Geforce GTX 950 im Test: Kleines Effizienzwunder mit hohem Preis

Die GTX 950 im PCGH-Test: Nvidia erweitert sein Produktportfolio mit der Geforce GTX 950. Die positioniert sich zwischen der GTX 960 und GTX 750 Ti, basiert auf einer beschnittenen GM206-GPU und geht für rund 170 Euro an den Start - nur etwa 20 Euro weniger als die günstigeren Modelle der GTX 960/2G kosten. PC Games Hardware klärt, was Sie vom jüngsten und kleinsten Maxwell-2.0-Ableger erwarten können.

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Inno 3D GTX 950 iChill X2 Air Boss Ultra (2 GiByte): Ein satter Boost jenseits 1.400 MHz sowie der bislang höchste Speichertakt (3.402 MHz) sorgen in Kombination für den Benchmarksieg unter den GTX-950-Designs.
Quelle: PC Games Hardware

Nachdem die Geforce GTX 950 zu Genüge in der Gerüchteküche hin und her geschubst worden ist, führt Nvidia die Grafikkarte jetzt offiziell ein. Die beiden Maxwell-1.0-Modelle Geforce GTX 750 Ti und GTX 750 werden damit nicht abgelöst: Die GTX 950 geht mit einem Preisschild von 170 Euro an den Start, dementsprechend braucht Nvidia weiterhin ein Angebot im Bereich um die 100 Euro, den die GM107-Ableger auch künftig belegen werden. Die 170 Euro beziehen sich übrigens auf Referenzmodelle mit 2 GiByte GDDR5-Speicher, daneben wird es aber auch wieder Custom-OC-Designs und optionale Versionen mit 4 GiByte geben, die in Richtung 200 Euro gehen.

Die Geforce GTX 950 basiert wie auch die GTX 960 auf dem GM206-Grafikchip, bekommt aber statt des Vollausbaus mit acht SMMs (1.024 Shader) eine um 25 Prozent beschnittene Ausführung mit sechs SMMs (768 Shader) spendiert. Demzufolge werden die Textureinheiten von 64 auf 48 an der Zahl kastriert, die Raster-Endstufen bleiben mit 32 Stück unberührt. Gleiches gilt für das Speicherinterface, das weiterhin 128 Bit breit ist (eine Beschneidung wie bei der GTX 970 soll nicht vorliegen). Während die GPU im Referenzdesign nominell 10 MHz höher boostet als die GTX 960, ist der Grafikspeicher 200 MHz langsamer, womit die Übertragungsrate auf gut 105 GB/s sinkt. Die Shader-Leistung der GM206-GPU sinkt in der Theorie übrigens auf ein Viertel der GTX Titan X, das Back-End ist auf ein Drittel geschrumpft, ebenso wie das Speicherinterface.

Spannend an der GTX 950 ist ihre geringe Leistungsaufnahme: Nvidia spezifiziert die Basisversionen mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 90 Watt. Das macht im Gegensatz zur GTX 750 Ti zwar einen Stromstecker notwendig - die anwesenden Modelle fahren 6- oder 8-Pol-Buchsen auf -, kündet jedoch von hoher Energieeffizienz, die leise Kühldesigns möglich macht.

Modell GTX 750 Ti GTX 950 GTX 960 R9 270X R7 370 R9 380
Circa-Preis (Euro) 115,- 169,- (UVP) 195,- 150,- 150,- 195,-
Codename (original) GM107-400-A2 GM206-250-A1 GM206-300-A1 Curacao XT Curacao Pro Tonga Pro
Fertigungstechnik/Chipgröße 28 nm/148 mm² 28 nm/228 mm² 28 nm/228 mm² 28 nm/212 mm² 28 nm/212 mm² 28 nm/359 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 1.870 2.940 2.940 2.800 2.800 5.000
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 640/5/40 768/6/48 1.024/8/64 1.280/20/80 1.024/16/64 1.792/28/112
Raster-Endstufen (ROPs) 16 32 32 32 32 32
Rechenleistung SP/DP (GFLOPS) 1.305/41 1.744/73 2.306/96 2.688/168 1.943/121 3.476/218
Basis-/Boost-Takt Grafikchip (Megahertz) 1.020/1.085 1.024/1.188 1.126/1.178 1.000/1.050 925/975 -/970
Takt Grafikspeicher (Megahertz) 2.700 3.305 3.506 2.800 2.800 2.750
Speicheranbindung (parallele Bit) 128 128 128 256 256 256
Speicherübertragungsrate (GByte/s) 86,4 105,8 112,2 179,2 179,2 176,0
Übliche Speichermenge (MiByte) 1.024/2.048 2.048/4.096 2.048/4.096 2.048 2.048/4.096 2.048/4.096
TDP (Watt) 60 90 120 180 110 190
PCI-Express-Stromanschlüsse - 1× 6-polig 1× 6-polig 2× 6-polig 1× 6-polig 2× 6-polig

Geforce GTX 950 im Test: Die Probanden im Benchmark-Parcours

Die aktuell schnellste GTX 950 stammt von Inno 3D Quelle: PC Games Hardware Die aktuell schnellste GTX 950 stammt von Inno 3D Wir haben die GTX 950 zusammen mit zahlreichen Grafikkarten durch unseren Testparcours gejagt, die im gleichen Preis- und Leistungsfeld beziehungsweise leicht darunter und darüber angeordnet sind. Die GTX 760 als zweit meistgenutzte Grafikkarte unter den Steam-Nutzern darf natürlich auch nicht fehlen. Hinzu kommen ältere Modelle aus Nvidias Fermi- und Kepler-Zeiten sowie AMDs HD 6950 als Vertreter der Pre-GCN-Ära. Übrigens finden Sie auch die R7 370 in der Benchmark-Übersicht wieder, die sich Nvidia als Gegner der GTX 950 auserkoren hat. Die Tests wurden in 1080p erstellt, was die Zielauflösung bei Nutzern dieser Leistungsklasse darstellen dürfte. In der kommenden Print-Ausgabe PCGH 10/2015 finden Sie auch Werte in 1440p und 2160p sowie natürlich die Gesamt-Indizes inklusive aller drei Auflösungen.

Eine Geforce GTX 950 im Referenzdesign stand uns zum Zeitpunkt nicht zur Verfügung. Stattdessen haben uns mehrere Custom-Designs der Boardpartner erreicht, die teilweise stark aufgemotzte PCBs und Kühllösungen aufweisen. Die Boost-Taktraten gehen dementsprechend schnell in Richtung 1.400 MHz oder gar darüber – vier Karten und ihre Frequenzen finden Sie in der Bildergalerie. Für die Benchmarks haben wir die Taktraten indes auf die offiziellen Referenzvorgaben – 1.188 MHz Kern-, 3.305 MHz Speichertakt – festgesetzt. Sie können davon ausgehen, dass die schnellen GTX-950-Vertreter 10, maximal 15 Prozent drauflegen werden. Exemplarisch haben wir The Witcher 3 mit ab Werk übertakteten Modellen der GTX 950 und R7 370 gebencht. Achten Sie bei der Auswahl der Benchmarks darauf.

Gegenüber der Radeon R7 370 kann sich die Geforce GTX 950 problemlos durchsetzen. Im kompletten PCGH-Parcours normiert erreicht die beschnittene GM206-GPU 38,2 Prozentpunkte, die R7 70 31,8. Alleine auf Full HD bezogen sind es 37,7 beziehungsweise 33,2. Die R9 270X zeigt aber schon, wo die Reise mit der kolportierten R9 370X hingegen wird: Erstere erreicht im Index 38,2/39,6 Prozentpunkte und positioniert sich so trotz etwas älterer Technik klar vor der GTX 950. Die Custom-Designs der R9 370X sollen nochmal höher takten (GPU +100, VRAM +200 MHz), sodass der Abstand bei den jeweiligen OC-Versionen ähnlichen bleiben dürfte.

Geforce GTX 950 im Test: Vorteil aktuelle Technik

Bislang kaum beachtet und doch bemerkenswert: Der GM206 ist Nvidias derzeit fortschrittlichster Grafikprozessor – was die Funktionsvielfalt angeht, nicht in Sachen Rohleistung. So war die GTX 960 die erste Grafikkarte, welche den HDCP-Kopierschutz 2.2 unterstützt, welcher auf Ultra-HD-Blu-rays zum Einsatz kommen soll. Ferner hat Nvidia im Chip einen H.265-tauglichen De- und Encoder integriert, der sich zunächst für das Nvidia-eigene Aufnahmeprogramm Shadowplay eignet und später vermutlich auch von gängigen Software-Videoplayern unterstützt werden wird. Hinzu kommt die volle Unterstützung der maximalen von Microsoft spezifizierten DirectX-12-Funktionsebene 12_1, welche sich unter Windows 10 abrufen lässt.

Vorteile durch die Fähigkeit sind derzeit zwar nicht vorhanden, könnten sich mit der Verbreitung von DX12 im Laufe der nächsten Monate jedoch einstellen. Die direkte Konkurrenz aus dem Hause AMD unterliegt in allen genannten Disziplinen: Da sowohl auf der Radeon 270(X) als auch auf der 370 und der im Internet herumgeisternden 370X der alte Pitcairn-Chip von 2012 zum Einsatz kommt, wird von diesen Modellen nur die DX12-Funktionsebene 11_1 unterstützt; HDCP-2.2-Support sowie H.265-Fähigkeiten fehlen ebenso wie Freesync-Support.

Ein weiterer Vorteil der GTX 950 (und GTX 960) ergibt sich durch die geringe Leistungsaufnahme und das schmale Speicherinterface: Dadurch werden einfache und kompakte Platinendesigns möglich, die sich leise, bei geringer Last gar passiv kühlen lassen. Auf der anderen Seite erlaubt die sparsame Basis auch Partnerkarten, die einen besonders hohen und dauerhaft haltbaren Boost-Takt aufweisen, welcher die Performance merklich anhebt.

Geforce GTX 950 im Test: Fazit

Nvidia Geforce GTX 950 im Referenzdesign mit kleinem Aluminiumkühler und Axiallüfter Quelle: Nvidia Nvidia Geforce GTX 950 im Referenzdesign mit kleinem Aluminiumkühler und Axiallüfter An sich ist die Geforce GTX 950 eine interessante Einsteiger-Grafikkarte für Leute, die nicht allzu viel Leistung benötigen und nur zwischendurch eine Runde spielen möchten. Mit HDMI 2.0 inklusive HDCP 2.2 eignet sie sich zudem gut als HTPC-Beschleuniger. Dafür hat der kleinste Maxwell-2.0-Ableger ein großes Problem, das schon viele neue Geforces plagte: Der Preis ist verglichen mit früheren Angeboten und diversen Radeon-SKUs zu hoch angesetzt, das Gesamtpaket wird dadurch deutlich unattraktiver. Immerhin lenken die Boardpartner selbst schon ein: Die Custom-Designs werden zwar wegen der hohen Grundpreisempfehlung noch höher angesetzt als die Basisversion, Evga hat uns aber schon vorab auf eine Cash-Back-Aktion aufmerksam gemacht. Die GTX 950 FTW kostet dadurch 180 statt 190 Euro. Spätestens die geplanten 4-GiByte-Modelle dürften dann vollends im Preisbereich der GTX 960 wildern. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie der Markt die GTX 950 aufnehmen wird und ob die Preise womöglich noch fallen werden.

Stand jetzt erscheint die Radeon R9 270X als attraktiveres Angebot, wenn man in dieser Preisklasse unterwegs ist und damit nur spielen möchte. Das günstigste Modell stammt dabei von Asus und kostet 150 Euro. Wer ein sparsames Gesamtpaket für gelegentliche Spiele und vorwiegenden Medienkonsum benötigt, kann jedoch relativ bedenkenlos zur günstigsten Geforce GTX 950 greifen.

Bildergalerie

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    • Kommentare (86)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wolflux Lötkolbengott/-göttin
        Du hast gemerkt das der Thread vom letzten Jahr ist?
      • Von wolflux Lötkolbengott/-göttin
        Du hast gemerkt das der Thread vom letzten Jahr ist?
      • Von xxDEDUSTxx Schraubenverwechsler(in)
        Ich Denke genauso wie Du,man könnte längst viel weiter sein was Grafikkarten und auch spiele angehen tut.Aber immer schön einen kleinen Schritt nach den anderen.Und was AMD Angehen tut las ich mich 2017 mal Überraschen wenn die neuen Prozessoren kommen.(sollen)Denn die Hinken mit ihren zum teil 6 Jahren alten Hardware Nvidea und Co hinterher.Gruß
      • Von Atent123 Volt-Modder(in)
        Zitat von Lateral
        Sehe ich auch so, mehr Speicher ist auf jeden Fall nötig um etwas zukunftssicher zu sein.

        Ich glaube aber, dass wir gerade an einem Punkt ankommen, wo es einen deutlichen Leistungssprung nach oben geben wird. Die 2016er Nvidia Pascal-Karten, wenn das Marketing auch nur annähernd stimmt, sollen ja ganz schön drauf legen. Ist auch nötig für einerseits Virtual Reality in höheren Auflösungen bei hohen FPS und UHD-Gaming. Den Trend sollten AMD und Nvidia ja wohl vor längerem aufgegriffen haben. Es braucht einfach noch deutlich schnellere Karten, die preislich für den Normalbürger interessant sind um VR-tauglich zu sein.

        Ich kann das nicht wirklich einschätzen, aber glaube seit längerem, dass Grafikkarten von der Leistung her schon viel weiter sein könnten, AMD und Nvidia aber absichtlich keine zu großen Sprünge machen, um öfter neue Karten verkaufen zu können. Natürlich braucht die Entwicklung seine Zeit und man arbeitet schon seit vielen Jahren an der 14nm-Bauweise, aber wieso sollte man einen großen Sprung machen, wenn man stattdessen zwei kleinere machen kann? Macht nur Sinn, wenn der Markt auch wirklich deutlich schnellere Karten verlangt, wie jetzt der Fall! Sieht man ja - 20nm-Bauweise wird einfach mal übersprungen, obwohl schon daran gearbeitet wurde.

        Wäre also möglich, dass sehr bald auch 4GB Speicher out-of-date ist. Zumindest im Vergleich mit den dann neusten Karten. Für die meisten Games in nicht allzu hoher Auflösung wird es noch etwas länger reichen.
        AMD kämpft gerade ums überleben.
        Die haben kein großes Forschungsbudged mehr.
        Jeder mm kostet Geld.
        Wir hängen jetzt schon lange Zeit auf 28nm Fest.
        Da kann man einfach nicht mehr groß Performance rausholen weil so ein Chip ab einer gewissen Größe einfach unwirtschaftlich wird.
      • Von Lateral Schraubenverwechsler(in)
        Sehe ich auch so, mehr Speicher ist auf jeden Fall nötig um etwas zukunftssicher zu sein.

        Ich glaube aber, dass wir gerade an einem Punkt ankommen, wo es einen deutlichen Leistungssprung nach oben geben wird. Die 2016er Nvidia Pascal-Karten, wenn das Marketing auch nur annähernd stimmt, sollen ja ganz schön drauf legen. Ist auch nötig für einerseits Virtual Reality in höheren Auflösungen bei hohen FPS und UHD-Gaming. Den Trend sollten AMD und Nvidia ja wohl vor längerem aufgegriffen haben. Es braucht einfach noch deutlich schnellere Karten, die preislich für den Normalbürger interessant sind um VR-tauglich zu sein.

        Ich kann das nicht wirklich einschätzen, aber glaube seit längerem, dass Grafikkarten von der Leistung her schon viel weiter sein könnten, AMD und Nvidia aber absichtlich keine zu großen Sprünge machen, um öfter neue Karten verkaufen zu können. Natürlich braucht die Entwicklung seine Zeit und man arbeitet schon seit vielen Jahren an der 14nm-Bauweise, aber wieso sollte man einen großen Sprung machen, wenn man stattdessen zwei kleinere machen kann? Macht nur Sinn, wenn der Markt auch wirklich deutlich schnellere Karten verlangt, wie jetzt der Fall! Sieht man ja - 20nm-Bauweise wird einfach mal übersprungen, obwohl schon daran gearbeitet wurde.

        Wäre also möglich, dass sehr bald auch 4GB Speicher out-of-date ist. Zumindest im Vergleich mit den dann neusten Karten. Für die meisten Games in nicht allzu hoher Auflösung wird es noch etwas länger reichen.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von JoM79
        Zum Thema 2GB vs 4GB:
        Da gibt es nur weniger Spiele die dadurch einen Vorteil haben, nur so nebenbei.
        2GB reichen aber nur, weil die Karten so verdammt langsam sind und man die Grafik in aktuellen Spielen voll runterdrehen muss.
        Nur mal so am Rande.
        Nehme ich ein aktuelles Spiel und stelle die Grafik auf Ultra, dann sprenge ich die 2GB meistens locker.
        Einziges Gegenbeispiel ist Witcher 3, aber das hat einen internen Lock für 2GB Ram, kann man aber editieren, dann verwendet auch Witcher mehr als 2GB Speicher.
        Also: bis zu ner lahmen 950 reichen 2GB Ram immer, mit ner 960 sollte man für eine langfristige Nutzung aber schon die 4GB in Erwägung ziehen, Spiele werden mit der Zeit hungriger.
        Kenne ich aus Erfahrung. Habe damals zum Beispiel bei Fallout 3 ne 512Gb Karte gegen eine 1GB Version tauschen müssen, nur weil ich die besseren Texturen verwenden wollte.
        Mein Bruder hat bis vor Kurzem noch ne Radeon 3850 mit 512MB im Rechner gehabt (19" CRT). Damit konnte der echt immer noch seine Sportspiele spielen, man glaubt es kaum.
        Die 256MB Version war damals angeblich sogar minimal schneller, nach 2 Jahren und später zeigten Tests bei neueren Spielen jedoch, dass der Speicher die Karte volle Kanne bremst, wenn er quasi nicht vorhanden ist.
        Also denkt dran: imemr den Speicher so dazu kaufen, was sinnvoll ist und wie die Nutzung geplant ist. Hat auch später Auswirkungen auf Verkäufe bei Ebay.
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