Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

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Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar
Quelle: nature.com

Unsichtbare Menschen gehören eigentlich ins Reich der Fantasie und Science-Fiction. Forschern ist es nun allerdings gelungen, dass Menschen zumindest glauben, dass sie niemand sehen könnte. Dazu brauchte es nur einer Virtual-Reality-Brille und ein paar manipulierter Bilder.

Schwedischen Forschern ist etwas eigentlich Unvorstellbares gelungen. Sie haben es geschafft, Menschen unsichtbar zu machen. Zumindest fühlten sie sich so - ganz ohne Drogen und bewusstseinserweiternde Meditation. Dazu haben die Wissenschaftler ihnen mit einem VR-Headset bloß manipulierte Bilder zugespielt. Schon nach wenigen Sekunden hatten sich deren Gehirn angepasst. Die Testpersonen hielten sich für nicht wahrnehmbar.

Um das zu erreichen, waren offenbar nur wenige Schritte notwendig. Zu Beginn des Experiments wurden die Träger der VR-Brillen angewiesen, an ihrem Körper herunterzuschauen. Dort sahen sie auch tatsächlich den Boden. Nur ihre Füße fehlten, wie auch der Rest ihres Körpers. Anschließend strich man den Teilnehmern mit einem Pinsel über den Körper. Auch das sahen die Probanden auf den Monitoren. Dort jedoch strichen die Pinsel scheinbar ins Leere. Dieser Teil des Experiments erwies sich als besonders knifflig. Laut Arvid Guterstam, der als Forscher an der Untersuchung teilnahm, hatte man anfangs Probleme, die Pinselstriche im zugespielten Video mit den Pinselstrichen auf den Körpern zu synchronisieren. Doch letztlich gelang es - und die Illusion war komplett.

Wie leicht sich die Körperwahrnehmung mittels VR beeinflussen lässt, wurde schon in der Vergangenheit deutlich. Bei einem ähnlichen Versuchsaufbau hatte man den Teilnehmern beispielsweise erfolgreich vorgegaukelt, dass sie einen anderen Körper hätten. In einem anderen Experiments kam es den Testpersonen sogar so vor, als hätten sie einen dritten Arm. Dazu hatte Guterstam den Arm einer Gummipuppe neben die Probanden gelegt. Den echten und falschen Arm bedeckte er so, dass man nicht genau erkennen konnte, bei welchem es sich um den echten handelt. Pinselstriche über beide Arme genügten, um den Probanden zu suggerieren, dass ihnen ein zusätzlicher Arm gewachsen war.

Auch wenn Experimente wie diese eher als Spielerei erscheinen, ergeben sich daraus sinnvolle praktische Anwendungen. So hatte man Testpersonen, kurz bevor sie einem größeren Publikum begegnen, das Gefühl der Unsichtbarkeit vermittelt. Daraufhin hätten sie weniger Stress als ohne Tarnkappe empfunden. In der Angsttherapie könnte es also künftig sehr interessante Behandlungsansätze geben.

Quelle: nature.com, journals.plos.org

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

        In dem Fall ist es kein VR-Hype, sondern ein Beispiel für VR-Einsatz abseits in non-virtueller Umgebung. Bislang konnte man Selbstwahrnehmung nur in Bezug auf Prothesen testen. Dank VR kann man jetzt die gesamte Wahrnehmung kontrollieren und sowohl die Perspektive auf fremde Objekte/Personen, als auch auf den eigenen Körper manipulieren und so viel genauer erforschen, wie das Gehirn eigentlich zum Konzept "ich" kommt.

        Das Ergebnis beim Hände-schütteln-Experiment finde ich dabei übrigens noch interessanter, als die "Unsichtbarkeit" (PLOS ONE Link): Die Versuchsperson schüttelt die Hand des Experimentators und sieht das ganze, dank VR, aus dessen Perspektive. Nach wenigen Minuten synchroner Tätigkeit interpretiert das Gehirn der Versuchsperson den Arm des Experimentators als dem eigenen Körper zugehörig und reagiert auf eine Bedrohung dieses Armes stärker, als auf eine Bedrohung des Arms der Versuchsperson. Obwohl diese sich selbst mitsamt angewachsenem Arm sieht - aber nichtmehr aus der Egoperspektive.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

        In dem Fall ist es kein VR-Hype, sondern ein Beispiel für VR-Einsatz abseits in non-virtueller Umgebung. Bislang konnte man Selbstwahrnehmung nur in Bezug auf Prothesen testen. Dank VR kann man jetzt die gesamte Wahrnehmung kontrollieren und sowohl die Perspektive auf fremde Objekte/Personen, als auch auf den eigenen Körper manipulieren und so viel genauer erforschen, wie das Gehirn eigentlich zum Konzept "ich" kommt.

        Das Ergebnis beim Hände-schütteln-Experiment finde ich dabei übrigens noch interessanter, als die "Unsichtbarkeit" (PLOS ONE Link): Die Versuchsperson schüttelt die Hand des Experimentators und sieht das ganze, dank VR, aus dessen Perspektive. Nach wenigen Minuten synchroner Tätigkeit interpretiert das Gehirn der Versuchsperson den Arm des Experimentators als dem eigenen Körper zugehörig und reagiert auf eine Bedrohung dieses Armes stärker, als auf eine Bedrohung des Arms der Versuchsperson. Obwohl diese sich selbst mitsamt angewachsenem Arm sieht - aber nichtmehr aus der Egoperspektive.
      • Von Idefix Windhund BIOS-Overclocker(in)
        AW: Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

        Ich mache die Augen zu, dann sehe ich mich auch nicht. Ganz ohne Technik, Stoff, oder Creme.

        Irgendwie verstehe ich den ganzen Hype um die VR Brille nicht.
      • Von MATRIX KILLER Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

        Ja den Umhang von Harry Potter
      • Von Dr Bakterius
        AW: Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

        Ich habe für die Unsichtbarkeit einen Umhang und eine Creme, wozu also noch eine Brille
      • Von wievieluhr Software-Overclocker(in)
        AW: Virtual-Reality-Brille lässt Träger glauben, er sei unsichtbar

        das gta video ist echt unpassend da drunter..... das gibt doch den anti-gewaltspiel-hysterikern wieder futter.
      Direkt zum Diskussionsende
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