NitroPath: Die RAM-Revolution von Asus im Detail
Mit NitroPath will Asus laut eigenen Angaben die RAM-Steckplätze für DDR5-Speicher revolutionieren. Höhere Geschwindigkeiten, bessere Signalübertragungen und eine längere Lebensdauer werden versprochen. Jetzt liefert Asus weitere Details.
Mit der Asus NitroPath DRAM Technologie, welche vorerst exklusiv für die neuen AM5-Mainboards wie das Asus ROG Crosshair X870E Hero eingeführt wurde, will der taiwanische Hersteller laut eigenen Angaben die RAM-Steckplätze für DDR5-Speicher nicht weniger als "revolutioniert" haben. Eine höhere Speichergeschwindigkeit, eine verbesserte Signalübertragung ("Topologie") vom RAM zur CPU sowie eine noch längere Lebensdauer werden versprochen. Jetzt liefert Asus weitere Details.
Deutlich kürzere Pins für weniger Störungen
Wie Asus verspricht, sollen die im Vergleich zu herkömmlichen RAM-Slots, wie sie bisher zum Einsatz kamen, um 39 Prozent kürzeren Pins, um bis zu 400 MT/s höhere Speichergeschwindigkeiten auf AM5-Mainboards mit den beiden neuen Chipsätzen alias X870E und X870 für Ryzen 9000 ("Granite Ridge") zur Folge haben, so Asus bereits im Rahmen seiner Präsentation auf der Gamescom 2024 in Köln. Jetzt veröffentlichte die Website UNIKO's Hardware ein Review zum neuesten Spitzenmodells und im Rahmen dessen eine Präsentationsfolie zur Speichertechnologie, die weitere Details zu NitroPath liefert.
Quelle: Asus via UNIKO's Hardware
Während des Herstellertests, welcher mit einem AMD Ryzen 7 8700G ("Phoenix") und einem 48 (2× 24) GiB großen DDR5-Speicherkits von KLEVV durchgeführt worden ist, welches werkseitig mit 8.400 MT/s arbeitet, konnten auf den zwei konventionellen DIMM-Slots lediglich DDR5-8000 und DDR5-8200 erreicht werden, während das schnelle Speicherkit in den NitroPath-Slots bis zu DDR5-8600 im MemTest.
In der Zwischenzeit haben Asus und G.Skill bretis DDR5-9000 CL44-56-56-144-200 bei 1,45 Volt per AMD EXPO ("Extended Profiles for Overclocking") erreicht und im Memtest Pro 4.0 als stabil validieren können.
Quelle: Asus / G.Skill
Mit der Hilfe von Technologien wie Asus NitroPath, selektierten Speicherchips von SK Hynix und der neuen Speichermodule namens Clocked Unbuffered DIMM ("CUDIMM"), werden zeitnah Speichergeschwindigkeiten von DDR5-10000+ anvisiert. Bereits im kommenden Jahr sollen dann schon DDR5-12800 möglich sein.
Asus NitroPath im Detail
Wie die höheren Speichergeschwindigkeiten sowie die verbesserte Speicherstabilität mit der NitroPath DRAM Technology erzielt werden sollen, erläutert Asus dann wie folgt. Die neuen RAM-Steckplätze sollen...
- ...eine glattere Signalübertragung mit weniger Rauschen und Reflexionen...
- ...sowie ein verbessertes Layout-Routing mit optimierter Topologie bieten...
- ...und damit signifikant weniger Geräuschstörungen unterworfen sein.
Vereinfacht ausgedrückt, hat der Hersteller die vergoldeten Pins, die sogenannten "Gold Finger", innerhalb der RAM-Steckplätze nicht zuletzt deshalb so deutlich gekürzt und im Layout geändert, damit diese nicht mehr "antennenartig" nach oben aus den Slots herausschauen. Bei herkömmlichen Speichersteckplätzen fungieren die konventionellen Pins wie Antennen und sorgen somit für Interferenzen.*
*) mehrere Signale, die sich nach dem sogenannten Superpositionsprinzip überlagern.
Wenn man ein Mainboard wie das Asus ROG Crosshair X870E Hero mit den neuen NitroPath-Steckplätzen sowie das Asus ROG Strix B650E-F Gaming WIFI mit den altbekannten RAM-Slots übereinander legt, lassen sich die deutlich kürzeren Verbindungspins deutlich erkennen bzw. eben nicht erkennen.
Asus verspricht, dass bei Mainboards mit NitroPath-Speicherbänken auch das Layout der Leiterbahnen, die sogenannte Topologie, deutlich verbessert wurde, was die Verbindung zwischen CPU und RAM signifikant verbessern soll.
Weniger Kräfte für eine längere Lebensdauer
Doch damit nicht genug. Asus möchte mit der neuen NitroPath DRAM Technology nicht nur die Speichergeschwindigkeiten anheben und die Stabilität insbesondere für absolute High-End-Speicherkits mit DDR5-8000+ noch einmal nach oben verschieben, sondern durch die reduzierten Kräfte, die durch die deutlich kürzeren Pins auf das DRAM-Modul wirken, auch die Lebensdauer von DDR5-Speicher verlängern.
Quelle: Asus
Die ersten beiden AM5-Mainboards, welche mit der NitroPath DRAM Technology ausgestattet sein werden, sind das Asus ROG Crosshair X870E Hero und das Asus ROG Strix X870E-E Gaming WIFI, die dann auch natürlich unverzüglich mit "rekordverdächtigen" bis zu DDR5-8600 (OC) in ihren offiziellen technischen Spezifikationen beworben werden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
CPU und RAM müssen mitspielen
Was Asus in seiner Pressemitteilung nicht anspricht, ist die nicht unwesentliche Rolle, welche dem Hauptprozessor respektive dem darin integrierten Speicherkontrolle, dem sogenannten IMC ("Integrated Memory Controller"), und den DDR5-Speichermodulen zukommt. Um die von Asus angegebenen DDR5-8600+ (OC) zu erreichen, müssen Speichercontroller und RAM beinahe schon handverlesen sein. Wenn aber die Rahmenbedingungen gegeben sind, ist das allerdings durchaus möglich.
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Quelle: UNIKO's Hardware, Asus, G.Skill, Frame Chasers

Ich schätze mal, dass Geheimnis liegt in einer sauberen Rundung der Kontaktenden, statt den Draht einfach abzuschneiden, in einer höheren Fertigungspräzision, die weniger Bewegungsspielraum erfordert und härterem Material. Rein visuell ragen die Kontakte etwas weniger in den Slot hinein, brauchen also weniger Führung um sich nicht "unter" den Modulen zu verhaken und sollten sich beim Einsetzen weniger bewegen. Letzteres bedeutet auch, dass es wenig Variationsmöglichkeit für den Winkel zwischen eingestecktem Modul und Kontakt gibt, sodass eine sehr kleine Rundung reichen würde, um ein Verhaken beim herausziehen auszuschließen. Der Haken im Gegenzug wird aber sein, dass sich Asus keine Fehler bei der Produktion der Slots erlauben kann, weil ein ab Werk noch geringfügig weiter aufgebogener Kontakt das Modul gar nicht mehr berühren würde. Die herkömmliche Bauweise lässt mehr Spielraum und kann mit entsprechend günstigeren Methoden hergestellt werden. Ähnliches gilt für die Verlagerung der Kontaktpunkte nach unten und die Verringerung der Slot-Boden-Stärke: Ersteres erfordert eine Verriegelung des Moduls in exakt der richtigen Position, letzteres stabilere Materialien oder Versteifungen. Beides ist technisch machbar, aber nicht umsonst.
Das Problem wird zwar erst mit zunehmender Frequenz immer größer, dennoch dürfte es gute Gründe gegeben haben, die Konstruktion nicht schon von Anfang an so auszuführen wie ASUS es jetzt vorhat: Die Konstruktion muss beispielsweise insgesamt so gestaltet werden, dass der Normalnutzer bei üblicher Benutzung (die nicht zwingend perfekt und immer sanft ist) nichts kaputtmachen kann.
Einfach die Pins so zu kürzen dass sie nur an ihrer Spitze Kontakt haben würde wahrscheinlich dazu führen, dass ein minimal schief eingesteckter Riegel Pins verbiegt/abbricht und das Board spontan Schrott ist. Diese Problemchen muss Asus irgendwie gelöst haben (hoffe ich mal stark) wenn sowas auf den Markt kommt - ich spinne mal: Die Pins sind versteckt im Plastikgehäuse des Slots und werden alle erst mechanisch zur Mitte an den Riegel gedrückt wenn der Riegel komplett runtergedrückt wird.
Ich bin auf unabhängige Detailtests/Aufnahmen gespannt wie man hier was genau umgesetzt hat.
Gab doch schon Tests das diese hohen Taktraten nichts bringen 7000er war sweetspot 6000 und bei 9000er 6400 meine ich, wenn die CPU drüber auf 1zu2 fällt dazu hohe Zykluszeiten.
Keine Ahnung 800er Chipsets bleiben Sinnlos, egal was die sich nun für Sachen einfallen lassen um die Dinger rigendwie loszuwerden.
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Eine Revolution und dann bringt sie keine 5% mehr Takt?
Welchen Anteil daran wohl CPU, RAM, MB und dessen Software haben?