Palworld im PCGH-Technik-Test: Grafikkarten-Benchmarks [Video-Update]
Palworld stellt mit 7 Millionen Verkäufen innerhalb weniger Tage die echte "Kumpelwelt" auf den Kopf. Grund genug für PCGH, den Indie-Superhit im Ersteindruck unter die Lupe zu nehmen - weitere Eindrücke folgen.
In diesem Artikel
Aktualisierung: Auf Seite 2 des Palworld-Techniktests finden Sie nun auch eine umfangreiche Benchmark-Stichprobe mit sechs Grafikkarten und verschiedenen Qualitätseinstellungen. Die Performance-Unterschiede sind stellenweise enorm.
Update 2: Richie ist auf die Palapagos-Inseln gereist, um allerlei morbiden Mumpitz mit den Pals auszuprobieren. Ob das Spiel auch auf den Kisten der PCGH-Leser läuft und welche Unterschiede sich bei Grafikkarten auftun, erfahren Sie im Video weiter unten.
Was zur Hölle ist Palworld und worum geht es überhaupt?
Palworld ist ein wilder, morbider, geradezu satirischer Genre- und Gameplay-Mix beliebter Titel wie Genshin Impact, Ark Survival, Pokémon, Monster Hunter, Zelda, Fortnite, Rust und bestimmt noch anderer Spiele, die uns gerade nicht einfallen wollen. Sie bereisen verschiedene Biome und Inselgruppen in einer Open World mit Survival-Elementen, die von den sogenannten "Pals" als Tierchen und anderen Menschen bewohnt werden.
Praktisch alle offen umherlaufenden Lebewesen (inklusive Menschen) können mit herstellbaren Pokéball-artigen Items nach Schwächung durch Einprügeln mit Speeren sowie Ballern mit Maschinengewehren gefangen und de facto versklavt werden. Einmal in unserem Team drinnen, können wir die süßen, meist überhaupt nicht unschuldigen, Viecher in unserer aufbaubaren Basis für uns schuften und in Echtzeit kämpfen lassen. Es gibt keine rundenbasierten Angriffswechsel zwischen den Pals selbst, sondern Action-orientierter Wahnsinn, bei dem wir als Trainer auch im Kampf eingreifen und den Ton angeben. Mit den richtigen Hilfsmitteln lassen sich Pals reiten, nicht nur um schneller auf dem Land, sondern auch in der Luft unterwegs zu sein.
Max. vs. min. Details im Vergleich (mit TSR als Anti-Aliasing)
Es gilt die riesige Welt zu bereisen, Ressourcen zu sammeln, das eigene Team zu stärken, sich mit Waffen zu rüsten, die Basis aufzubauen, Fähigkeiten sowie craftbare Dekorationen zu erlangen und bestimmte Bosse zu plätten. Palworld ist kein klassischer Klon, sondern wenn, dann eine sehr unterhaltsame Mischung, die gute Elemente von unterschiedlichen Genres und Spielen "gut kopiert" und zu was Neuem kombiniert hat. "Pokémon mit Waffen" trifft daher nur bedingt zu, Palworld ist viel, viel mehr.
Quelle: PCGH
Mit abgebauten Ressourcen wie den Paldium-Bruchstücken können an Werkstischen Gegenstände wie die "Pokébälle", genannt Pal-Sphären, hergestellt werden.
Quelle: PCGH
Pals spawnen je nach Gebiet und Tageszeit offen in der Welt. Zum Fangen müssen die Tiere geschwächt werden. Die Pal-Sphären müssen als Objekt gezielt vom Spieler selbst geworfen werden.
Quelle: PCGH
In der eigenen Basis können viele Dekorationsobjekte über Technologiepunkte freigeschaltet werden. Diese Punkte bekommt man über das Aufleveln des eigenen Charakters.
Ist der Hype berechtigt?
Zumindest begeistert Palworld wortwörtlich Millionen von Spielern und weiß uns im Ersteindruck auch tatsächlich zu gefallen. Auf dem PC ist der frühe Early Access auf Steam für aktuell ca. 26 Euro oder im Game Pass erhältlich. Die Version von Microsoft ist jedoch zum Redaktionsschluss veraltet und limitiert. Während die Steam-Version ganze 32 Spieler auf einem Server zulässt, ist die Microsoft-Version auf 4 Nutzer begrenzt. Die Welt lässt sich unabhängig von anderen komplett solo erkunden. Für den Preis bekommt man ein ordentliches Paket an Content mit über 100 "Pals" und sehr vielen Crafting-Materialien (von Mittelalter-Theme bis hin zur Moderne). Palworld ist ein ungewöhnliches Spiel, das sich für Fans besagter Genres zumindest zum Antesten lohnt. Ein Debakel wie in "The Day Before" erwartet Käufer keineswegs. Insofern ja, der Hype ist "berechtigt", weil genug Leute am Konzept Gefallen finden.
Quelle: Steam Charts
Mit 1,8 Millionen Spieler gleichzeitig übertrifft Palworld in kürzester Zeit alle anderen Steam-Titel (inklusive Counter-Strike) außer PUBG mit 3,2 Millionen Usern zur selben Zeit.
Wie sieht es technisch aus?
Als Unterbau wird die Unreal Engine 5 verwendet. In der Entwicklungsgeschichte ist das vergleichsweise kleine Studio Pocketpair aus Japan (mit ca. 40 Mitarbeitern) von Unity zur Unreal Engine (Version 5.1.1) gewechselt. Die Implementierung und Umsetzung der Mechaniken ist, für den frühen Status des Early Access, gelungen. In unseren knapp 10 Stunden konnten wir im Ersteindruck mit unserem Testsystem (Intel Core i7-12700K mit unterschiedlichen GPUs, siehe Benchmarks) weder Abstürze noch unangenehme Frame-Einbrüche beobachten. Die deutsche Übersetzung der Texte und Menüs ist, bis auf wenige Formatierungsfehler, überraschend fehlerfrei und kontextuell passend (Vermutung: Qualität durch KI-Unterstützung). Bei den Systemvoraussetzungen orientiert man sich grob an bestehende Beispiele der Unreal Engine 5.
| Komponenten | Mindestanforderungen | Empfohlen |
|---|---|---|
| Prozessor und Betriebssystem | 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem | 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem |
| Betriebssystem | Windows 10 oder neuer (64-Bit) | Windows 10 oder neuer (64-Bit) |
| Prozessor | i5-3570K bei 3,4 GHz (4 Kerne) | i9-9900K bei 3,6 GHz (8 Kerne) |
| Arbeitsspeicher | 16 GB RAM | 32 GB RAM |
| Grafik | Geforce GTX 1050 (2GB) | Geforce RTX 2070 |
| DirectX | Version 11 | Version 11 |
| Netzwerk | Breitband-Internetverbindung | Breitband-Internetverbindung |
| Speicherplatz | 40 GB verfügbarer Speicherplatz | 40 GB verfügbarer Speicherplatz |
| Zusätzliche Anmerkungen | Internetverbindung für Multiplayer erforderlich. SSD erforderlich. | Internetverbindung für Multiplayer erforderlich. SSD erforderlich. |
Das Spiel startet flott, die Menüs sind grundlegend ordentlich gestaltet und zu meckern gibt es an den Punkten wenig. FSR-Upsampling fehlt derzeit noch, Nvidia-Grafikkarten kommen dagegen in den Genuss von DLSS (Qualität als höchste Stufe, kein DLAA, Version 3.1.30, keine Frame Generation). Beim Anti-Aliasing wird das Unreal Engine eigene TSR (Temporal Super Resolution) neben TAA und FXAA unterstützt. Im Menü werden Modelle sowohl in der Framerate als auch der Kantenglättung limitiert (etwa dem eigenen Charakter im Inventar oder den Pals im Pendant des "Pokédex")
Für Nvidia-Besitzer wichtig: Auch wenn die Anti-Aliasing-Methode mit zugeschaltetem DLSS ausgegraut wird, wird die AA-Basis sehr wohl mit DLSS verwendet. Das hat nicht nur Performance-, sondern auch optische Unterschiede zur Folge. FXAA und kein AA lassen das Bild mit DLSS krisselig und unruhig wirken, TAA sorgt für ein verwaschenes Bild mit DLSS, doch TSR mit DLSS stellt eine sehr valide Wahl mit (subjektiv) bester Optik dar. TSR ohne DLSS kann für vereinzelte Artefakte an etwa Haaren sorgen. In Palworld scheint die Version jedoch gut implementiert.
FSR (3.0) ist derweil nur als Bezahlmodifikation möglich. Radeon-Nutzer haben insofern das Nachsehen. Erfahrungsgemäß folgen kostenlose Varianten von anderen Erstellern in Kürze, etwa auf Nexusmods. Momentan sind Mods wie "Motion Blur/Vignetten"-Entferner recht beliebt. Nintendos berühmt-berüchtigte (Ninja-)Anwälte schießen derweil Modifikationen mit Pokémon-Bezug. Palworld an sich bleibt von juristischen Vorgängen aber bisher unberührt. Das Entwicklerstudio weist Kritik an den vermeintlichen Pokémon-Klonen entschieden zurück.
Auf der nächsten Seite gehen wir weitere Details wie LOD-Umsetzungen, Reflexionen, Grafikkarten- und Prozessorauslastung im Schnelldurchlauf durch. Sie haben selbst bereits Palworld gespielt? Wie sieht die Performance mit Ihrem System aus? Was sagen Sie zum Gameplay? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar im unten verlinkten PCGH-Extreme-Thread!

Meine zwei Lieblingspals sind der Elektroigel, den ich immer als Schockgranate nutze. Damit lassen sich diese NPC-Gruppen in den meisten Fällen zum größten Teil schon besiegen, ehe man selber Hand anlegen muss.
Und der Panda erledigt bei mir gleich drei Aufgaben: Reittier, Gleiter und leichte Waffenplattform.
Was mich nervt ist, dass beim Ball-Werfer gefühlt keine Kraft dahinter steckt. Der fliegt gefühlt nur zwei Meter weiter als beim Handwurf. Und diese zwei Pals, die unbedingt zum Arzt gehen sollen. Da läuft man schön entspannt durch die Gegend und hört man nur noch dieses Geräusch und dann gibt es einen Knall. Zum Glück gibt es das Schild.
Durch das neuste Update der Software, lässt sich dieses jeder Zeit und in jedem Spiel dazuschalten (ab 60 FPS).
Notiz am Rande: „Kompliziert“ wird es, wenn Entwickler FSR 3.0 missverständlich im Menü einbauen (und da ist Palworld zumindest beim DLSS und AA schon undurchsichtig aufgefallen). Ähnlich wie DLSS 3.0 (zum Launch) ist FSR 3.0 ein Bündel des Upsamplings (interne Auflösung niedriger berechnet und höher skaliert) und den künstlichen Zwischenbildern (Frame Generation). FSR 3.0 hat immer die Frame Generation dabei und braucht FSR 2 als Basis (letzteres kann auch in nativer Auflösung laufen theoretisch). Beides lässt sich trennen und feiner einstellen. Verzichtet der Entwickler darauf und benennt einfach alle Einzelfunktionen als FSR 3.0 (inklusive reinem Upsampling), wird der User eigentlich in die Irre geführt. Bei FMF und RSR ist das zumindest eindeutig getrennt.
Fun-Fact 2: FMF aktiviert die notwendigen Teile von RSR (ohne Upsampling oder „Häkchen“ von RSR im Treiber) und kann theoretisch auch mit anderen AA-Methoden verwendet werden (im Gegensatz zu FSR 3.0). Offensichtlich hat Nvidia noch keine Universalantwort für FMF oder RSR (NIS ist da qualitativ unterlegen und eher mit FSR 1.0 zu vergleichen) und hätte da auch wiederum ein Nachsehen.
Durch das neuste Update der Software, lässt sich dieses jeder Zeit und in jedem Spiel dazuschalten (ab 60 FPS).