Linus Torvalds: Linux-Erfinder bezeichnet Quellcode eines Google-Mitarbeiters als "Müll"

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Linus Torvalds: Linux-Erfinder bezeichnet Quellcode eines Google-Mitarbeiters als "Müll"
Quelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Linux-Erfinder Linus Torvalds hat kürzlich einen Patch für die kommende Kernel-Version abgeschmettert. In seiner Nachricht lässt er kein gutes Haar an dem Code des Google-Mitarbeiters.

Mit der Erfindung und jahrzehntelangen Betreuung von Linux hat der Informatiker Linus Torvalds zwar viel bewirkt, in dieser Zeit ist er aber auch immer wieder durch offensive Kommentare aufgefallen. Der jüngste Fall betrifft dabei einen Google-Mitarbeiter, der einen Patch für den kommenden Linux-Kernel 6.17 eingereicht hat. Laut Torvalds wurde der Quellcode nicht nur zu spät eingesendet, sondern er sei vor allem "Müll".

Offensiv statt ausgleichend

In dieser Richtung legt Torvalds in der offen zugänglichen Kommunikation auch direkt nach. Demnach sei der eingereichte Code für den RISC-V-Kernel in einem Zustand, den ihm niemand jemals zuschicken sollte. Zudem wirft er dem Entwickler vor, den Code absichtlich spät eingereicht zu haben, damit dessen Qualität nicht auffällt.

"Das ist Müll und kam zu spät. Ich habe um frühzeitige Pull-Anfragen gebeten, weil ich auf Reisen bin, und wenn Sie diese Regel nicht befolgen können, dann machen Sie wenigstens gute Pull-Anfragen. [...] Und mit "Müll" meine ich das auch so. Das sind Dinge, die mir niemand schicken sollte [...]"

In seiner Nachricht hängt sich Torvalds außerdem an einer im Code enthaltenen Hilfsmethode auf, die er als Beispiel für die Codequalität nimmt. Die Umsetzung sei demnach so mies, dass sie die Welt zu einem schlechteren Ort mache. Wie schon früher nimmt er also mal wieder kein Blatt vor den Mund - auch wenn das der Motivation der anderen Kernel-Entwickler wohl eher ab- denn zuträglich ist.

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Ob der Streit um den spät eingereichten Kernel-Patch weiter eskaliert, bleibt abzuwarten. Zumindest für den Linux-Kernel 6.17 ist es inzwischen aber schon zu spät. Torvalds legt dem Entwickler daher nahe, die Änderungen für den folgenden Kernel 6.18 einzureichen. Das soll am besten möglichst früh erfolgen - vermutlich, damit noch Zeit für notwendige Verbesserungen bleibt.

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Quelle: Kernel via Tom's Hardware

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von SirMarc
        Am pc gab ich schon aufgeräumt seit 2 Jahren fast opensourcer frei, leider hab ich für Thunderbird noch kein Ersatz gefunden. 😔
        Du hast doch laut Signatur ein MS-Abo. Warum nicht einfach Outlook? Also von den ganz offensichtlichen Gründen mal abgesehen, die dich aber ja eh nicht zu stören scheinen.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von SirMarc
        Am pc gab ich schon aufgeräumt seit 2 Jahren fast opensourcer frei, leider hab ich für Thunderbird noch kein Ersatz gefunden. 😔
        Du hast doch laut Signatur ein MS-Abo. Warum nicht einfach Outlook? Also von den ganz offensichtlichen Gründen mal abgesehen, die dich aber ja eh nicht zu stören scheinen.
      • Von SirMarc Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Bl4ckR4v3n
        Das man sich aufregt dass der Pull-Request so spät kommt und dann nicht qualitativ den Ansprüchen genügt, kann ich ja verstehen aber die Wortwahl ist dennoch fragwürdig. Das kann man auch mit mehr Stil durchziehen aber ist ja für Linus Torvald typisch da gibt es ja einige solcher doch cholerischen Texte.
        Ich mag die Leute dort alle nicht, alle bißchen die Nase zu hoch.
        Oder die Aussagen mancher leute.
        Kündigt die Freundschaft sofort wenn der nicht mit einem Freien OS Arbeitet, und so, oder alles was kein freies OS ist solte sich auflösen bei emacs.🫣
        Oder ich melde ein fehler in einer aktuellen vorversion und der sagt mir nimm die nornall version🫣

        Naja das nächste Handy ist den iPhone und nicht Android und der größte Teil Opensourcer entlich weg bei mir.
        Am pc gab ich schon aufgeräumt seit 2 Jahren fast opensourcer frei, leider hab ich für Thunderbird noch kein Ersatz gefunden. 😔
      • Von Penman PC-Selbstbauer(in)
        Ich bin erstaunt, dass hier so viele verständnisvolle Kommentare sind. Es gibt ja schon Memes welche Schwächen "make_u32_from_two_u16" gegenüber "(a << 16) + b" hat. Es ist eine Kleinigkeit, aber im Kern hat Linus schon recht. Solche Sachen im Keim zu ersticken hält eine Codebase tatsächlich deutlich besser wartbar, als wenn Helper Funktionen mit unklarer Beschreibung auftauchen. Die Helper Funktion ist natürlich leserlicher, aber als guter C Programmierer liest sich ein Bitshift genauso natürlich. Ich habe den Eindruck, dass der Nutzungen auf Bitebene auf höheren Sprachen (insbesondere Interpretersprachen) quasi nicht mehr bekannt ist. Mag auch sein, dass wir auch deswegen eigentlich immer ineffizientere Programme in jeder Form bekommen, was einfach nur durch mehr Prozessorleistung und RAM kompensiert wird. Der Advent of Code zeigt immer wieder eindrucksvoll, mit wie wenig Ressourcen und klugen Algorithmen man Probleme in Sekunden lösen kann, die sonst per Brute Force Gigabytes an Speicher und ggfs. Stunden an Rechenleistung benötigen.

        Zitat von FCA
        Aktuell mag die KI vielleicht noch Probleme haben, in 10–20 Jahren aber wahrscheinlich nicht mehr.
        Daran glaube ich nicht und wenn, dann wird der Mensch weiterhin die Plattform dafür bereitstellen. Bei aktueller Leistung von LLMs, möchte ich auch nicht, dass KI an Hardware zu einem Grad herumoptimiert, dass ein Mensch nicht mehr einfach versteht, was da überhaupt passiert. Und fundamentale neue Architekturen, die alles besser machen, werden auch nicht einfach entstehen. Woher auch? Man kann Designs in so ein Model füttern und etwas Neues generieren lassen, aber mehr als eine Variation wird dabei nicht herauskommen.
        Und wie so oft scheitert so ein LLM am Ende daran, dass ein Mensch bei aufwändiger manueller Kontrolle die Probleme finden und korrigieren muss.
        Für Standardprobleme kann man eine ausreichende Lösung von einer KI bekommen, aber sobald es komplexer oder exotischer wird, wird es wieder kritisch.
        Leider setzt sich derzeit genau dieses Bild ab: Die KI kann programmieren, wozu bezahle ich noch Menschen? Aber wehe, es kommt zu einem Problem. Den kunterbunten Mix aus Code, Logs und Daten versteht man dann doch nicht mehr und dann ist guter Rat wirklich teuer. Verdient.
        Freut euch auf eine neue Generation ein Scheiße. Wir bekommen KI generierte Memes, Videos, Musik und was nicht noch alles. Firmen gaukeln einen menschlichen Kundenservice vor, der leugnet, ein LLM zu sein und genau da merkt man, dass das eine ganze schlechte Richtung genommen hat.

        Zitat von 7seven7
        Naja Android bis auf AOSP entspricht auch keinem offenen OS,
        bei 90% der Smartphones am Markt kann man die Google Services nicht deaktivieren geschweige deinstallieren.

        Wenn man das dennoch kann funktionieren viele Massenanwendungen garnicht.
        Weil sie das Play Service Framework brauchen.
        Das erinnert mich an einen internen Vorstoß eines Unternehmens, ein Produkt basierend auf einem "Open Source Framework" zu bauen. Ziel war es, das Produkt als Open Source zu vermarkten. Dumm nur, dass eigentlich nur das Framework Open Source war und das Customizing nicht. Geschweige denn, dass man in der Lage gewesen wäre selbst Modifikationen an dem Gerät vorzunehmen. Klar fordert OpenSource nicht, dass man ein Produkt zu einem Hackerspielzeug umbauen kann. Im Falle von Android habe ich kürzlich gelesen, dass man Bootloader einiger Hersteller nicht mehr entsperren kann. Damit kann man sich maximal etwas anschauen und nachvollziehen, die Hardware an sich aber nicht mit einer Modifikation betreiben. Das ist legitim, aber halt blöd.
        Aber immerhin ein Teilgewinn für die Gemeinschaft.
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Das man sich aufregt dass der Pull-Request so spät kommt und dann nicht qualitativ den Ansprüchen genügt, kann ich ja verstehen aber die Wortwahl ist dennoch fragwürdig. Das kann man auch mit mehr Stil durchziehen aber ist ja für Linus Torvald typisch da gibt es ja einige solcher doch cholerischen Texte.
      • Von Periswoop Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Naja, es ist halt sein Baby, sein "Produkt" -er darf das.

        Mich kribbelt es manchmal auch in den Fingern, aber wenn ich sowas im CodeReview schreiben würde, würde ich nächsten Tag ein Termin mit HR im Kalendar haben
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