Bye, bye Floppy-Disk: Japaner müssen nicht mehr mit Diskette zur Behörde

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Bye, bye Floppy-Disk: Japaner müssen nicht mehr mit Diskette zur Behörde.
Quelle: Foto von Fredy Jacob auf Unsplash

Japan will veraltete Medien wie HD-Disketten und CD-ROM abschaffen. Die frühe Digitalisierung hinterlässt ihre Spuren und die Vorschriften sind nicht mehr zeitgemäß. Für den Wandel wird man aber Zeit benötigen.

Japaner müssen nicht mehr mit Diskette zur Behörde, weil das Land langsam, aber sicher die Digitalisierung und Modernisierung vorantreibt. Während in Deutschland noch oft Papier eingereicht werden muss, wurde in Japan früh digitalisiert. Doch das führt zum Kuriosum, dass noch heute Floppy-Disks nötig sind. Bisweilen haben Behörden schon auf CD-ROM umgestellt, aber auch das würde man aus heutiger sich als leicht überholt ansehen.

Im Jahr 2022 forderte der Minister für digitale Angelegenheiten, Taro Kono, die verschiedenen Regierungsstellen auf, von den Unternehmen nicht mehr zu verlangen, dass sie Informationen auf veralteten physischen Datenträgern einreichen. Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) ist eines der Ersten, das die Umstellung vornimmt. "Nach dem derzeitigen Gesetz gibt es viele Bestimmungen, die die Verwendung bestimmter Aufzeichnungsmedien wie Disketten in Bezug auf Anwendungs- und Benachrichtigungsmethoden vorschreiben", erklärt das METI letzte Woche laut The Register.

Bis zum kompletten Ende von Disketten und CD-R-Medien wird noch einige Zeit vergehen, aber die ersten Schritte sind gemacht. In Japan kommen teilweise sogar noch Minidiscs zum Einsatz, das von Sony auf den Markt gebrachte Format, das sich letztlich nicht durchsetzen konnte. Die Mitarbeiter von Kono haben rund 1.900 Protokolle in verschiedenen Ministerien ermittelt, die noch auf antiquierte physische Medien setzen.

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Einer der Gründe, warum der Wandel nun kommt, ist laut Japan Today die Verfügbarkeit. An Disketten zu kommen, ist heute nicht mehr ganz so einfach und die Kosten steigen. Gab es früher günstige Disketten für umgerechnet 50 Cent das Stück, liegen die Kosten nicht nur wegen der Inflation heute deutlich höher, sondern weil auch die intensive Massenproduktion geendet hat. Ein anderes Problem ist die Kapazität: 1,44 Megabyte der HD-Disketten sind heute schnell erschöpft - insbesondere, wenn nicht nur Text abgelegt wird.

Weltweit werden Disketten aber wohl weiter eingesetzt. Die USA hatten erst 2019 Disketten aus dem Nuklearprogramm verbannt und Floppy-Disks tauchen auch immer wieder in Geräten auf - von kleiner und mittleren medizinischer Ausstattung bis hin zu ganzen Flugzeugen, wenn man da noch von einem Gerät sprechen will.

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    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von HenneHuhn
        Du willst mir jetzt nicht ehrlich sagen, dass du von dem ganzen Datenschutz-Brimborium rund um DSGVO oder die Tatsache, dass unverschlüsselte E-Mails die Postkarten der Digitalpost sind, nie was mitgekriegt hast?
        Und wer soll da mitlesen? Und wie?
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von HenneHuhn
        Du willst mir jetzt nicht ehrlich sagen, dass du von dem ganzen Datenschutz-Brimborium rund um DSGVO oder die Tatsache, dass unverschlüsselte E-Mails die Postkarten der Digitalpost sind, nie was mitgekriegt hast?
        Und wer soll da mitlesen? Und wie?
      • Von HenneHuhn Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von RyzA
        Wer sollte denn unberechtigter Weise Daten von einen bekommen?
        Der Email-Provider?
        Du willst mir jetzt nicht ehrlich sagen, dass du von dem ganzen Datenschutz-Brimborium rund um DSGVO oder die Tatsache, dass unverschlüsselte E-Mails die Postkarten der Digitalpost sind, nie was mitgekriegt hast?

        Abgesehen davon ist es nochmal was anderes, ob du deine personenbezogenen Daten als Privatperson in die weite virtuelle Welt hinauspustest, oder ob du das mit Firmendaten oder Daten von Klient*inn (im allerweitesten Sinne Schutzbefohlene) machst.

        Wir mit unserer strengen DSGVO-Compliance verschlüsseln alles mögliche, Behörden sind dann zu blöd, das zu öffnen und schicken uns irgendwann einfach per E-Mail quasi alle relevanten Sozialdaten ganzer Familien inkl. Kinder.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von HenneHuhn
        Behörden kümmern sich ja auch null um Datenschutz.
        Wer sollte denn unberechtigter Weise Daten von einen bekommen?
        Der Email-Provider?
      • Von HenneHuhn Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von RyzA
        Bei uns geht das oft auch per Email.
        Behörden kümmern sich ja auch null um Datenschutz.
      • Von |L1n3 Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich bin der Lagerung von Tapes oberflächlich vertraut, habe aber keinen Überblick über die Gepflogenheiten sämtlicher Nutzer. Die nächste, sich aufdrängende Frage ist daher: Wo lagert ihr PC-Komponenten und -Software zu den Laufwerken? Wer von 20 Jahren einen Ultra-160- oder Ultra-320-Streamer eingelagert hat, kann damit heute trotzdem keine Daten mehr lesen, weil es keine Parallel-SCSI-Controller für aktuelle Systeme gibt.

        Entweder man transferiert sämtliche Archivebestände regelmäßig in neue Formate (ohne fortwährende Bedarfsprüfung würde ich 10 Jahre ansetzen), oder die angesprochene Gefahr des Datenverlustes durch Inkomatiblität besteht. Und es gibt sogar Bereiche, wo dieser Transferaufwand das ganze Konzept der Digitalisierung in Frage stellt.
        Ach wenn man wirklich muss bekommt man heute auch noch einen SCSI U160 irgendwo dran.
        Nimmt man z.b. den LTO Standard waren deren Laufwerke bis zu Version Ultrium 8 (Markteinführung 2017) immer zwei Generationen abwärtskompatibel (read-only). Aber ja, zu einem vollständigen Konzept gehört auch das zur Verfügung halten eines kompatiblen Abspielsystems und beim Generationswechsel mindestens bei der übernächsten Gen die alten (noch relevanten) Daten auf neuere Medien zu überspielen. Dank technologischem Fortschritt passt dann auch meist gleich mehrere alte Bänder auf ein Neues. So hat sich bei LTO die Kapazität ca. alle 3 bis 5 Jahre verdoppelt. Durch die zwei Gen abwärtskompatibilität waren eigentlich immer marktaktuelle Laufwerke verfügbar, die zu dem Zeitpunkt dann 10 Jahre alte Bänder lesen konnten, das reicht für die meisten Aufbewahrungsfristen aus, was länger aufbewahrt werden soll, muss eben regelmäßig überspielt werden. Leider sind die aktuellen Gens LTO-8 und LTO-9 nurnoch jeweils eine Gen abwärtskompatibel. Allerdings sind auch (noch) LTO-7 Laufwerke neu zu erwerben, damit kann man dann Bänder bis LTO-5 (Markteinführung 2010) Problemlos lesen und benötigt auch nur einen heute gängigen SAS-Controller.
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