[19/09/2014] AMD-Grafikchef wechselt zu Intel – was könnte das bedeuten? Zunächst würde ich sagen, dass AMD ein Problem hat, Fachkräfte zu halten. Die Kette aus enttäuschendem Vega-Launch, dreimonatiger Auszeit und dem anschließenden Abschied von AMD wurde zunächst als Rauswurf wegen Versagens gedeutet. Das Koduri in so einer Phase „zufällig“ gleich wieder einen neuen, hochrangigen und ihn offensichtlich voll zufriedenstellenden Posten gefunden hat, möchte ich aber ausschließen. Für mich sieht das eher nach einer Abwerbung aus, die bei hochrangigen Führungskräften nun einmal mit einer Zwangspause einhergeht. Ein ungeplanter Verlust von Know-How könnte für AMD Entwicklungsverzögerungen bedeuten, Lisa Su hatte schließlich vorher schon genug zu tun. Poor Volta – weiterhin einsam, ohne Konkurrent in Sicht? Umgekehrt sind die Auswirkungen bei Intel bestenfalls zu erraten. Koduri ist zwar in der Grafikkartenentwicklung groß geworden, aber dass er als hochrangige Führungskraft in den letzten Jahren noch irgendwelche produktspezifischen Ingenieursleistungen selbst erbracht hat, darf bezweifelt werden. Das neue von ihm geleitete Team muss also keineswegs an Grafik- oder auch nur GPU-ähnlichen Prozessoren arbeiten und Koduris eigenem Twitter-Account zu Folge geht es um etwas viel größeres, als von den Berichterstattern bislang vermutet wird. Also auch um mehr als nur eine Grafikkarte von Intel.