. Bei der DDRAMDisk v2.0 mit DDR3 kam hier der Silicon Mototion SM2264 zum Einsatz, die Controller der neuen Revision sind noch unbekannt. Über PCIe 4.0 x8 wird der DDR4-RAM mittels des NVMe-Protokolls als SSD an das Computersystem angebunden und als gewöhnliche NVMe-SSD erkannt.

Bildergalerie

FPGA-Chips machen RAM zum Flash-Speicher

Um den DDR4-Speicher über PCIe 4.0 und das NVMe-Protokoll anzubinden, bedarf es aber eines kleinen Tricks. Weil das NVMe-Interface ausschließlich mit Flash-Speicher kommunizieren kann, emulieren insgesamt vier FPGA-Mikroprozessoren aus der Produktreihe AMD Xilinx Spartan die RAM-Schnittstelle als Flash-Speicher.

RAM ist und bleibt flüchtig

Im direkten Vergleich zu SSDs mit Flash-Speicher hat die DDRAMDisk allerdings nach wie vor einen großen Nachteil. Ohne Spannungsversorgung gehen die Daten verloren, da RAM-Speicher bekanntlich flüchtig ist. Dank einer optionalen Batterie oder einer Akkuzelle können zumindest kurzfristige Ausfälle überbrücken und entsprechend Datenverlust vermieden werden.

Ein schneller und teurer Spaß

Während sich die Preise für die DDRAMDisk v2.0 mit DDR3 im Abverkauf bei aktuell 280 US-Dollar für das Modell mit 256 GiByte DDR3 bis 2.130 US-Dollar für die Variante mit 2 TiByte DDR3 belaufen, dürfte die DDRAMDisk v3.0 noch einmal deutlich teurer werden. Die Neuauflage kann insgesamt 18 DIMMs vom Typ DDR4 aufnehmen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auch lesenswert: Ernsthaft? Schneller RAM mit 5.200 MHz jetzt 66 % günstiger - Speicher im Preissturz

Ihre Meinung ist gefragt!

Was halten Sie von der Möglichkeit, DDR4-Speicher als SSD zu nutzen? Eine echte Alternative für Enthusiasten und Profis, die irgendwann auch den Mainstream erreicht, oder letztlich nicht mehr als eine nette Spielerei für Nerds?

Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Zum Kommentieren dieser Meldung müssen Sie auf der Website von PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch nicht über einen entsprechenden Account verfügen, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken. Im Anschluss können Sie sofort mitdiskutieren.

15
    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PHuV PC-Selbstbauer(in)
        Für Heimanwender sicher nicht, und NVMes sind heute schon schnell geworden, ebenso gibts heute mehr RAM in den Systemen, was für die meisten Enterprise Anwendungen auch ausreichend ist. Diese Anwendungen haben heute eh schon eigene In-Memory Technologien wie Datenbanken, die dann einfach nur einen Server mit sehr viel RAM benötigen. Eine zusätzliche RAM-Disk über einen limitierenden PCI-Slot wäre hier eher auch kein guter Anwendungsfall.

        Daher würde ich es so auch erst mal als Spielerei deklarieren.
      • Von PHuV PC-Selbstbauer(in)
        Für Heimanwender sicher nicht, und NVMes sind heute schon schnell geworden, ebenso gibts heute mehr RAM in den Systemen, was für die meisten Enterprise Anwendungen auch ausreichend ist. Diese Anwendungen haben heute eh schon eigene In-Memory Technologien wie Datenbanken, die dann einfach nur einen Server mit sehr viel RAM benötigen. Eine zusätzliche RAM-Disk über einen limitierenden PCI-Slot wäre hier eher auch kein guter Anwendungsfall.

        Daher würde ich es so auch erst mal als Spielerei deklarieren.
      • Von Fox-RLP- Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Also ich frag mich zwar, was zum Geier so ein Blödsinn soll und wofür man das brauchen sollte aber ... man muss ja nicht alles verstehen.
      • Von |L1n3 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Supie12
        Die einzig sinnvolle Verwendung für dieses riesen Ramdrive wäre in meinen Augen als mega Chash für Supercomputer mit drölfzig TB / PB Storages.

        Durch die eigene Stromversorgung ist dort auch die Ausfallsicherheit eher gegeben als beim 08/15 User.

        Solange Ram flüchtig bleibt, ist das meiner Meinung nach nix.

        Aber jeder mit genug Geld - wie er will.

        Grüsse.
        Wenn z.b. Linux zum Einsatz käme, hat dm-raid einen super Modus, denn da könnte man eine gewöhnliche SSD als verlustfreien Speicher im RAID1 Verbund dazunehmen. Man gibt der SSD dann den Flag --write-mostly. Lesezugriffe werden dann ausschließlich von der RAM-Disk bedient, während Schreibzugriffe auf beide zeitgleich ausgeführt werden, wobei natürlich das langsamste Gerät die erreichbare Datenrate vorgibt. In Umgebungen, in der Hauptsächlich Lesezugriffe cached werden müssen ein echter Durchsatzschub.
        Stellt sich mir die Frage, wo der bei diesem Hardwaregerät der Vorteil wäre gegenüber einer soft-RAM-Disk, die ja einfach den im System sowieso verbauten RAM benutzt, der dann natürlich noch um ein vielfaches schneller wäre, dank direkter Anbindung an die CPU (ohne Umweg über PCIe).
        Möglichweise könnten sich die Kosten unterm Strich für das seperate Gerät aussprechen, da man hier sicher "vergleichsweise" günstigen DDR4 RAM einbauen würde, wogegen in Systemen mit solchem use-Case warscheinlich teure registered DDR4-ECC RAMs verbaut würden.

        Für den Heimgebrauch sicher weiterhin unrelevant und höchstens was für Enthusiasten (mit tiefen Brieftaschen).
      • Von PHuV PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Pootch
        Primo Ramdisk für Tempfiles (Ein, Browser Cache, User Cache). Fetzt wie sau und müllt das System nicht zu.
        Viel zu teuer, selbst in der teuersten Variante Ultimate sind nur 32 GB als RAM Disk machbar. Bei mir läuft eine 100 GB RAM Disk von Softperfect für den gleichen Preis mit unlimited Updates.
      • Von takan BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von DaStash
        Wieso so ein Aufwand? Reicht da nicht auch die Playstation 5 SSD?

        Nee mal im ernst, das ist schon eine coole Sache, wenn der Speicher nicht nur flüchtig wäre. Dann bräuchte man auch keine Workouts mehr sondern nur noch ram, das wäre perfekt.

        MfG
        geht halt um paralelle zugriffe für datenbanken. intels neue xeon plattform soll 12tb ram abkönnen, ob als dual sockel oder single socket ist mir grad entfallen. jedoch will niemand ne halbe mille für mssql lizenzen ausgeben weil die pro kern abgerechnet wird.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk