Kampf der Giganten

0
News Kay Beinroth Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Kampf der Giganten Onboard-Sound oder PCI-Soundkarte? Seit Nvidia unter dem Namen "Soundstorm" Onboard-Soundlösungen in hoher Qualität anbietet, stellen sich Anwender immer öfter diese Frage. Wir geben die Antwort.

Der Ruf von Onboard-Sound war bisher eher bescheiden: Mit schwachen Leistungen und dürftigen Anschlussmöglichkeiten waren Onboard-Soundlösungen bis jetzt nur etwas für absolute Sparfüchse, die kein Geld in qualitativ hochwertigere PCI-Soundkarten investieren wollten. Mit Nvidias Nforce2 und dem dazugehörigen Standard "Soundstorm" hat sich das geändert. Deswegen haben wir für Sie den großen Praxischeck gemacht: Wie gut sind aktuelle Onboard-Soundlösungen im Vergleich zu PCI-Soundkarten?

Unterschiedliche Ansätze
Kampf der Giganten PCI-Soundkarten wie die SB Audigy 2 verfügen über einen eigenen Prozessor (APU), der für die meisten Soundberechnungen zuständig ist. Bei Onboard-Soundlösungen fehlt diese zusätzliche Rechenleistung in Form eines Sound-Prozessors: Alle wichtigen Soundfunktionen sind im Chipsatz (Southbridge) integriert. Soundberechnungen fallen somit zulasten der normalen CPU. Dieses System hat einen großen Nachteil: Aufwendige Soundumgebungen bremsen die Gesamtperformance eines Systems erheblich. Deshalb verfügen Onboard-Soundlösungen meist nur über einen sehr begrenzten Funktionsumfang. Aufwendige Berechnungen wie echte Reflexionen oder Überlagerungen werden nur rudimentär unterstützt. Deutlich wird dieses Problem vor allem in aktuellen Computerspielen: Einfache Onboard-Soundlösungen unterstützen nur die Softwaremodi in den Audiooptionen. Der Vorteil: Diese Berechnungen sind nicht besonders aufwendig - die Gesamtperformance des Spiels wird kaum gebremst. Der große Nachteil: Der Spieler bekommt nur sehr einfache Soundumgebungen geliefert - der Spielspaß ist deutlich geringer als bei einer guten PCI-Soundkarte.

Im direkten Vergleich
Erweiterungsboxen wie bei der SB Audigy 2 Platinum eX bieten deutlich mehr Anschlussmöglichkeiten als Onboard-Soundlösungen. Erweiterungsboxen wie bei der SB Audigy 2 Platinum eX bieten deutlich mehr Anschlussmöglichkeiten als Onboard-Soundlösungen. Für unsere Praxistests haben wir die beiden besten Geräte der jeweiligen Soundansätze gegeneinander antreten lassen: Für die PCI-Soundkarten schicken wir unsere aktuelle Referenz ins Rennen: Die SB Audigy 2 von Creative. Stellvertretend für die Onboard-Soundfraktion haben wir das ASUS A7N8X Deluxe mit Nforce2-Onboard-Soundlösung getestet. Erster wichti-ger Punkt ist die Ausstattung: Onboard-Soundlösungen haben in der Regel drei Miniklinke-Schnittstellen: Einen Stereo-Line-Out, einen Line-In- und einen Mikrofon-Anschluss. Damit lässt sich nur ein Stereo-Soundsystem betreiben. Aktuelle
Onboard-Soundlösungen (unter anderem auch der Nforce2) unterstützen aber bereits 5.1-Sound. Damit ein entsprechendes analoges 5.1-Soundsystem angeschlossen werden kann, gibt es zwei Möglichkeiten: Per Software können der erwähnte Line-In- und der Mikrofonanschluss in Stereo-Line-Out-Schnittstellen umgewandelt werden. Diese Option können Sie in der Steuersoftware der Onboard-Soundlösung aktivieren. In der Nforce-2-Software übernimmt diese Aufgabe ein Assistent, der Ihnen bei der Konfiguration der Schnittstellen hilft. In unserem Praxischeck konnten wir in puncto Qualität keine Nachteile durch die Softwareumstellung der Schnittstellen erkennen - allerdings können Sie mit diesem System nicht parallel die Line-In- und die Line-Out-Schnittstellen nutzen. Die zweite Möglichkeit zum Anschluss eines 5.1-Systems ist deutlich luxuriöser: Hier gibt es insgesamt sechs Audio-Anschlüsse. So verfügt das Asus A7N8X Deluxe mit Nforce2-Chipsatz über drei zusätzliche Anschlüsse: Einen Stereoausgang für ein analoges Surround-Boxenpärchen, einen Stereoausgang für Center/Subwoofer und einen digitalen Ausgang (S/PDIF). Somit können Sie ein analoges 5.1-System betreiben und trotzdem die Line-In-Schnittstellen benutzen. Die Schnittstellen werden über den Assistenten in der Nforce-Software konfiguriert. Übrigens muss ein Nforce2-Board mehrere Bedingungen erfüllen, damit es die "Soundstorm"-Zertifizierung bekommt - eine davon sind die erwähnten sechs Audio-Anschlüsse. PCI-Soundkarten haben bei den Schnittstellen deutliche Vorteile: Doppelbelegungen werden kaum noch verwendet. Zu den nötigen analogen Schnittstellen gibt es meistens optische und koaxiale digitale Schnittstellen. Wer noch mehr Audio-Schnittstellen beispielsweise für ein kleines Musikstudio benötigt, kann zu PCI-Soundkarten mit Anschlussracks greifen.

Bildergalerie

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

0
  1. Seite 1
  2. Seite 2
  3. Seite 3
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk