[26/11/2021] Linux-Gaming statt Windows … will ich seit Jahren erfolgreich als Alternative (wachsen) sehen. Warum? Weil ich offene und modular anpassbare Betriebssysteme ohne großen, vorschreibenden Konzern persönlich viel besser und sympathischer finde. Linux als Fundament ermöglicht mir als User ganz eigene Prioritäten und Konfigurationen setzen zu können. Ich will keine Bloatware und Tracking-Apps? Kein Problem. Mir ist nach einer völlig neuen Desktop-Oberfläche? Ein Wechsel ist möglich. Eine Hardware-Komponente muss mal eben mit einem Live-USB-Stick geprüft werden? Linux ist zur Stelle.
Diese Variabilität und verschiedenen Branches haben aber nicht nur Vorteile. "Das eine Linux OS" gibt es nicht. Würde man sich Microsofts Betriebssysteme als kafkaeskes Brutalismus-Gebäuse mit strikter Hausordnung vorstellen, wäre Linux eher ein wild wirkender Wald mit dutzenden Abzweigungen, Holzwegen, wunderschönen Lichtungen und obskuren Druidenhütten. Es gilt, sich seine eigenen vier Wände und den Weg dahin auszusuchen. Vorgefertigte Distributionen samt Konfigurationen wie Nobara Linux übernehmen den größten Teil für den User. Und grundlegend funktioniert auch alles fast identisch, wenn es um die Benutzung von Programmen geht. Browser wie Firefox und Spiele-Clients wie Steam sehen unter Linux genauso aus. Spiele wie Red Dead Redemption 2 laufen je nach Konfiguration teils sogar mit mehr Fps. Heißt das, dass das rosarot anmutende Linux im Grunde sofort bei allen Nutzern/Spielern installiert werden sollte?
Na ja, Sie sehen es schon im Meinungsbild der Redaktion. Linux bedeutet für die meisten eine ungeheure Umgewöhnungsphase. Die Hürde ist groß. Schnell mal eben mit Photoshop ein Bild bearbeiten. Oh, hups, geht nicht so einfach mit der Adobe Suite. Es braucht Gefummel oder eine Alternative wie Krita/Gimp. Noch mehr umgewöhnen. Das mögen viele nicht. Immerhin gibt es im Videoschnitt statt Adobes Premiere Pro das mächtige Davinci Resolve. Während viele Programme ersetzt werden können, gibt es manche Bereiche, die bisher nicht unkompliziert funktionieren. Betroffen sind nicht nur grundlegende Installationen (die können schon für Manche herausfordernd genug sein), sondern teils noch fehlender Support in Spielen, die man unter Windows regelmäßig auf den eigenen Monitor berechnen lässt. Hier setze ich meine Hoffnung ganz offen auf eine andere US-Firma mit Microsoft-Abgängern. Valves Vorpreschen mit Proton hinein den Linux-Wald sorgt für gepflasterte, saubere Wege, mit denen sich auch unerfahrenere User mehr trauen. Wege, die im Idealfall zu schönen, anpassbaren Fertighäusern nach eigenem Geschmack führen, in denen man ähnlich gut und viel freier als in den Windows-Brutalismus-Wänden arbeiten und "leben" kann. Noch hause ich persönlich in den "OS-Beton"-Wänden. Auch arbeitsbedingt. Aber die metaphorisch grünere Linux-Wiese besuche ich regelmäßig auf meiner völlig getrennt gehaltenen Linux-SSD. Wird mal wieder Zeit für einen Camping-Ausflug ... (Richard "Ich mach Phils Wall of Text Konkurrenz" Engel)