Digitalstes Dorf Deutschlands: Etteln setzt auf Open Source
Das als "digitalstes Dorf Deutschlands" bekannte Etteln will mit einem Datenraum die Digitalisierung weiter vorantreiben und setzt auf Open Source.
Etteln ist der südliche Ortsteil der Gemeinde Borchen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen und gilt bereits seit längerem als "das digitalste Dorf Deutschlands", wobei es sich in Sachen Digitalisierung letztes Jahr sogar im weltweiten IEEE Smart City Contest vor Hongkong Platz eins sichern konnte. Jetzt will man noch einen Schritt weitergehen und hat angekündigt, den ersten sogenannten "Datenraum" im kommunalen Bereich in Deutschland realisieren zu wollen.
Ein solcher kommunaler Datenraum soll es Kommunen ermöglichen, Mobilitätsdaten, Umweltsensordaten, Energieverbrauchsdaten oder Bürger-Feedback aus verschiedenen Quellen (auch externen) zu verknüpfen, um daraus intelligente Angebote zu schaffen, wie beispielsweise Energiemanagement, Lärmreduktion oder Bürgerbeteiligung. Geschehen soll das alles unter Wahrung der Datenhoheit und auf Basis interoperabler, sicherer Strukturen, heißt es in der Ankündigung.
Digitalstes Dorf Deutschlands: Datenraum auf Open-Source-Basis
Im Zuge des ersten kommunalen Datenraums in Deutschland hat Etteln gleichzeitig auch eine digitale hausärztliche Versorgungsassistenz, eine automatisiert fliegende Drohne zur Unterstützung der Feuerwehr und die Entwicklung dynamischer Strompreise vorgestellt. Für die Digitalisierung setzt man dabei bisher unter anderem auf FIWARE, eine mittlerweile weltweit führende lizenzfreie Open-Source-Plattformtechnologie für die Digitalisierung von Städten und Gemeinden, die von mehr als 500 Städten weltweit genutzt wird.
Im Kern der neuen Datenraum-Technologien sollen indes auch Lösungen von Gaia-X stehen, einem Projekt der europäischen Politik, das die Basistechnologie für die Schaffung verteilter und vertrauenswürdiger digitaler Datenökosysteme schaffen soll. Auf Basis von lizenzkostenfreien Softwarebausteinen und offene Datenstandards sollen die Bestrebungen von Etteln so auch als Blaupause von anderen Kommunen in Deutschland und Europa wiederverwendet werden können. Für die Finanzierung anfallender externer Kosten geht Etteln dabei jetzt ebenfalls einen neuen Weg und setzt auf Spenden, wofür eine Crowdfunding-Kampagne bei GoFundMe ins Leben gerufen wurde.
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