CAMM2 vs. DIMM: MSI zeigt Performance des neuen Speicherstandards

39
News Valentin Sattler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
CAMM2 vs. DIMM: MSI zeigt Performance des neuen Speicherstandards
Quelle: MSI

MSI hat in einem Livestream die neuen RAM-Module in CAMM2-Bauweise erklärt und gegen ein normales DDR5-DIMM-Modul antreten lassen. Bei selben Eckdaten ergeben sich dabei nur geringe Performance-Unterschiede.

Normalerweise wird der RAM eines Systems entweder im DIMM-Format als Steckkarte verbaut, oder aber direkt auf die Hauptplatine gelötet. Mit dem neuen CAMM2-Standard soll sich zukünftig aber ein neuer Mittelweg etablieren. Einerseits setzt dieser erneut auf Erweiterbarkeit. Die Speicherplatinen werden aber nicht mehr seitlich, sondern stattdessen flächig kontaktiert. Dadurch sitzen diese flach auf dem Mainboard, und das soll wiederum Signalwege optimieren und damit höhere Geschwindigkeiten erlauben.

Gleiche Daten, gleiche Performance

Damit sich CAMM2 etablieren kann, müssen aber zunächst zahlreiche Mainboards und Speicherhersteller auf den Alternativstandard umschwenken. Erste Versuche gibt es dabei bereits, im Mai hat unter anderem MSI ein erstes entsprechendes Mainboard vorgestellt, das MSI Z790 Project Zero Plus. Und ebendieses hat das Unternehmen jüngst in einem Livestream verwendet, um die RAM-Performance zu testen und mit einem normalen DDR5-Kit zu vergleichen.

Performance von DDR5-RAM in zwei Bauformen
Performance: CAMM2-Modul
Performance: CAMM2-Modul Performance: DIMM-Modul

Sowohl das CAMM2-Modul, das alleine beide Speicherkanäle belegt, als auch die DDR5-Riegel, wurden dabei mit denselben Spezifikationen betrieben. Der Takt lag bei 7200 MHz und die Latenzen bei CL38-44-44-105. Und wie es zu erwarten war, ergibt sich mit diesen Einstellungen kein nennenswerter Leistungsunterschied zwischen den Modulen. Die Lese- und Kopierleistung sowie die Latenz lagen auf vergleichbarem Niveau. Lediglich bei der Schreibrate gab es leinen Ausreißer zugunsten des herkömmlichen DIMM-Moduls, das hier um 3,6 Prozent schneller arbeitete.

Auch interessant: GDDR7-RAM für Next-Gen-Grafikkarten: Massenproduktion läuft (bald) an

Ob dieser bei mehrfacher Wiederholung des Tests erneut auftreten würde, ist dabei unklar und unwahrscheinlich. Denn unabhängig des Bauformats, also egal ob DIMM oder CAMM2, sollte derselbe Speicher bei denselben Spezifikationen gleich schnell arbeiten. Performance-Vorteile von CAMM2 sind stattdessen eher beim Einsatz besonders schneller Chips, also von LPDDR5X statt von DDR5, sowie beim Übertakten zu erwarten. Falls ein schnellerer Betrieb hier an der Signalqualität scheitern würde, könnte CAMM2 womöglich einen Vorteil haben. Inwiefern sich dieser aber am Ende in konkreten Performance-Zuwächsen äußert, bleibt abzuwarten.

Optimieren Sie den RAM in ihrem System? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

Quelle: MSI (Youtube) via Tom's Hardware

39
    • Kommentare (39)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Ludwig311 Kabelverknoter(in)
        Hoffentlich kommt Camm2 bald für ryzen Platinen, finde das Konzept viel schöner als immer diese 2 leeren ram Bänke, für dies bei DDR5 ja keine Dummy Module mehr gibt.
      • Von Ludwig311 Kabelverknoter(in)
        Hoffentlich kommt Camm2 bald für ryzen Platinen, finde das Konzept viel schöner als immer diese 2 leeren ram Bänke, für dies bei DDR5 ja keine Dummy Module mehr gibt.
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Stimmt, das Timing Thema könnte man in die Sticks selbst packen. Dass der Rest "nur" parallel zu seriell wandelt dürfte aus Latenz Gründen aber wahrscheinlich schwer anders sinnvoll lösbar sein.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Naja – das komplette Ansprechen halt. DDR(5) braucht nicht ohne Grund extra einen Befehlsbus. Über den aktiviert der Controller die Register im Modul, er schreibt Rank, Spalten- und Zeilenadresse in die Register (jeweils mit Umschalten durch den Controller dazwischen), er sagt dem Modul wann der Inhalt welchen Registers an die spezifizierten Kontakte angelegt werden soll, er muss dabei berücksichtigen, wie lange das Speicherchips dafür brauchen und-so-weiter-und-so-fort – nicht ohne Grund kann man fünf oder mehr Dutzend Arbeitsparameter für den RAM-Controller definieren. (Und überlässt einen erheblichen Teil der Feinarbeit immer noch dem automatisierten Training.) Die Logik in den Speicherchips macht nichts weiter als die parallel aus 16 Zellen kommenden Daten in einen seriellen Datenstrom umzusortieren. Bei einem System mit Controller im Endgerät, wie z.B. PCI-E, würde die CPU dagegen einfach nur ein Paket mit dem Befehl "schicke Datum XY" raushauen.
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        DDR5 ist doch bereits ein Bus mit dediziertem Commandset und entsprechenden Chips die intern Speicherzellen ansprechen die mit einem anderen Takt etc. laufen. Für mich ist das eigene Logik.
        Was würde ein zusätzlicher "Controller" denn hinzufügen?
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Logik macht nur minimal Fehlerkorrektur, da wird nichts controlled. Selbst der Interleaver bei MCR ist relativ einfache Technik.
        Der letzte Versuche, Speichercontroller in den RAM zu integrieren, war HMC. Das war so erfolgreich, dass der "C"-Teil bei der einzigen mir bekannten Anwendung weggelassen wurde...
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk