Ouya - Android-Konsole im Test: Durchaus interessant, aber mit lahmer Hardware und fummeligem Controller

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Test Frank Stöwer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Die per Kickstarter finanzierte Android-Spielekonsole Ouya war bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung beim Onlinehändler Amazon US ausverkauft. Obwohl der Zocker-Würfel in Deutschland noch nicht lieferbar ist, konnte PCGH-Redakteur Daniel Möllendorf als "Backer" gestern glücklich ein Exemplar vom Zoll in Empfang nehmen. Wir haben die Ouya-Konsole angeschlossen und probegespielt.

Die Ouya ist eine Konsole, die auf dem Android-Betriebssystem von Google basiert - aktueller Stand des Geräts: Android 4.1.2 (Jelly Bean). Der PS3- und Xbox-360-Konkurrent kostet nur rund 100 Dollar (ca. 120 Euro in Deutschland) und soll neben den vielen kostenlosen Android-Apps auch viele Spiele und speziell angepasste Inhalte bieten. Da die Entwickler die Konsole möglichst offen gestaltet haben, sind in den kommenden Monaten viele Anwendungen für die Ouya zu erwarten. Finanziert wurde der Konsolen-Mini durch eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne, die den Entwicklern nicht nur die benötigten 950.000 US-Dollar, die zur Entwicklung veranschlagt wurden, sondern gleich knapp 8,6 Millionen US-Dollar in die Kassen spülte. Im Inneren der Ouya auf Android-4.1-Basis steckt ein Nvidia-Tegra-3-SoC mit 1,7 GHz Taktrate sowie 1 GiByte RAM und 8 GB internem Flash-Speicher. Des Weiteren ist das Gerät mit einem Netzwerk-, USB-, Mikro-USB- und einem HDMI-Anschluss (Auflösung 1080p) bestückt. Für die Verbindung mit dem mitgelieferten Controller - ein zweites Exemplar schlägt mit zusätzlichen 50 Euro zu Buche - sowie anderen kompatiblen Eingabegeräten steht Bluetooth bereit. Für eine drahtlose Netzwerkverbindung ist zusätzlich ein Wifi-Empfänger eingebaut.

Wir zitieren die Box in unser Testlabor und schauen, wie einfach sich die Ouya für den Erstbetrieb startklar machen lässt, wie die herstellereigene Oberfläche bedient wird und welche Spiele bereits im Ouya-eigenen App-Store zur Verfügung stehen. Das Hauptaugenmerk unseres Praxistests liegt aber ganz klar darauf zu testen, wie gut man mit der Ouya spielen kann und ob der Würfel seinen Vorschusslorbeeren gerecht wird.

Ouya-Test: Anschluss und Einrichtung

Der erste Inbetriebnahme der Ouya gestaltet sich einfach: Nachdem Sie einen Account angelegt haben, bei dem auch zwingend Kreditkarten-Daten eingegeben werden müssen, begrüßt Sie der Startbildschirm mit den Optionen "Play", "Discover", "Make" und "Manage". Leider ist die Eingabe der Account-Daten mit dem Controller sehr umständlich, unser Versuch, die Eingabe mithilfe einer am USB-Port angeschlossenen Tastatur zu vereinfachen, klappt nur beim ersten Mal. Beim zweiten Versuch weigerte sich der Android-Spielewürfel und erkannte weder die Tastatur noch einen angeschlossenen USB-HUB. Die Bluetooth-Verbindung mit dem Controller ist dagegen nach dem ersten Einrichten permanent vorhanden. Welches Eingabegerät auch immer zum Einsatz kommt, nach der Wahl der "Play"-Option stehen Ihnen die auf der Ouya spielbaren Titel in einem Auswahlbildschirm zur Verfügung (Ouya Appstore). Dabei umfasst die Auswahl sogenannte "Featured"-Titel, die auch in Googles Playstore angeboten werden (z.B. Shadowgun oder You Don't know Jack) sowie Spiele, die nur auf der Ouya zur Verfügung stehen (z.B. Chrono Blade und der Portal-Klon Polarity). Dazu kommen diverse Game-Playlisten von Nutzer, eine Genre-Übersicht (u.a. auch Retro-Spiele), mit der auch Apps aufgerufen werden, und eine Abteilung mit Sandbox-Titeln.

Positiv fällt auf, dass jedes kostenpflichtige Spiel ausprobiert werden kann. Meist können nur ein paar Level gespielt werden oder es gibt einen täglichen Credit- oder Zeit-Vorrat. Den Kauf der Vollversion erledigen Sie meist im Spiel selbst, die Preise bewegen sich im Rahmen dessen, was auch Android-Spiele in Googles Play Store kosten würde.

Wer übrigens die Einstellungen ändern will, findet dazu unter Manage\System\Advanced ein umfangreiches Menu, das dem eines Android-Smartphones/-Tablets gleicht. Hier können Sie dann beispielsweise die WIFI-Verbindung an- und abschalten, ein VPN einrichten, den Sound sowie die Bildausgabe am HDMI-Port konfigurieren, den Datenspeicher der Mini-Konsole verwalten und eine SD-Karte als zusätzliches Speichergerät einbinden.

Bildergalerie

Ouya Test: In media res oder jetzt wird aber gespielt

Um die Spiele-Praxistauglichkeit der Ouya zu ermitteln, luden wir die Demoversionen von drei Titeln herunter und spielten diese am großem Flachbildfernseher an (siehe Video). Mit Shadowgun entschieden wir uns für einen den Tegra-3-Chip sehr fordernenden Third-Person-Shooter, der auch bei Android-Smartphone- oder Tablet-Nutzern, die gerne spielen, bereits sehr populär ist. Mit Chrone Blade testeten wir ein Action-RPG mit einer detaillierten Sidescroller-3D-Optik, das nur für die Ouya-Konsole zur Verfügung steht und bei der Retro-Sammlung haben wir uns für das Flipperspiel Pinball Classics entschieden, mit dem wir auch sehr schön die Qualität der Trigger des Controllers testen können.

Fest steht, das Spielen mit der Android-Mini-Konsole macht auf jeden Fall Spaß, wenn auch noch nicht die große Masse an populären Android-Titeln wie die Angry-Birds-Reihe, Pflanzen gegen Zombies, Cut the Rope oder Wo ist mein Wasser/Perry oder Modern Combat 4 zur Verfügung stehen. Allerdings muss der Spieler den Umgang mit einem Gamepad gewöhnt sein, denn die Nutzung von Maus und Tastatur als alternative Eingabegerät bereitet Anschlussprobleme, zumal Android-Titel in der Regel sogar auf die Touch-Bedienung ausgelegt sind. Die Optik, welche die Ouya auf den Riesenflachmann zaubert, ist ebenfalls ordentlich. Bei Shadowgun konnten wir kein Unterschied zur Nicht-Ouya-Variante erkennen, auch die Grafik des speziell für den Spiele-Würfel entwickelten Chrono Blade kann sich sehen lassen und fällt detailliert aus. Was dagegen etwas enttäuscht, ist die Tatsache, dass die beiden Titel gefühlt nicht flüssig liefen und es zu Ruckeleinlagen kommt. Gerade bei hohem Gegneraufkomnmen sowie vielen Zaubereffekten (Chrono Blade) oder bei Explosionen mit vielen Partikeln, sehr schnellen Bewegungen/Drehungen oder flotten Feuergefechten mit mehreren Kontrahenten (Shadowgun) gerät der Bildaufbau schon des Öfteren ins Stocken. Ob dafür die Programmierung des Spiel oder die schwache Leistung des Nvidia-Tegra-3-Chips verantwortlich ist, lässt sich nach dem kurzen Probespielen jedoch nicht beantworten. Die Ruckler nimmt man beim Spielen mit der Ouya, die immerhin eine Full-HD-Auflösung bietet, zwar optisch deutlich wahr. Den Spielfluss stören Sie aber nur wenig. In Anbetracht des geringen Preisen, der außergewöhnlichen Konzeption und vor allem der Portabilität der Spielekonsole kann man dieses Manko aber weitestgehend verschmerzen.

Ouya-Test: Mögliche Problemzone Controller

Die gelegentlichen Ruckler trüben den Spielspaß aber nur wenig, die eigentliche Spaßbremse ist der mitgelieferte Controller, der via Bluetooth mit der Ouya Kontakt aufnimmt und sogar ein Touch-Pad verfügt. Wie wir beim Spielen des Retro-Flippers Star Trek feststellten, bei dem es auf die prompte Reaktion der Trigger ankommt, zeigt das Eingabegerät ein kleines Lag, für das wahrscheinlich die Bluetooth-Verbindung verantwortlich ist. Dazu kommt, dass die Mechanik der beiden Trigger sehr schwammig ist und ebenfalls nicht präzise genug reagiert. Das macht eine genaue Kontrolle der Kugel mit den Flipperarmen unmöglich. Der Druckpunkt der restlichen Knöpfe und die Reaktion der Analog-Sticks geht dagegen in Ordnung, obwohl beides keinesfalls sehr gut ausfällt. Auch die Ergonomie des Controllers ist unserer Meinung nach verbesserungswürdig. Die Hörner am Ende sind sehr breit und liegen nur teils in der Handinnenfläche, da sie nicht so tief wie beispielsweise die Griffvorrichtungen am Xbox-360-Controller ausfallen. Aber auch hier gilt: Jede Hand ist anders und jeder Nutzer hat seine eigenen Vorlieben bezüglich der Controller-Ergonomie.

Ouya-Test: Erstes Fazit

Die Mini-Android-Konsole ist auf jeden Fall ein interessantes Gerät, mit dem sich, mit kleinen Einschränkungen, schon gut spielen lässt - vor allem, wenn man den geringen Preis betrachtet, die Möglichkeit, die Ouya einfach transportieren zu können, sowie den weiteren Nutzen abseits des Spielbetriebs (Multimedia/Anwendungen). Kritikpunkte wie die doch eher schwache Leistung des Tegra-3-Chips, die zu gelegentlichen Rucklern führt, muss man da wohl in Kauf nehmen. Auch der Controller eignet sich im Großen und Ganzen schon zum Spielen. Flipper-Fans oder Fans von Rennspielen sollten evtl. die verdrahtete Version des Xbox-360-Kontrollers oder den Razer Sabertooth an den USB-Port des Geräts anschließen. Summa Summarum lohnt sich der Kauf der Ouya schon - allerdings für Deutsche erst, wenn man Produkt auch hierzulande bestellen kann und nicht auf dubiose Transportwege über den Zoll angewiesen ist.

Ouya - Android-Konsole im Test: Durchaus interessant, aber mit lahmer Hardware und fummeligem Controller (6) Quelle: PC Games Hardware Ouya - Android-Konsole im Test: Durchaus interessant, aber mit lahmer Hardware und fummeligem Controller (6)

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    • Kommentare (37)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ryzen1 Volt-Modder(in)
        Zitat von N00bler
        Da ich sehr wenig an Konsolen spiele werde ich mir die demnächt bestellen.
        PS: Könnte mir jemand verraten ob man an der Ouya auch zusammen an einer Konsole im Mehrspieler spielen kann?
        MFG,.- Euer N00b
        Freue mich schon auch eine Rückmeldung.

        Mehr als ein Spieler wird die Konsole wohl überlasten
      • Von ryzen1 Volt-Modder(in)
        Zitat von N00bler
        Da ich sehr wenig an Konsolen spiele werde ich mir die demnächt bestellen.
        PS: Könnte mir jemand verraten ob man an der Ouya auch zusammen an einer Konsole im Mehrspieler spielen kann?
        MFG,.- Euer N00b
        Freue mich schon auch eine Rückmeldung.

        Mehr als ein Spieler wird die Konsole wohl überlasten
      • Von N00bler
        Da ich sehr wenig an Konsolen spiele werde ich mir die demnächt bestellen.
        PS: Könnte mir jemand verraten ob man an der Ouya auch zusammen an einer Konsole im Mehrspieler spielen kann?
        MFG,.- Euer N00b
        Freue mich schon auch eine Rückmeldung.
      • Von bofferbrauer Volt-Modder(in)
        Zitat von Liza
        Controller sollte aber weniger das Problem sein, OUYA besitzt einen USB Port, da kann man ohne Probleme einen Xbox360 Controller anschließen soweit ich weiß, auch ein PS3 sollte per Bluetooth funktionieren! Einen der beiden haben bestimmt die meisten zuhause!

        genauer kann man dies auf deren Webseite sehen. Hier haben sie eine ganze Liste mit allen unterstützten Gamepads:
        LIST: Controllers That Work With OUYA

        Und gegen das Ruckeln gibt es auch was :
        http://ouyaforum.com/show...
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von PCGH_Stephan
        Seit wann hat der SNES-Controller einen oder gar zwei Analog-Sticks, Trigger an der Rückseite und funktioniert kabellos? Aus meiner Sicht ist Ouya keine direkte Konkurrenz für irgendwas, aber gerade beim Aufbau des Controllers ähnelt Ouya sehr stark der Xbox 360/PS3.

        Ich meinte das eher qualitativ. Die Wii mote ist schließlich das einzig tolle an der Wii und hier ist der Controller nur sehr eingeschränkt brauchbar. Mir persönlich nutzen fehlendes Kabel, viele Tasten und Analogsticks jedenfalls nichts, wenn die Eingaben zu langsam sind, um damit mehr als schnarchige Klempner übern Bildschirm zu schicken.
        Unterm Strich hat man alle Nachteile einer schwachen Konsole ohne in die Vorteile eines durchdachten Gesamtpaktes (was die bislang einzig erfolgreiche schwache Kontrolle verkauft hat).
      • Von Liza Software-Overclocker(in)
        Controller sollte aber weniger das Problem sein, OUYA besitzt einen USB Port, da kann man ohne Probleme einen Xbox360 Controller anschließen soweit ich weiß, auch ein PS3 sollte per Bluetooth funktionieren! Einen der beiden haben bestimmt die meisten zuhause!
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