Oculus VR: Exklusive Spiele für Oculus VR sorgen für Boykott-Aufruf
Auf der E3 2015 hatte der CEO von Oculus VR, Brendan Irbe, in einem Interview auch verraten, dass das Unternehmen die Entwicklung von rund einem Dutzend Spielen finanziert, die exklusiv für Oculus Rift erscheinen sollen. Das sorgt für Missverständnisse und sogar einen Boykott-Aufruf bei Reddit.
Oculus VR investiert seit der Übernahme durch Facebook nicht nur in die Entwicklung der eigenen Virtual-Reality-Hardware, sondern auch in VR-Filme und VR-Spiele. Bei rund einem Dutzend Spiele, die exklusiv für Oculus Rift erscheinen sollen, hat Oculus VR sogar die Finanzierung komplett übernommen, unterstützt aber auch Indie-Entwickler mit insgesamt 10 Millionen US-Dollar. Doch die Finanzierung der "exklusiven" Spiele erinnert manche Spieler an das Vorgehen bei den Konsolen, bei denen exklusive Titel als Alleinstellungsmerkmal für die eigene Plattform eingesetzt werden und so in gewisser Weise auch die Spieler-Community spalten.
Aufgrund dieser vermeintlichen "Konsolentaktik" von Oculus VR wurde bei Reddit sogar ein Boykott-Aufruf gestartet, der andere dazu auffordert, Oculus Rift nicht zu kaufen und lieber auf andere, offene Plattformen wie beispielsweise das HTC Vive zu setzen. In die teilweise heftige Diskussion hat sich dann aber auch Palmer Luckey, der Gründer von Oculus VR, mit eingeschaltet. Er betont, dass auch Oculus Rift eine offene Plattform sei, für die jeder ohne Lizenzgebühren oder Kontrolle Spiele entwickeln und vertreiben könne. Selbst die Softwareangebote von Oculus VR seien nicht auf Oculus Rift beschränkt, da auch Samsungs GearVR unterstützt werde.
"Wir arbeiten mit externen Entwicklern zusammen, um VR-Spiele zu erschaffen. Das sind Spiele, die von Anfang an zu 100 Prozent von Oculus finanziert wurden, in Zusammenarbeit bei Design und Entwicklung mit unseren eigenen internen Spieleentwickler-Teams", so Luckey. Ohne diese Finanzierung würden die meisten dieser Spiele gar nicht existieren, man bezahle also nicht für Exklusivität bei schon vorhandenen Titeln. "Es ist schwer genug, qualitativ hochwertige VR-Inhalte für ein einziges Headset zu erstellen. Zu versuchen, jedes einzelne Headset auf dem Markt mit unseren eigenen Inhalten zu unterstützen, ist einfach keine Priorität für uns für die Veröffentlichung".
In einem weiteren Beitrag erklärt Luckey, dass man mit dem eigenen Software-Entwickler-Kit Oculus Rift optimal unterstützen will, ein offener Standard für alle VR-Headsets aber eine Zusammenarbeit aller wichtigen Beteiligten der PC-Spielebranche voraussetzt. Das könne aber kein "offener Standard" sein, den ein einziges Unternehmen kontrolliere.
Quelle: Reddit

Ich finde Games only für ziemlich schwachsinnig. Boykott ist so eine Sache aber bei einem regulärem Top Game würde ich auch abspringen und mir weitere Schritte überlegen
Der Markt wird das schon regeln.
ach naja wenn ich bedenke wie unzufrieden ich mit dem bin was ich von den AAA-Titel immer so sehe, und höre,stufe ich so ein Rife exklusiv als nicht wirklich schwerwiegend ein
Und wieso durch Crowdfunding für Hardware auch gleichzeitig Content/Games mitfinanziert werden muss mir mal einer genauer erklären.
Ergibt so für mich keinen Sinn.
Dass Facebook das macht ist mir klar. Auch dass es wirtschaftlich Sinn machen mag. Ich bin aber der Meinung dass nicht wirtschaftliche Interessen Vorrang haben sollten. Von diesem Standpunkt aus kritisiere ich den Verrat an der Crowdfunding-Idee. Verrat mag martialisch klingen, doch fällt mir nichts treffenderes ein.
Um es zusammenzufassen:
Die Idee der Crowdfunding-Kampagne war auch,
dass der Hardware-Hersteller seine potenziell günstige Position nicht ausnutzt
um einen (eigenen) Software-Standard bzw. ein Monopol zu etablieren.