Rückblick 2009: Das Hardware-Jahr in Bildern von PC Games Hardware
Ein von der Wirtschaftskrise geprägtes Jahr geht zu Ende: Es brachte uns zunächst monatelangen Stillstand, dann neue Produkte und schließlich Lieferengpässe. PC Games Hardware blickt in Bildern auf 2009.
Das Jahr beginnt aus Techniksicht mit einem Paukenschlag: AMD präsentiert den Nachfolger des Phenom samt zugehöriger Dragon-Plattform. Das mit 3,0 GHz getaktete Topmodell Phenom II X4 940 BE kann zwar Intels Core-i7-Riege nicht in der Leistung übertreffen; im Fertigungsprozess hat AMD aber aufgeschlossen. Der Phenom II wird im 45-Nanometer-Verfahren produziert, das höhere Taktfrequenzen ermöglicht und für eine ganze Reihe neuer Modelle bis zum Jahresende sorgen wird. Die finden aufgrund attraktiver Preise und einer anständigen Leistung viele Freunde.
Rückblick 2009: Die Wirtschaftskrise wütet
Zeitgleich wütet die Wirtschaftskrise: Führende Grafikkartenhersteller stornieren ihre Bestellungen bei Nvidia - der Chipriese sitzt Gerüchten zufolge auf 1,5 Millionen unverkauften Grafikchips. AMD schreibt einen Rekordverlust von 1,4 Milliarden US-Dollar und senkt dennoch weiter die Preise. Intel, von siebenstelligen Quartalsergebnissen verwöhnt, weist einen Gewinnrückgang von 90 Prozent aus und kündigt den Abbau mehrerer tausend Stellen an.
Rückblick 2009: DDR3 bei AMD
Im Februar, knapp vier Wochen nach dem Dragon-Start, legt AMD nach und präsentiert den Phenom II mit DDR3-Unterstützung samt neuem Sockel AM3. Erstmals kann ein AMD-Prozessor nun mit DDR3-Speicher kombiniert werden. Das bringt zwar nur unwesentlich mehr Leistung, schafft aber Spielraum für zukünftige Taktsteigerungen und spart nebenbei etwas Energie.
Rückblick 2009: Globalfoundries startet
Im März trennt sich AMD endgültig von seinen Produktionsanlagen - Globalfoundries nimmt den Betrieb am 2. März 2009 als eigenständige Firma auf. Zum Chairman wird Ex-AMD-Chef Hector Ruiz berufen, der noch vor Jahresende wegen eines Insiderskandals seinen Hut nehmen wird. Ein paar Tage später startet die Cebit mit 25 Prozent weniger Ausstellern als im Vorjahr. Nach sechs Tagen hat die Messe zudem einen Negativrekord bei den Besucherzahlen zu verzeichnen: Nur noch 400.000 Besucher, 20 Prozent weniger als im Vorjahr, kamen nach Hannover. Auch für PCGH gibt es vor Ort wenig zu sehen - Intel und Nvidia halten sich zurück, AMD bleibt der Messe ganz fern.
Rückblick 2009: IDF fällt aus
Intel hat das weltweite Frühjahrs-IDF aufgrund der Krise gestrichen und durch eine lokale Veranstaltung in China ersetzt. AMD präsentiert Anfang April den HD-4890-, Nvidia zeitgleich den GTX-275-Chip. Beide bieten viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld. Ansonsten bleibt der Frühling ruhig: AMD feiert im Mai den 40. Geburtstag und verzeichnet steigende Marktanteile. Andernorts macht die Konsumflaute erfinderisch: Weil die staatliche Abwrackprämie für Altautos boomt, locken immer mehr Hardware-Hersteller mit ähnlichen Aktionen. So lassen sich schon bald alte Mainboards, Netzteile und schließlich ganze PCs "abwracken" und auf Neuteile anrechnen.
Rückblick 2009: SSDs kommen
Im Juni liefert AMD den ersten Sechskern-Prozessor aus, angekündigt wurde er bereits im Februar. Zudem erscheint eine ganze Reihe neuer SSD-Speicher, spürbare Preissenkungen sind die Folge. Immer mehr Spieler interessieren sich für die pfeilschnellen SSDs, auch wenn diese noch unter Kinderkrankheiten leiden - kaum ein Modell unterstützt den TRIM-Befehl, was sich bis zum Jahresende auch nicht mehr ändern wird. "Green IT" liegt voll im Trend und so erscheinen im Juli erstmals "Go Green"-Grafikkarten, die weniger Leistung aufnehmen sollen. Von einer wirklich umweltfreundlichen Branche ist das IT-Business aber noch weit entfernt: Greenpeace sieht große PC-Hersteller im jährlichen Umwelt-Ranking allesamt auf den hinteren Plätzen.
Rückblick 2009: Die erste Direct-X-11-Karte
Nach einem ereignisarmen August (nur die Gamescom setzt Akzente) geht im September endlich ein Ruck durch die Branche: Intel bringt nicht nur den lange erwarteten Core i5 (Lynnfield), sondern auch den mobilen Nehalem "Clarksfield", AMD präsentiert mit der neuen 5000-Generation die weltweit ersten Direct-X-11--Grafikkarten. Nvidia dagegen muss den Start des konkurrierenden Fermi-Chips immer weiter verschieben und hat dem Konkurrenten in der Oberklasse bis zum Jahresende nichts entgegenzusetzen.
Nach exakt neun Jahren mit unveränderter Heftstruktur startet PC Games Hardware zur Ausgabe 11/2009 mit einem frischen Konzept neu - Rubriken sind nun nach Themen geordnet, nicht mehr nach Artikeltyp.
Rückblick 2009: Windows 7 ist da
Das ganze Jahr stand bereits im Zeichen von Windows 7: Nach Beta-, RTM- und OEM-Version dürfen am 22. Oktober endlich auch Privatanwender zuschlagen: Windows 7
startet gut und überholt Windows Vista binnen weniger Wochen - bis Jahresende halten aber noch immer erstaunlich viele Anwender an XP fest.
Rückblick 2009: Lieferengpässe
Für AMD läuft es rund: Mit Intel wird im November eine Einigung von historischer Dimension erzielt, die 1,25 Milliarden US-Dollar in die Kassen spült. Die HD-5000-Reihe wird binnen weniger Tage zum Bestseller und ist nun fast nicht mehr verfügbar. Auch Nvidia kämpft aufgrund der leicht anziehenden Konjunktur mit Lieferproblemen und Intel glaubt gar, die Halbleiterbranche sei auf ein steigendes Wirtschaftswachstum 2010 nicht eingestellt. Es geht also wieder aufwärts - doch für manche anscheinend zu schnell. Bittere Pillen für Intel: Larrabee 1 kommt nicht als Retail-Grafikkarte, außerdem strengt die US-Wettbewerbsbehörde ein Verfahren wegen wettbewerbsschädigendem Verhalten an.

Freu mich momentan eher Auf die Spiele 2010
Netter Review.
Seht schön zusammen gefasst. Freu mich schon auf das Jahr 2010.
Genialer Rückblick. Wenn der nächstes Jahr dann in Form eines Videos mit Hennar Schröder ist, dann ist der Perfekt.
Windows 7 war für mich DAS Highlight 2009, 2010 bin ich vor allem auf NV's neue GPU's gespannt, und wer weiss, vielleicht bringen Intel 2010 ja ihre ersten 8-Kerner für den Desktop-Einsatz raus, eine 8-Kern Xeon-CPU für den Sockel 1366 wär schon was feines.
Mfg
Sehr schön. Aber irgendwie fehlt die Milliardenstrafe der EU gegen Intel.
Nicht so schlimm es is ja Weihnachten.
Frohes Fest.