Pioneers of Pagonia als Early Access getestet: Wie viel Siedler steckt in Wertichs Pagonia?

Wir haben endlich die Early Access Version von Pioneers of Pagonia anspielen dürfen. Dabei hat uns am meisten interessiert, wie viel von "Die Siedler" in Pagonia steckt. Des Weiteren haben wir die Anforderungen an die Hardware geprüft. So viel vorweg: Sie benötigen keinen High-End-PC.

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Pioneers of Pagonia als Early Access getestet: Wie viel Siedler steckt in Wertichs Pagonia?
Quelle: Envision Entertainment

Sie stranden mit Ihrem Schiff an einer Insel, beginnen die Materialien an Land zu tragen und eine erste Siedlung zu bauen. Woran erinnert Sie das? Natürlich an Die Siedler. Gerade in Deutschland genießt Volker Wertich sehr hohes Ansehen bei den Fans, denn die Siedler-Reihe wird heute noch gerne gespielt und jeder hat seinen eigenen Lieblingsteil. Für den Autor dieser Zeilen ist es Teil 2, für viele da draußen Siedler 3 und sogar der RTS-Ausflug Teil 5 hat Anhänger gefunden. Nach dem schwachen Teil 6 kam ein sehr guter siebter Teil und dann war es erst mal lange Zeit still um ein neues Die Siedler. Die Hintergründe, wie es zu Pioneers of Pagonia kam, haben wir bereits in der Vorschau der Pre-Alpha gezeigt. Stand heute gibt es von Ubisoft ein neues Die Siedler, welches jedoch weder bei der Presse noch bei den Fans sonderlich gut ankommt. Bei Metacritic beträgt der Userscore sogar nur magere 2,8 Punkte (von 10), dessen Ursache sich darauf begründet, dass Ubisoft am Fan vorbei entwickelt hat. So fährt man eine Spiele-Serie an die Wand, ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht macht.

Pioneers of Pagonia möchte gar kein Siedler sein. Ist es aber. Nur komplexer. Viel komplexer.

Schon in der Demo und Pre-Alpha hat sich schnell gezeigt, welche Spieler Pagonia anspricht. Es sind jene, die einfach in Ruhe eine schöne Stadt aufbauen wollen. Die Kunst besteht des Weiteren darin, möglichst komplexe Warenketten herzustellen. Der Bäcker braucht für sein Brot das Mehl, für das der Müller das Korn braucht, für das der Bauer das Wasser vom Brunnen benötigt. Die Mühle und Bäckerei benötigen wiederum Zement, welches erst aus Kalkstein in der Steinmühle gemahlen werden muss, der im Steinbruch abgebaut wird. Doch die Bergarbeiter möchten mit Essen versorgt werden, sonst streiken sie und stellen die Arbeit an. Eine Gemüsefarm muss also her, die ebenso Wasser und Feldarbeiter benötigt, damit das Gemüse wächst und gedeiht. Doch rohes Gemüse mag niemand, auch nicht die Pagonier, so muss noch eine Taverne her, dessen Köche die Zutaten auf einem Markt kaufen und mit sauberem Wasser versorgt werden möchten, um Stärkungsmahlzeiten mithilfe von Zweigen als Feuermaterial zu kochen. Doch die Zweige zum Befeuern des Ofens müssen erst vom Holzfäller oder Förster aus dem Wald gesammelt werden. Die Mahlzeiten müssen schließlich noch zu den Bergleuten gebracht werden. Ja, so viel Aufwand muss betrieben werden, nur um Stein abzubauen. Und das ist klasse, denn es hat Anspruch.

Das sind die Anfänge einer Siedlung: Holzfäller, Sägewerke und eine Gemüsefarm inklusive Taverne, die Mahlzeiten für die Bergleute zubereitet. Unten links haben wir noch eine Holzwerkstatt gebaut, welche erste, einfache Waffen für neue Soldaten und Zahnräder für komplexere Gebäude herstellt. Quelle: PC Games Hardware Das sind die Anfänge einer Siedlung: Holzfäller, Sägewerke und eine Gemüsefarm inklusive Taverne, die Mahlzeiten für die Bergleute zubereitet. Unten links haben wir noch eine Holzwerkstatt gebaut, welche erste, einfache Waffen für neue Soldaten und Zahnräder für komplexere Gebäude herstellt. Das war nur ein Beispiel von der Komplexität, die Sie in Pioneers of Pagonia erwartet. Und damit haben wir schon eine der größten Stärken von Pioneers of Pagonia preisgegeben. Denn so umfangreich waren Warenketten in einem Siedler noch nie. Allein die Baumaterialien sind mehr als dreimal so umfangreich: Es gibt nämlich nicht nur einfache Laubholz- und Nadelholz-Stämme, sondern auch die jeweiligen Bretter davon, neben einfachen Steinen und Werkssteinen, die erst vom Steinmetz bearbeitet werden müssen. Dazu kommt noch der oben angesprochene Zement. Sie benötigen allein neun Gebäude, nur um ausreichend Baumaterial für weitere Vorhaben gesichert zu haben.

Ein wunderbarer Platz für einen Holzfäller, der später mit einem Förster und einem Sägewerk ergänzt werden kann, um den Holzbestand zu sichern, der wichtig für den Fortbestand der Siedlung ist. Quelle: PC Games Hardware Ein wunderbarer Platz für einen Holzfäller, der später mit einem Förster und einem Sägewerk ergänzt werden kann, um den Holzbestand zu sichern, der wichtig für den Fortbestand der Siedlung ist.

Ein Kartengenerator sorgt theoretisch für unendliche Möglichkeiten

Anders als bei den Siedler-Teilen setzt Pagonia auf einen Kartengenerator, der mit vordefinierten Parametern und einem ID-Code automatisch Karten erstellt. Diesen Generator können Sie umfangreich anpassen und auswählen, ob Sie lieber mit oder ohne Feinde und neutralen Dörfern, oder auf einer Sandbox-Karte ganz allein spielen wollen. Envision Entertainment liefert auch vordefinierte Karten an, die Sie schrittweise ins Spiel führen. Ein Tutorial kann optional dazu geschaltet werden, was gerade den Einstieg erleichtert, denn als Pagonia-Neuling werden Sie von der Anzahl Gebäude und Waren erschlagen.

Eine Karte, die nur aus steilen Bergen besteht? Kein Problem. Doch dann müssen Sie auch damit klarkommen, denn der Platz zum Bauen wird begrenzt sein. Sie können ebenso einen riesigen Wald bauen, oder alle paar Meter Feinde platzieren. Halt, Feinde? Ja! Es gibt neutrale Bedrohungen auf der Insel. Die können Ihnen ganz schön zusetzen, wenn Sie nur unerfahrene Soldaten in den Kampf schicken. Letzterer läuft dabei automatisch ab, Sie können nur den Befehl zum Marsch geben. Was hoffentlich bald noch überarbeitet wird: Reguläre Wachen, die vor allem damit beschäftigt sind, Land einzunehmen, reagieren nicht auf den Patrouillen-Befehl und rennen blindlings einzeln in zufällige Diebeslager - und gehen drauf. Das stört, weil Sie das erst gar nicht bemerken, bis Sie keine Wachen mehr haben und sich dann wundern. Aber Envision Entertainment hat bereits bestätigt, dass noch weiter kräftig am Balancing gearbeitet wird.

In der Garnison können Sie bis zu 25 Soldaten unterbringen. Das haucht selbst dem letzten Strauchdieb das Leben aus und sichert die Grenzen. Kämpfen die Soldaten nicht, nehmen sie Land ein. Dazu benötigen sie Grenzsteine vom Steinmetz. Quelle: Envision Entertainment In der Garnison können Sie bis zu 25 Soldaten unterbringen. Das haucht selbst dem letzten Strauchdieb das Leben aus und sichert die Grenzen. Kämpfen die Soldaten nicht, nehmen sie Land ein. Dazu benötigen sie Grenzsteine vom Steinmetz.

Neutrale Interaktion bisher ohne Spannung

Sie treffen wie oben beschrieben auf Feinde, die zufällig auf der Karte verteilt werden. Sie werden auch neutrale pagonische Dörfer antreffen, die einfache Aufgaben für Sie haben und mit denen Sie Handel treiben können. Wenn man wahlweise ohne Kämpfe spielt, dann vermisst der Sieder-Fan aber leider den Reiz, seine Siedlung besser und schneller als die der Konkurrenz aufzubauen. Die Dörfer, die Sie finden, bleiben nämlich so, wie sie sind. Sie müssen Ihre Grenzen um Sie herumbauen, wenn Sie weiter expandieren wollen. Sie können Ihre Truppen zwar in Richtung des Dorfs schicken, aber die machen dann einfach vor den Grenzen Halt. Die einzige Interaktion bleibt somit der Handel. Es gibt keinen Kampf mit anderen Dörfern, kein Wettrüsten, kein Streben nach Besitztum auf der großen Karte. Hier verspielt Pioneers of Pagonia viel Potenzial und Spielspaß, denn der Siedler-Spieler hat es genossen, seine Feinde zu plätten und sein Reich einzunehmen.

Sie werden oft Dieben begegnen, die ihre schwachen Wachen abmurksen werden, sobald sie ihnen zu Nahe kommen. Auf den Kampf haben Sie keinen Einfluss, das einzige, was Sie tun können ist den Dieben stärke Soldaten entgegen zu setzen. Ist der letzte Dieb erledigt, verschwindet das Diebeslager einfach. Quelle: Envision Entertainment Sie werden oft Dieben begegnen, die ihre schwachen Wachen abmurksen werden, sobald sie ihnen zu Nahe kommen. Auf den Kampf haben Sie keinen Einfluss, das einzige, was Sie tun können ist den Dieben stärke Soldaten entgegen zu setzen. Ist der letzte Dieb erledigt, verschwindet das Diebeslager einfach.

Bleiben noch die Feindesgruppen in der Umgebung. Diebe, Geister, Werwölfe - diese hindern Sie an der Expansion, weil sie Wachen automatisch angreifen, die in ihre Nähe kommen. Treffen Sie auf einen Feind, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als eine Waffenschmiede zu bauen und Soldaten auszurüsten. Der Aufwand, der dabei betrieben werden muss, ist jedoch viel höher, als das Gefühl der Belohnung, wenn Sie den Feind schließlich ausgeschaltet haben. Es gibt keine Waren, die Sie erhalten, oder andere Güter/Sachen, die hinterlassen werden. Diebe etwa stehen Ihnen einfach nur im Weg, bis Sie sie beseitigen. Dann erst können Sie die Grenzen an dieser Stelle erweitern. Hier muss Envision Entertainment noch nachbessern, denn die Kämpfe auf festgelegten kleinen Hotspots auf der Karte fühlen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt störend und als eine schwache Ausrede für fehlende neutrale KI-Völker an, mit denen man sich als Siedler-Fan viel lieber messen möchte. Ein erstes Fazit finden Sie auf Seite 2 des Artikels.

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  1. Seite 1 Gameplay geprüft
  2. Seite 2 Fazit, auch zur Technik
    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bandicoot Volt-Modder(in)
        Ab heute im Early Access, für Interessierte und Siedler Junkies, ab 25,49€

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Ueberpruefe Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich habe schon Lust auf das Spiel, aber ich kaufe grundsätzlich keine Spiele, die im Early Access sind. Da spielt es auch keine Rolle wie gerne ich es doch spielen wollen würde.

        Für mich persönlich ist Siedler 3 das Beste. Gut, ich habe den ersten und zweiten Teil auch nie gespielt und dann auch nur bis zum fünften Teil.
      • Von Dr-Wandel PC-Selbstbauer(in)
        Werde ich mir bestimmt holen, weiss aber noch nicht wann - vermutlich kurz nach Release.
        Bei der Siedler-Reihe ist mein Favorit Siedler4.
      • Von Grendizer Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Nazzy
        Against the Storm 1.0 Release, btw - kann ich nur jedem empfehlen
        Gibt sogar ne Demo auf Steam, schau ich mir mal an. Danke für die Empfehlung
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Just_osi
        Schade Kein mp? Dann hoffen wir mal es kommt bald solange werden wir wauch warten mit dem kauf
        Am Co-op arbeiten sie, das kommt bald.
      Direkt zum Diskussionsende
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