Sony legt nach: Exklusivtitel, Preis und Starttermin der PlayStation 4 auf der E3
Sonys "Enthüllung" der PlayStation 4 im April dieses Jahres wurde von Presse und Spielern positiv aufgenommen. Bedauerlich nur, dass weder Preis noch Form der Konsole verkündet wurden. Das und noch viel mehr erfuhren wir auf Sonys E3-Pressekonferenz am Vortag der E3 2013 in Los Angeles. Die Japaner machen klaren Tisch bei Preis, Release, Launch-Titeln und DRM-Maßnahmen.
Nach den Pressekonferenzen von Microsoft, Electronic Arts und Ubisoft versammeln sich rund 4.000 Analysten, Industrie- und Pressevertreter, um zu sehen, was Sony am Vorabend der E3 alles verrät. Und das ist jede Menge. Die etwas trockene, etwas zu lange Veranstaltung legt nach kurzen Infos zu PlayStation 3 und Vita den Schwerpunkt auf Sonys nächste, für das Weihnachtsgeschäft angekündigte Konsole. Die sieht wie eine Mischung aus PlayStation 2 und Xbox One aus: schwarz, eckig, doch flacher als Microsofts Next-Gen-Vertreter.
Andrew House, Chef von Sony Computer Entertainment, erwähnt auffallend oft das Wort "Spieler" und dass seine Firma "Inhalte bieten will, die für einen Spieler Sinn machen". Klarer Seitenhieb auf Microsofts Plan, Xbox One als Entertainment-Hub zu positionieren, der auch zum Fernsehen genutzt werden kann. "Auf die Fans" wolle man sich konzentrieren. Ins gleiche Horn stößt Shuhei Yoshida, Chef von Sonys weltweiten First-Party-Entwicklern - Studios, die entweder Sony gehören oder für Exklusivtitel für Sony entwickeln.
PlayStation 4 auf der E3: Ein ebenfalls beeindruckendes Exklusivprogramm
Einer dieser Exklusivtitel ist The Order: 1886. Ein mutig in einer Steampunk-Parallelwelt mit Luftschiffen und Funkgeräten angelegtes Actionspiel, in dem es vier wackere Mitglieder des titelgebenden Ordens mit der Kutsche in einen abgesperrten Bereich Londons verschlägt. Warum der abgesperrt ist, wissen wir nicht so genau. Auch nicht, was die vier mit Schuss- und Blitzwaffen jagen: Sind es Vampire, Dämonen oder Zombies? Der Trailer macht jedenfalls Lust auf mehr. Killzone: Shadowfall ist hingegen eine relativ unspektakuläre Ballerei, die zwar mit neuen Wald- und Wiesenumgebungen schick aussieht, mehr aber auch nicht.
Die schon auf der Pressekonferenz im April vorgestellten Eigenproduktionen Drive Club (Straßenrennspiel mit Edelautos), Infamous: Second Son (Typen mit Superfähigkeiten legen alles in Schutt und Asche) und Knack (drolliges Action-Adventure im Zeichentrick-Look) bekommen neue Trailer verpasst - genau wie der alte Herr, den Quantic Dreams im April als Beispiel für Computercharaktere präsentierte, und der heute in einem sehr schrägen Video mit den Erwartungen der Zuschauer spielt. Ansehen!
Neben einigen Indie-Entwicklern (Supergiant Games! Oddworld Inhabitants!) bringen auch die Renderkönige von Square Enix die Zuschauer zum Staunen: mit wunderschöne, wenngleich teilweise etwas verwirrende Trailer zum Rollenspiel Final Fantasy 15 und dem Action-Rollenspiel Kingdom Hearts 3. MMO The Elder Scrolls Online ist ebenfalls konsolenexklusiv bei Sony wie Final Fantasy 14 - ob Mad Max, das Spiel zum Kinoklassiker, ebenfalls nur für die PlayStation 4 erscheint, ist noch unklar.
PlayStation 4 auf der E3: DRM-Drama geschickt umschifft
Dann war es an Andrew House, mit markigen Fakten für den längsten und lautesten Beifall des Tages zu sorgen. Anders als die Xbox One enthält die PlayStation 4 kein eingebautes Digital Rights Management (DRM): Sie können Ihre Spiele Freunden ausleihen beziehungsweise sich welche von ihnen leihen und gebrauchte Spiele im Einzelhandel kaufen oder verkaufen. PlayStation-4-Spiele müssen nicht online registriert werden, die Konsole muss nicht über eine permanente Internetverbindung verfügen und ruft auch nicht einmal pro Stunde beziehungsweise pro Tag bei den Sony-Servern an. Alles Fakten, die den Microsofts Aussagen zur Xbox One diametral gegenüberstehen. Obendrein ist die Plus-Mitgliedschaft mit 5 US-Dollar günstiger und liefert nach wie vor Zugriff auf kostenlose Spiele - plattformübergreifend.
PlayStation 4 auf der E3: Beim Preis einsame Spitze
Eine Sache fehlt noch: der Preis. Microsoft hat am Vormittag 499 Dollar beziehungsweise 499 Euro vorgelegt - würde Sony nachziehen oder ihn vielleicht um 50 Dollar/Euro unterbieten? Weit gefehlt. Der Konzern schickt die PlayStation 4 zum Kampfpreis von 399 Dollar beziehungsweise 399 Euro ins Weihnachtsgeschäft. Das verschlug den Anwesenden erst die Sprache, dann brach großer Jubel aus. Wie die Xbox One ist Sonys System nicht abwärtskompatibel, doch über den Cloud-Streaming-Dienst Gaikai sollen PS3-Titel im Laufe der Zeit auch auf der neuen Konsole laufen.
PlayStation 4 auf der E3: Fazit
Sony will mit dem Verzicht auf DRM und einem wahren Kampfpreis die Spieler in Scharen von Microsoft weglocken. In USA, dem stärksten Xbox-Markt, kann das trotzdem eine Herausforderung werden, in den traditionellen PlayStation-Hochburgen Europa und Japan dürfte das leichter sein. Dass Sony mit einem DRM-System das Ende des Konsolenmarktes hätte einläuten können, mag ein anderer Grund für die Entscheidung gewesen sein. Denn ob Kunden, die im viel gescholtenen Gebrauchtmarkt unterwegs sind und der den Publishern angeblich Millionengewinne "unterschlägt", statt gebrauchter in gleicher Anzahl brandneue, oft vier Mal so teure Titel gekauft hätten, kann keiner ganz genau sagen. Spieler können sich freuen, nicht immer online sein zu müssen - und die PlayStation 4 auch mal mit in den Urlaub nehmen zu können. Schulnotentechnisch hat sich Sony eine 1- verdient - ein paar Exklusivtitel mehr hätten sicher nicht geschadet.
Alle aktuellen Meldungen zur E3 2013 gibt es auf der Themenseite. Wer mehr über die Playstation 4 erfahren will, kann sich ebenfalls auf der Themenseite informieren.

MMOs werden afaik ebenfalls kostenlos nutzbar sein, da man ja schon monatliche Gebühren zahlen muss. Kann mich aber auch irren.
Ich meinte beren2707
PlayStation 4: Free-to-play eventuell auch ohne PSN-Plus möglich ((PS4)) - 4Players