Weltrekord: DDR5 erreicht erstmals überhaupt mehr als 11.200 MT/s

19
News Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
G.Skill Trident Z5 RGB
Quelle: G.Skill

Einem Extrem-Overclocker aus den USA ist es unter Zuhilfenahme von Flüssigstickstoff ("LN2") jetzt gelungen, Speicher vom Typ DDR5 erstmals mit mehr als 11.200 MT/s zu betreiben. Bereits die nähere Zukunft verspricht noch weitaus schnelleren Arbeitsspeicher hervorzugbringen.

Dem Extrem-Overclocker "Seby9123" aus den USA ist es unter Zuhilfenahme von Flüssigstickstoff ("LN2") jetzt gelungen, zwei Speichermodule vom Typ DDR5 erstmals mit mehr als 11.200 MT/s ("DDR5-11200+") zu betreiben. Mit einem Taktfrequenz von realen 700 MHz und effektiven 11.200 MHz demonstriert der neue Weltrekord mit Nachdruck wohin die Reise geht. DDR5 zieht die Taktschraube schneller an als sämtliche Generationen zuvor, dabei müssen die Prozessoren und deren Speichercontroller ("IMC") aber erst einmal Schritt halten können.

Erstmals DDR5-11200+ bedeuten einen neuen Weltrekord

Mit einen I/O-Takt, welcher die Verbindungsgeschwindigkeit für die Anbindung des Arbeitsspeichers an den Speichercontroller der CPU angibt, von 5.600,6 MHz sowie einer effektiven Taktfrequenz von 11.202 MHz erreichte der OC-Profi erstmals den "Standard" DDR5-11202, was einem neuen DDR5-Weltrekord in der international anerkannten Weltrangliste von HWBot gleichbedeutend ist. Der chinesche Overclocking-Experte "Hicookie" hatte mit DDR5-11135 vorgelegt.

DDR5-11200+ auf einem Asus ROG Maximus Z790 Apex Quelle: Asus DDR5-11200+ auf einem Asus ROG Maximus Z790 Apex

DDR5-11202 CL62 bei Minus 192 °Celsius

Auf Basis eines aktuellen Asus ROG Maximus Z790 Apex, welches mit seinen lediglich zwei DIMM-Slots und seiner speziell angepassten Topologie der Leiterbahnen bereits ab Werk für DDR5-8000+ (OC) ausgelegt ist, und eines Intel Core i9 13900KS ist es dem Extrem-Übertakter "Seby9123" gelungen, einen Speicherriegel, der bereits werkseitig mit DDR5-7800 spezifiziert ist, wie folgt zu betreiben:

  • Intel Core i9-13900KS mit 24 × 2,18 GHz
  • 2 × 16 GB DDR5-7600 CL36 @ DDR5-11202 CL62
  • Latenzen von 62-126-126-127-127 Taktzyklen und CR 2T
  • DDR5-Speicherkit: G.Skill Trident Z5 RGB (P/N F5-7800J3646H16G)
  • Unter Normaldruck bei 77K (- 196 °C) per LN2 gekühlt
  • LN2-Kühllösung von Bitspower International

Validiert wurde der neue Weltrekord über das System-Tool CPU-Z in der Version 2.05.1 und den CPU-Z Validator. Die aktuelle Overclocking-Weltrangliste der schnellsten DDR5-Speichermodule stellt sich somit ab sofort wie folgt dar:

  RAM Mainboard CPU
DDR5-11202 G.Skill Trident Z5 RGB Asus ROG Maximus Z790 Apex Intel Core i9-13900KS
DDR5-11135 Gigabyte Aorus Gigabyte Z790 Aorus Tachyon Intel Core i9-13900K
DDR5-11130 SK Hynix Asus ROG Maximus Z790 Apex Intel Core i9-13900K
DDR5-10872 SK Hynix Asus ROG Maximus Z790 Apex Intel Core i9-13900KF
DDR5-10863 G.Skill Trident Z5 RGB Asus ROG Maximus Z790 Apex Intel Core i9-13900K

Entsprechende Speicherkits mit schnellen ICs vorausgesetzt, ist bereits heute genug Spielraum für RAM-OC vorhanden, denn mit dem JESD79-5-Standard hat die JEDEC bereits offiziell Speichermodule mit bis DDR5-8400 spezifiziert.

DDR5-12600 tauchen bereits am Horizont auf

Die Hersteller wie ADATA haben bereits zur Einführung der neuen Speichergeneration DDR5 mit bis zu 12.600 MT/s bei bis zu 1,6 Volt in Aussicht gestellt. Derart schneller Speicher wird aber voraussichtlich nicht vor dem Jahresende 2024 verfügbar sein.

DDR5 mit bis zu 12.600 MT/s von SK Hynix Quelle: SK Hynix DDR5 mit bis zu 12.600 MT/s von SK Hynix Speicher-ICs von Samsung, Micron und SK Hynix machen aktuell den Löwenanteil am DRAM-Speichermarkt aus und werden wie CPUs und GPUs in immer feineren Strukturbreiten und Nodes hergestellt.

Durch die fortschrittliche Fertigung beschleunigt sich auch die Jagd nach immer höheren Speicherfrequenzen von Generation zu Generation deutlich, wie die Entwicklung des RAM-OC-Weltrekords verdeutlicht.

Der RAM-OC-Weltrekord entwickelt sich immer schneller nach oben Quelle: SkatterBencher Der RAM-OC-Weltrekord entwickelt sich immer schneller nach oben Die Webseite SketterBencher hat eine ausführliche Auswertung der bisherigen Weltrekorde und deren rapider Entwicklung innerhalb der letzten Jahre vorgenommen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren.

Quellen: HWBot, CPU-Z Validator, SketterBencher

19
    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Atma
        Ich schätze Buildzoid sehr, doch dieses Video ... ich weiß nicht. Er beschwert sich, dass immer irgendwas crasht obwohl er bei allen Settings die er in den ersten 4-5 Minuten zeigt absurd hohe tREFI Werte fährt - weit fernab was Mainboards unabhängig der Taktraten automatisch anlegen.

        Je nach Screenshot ist er zwischen 50.000- 80.000, teilweise sogar bei über 100.000. Da braucht man sich halt auch nicht wundern, wenn Fehler auftreten. Der tREFI Wert gibt an wie oft die Speicherzellen refreshed werden, damit die Daten nicht corrupten. Je niedriger der Wert um so öfters wird refreshed, je höher der Wert um so seltener wird refreshed. Beim RAM Tuning auf Intel wird oft als erstes tREFI hochgeschraubt weil es ordentlich die Latenz drückt, Nachteil davon ist jedoch, dass mit steigenden tREFI Werten auch die Temperaturen steigen.

        Heißt also, möchte man bei DDR5 hohe tREFI Werte fahren ist eine gute Kühlung absolut Pflicht sonst treten früher oder später Fehler auf die völlig zufällig erscheinen. Dazu kommt, dass DDR5 zumindest im RAM-Test von Karhu sehr heißt wird. HWiNFO ließt nur die PCB Temperatur aus, doch meine Module erreichen mit 7400 MHz bei 1.4v schon 60°C nach ein paar Minuten bei einem tREFI Wert von 32767. Für die Chips kann man noch mal 10-15°C dazurechnen, es wird also kuschelig warm. Deswegen steht seit ein paar Tagen als Gegenmaßnahme ein Lüfter auf der Grafikkarte, der die RAM Module anpustet was wirklich sehr hilft. Im normalen Alltagbetrieb wird DDR5 übrigens nicht so heiß.

        Lange Rede kurzer Sinn: 8000 MHz laufen mit den richtigen Boards stabil solange man sich nicht auf Teufel komm raus bei den Timings im Grenzbereich aufhält und die Temperaturen stimmen.
        Liegt einfach daran das je nach Board, CPU und RAM Hersteller andere Werte herauskommen. Dadurch kann man natürlich der Community keine verlässlichen Werte geben, oft sind sie von groben Richtwerten abgesehen sehr individuell.
        Daher macht RAM OC wenn man den Zeitaufwand betrachtet tatsächlich kaum Sinn, ich fahr allerdings als Taichi Pleb auch 7800mhz mittlerweile mit ursprünglich 6400er DIMMs, sprich schlecht ist der IMC seitens Intel aktuell sicher nicht.

        Wenn preislich im Rahmen sollte man diesen Bonus schon mitnehmen bei einer Intel Plattform.
      • Von Infi1337 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Atma
        Ich schätze Buildzoid sehr, doch dieses Video ... ich weiß nicht. Er beschwert sich, dass immer irgendwas crasht obwohl er bei allen Settings die er in den ersten 4-5 Minuten zeigt absurd hohe tREFI Werte fährt - weit fernab was Mainboards unabhängig der Taktraten automatisch anlegen.

        Je nach Screenshot ist er zwischen 50.000- 80.000, teilweise sogar bei über 100.000. Da braucht man sich halt auch nicht wundern, wenn Fehler auftreten. Der tREFI Wert gibt an wie oft die Speicherzellen refreshed werden, damit die Daten nicht corrupten. Je niedriger der Wert um so öfters wird refreshed, je höher der Wert um so seltener wird refreshed. Beim RAM Tuning auf Intel wird oft als erstes tREFI hochgeschraubt weil es ordentlich die Latenz drückt, Nachteil davon ist jedoch, dass mit steigenden tREFI Werten auch die Temperaturen steigen.

        Heißt also, möchte man bei DDR5 hohe tREFI Werte fahren ist eine gute Kühlung absolut Pflicht sonst treten früher oder später Fehler auf die völlig zufällig erscheinen. Dazu kommt, dass DDR5 zumindest im RAM-Test von Karhu sehr heißt wird. HWiNFO ließt nur die PCB Temperatur aus, doch meine Module erreichen mit 7400 MHz bei 1.4v schon 60°C nach ein paar Minuten bei einem tREFI Wert von 32767. Für die Chips kann man noch mal 10-15°C dazurechnen, es wird also kuschelig warm. Deswegen steht seit ein paar Tagen als Gegenmaßnahme ein Lüfter auf der Grafikkarte, der die RAM Module anpustet was wirklich sehr hilft. Im normalen Alltagbetrieb wird DDR5 übrigens nicht so heiß.

        Lange Rede kurzer Sinn: 8000 MHz laufen mit den richtigen Boards stabil solange man sich nicht auf Teufel komm raus bei den Timings im Grenzbereich aufhält und die Temperaturen stimmen.
        Liegt einfach daran das je nach Board, CPU und RAM Hersteller andere Werte herauskommen. Dadurch kann man natürlich der Community keine verlässlichen Werte geben, oft sind sie von groben Richtwerten abgesehen sehr individuell.
        Daher macht RAM OC wenn man den Zeitaufwand betrachtet tatsächlich kaum Sinn, ich fahr allerdings als Taichi Pleb auch 7800mhz mittlerweile mit ursprünglich 6400er DIMMs, sprich schlecht ist der IMC seitens Intel aktuell sicher nicht.

        Wenn preislich im Rahmen sollte man diesen Bonus schon mitnehmen bei einer Intel Plattform.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Technisch machbar. Nur die Zielgruppe die 5.000 bis 10.000€ für ne CPU ausgeben will ist einfach zu klein
      • Von wurstkuchen BIOS-Overclocker(in)
        RAM im klassischen Sinne hat eigentlich ausgedient. Es müsste fertige CPUs geben wo der RAM direkt mit der CPU verwurstet ist und mitgekühlt wird über die DIE Oberfläche. Zb ein Ryzen 8800x3dx64 wo 64gb hbm ram mit drauf gewurstet sind.
      • Von Sajuk Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Wenn man diese enormen Taktfrequenzen beim RAM sieht die da erreicht werden (aktuelle extrem Overclocking, in wenigen Jahren für jedermann "normal" kaufbar) bin ich gespannt wie AMD das in Zukunft lösen wird.
        Aktuell bremst da maßgeblich die starke Verzahnung der Infinity Fabric mit RAM Takt und den CPU Chiplets(CCX), man kann zwar über 6000Mhz gehen, aber dadurch läuft RAM und IF dann asynchron was eher Performance kostet als bringt.
      • Von soulstyle Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Shinna
        Ich hoffe Du meinst das ironisch.
        Sicherlich!
        Aber trotz alle dem wird es irgendwann so weit sein das die Cpu´s auch das handeln werden.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk